Split Klima - Dichtheitsprüfung mit Lecksuchspray

Split Klima - Dichtheitsprüfung mit Lecksuchspray

Einführung

Eine zentrale Herausforderung bei Split-Klimaanlagen ist die Dichtheit des Kältesystems. Die Anforderungen an die Dichtheit sind hoch, es dürfen nur wenige Gramm Kältemittel pro Jahr verloren gehen, möchte man über die Lebensdauer der Anlage ohne eine Nachfüllung auskommen. Auch für die Umwelt ist es wichtig, das möglichst wenig Kältemittel aus der Anlage entweicht.

Bördelverbindungen bieten so einiges an Fehlerpotenzial, so dass hier Undichtheiten öfters mal vorkommen. Bei Studien in dem Bereich kam heraus, dass je nach Erfahrung des Handwerkers jede zehnte bis jede hundertste Bördelverbindung undicht ist.

Insofern ist die Dichtheitsprüfung bei jeder Installation wichtig.

Die Dichtheitsprüfung mit Lecksuchsprays gilt in Fachkreisen als Grobtest. In der Fachliteratur findet man Angaben, dass damit nur Lecks gefunden werden können, die größer als 250-500g Kältemittelverlust pro Jahr sind. Deshalb braucht es nach gängiger Fachmeinung immer auch einen Feintest mit einem Kältemittel-Lecksuchgerät (Schnüffler). Dieses kann bis auf etwa 2-5 g/Jahr nachweisen.

Mit etwas Erfahrung und dem richtigen Lecksuchmittel kann man jedoch viel kleinere Lecks sicher nachweisen. Dafür braucht es eine sehr gewissenhafte Inspektion der getesteten Verbindungen.

Nachweisgrenzen

Wo die Nachweisgrenze liegt, lässt sich recht gut berechnen. Gehen wir davon aus, dass wir nach Auftrag der Lecksuchflüssigkeit 15min warten. Wenn in dieser Zeit 1ml Gas ausgetreten ist, sieht man das sofort ganz deutlich über eine kokonartige Ansammlung von vielen Blasen. Siehe hierzu auch Bild 1 und 2.

1ml in 15min entsprechen 35 Liter gasförmiges Kältemittel pro Jahr. 1g flüssiges Kältemittel R32 entsprechen ungefähr 0,37 l Gas. 35 Liter Gas sind also etwa 95g Kältemittel.

95 g Kältemittelverlust wären also sofort für jeden erkennbar. Die Zeit der Beobachtung lässt sich bei guten Lecksuchmitteln problemlos auf 30min erhöhen. Damit wäre ein Nachweis von 47 g sehr komfortabel möglich. Solche Verlustmengen lassen sich kaum übersehen. Damit sind wir natürlich noch weit entfernt von dem, was wir schlussendlich erreichen wollen. Bei einem Austritt von 47 g Kältemittel im Jahr würde eine typische Anlage nach 3-4 Jahren einen Kältemittelmangel haben.

Wenn man nun die Veschraubungen etwas genauer inspiziert, lassen sich noch viel kleinere Lecks sicher erkennen. Bild 4 zeigt eine ganz kleine Undichtheit. Hier entstehen ganz kleine Blasen, die sich wie einer Perlenkette aneinanderreihen. Nehmen wir hier an, es braucht eine Perlenkette von 10 Blasen für einen sicheren Nachweis. Die Blasengröße schätze ich auf kleiner 1mm, aber rechnen wir ruhig mal großzügig mit einem Volumen pro Blase von 1 mm³. Das wären in 15 min dann 10 mm³ und im Jahr 350400 mm³ = 0,35 l. Und damit sind wir bei einer Nachweisgrenze von gerade mal 1g Kältemittel pro Jahr.

Wenn man sich also mit Spiegel, Taschenlampe und Lupe den Verschraubungen zuwendet, sind die Angaben in der Fachliteratur widerlegt, dass ein Test mit Lecksuchmitteln nur für Grobtests taugen. Wir haben hier Ergebnisse, die den Lecksuchgeräten gleich kommen und könnten schon mit diesem Test hinreichende Dichtheit nachweisen.

