Bei Split-Klima kommt wohl auch hinzu, dass die Leute sehr träge sind, neue Technologien zu verstehen und den Wert zu erkennen. Wenn ich Leuten erzähle, dass wir mit Split-Klima heizen, schauen die oft sehr skeptisch. Da sind Vorstellungen im Kopf, dass das nichts Richtiges sein kann und dagegen kommt man auch nur schwer an. Split-Klima zum Heizen ist eben in der Masse noch lange nicht angekommen. So lange das nicht in jeder Zeitung regelmäßig steht und im Fernsehen gezeigt wird, halten das viele für "ein System für ein paar Spinner".
Das in anderen Ländern seit vielen Jahren standardmäßig damit geheizt wird, wissen viele auch nicht, ist aber oft ein überzeugendes Argument. Die meisten Wärmepumpen in den nordischen Ländern sind z.B. Split-Klimas. In Japan wird auch sehr oft ausschließlich damit geheizt, wobei die Japaner oft Heizgewohnheiten haben, die in Deutschland unvorstellbar schlecht sind.
Ich bin halt Ingenieur und frage nach dem "Warum".
Warum wird nicht auf eine sinnvolle und preisgünstige Technologie, wie die Split-Klimaanlage hingewiesen? Split-Klima ist für mich eine sinnvolle "Übergangstechnologie" um schnell "Strecke zu machen". Sozusagen eine Nachrüst Hybrid-Lösung.
Einfach zur existierenden Heizung dazu bauen und direkt anfangen Gas einzusparen.
Einfacher und preisgünstiger geht es nicht!
Das ließe sich doch gut darstellen und vermarkten?
Ich glaube einfach, dass es genügend "Stakeholders" gibt, die am Status-Quo gut verdienen.
Ja, ihr habt recht:
Ohne Unterstützung "von oben", ohne Unterstützung von (Lokal-)Politik sind Wärmepumpen-Stammtische zu Scheitern verurteilt.
Das hab ich inzwischen auch erkannt. Ändern kann ich nichts.
Daher ... ich werde meine Wärmepumpen-Projekt abschließen und das war es dann.
Ich hab mich inzwischen auf MINT-Schulung für Kids konzentriert.
Ich bin Lern-Coach beim TUMO-Zentrum in Mannheim (https://mannheim.tumo.de/). Da geben ich meine Erfahrung und Leidenschaft an Kinder und Jugendliche weiter.
Die müssen ja nachher auslöffeln, was wir hier denen eingebrockt haben. Da sollen sie wenigstens eine gute Ausbildung haben.
Ist denn euer Stammtisch nicht auf Dauer überlebensfähig? Dafür brauchts genügend Stammmitglieder und regelmäßig neue Leute, die hinzu kommen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass so ein Stammtisch in den Großstädten problemlos funktioniert.
Aber klar, viele werden kommen, 3 Monate begeistert dabei sein und wenn das Eigene umgesetzt ist, wieder weg sein. Das Thema wird bei vielen kein Dauerbrenner bleiben. Sieht man ja hier im Forum genauso.
Vor den rechtmäßigen Einbau einer Split-Klimaanlage hat irgendjemand den Kälteschein gesetzt. Ein DIY-Stammtisch ohne Kälteschein-Inhaber ist (legal) also sowieso zum scheitern verurteilt. Dann braucht man, wenn man in Summe die 4,2kW-Grenze reißt, noch einen Elektriker am Stammtisch (den man eigentlich sowieso braucht ).
Diese beiden Berufsgruppen verdienen sich aktuell dumm und dämlich. Warum sollte es irgendwo Enthusiasten geben, denen das Geldverdienen egal ist und die lieber ambitionierte DIY-ler unterstützen?
Muss nicht sein: Man baut dann eben alles und für den kleinen Teil der Inbetriebnahme gibts einen Dienstleister. Und im Stammtisch ist bekannt, mit welchen Dienstleistern aus der Region man gute Erfahrungen gemacht hat. Vielleicht gibts sogar jemanden im Stammtisch, der das für alle anschließen darf.
Menschen haben viele Motive, warum sie was tun. Geldverdienen ist nur eins von vielen. Hab schon genügend Leute kennengelernt, die nicht aus einer finanziellen Logik heraus gehandelt haben.
Beispiel: Die vielen lokalen Linux Usergroups, wo oft viele sind, die das auch professionell machen und Stundensätze von 400 Euro und höher haben. Die helfen dort gerne Leuten unentgeltlich, die sich für Linux interessieren. Oder Repair Cafes, da klappt das auch.
Ach, das sehe ich nicht als großes Problem. So ein Stammtisch kann doch auch mal eine Gruppenreise nach Polen organisieren, wo man gemeinsam Urlaub macht. Mögliche Reiseziele sind Warschau und Zabrze. Da geht dann mindestens einer zum eintägigen Kälteschein-Lehrgang bei F-Gazy.
Da könnt ihr dann konstruktiv mitdiskutieren. Das ist jetzt hier nicht das Thema.
Ansonsten freue ich mich immer über Zulauf zum Wärmepumpen-Stammtisch Rhein-Neckar.