Wichtig für den Nachweis kleinster Undichtheiten ist der Testdruck. Undichtheiten vergrößern sich nämlich nicht linear mit dem Druck, bei höherem Druck werden sie mehr als linear größer. Will man also auch kleinste Undichtheiten nachweisen, sollte man so hoch mit dem Druck, wie möglich. Bei R32 Anlagen wären das typisch 40-42 bar. In der Praxis werden aber Drücke von 20-30 bar auch oft ausreichend sein.

Zum Vergleich: Mit einem Druckverlusttest ist man weit weg von einem Feintest. Selbst wenn man den Druck eine Woche beobachtet, kann man damit eher Verlustraten von 500-1000 g/a Kältemittel noch sicher erkennen. Hier hat man auch die Problematik, dass kleine Temperaturänderungen den Druck verändern. Ein Druckverlusttest bleibt ein Grobtest. Ein Test mit einem Lecksuchgerät hingegen ist auch in der Lage, Verluste ab 2-3g/a zu detektieren.

Störende Einflussfaktoren

Was auf dem Labortisch funktioniert, muss noch nicht in der Praxis funktionieren. Mit welchen störenden Einflussfaktoren muss man in der Praxis rechnen?

Erst einmal muss man gut an die Verschraubungen herankommen. Die Verschraubungen müssen ausreichend mit Lecksuchmittel benetzt werden. Nach Möglichkeit so, dass bei der Applikation keine Blasen eingebracht werden. Wenn man vorsichtig mit Pinsel einmal um die Verschraubung geht, sollte man dies hinbekommen. Falls Blasen eingetragen wurden, kann man nochmal abspülen und neu beginnen.

Die Verschraubung am Innengerät ist schwer zu erreichen, wenn sie erstmal an der Wand hängt. Hier kann es Sinn machen, noch vor der Montage der Inneneinheit die Kälteleitungen zu montieren und diese Verschraubungen bereits auf dem Werkstatttisch zu prüfen. So lässt sich das erstklassig inspizieren.

Installierte Anlagen, die man in der Wartung testen möchte, müsste man eigentlich im Heizbetrieb bei maximaler Leistung testen, damit der Druck im Maximum liegt. Hier wären die Kälterohre aber bei 50-60 Grad. Bei diesen Temperaturen würde die Lecksuchflüssigkeit vermutlich zu früh verdunsten, was den Nachweis stören würde. Ich denke, hier wird man mt einem Kompromiss im leichten Heizbetrieb bei vielleicht 30-35 Grad arbeiten müssen. Man wäre dann in einem Druckbereich um 20 bar (statt Maximaldruck von 40bar).

Je nachdem, in welchem Winkel die Verschraubung im Raum steht, kann Lecksuchflüssigkeit mehr oder weniger schnell abtropfen. Man muss also auch unter ungünstigen Winkeln sicherstellen, dass für einen Test von 15-30min noch eine ausreichende dichte Benetzung noch um die ganze Verschraubung vorhanden ist. Hier unterscheiden sich verschiedene Lecksuchflüssigkeiten stark.

Wichtig ist auch, dass man für die Inspektion alle Seiten der Verschraubung genau inspizieren kann. Dies muss je nach Anspruch mit Spiegel, Lupe und guter Beleuchtung erfolgen. Nicht immer einfach, wenn man bei Wind und Wetter auf der Leiter steht.

Regen kann ein kritischer Einflussfaktor sein, weil dadurch das Lecksuchmittel abgespült werden kann. Zu starker Wind kann auch nachteilig sein.

Temperaturen unter Null Grad sind bei vielen Lecksuchmitteln auch ein Problem, weil sie dann einfrieren. Es gibt spezielle Lecksuchmittel, die auch bei negativen Temperaturen funktionieren.

All solche Einflüsse aus der Praxis muss man im Blick behalten, sie können die Prüfergebnisse negativ beeinflussen oder einen Nachweis unmöglich machen.

Lecksuchmittel

Lecksuchmittel am Markt sind ganz unterschiedlich optimiert. Viele Lecksuchsprays sind sehr dünnflüssig und eher dafür optimiert, grobe Undichtheiten innerhalb von 1-5 min sicher zu erkennen. Diese Sprays sind nicht für Feintests geeignet, weil sie z.B. Beobachtungszeiten von 15 min gar nicht überstehen, sie sind vorher abgetropft oder verdunstet. Für einen schnellen Grobtest sind sie allerdings sehr praktisch. Alle mir bekannten Lecksuchsprays aus der Sprühdose sind sehr dünn eingestellt, vermutlich ist dies auch technisch bedingt, damit es sprühfähig ist. Bei Pumpsprühflaschen kann es anders sein, da sind dickflüssigere Abstimmungen möglich.

Im Kältebereich wird sehr oft BigBlu empfohlen, es stammt von Refrigeration Technologies, einem amerikanischem Unternehmen. BigBlu ist dickflüssig genug, um Prüfzeiträume von 30 min zu überbrücken. Leider ist BigBlu auf dem deutschen Markt nur schwer zu bekommen.

Ich habe Alternativen getestet. Naheliegend ist alles, was Blasen macht. Spülmittel funktionieren recht gut. Getestet habe ich Fairy Ultra Konzentrat, Fit, Pril Original, Frosch Zitrone, Lidl Zitrone W5, und zwar alles die Classic-Standard Produkte ohne Firlefanz. Die sind am besten, weil alle recht ähnlich in der Konsistenz und keine zusätzlichen Stoffe, die Blasenbildung verringern. Ob Konzentrat oder normal, scheint egal. Alle Spülmittel wurden 1:1 verdünnt mit Wasser. Alle funktionierten gut ohne klar zu beobachtende Unterschiede. Die Standzeit, in der Blasen produziert wurden oder stehengeblieben sind, war bei allen Produkten über 30min. Ob eine Verdünnung von 1:1 das Optimum ist, müsste man noch herausfinden, aber zumindest funktionierte es bei allen gut.

Auch Pustefix Seifenblasenlösung funktionierte einwandfrei, war aber von der Standzeit nicht ganz so gut, wie Spülmittel oder BigBlu. Bis 30min war aber alles ok.

Frosch Neutralreinger - ein recht dickflüssiger Reiniger - auch 1:1 mit Wasser verdünnt, war außergewöhnlich gut, was die Standzeit des Schaums angeht. Der hielt weit über 1 Stunde. Pril Original war noch außergewöhnlicher: Auch wenn nach etwa einer Stunde prinzipbedingt alle Lecksuchmittel verdunstet oder im Schaum gebunden sind und deshalb kein weiterer Nachweis mehr möglich ist, war die Stabilität des erzeugten Schaumes bei Pril so hoch, dass selbst nach mehreren Tagen (!) der Schaum noch vorhanden war.

Was die Nachweisqualität angeht, waren diese Alternativen wesentlich besser, als diverse Lecksuchsprays aus der Sprühdose. Dies vor allem, weil die Standzeit deutlich länger ist.

Solche Reiniger-Produkte sollte man allerdings besonders gut abspülen, weil man nie weiß, wie diese chemisch mit den Kupfer- oder Messingmaterial langfristig reagieren. Wobei Spülmittel und Neutralreiniger eher sanfte Reiniger sind, die Metalle nicht angreifen sollten.

Grundsätzlich gilt: Nach der Prüfung sollten alle Lecksuchmittel nochmal mit Wasser entfernt werden. Geht mit einer Sprühflasche gut.

Auftragen des Lecksuchmittels

Beim Auftragen eines Lecksuchmittels ist es wichtig, möglichst keine Blasen einzubringen, weil die eine Deutung gerade bei einer Feinprüfung erschweren. Dies funktioniert z.B. mit einem kleinen Künstlerpinsel recht gut, mit dem man vorsichtig um die Verschraubung geht.