Es gibt Erfahrung beim Einbau von R290-Klimaanlagen aber auch bei Monoblock-Wärmepumpen.
Und ihr glaubt gar nicht, wie aufschlussreich es auch ist mal die Hardware richtig zu sehen und mit Menschen persönlich zu sprechen. Und daraus ergeben sich dann auch "Beziehung", Gemeinschaft und Freundschaft.
Und manchmal ist es auch nur schön Werkzeug und Erfahrung weitergeben zu können, so dass die "Idee" weiterlebt. Und das ist ja auch ein schönes Gefühl, oder?
Kannst du diesen Widerspruch nochmal erklären. Einerseits hört sich das so an, dass du aufgibst, weil es irgendwie nicht läuft. Andererseits findest du euren Stammtisch gut und er läuft wohl auch ganz gut.
Das würde ich gerne besser verstehen, wie es zu diesem Widerspruch kommt.
Wir sind ein sehr kleiner Kreis an aktiven Personen und viele "stille Zuhörer".
Ich sehe, wie der Stammtisch sich nicht weiter entwickelt.
Die Aktiven haben ihre Projekte umgesetzt. Es kommen aber keine "neuen Aktiven" dazu.
Ein Stammtisch, der nur aus stillen Zuhörern besteht, funktioniert auf Dauer nicht.
Insofern stimmt das, was auch andere schrieben. Die Menschen möchten "Service" bekommen. Die "Macher" sind in der Minderheit, auch sicher, weil viel Verunsicherung besteht ("darf ich nicht ...").
In meiner Nachbarschaft stehen viele der "Siedlerhäuser". Diese Häuser wurden gemeinschaftlich errichtet. Damals ging das noch. Heute wäre das undenkbar. Wir sind in Vorschriften festgefahren.
Ohne "Ruck in unserer Gesellschaft" werden wir die Energiewende nicht meistern können.
Und da erwarte ich auch mal eine "Ermutigung der Politik": Entfesselt die "Macher-Kultur" wieder. Ermutigt die Menschen selber zu gestalten. Und das geht nur durch radikale Entbürokratisierung.
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Ich verstehe so gut, was Du meinst. Ich lebe in einer Siedlung, die 1952/53 von Bergarbeitern hochgezogen wurde. Da gab es einen Maurer, einen Elektriker und jede Menge "Kumpel", die nach ihrer Schicht kräftig mit angepackt haben. Mein Vater war einer von ihnen.
Immerhin hat mich Jens Spahn mit der Aussage "Der Heizungskeller gehört wieder dem Bürger" bestätigt, dass es richtig war und ist, eine WP DIY einzubauen. Könnte man also als die von Dir als fehlend bemängelte "Ermutigung der Politik" verstehen
Man muss zwei Dinge trennen. Es gibt das Angebot des Stammtisches zu einem interessanten Thema. Die Vorteile liegen auf der Hand und wurden auch beschrieben. Das Angebot ist stimmig in sich.
Warum ist die Resonanz geringer als vielleicht erwartet? Vermutlich ist FOMO ein wichtiger Grund, also die Furcht, bei einem Überangebot an Möglichkeiten und begrenzter Freizeit etwas zu verpassen, oder man sieht die Chance, die freie Zeit besser nutzen zu können. Wenn ich mich online informiere, dann passend zu meinem aktuellen Wissensstand und meiner spezifischen Situation. Am Stammtisch muss man vieles “aushalten”, was einen letztlich nicht weiterbringt. Dafür entschädigt die soziale Komponente - im besten Fall. Wenn man Pech hat, hört man von ein paar Ego-Shootern die immer gleichen langweiligen Ausführungen in Endlosschleife.
Online findet man leichter Leute, die auf demselben Wissenslevel unterwegs sind und dieselben Fragestellungen haben und auf den Punkt kommen. Hier bekommt man mit weniger Zeitaufwand konkretere Informationen. Eine soziale Komponente gibt es hier zwar auch, aber anders
Der Stammtisch hat definitiv seine Berechtigung. Aber ich würde die Erwartungen vielleicht etwas anpassen.
Dann soll mal der Jens Spahn dieses TOLLE Video vom Andreas in seinen social Media Accounts posten:
Und er soll sich dafür einsetzen, dass die F-Gase-Verordnung für 5 Jahre ausgesetzt wird.
Dann kann jeder die 300€ R32-LLWP (Klimaanlagen) einbauen.
Einfach mal für 5 Jahre alle möglichen "Verordnungen" aussetzen und den Leuten sagen "Jetzt macht!".
Und ich bin mir sicher, die Leute würden "machen" und es würde ein regelrechter Sanierungs-Hype ausbrechen.
Ja, das ist vielleicht etwas zu "radikal", aber es zeigt auch mal, was möglich "wäre".
Ja, wir würden sicher auch manchmal über das Ziel hinaus schießen.
Aber auch das ist Kreativität und das ist unsere menschliche Natur.