Lecksuchmittel wie BigBlu sollten nicht geschüttelt werden, damit sich in der Flasche keine Blasen bilden. Bei Lecksuchmitteln aus der Sprühdose ist es egal, die sind so eingestellt, dass die Blasen nach dem Sprühen sich schnell auflösen.

Wenn man von oben Platz hat, ist ein Auftrag über eine Tropfflasche mit dünnem Ausgang auch gut machbar.

Man sollte großzügig auftragen, damit alles gut benetzt ist. Es ist wichtig, dass rundherum ein geschlossener Film aufgetragen wurde. Mit einem Pinsel lässt sich dies gut sicherstellen, weil man damit einmal rundherum gehen kann.

Bei SAE-Verschraubungen treten Undichtheiten in der Regel auf der Gewindeseite auf, also zwischen Stutzen und Bördelmutter. Trotzdem sollte man auch immer die andere Seite prüfen, wo das Rohr aus der Bördelmutter austritt.

Tipp: Sehr gut blasenfrei auftragen lässt sich mit einer dünnen 1ml Einweg-Spritze, die in der Regel einen leicht laufenden Stößel mit schwarzer Gummidichtung hat. Diese lässt sich erstmal blasenfrei aufziehen. Und dann nimmt man eine Endo-Spülkanüle, die vorne stumpf ist. Diese lässt sich auch etwas krumm biegen, um an schwierige Stellen heranzukommen. Wenn man jetzt noch mögliche Restluft rausdrückt, in dem man die Spitze nach oben hält, sollte nichts mehr an Luft vorhanden sein, was zu Blasen führen könnte.

Prüfung

Wenn es nur um einen Grobtest geht, reicht es, die Verschraubungen nach 2-5 Minuten auf Sicht zu prüfen. Um eine Verschraubung von allen Seiten zu prüfen, sollte man hier einen Inspektionsspiegel nutzen. Auch ein Zahnarztspiegel eignet sich gut.

Wenn man eine Feinprüfung macht, sollte man für hinreichend Licht sorgen. Eine Lupe oder Lupenbrille ist ein gutes Hilfsmittel. Zahnarztspiegel gibt es auch mit einem Vergrößerungsspiegel. Für die Inspektion sollte man sich für jede Verschraubung hinreichend Zeit nehmen. Und es macht Sinn, mehrfach zeitlich zu prüfen, z.B. nach 5, 10 und 15 min und dann nochmal nach 30min. So stellt man sicher, wirklich kleinste Undichtheiten zu finden, hat aber auch Sicherheit, falls eine späte Prüfung gar nicht mehr richtig funktioniert, weil schon zu viel Lecksuchmittel verdunstet ist.

Bei Verdachtsfällen kann man auch nochmal abwischen und neu auftragen. Machmal schmuggeln sich Blasen beim Auftragen ein, die keine Relevanz haben.

Grobe Undichtheiten fallen einem sofort ins Auge durch eine kokonartige Blasenansammlung.

Feine Undichtheiten zeigen sich durch eine Art Perlenkette aus zahlreichen kleinen Blasen. Ist man sich hier unsicher, gibt es ein weiteres Indiz: Bewegung der Blasen in irgendeiner Form. Durch Neubildung weiterer Blasen bewegt sich in der Regel der Schaum. Jede Bewegung ist ein starkes Indiz dafür, dass eine Undichtheit vorhanden ist.

Fehlerbilder

Es ist wichtig, eine klare Vorstellung zu haben, wie Undichtheiten bei einem Lecksuchmittel in Erscheinung treten. Nur so können wir sie klar abgrenzen von anderen Phänomenen. Ein wichtiges Phänomen, was es häufig gibt, sind einzelne Blasen, die bereits beim Auftrag des Lecksuchmittels eingetragen wurden. Man sollte deshalb direkt nach dem Auftragen inspizieren, ob man ungünstige Blasen mit im aufgetragenen Film hat. Im Zweifelsfalls wischt man nochmal ab und trägt neu auf. Eine einzelne kleine Blase spielt keine große Rolle, weil man sie auch weiter beobachten kann und weil die sie sich klar abgrenzt von den typischen Fehlerbildern.

Bild 1: Beispiel einer groben Undichtheit mit BigBlu nach 15min:

Bild 2: Beispiel einer groben Undichtheit mit Fairy Ultra Spülmittel + Wasser 1:1 nach 15min:

Bild 3: Beispiel Lecksuchspray Liqui-Moly grobe Undichtheit nach 15min:

Bild 4: Beispiel sehr kleine Undichtheit mit BigBlu nach 15 min. Es entsteht eine Art Perlenkette aus ganz kleinen Blasen:

Bild 5: Kleines Leck nach 60 min. Anfangs war nur eine Perlenkette, die später zu zahlreichen Schichten Perlenketten heranwuchs:

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Reserviert für Ergänzungen...

Eine Ergänzung:

Wenn man wasserbasiertes Lecksuchmittel nicht zuverlässig wieder aus dem Gewinde raus bekommt, wird es einfrieren und durch die Volumenausdehnung die Verschraubung letzten Endes kaputt machen. Deswegen soll man ja auch in das Gewinde (nicht auf den Bördel) dann etwas Gewindedichtmittel laufen lassen.

Meine Ansicht dazu: Wenn man die Wartung seiner Split-Klima selber macht, dann sollte man in einen elektronischen Schnüffler investieren.

Kritisch finde ich vor allem den Zwischenraum zwischen Kälteleitung und Bördelmutter, also den Spalt. Wenn da Wasser reinzieht, kann die Mutter gesprengt werden. Dafür gibts Silikondichtmassen wie SealUp.

Allerdings: Wird in Deutschland sehr selten mal gemacht, so kritisch scheint das nicht zu sein.

Das hat bei mir zu (hoffentlich) false-positives beim Schnüffler geführt (und zu entsprechender Beunruhigung). Also ohne Dichtmasse hat er nicht ausgeschlagen, mit schon. Es reicht, wenn ich den Schnüffler an die offene Tube halte, so dass er auslöst.

Generell scheint mein Elitech LD-100+ zu false-positives zu neigen: Ich muss es nur anhauchen und es schlägt aus.

Jetzt weiß ich, warum der Kältetechniker bei mir letztes Jahr keinen Schnüffler verwendet hat: Wer nicht misst, misst keinen Mist.

Ja, die Dinger sind generell extrem empfindlich und messen alles Mögliche. Da reicht schon, das Deo oder eine Handcreme. Auch muss man aufpassen, dass der Kopf nicht das Metall berührt. Und auch zuvor erst ordentlich an frischer Luft kalibrieren lassen.

Ich habe jetzt nochmal abpumpen lassen. Wenn nun nach dem Trocknen der Dichtmasse der Schnüffler nicht mehr anspringt und anschließend nach dem erneuten Öffnen der Kältemittelleitung durch den Kältetechniker der Schnüffler wieder anspringt, liegt ein Problem vor.

Als Alternative beim Auftragen können evtl. auch diese Primerpinsel (Stichworte ebay: Wollwischer Primerpinsel Applikator Scheibenkleber Klebstoffgrundierung) verwendet werden. Es gibt verschiedene Längen, die 160 mm könnten praktischer sein als die sehr kurzen.

Ich versuche, die Öse aufzubiegen und einen Deckel einer Filmdose (kennt wahrscheinlich keiner mehr) drüber zu stülpen. Dann kann man den benetzten Bausch in der verschlossenen Dose lagern, ohne dass alles in der Umgebung verschmiert wird. Im Idealfall trocknet das Lecksuchspray nur sehr langsam aus...

Direkt aus Sprühflasche das Bigblue drauf spritzen verursacht zuviel Verbrauch von dem edlen Tropfen.

Interessant, hab die Dinger noch nie gesehen. BigBlu gibt es wohl auch statt Sprühflasche mit so einem Wollpinsel, hatte ich in Youtube-Foren mal gesehen.

Was hat der Püschel für einen Durchmesser? Vermute mal 15-20mm?

Ich nutze kleine Künstlerpinsel, das funktioniert auch ganz gut.

Welchen Druck kann man für R410A Anlagen verantworten? Hat ja wie R32 etwa 14 Bar Dampfdruck.

Der maximale Anlagendruck PS sollte auf der Anlage auf dem Typenschild stehen. Ich vermute aber auch ähnliche Drucklage, wie R32, vermutlich ein klein wenig niedriger. Also eher so um 30-35 bar. Die R410 Monteurhilfen gehen bis 34 bar.

Hi,
ich hab heute bei meiner R32 Anlage den Dichtheitstest mit einer Tedi-Helium-Flasche gemacht.
Dabei bin ich auf ca. 25 bar gekommen, leider ist ein Anschluss deutlich undicht.

(Geprüft mit Pril-Wassergemisch 1:1):

In meinen Augen die beiden am Innengerät dicht:



(Aufnahme nach 15 Minuten, die zu sehenden Bläschen waren initial vorhanden nach Auftrag durch die Sprühflasche.)

Klar undicht, der 3/8 am Außgengerät:


War aber auch erst klar erkenntlich als ich wirklich von hinten rein gespritzt habe.
Die Undichtigkeit ist aber groß, starke Blasenbildung.

Ursache ist schnell gefunden, der Stutzen am Außengerät hat eine Macke. (S****)

Garantie wäre aufwändig, ist eine Anlage aus Italien.
Hat jemand eine Idee was ich nun machen kann? Meint ihr das kann ich ausschleifen / polieren?

Bin kein Experte in diesem Bereich!

Ich würde mal „Vaillant SAE“ oder „Armacell SAE“ Verschraubung versuchen und dann ausgiebig auf Dichtheit prüfen.

Ich probiere es mal mit P800 Schleifpapier und Polierpaste danach in konzentrischer Schleifrichtung. Soweit ich das Bördelkonzept verstehe sollte eine niedrigere Oberflächenrauhigkeit echt helfen?

Hatte ich auch bei einem Stutzen, hab ich erfolgreich wegschleifen und polieren können. Ich glaub, ich hab so um P600 angefangen. Immer mit kleinem Schleifklotz, damit die Oberfläche gerade bleibt und mit Öl geschmiert beim Schleifen. Ich meine, ich hab bis P2000 geschliffen und dann poliert.

Schleifklotz: Irgendein klein Holzleiste, muss wirklich schön klein sein, damit man die Richtung halten kann. Papier kann man schön glatt aufkleben.

Ich glaube aber nicht, dass das der einzige Grund war. Dann müsste der Kratzer quer über die ganze Dichtfläche laufen. Da war ja noch genug Material, wo er hätte optimal abdichten müssen.

Was den Test mit Spüli angeht: Sollte möglichst blasenfrei aufgebracht werden, wenn du wirklich auch kleinste Lecks sehen willst. Also schon beim Mischen von Wasser und Spüli darauf achten, keine Blasen reinzubekommen und dann ganz vorsichtig mit Pinsel oder Spritzflasche aufbringen.

Schau dir mal hier Bild 5 an, sowas siehst du nicht, wenn du vorher schon Blasen drin hast:

Einfach mal als Frage in den Raum gestellt: Wenn Bördelverbindungen tatsächlich so eine hohe Fehlerrate aufweisen, warum sind sie dann überhaupt Standard?

Am Aussengerät ist die Prüfung relativ einfach, an allen anderen Bördelverbindungen ist es doch fast unmöglich da noch vernünftig ranzukommen.

Wenn es bei Bördelverbindungen die Dichtheit fast Glücksspiel Charakter hat (1:10), wie ist es dann bei Klemmringverschraubungen? Ich vermute das hier solche Probleme nicht bestehen. Oder?

Bördelverbindungen machen ja eigentlich nur Profis. Und da ist die Fehlerrate vielleicht mal ein Bördel von 100. Und das wird dann fast immer durch etwas nachziehen gelöst.

Klemmringverschraubungen wie die Armacell SAE Fittings dürften aber deutlich sicherer sein, weil präzise im Werk gefertigt und man nicht auf der Baustelle noch irgendwelche Dichtflächen erstellen muss.

Trotzdem gilt auch hier: Extrem sauberes Arbeiten ist Pflicht. Liegt dir z.B. eine Faser von einem Lappen auf dem Stutzen, kanns auch hier schnell undicht werden. Es liegt also nicht immer am Bördel selbst, sondern an vielen weiteren Sachen. Auch die Qualität vom Stutzen, wie ja oben zu sehen ist.

Wie du weißt installiere ich derzeit meine Klima Split Anlagen. Ich bin schon verwundert, das der Prozess des Bördelns anscheinend nicht standardisiert ist, sondern eher nach Gefühl gemacht wird. Vielleicht erklärt das ja auch die Fehlerrate.

Die Überwurfmutter hat einen Innendurchmesser. Dazu muss der Aussendurchmesser des Bördels passen. Wie weit also der Taumel beim bördeln in das Rohr eindringt, ist einfach nur Mathematik , um einen bestimmten Aussendurchmesser zu erzeugen. Aber

wenn man sich jetzt mal die Totourials, auch die der Profis anschaut, sieht man das das fast jeder „frei Schnauze“ macht. Die Werkzeuge geben auch keinerlei Wiederholgenauigkeit her.
Das Ergebniss hängt dann von der Tagesform ab.
Fehlereinflüsse:

  • Rohr abschneiden (Druck)
  • Entgraten
  • Späne
  • Taumel sauber, leicht geölt
  • Drehmoment
  • usw.

Prozessicher ist das aus meiner Sicht überhaupt nicht. Da hat ja selbst löten komplett die Nase vorn, oder?

Wobei es das im Handwerk sehr oft gibt, dass es gut gelernte Handfertigkeiten braucht, um eine Prozesssicherheit zu haben. Löten ist durchaus auch so eine Beispiel. Da kann man viel falsch machen, aber wenn man es gut gelernt hat, gelingt nahezu jede Lötung bzw. man weiß, wo man nochmal nachlöten muss.

Ich wüsste nicht woran es sonst liegen könnte, der Bördel sieht top aus, definitiv kein Kratzer. Drehmoment hab ich nachträglich auch nochmal erhöht bis zu "verzweifelten" 43 Nm.

Ich hab den Kratzer nun mit P800 ausgeschliffen und mit Zahnpasta nachpoliert. Das Ding glänzt nun:


Man sieht, dass ich kaum Material weg nehmen musste, die "Drehriefen" sind noch teilweise sichtbar (rot markiert).
Aber der Kratzer ist defintiv raus.

Hier ein Bild vom Bördel der undicht war:

Man sieht mit den Augen den Abdruck vom Kratzer des Stutzens. Leider konnte ich es mit der Kamera nicht einfangen.

Ich hab nun einen neuen Bördel draufgemacht und alles wieder verschraubt.
Jetzt ist keine große Undichtheit mehr zu erkennen.
Aber bzgl. Minileckage bin ich mir nicht sicher. Es ist wirklich verdammt schwierig das Mittel ohne Blasen aufzubringen. Eine Einwegspritze mit Kanüle habe ich dafür leider nicht.

Puh, jetzt bin ich echt verunsichert was ich mache.
Ich habe den CLD-100 da, aber der erkennt ja kein Helium?

Wenn ich nun Vakuum ziehe und die Ventile öffne und der CLD-100 anschlägt.
Dann kann ich ja nur nochmal das Drehmoment erhöhen. (43 Nm?)
Und wenn das nicht hilft muss ich Pump-Down machen und den Bördel noch einmal neu machen :frowning:

Viel Luft werde ich mir beim Pump-Down über so ein Mikroleck ja nicht reinziehen?

Aber ganz ehrlich, diese Bördel sind doch ein Krampf. Prozesssicher kommt mir das nicht vor.

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