Unseren Wohlstand gäbe es nicht, wenn nicht "Nerds" und Spinner verrückte Autos gebaut bzw. getuned hätten. Mit der heutigen Regulierungswut wäre das nicht mehr möglich.
Wir stecken fest und diskutieren uns zu Tode. Ich bin hier nur noch genervt!
Vielleicht ist ein "Stammtisch" auch einfach das falsche Format um neue Leute zu erreichen. Vielleicht könnt Ihr aus dem Kreis heraus ja auch mal ne Info-Veranstaltung organisieren oder ne Radtour zu (ggf. PV und) WP Installationen. So ne Info-Veranstaltung hatte ich vor 3 Jahren mal für Anergienetze und PV privat initiiert, vom Bremer ErdwärmeDich e.V. und Bremer Solidarstrom e.V. je einen Referenten eingeladen, die ich schon kannte und über ne ehemalige Nachbarin/Pastorin einen Raum in einem Gemeindezentrum organisiert. Bischen auf nebenan.de und FB beworben und vielleicht so 150 Flyer gedruckt und verteilt. Kamen gut 40 Leute! Inzwischen als Parteimitglied hab ich letztes Jahr ne Radtour angeregt zu verschiedenen privaten PV und WP Installationen, war mit so 35 Leuten auch gut besucht. U.a. auch meine DIY Projekte gezeigt und zwei DIY BKW Installationen an Fassaden wo ich beteiligt war. Heute abend haben wir ne Infoveranstaltung zum Wärmeplan, mal gespannt, wieviele da kommen. Will da auch mit ner Adressliste für weitergehende Kontakte und Treffen werben.
Die nebenan-Gruppe ist auch "tot". Viele Mithörer aber keine Mithelfer.
Ich bin an die Kommunalpolitik herangetreten, aber ohne Erfolg.
Die verweisen an die Klimaschutzagentur in Mannheim. Die bieten Energieberatung an für die "großen Wärmepumpen".
In der Kommunalpolitik herrscht "Fingepointing" vor: Der Bezirk zeigt auf die Stadt. Die Stadt auf das Land und das Land auf den Bund.
Und immer heißt es "ohne Geld von ... funktioniert das nicht".
Es gibt bei uns keinen "Plan B", der auf Selbsthilfe basiert.
Politik heißt "Geld verteilen".
Und, wenn kein Geld da ist, dann ist jemand anderes schuld.
Insofern beschäftigen wir uns zur Zeit mit Schuldzuweisung anstatt kleine Initiativen aktiv zu fördern.
Ich hab auch schon den Satz gehört "... schreiben sie erst mal ein Konzept".
Damit war das Thema erledigt.
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Wir sind hier in der Siedlung quasi Vorreiter in Sachen "Erneuerbare". Die Nachbarn sind auch immer sehr interessiert, wenn sich bei uns etwas tut. Aber...
2017 kam das erste E-Auto, 2018 das zweite. Von "Batterien sind viel schlimmer als Öl verbrennen" bis hin zu "Wir wollen durchfahren und nicht alle 100km eine Stunde laden" war alles dabei.
2020 kamen PV und Klima. "Mit Kohlestrom hergestellte Module aus China" und "wir müssen unser Haus im Sommer nicht kühlen" waren typische Reaktionen.
Es hat vier Jahre und viele Erfahrungsberichte gebraucht, bis die Nachbarn, die "am lautesten geschrien" haben (obwohl sie bei einem Ableger von "Fridays for Future" aktiv sind), mit PV und E-Auto nachgezogen haben. Trotzdem haben sie sich vorher noch eine neue Gasheizung einbauen lassen und behalten den 20 Jahre alten VW Bus für "Langstrecken".
Andere Nachbarn erzählen ganz stolz, nachdem der Verbrenner den Geist aufgegeben hat, dass sie jetzt einen Vollhybriden kaufen, weil der nur 4 Liter auf 100 km verbraucht. Ein reines E-Auto kommt nicht in Frage, weil sie so viele Langstrecken fahren. In einem Jahr werde ich mal nach dem Autobahnverbrauch des Vollhybriden fragen.
Was ich damit sagen will: Ein Stammtisch ist regional begrenzt. Hier bei uns ist es schon mit Nachbarn, die wir gut kennen und mit denen wir teilweise sogar befreundet sind, schwierig, beim Thema "Energie" eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Und das, obwohl sich Beispiele für eine erfolgreiche (finanziell und ökologisch) Umstellung auf Strom direkt vor der Haustür finden lassen.
Wenn Du Förderung willst/brauchst, dann kann man von Dir auch erwarten, daß Du auf Papier/PDF darstellst, was Du machen willst. Wenn hier auf unterster kommunaler Ebene Beiratsmittel an Vereine und Iniativen im Stadtteil vergeben werden, müssen die auch kurz formulieren, wofür das Geld gedacht ist.
Was spricht dagegen, mal mit der Klimaschutzagentur zu reden, ob Ihr da von Eurem aktiven Kern des Stammtischs eine Infoveranstaltung zu DIY machen könnt, die die Agentur dann mit bewirbt? Muß sich ja nicht auf Splitklima beschränken. Dämmung der Kellerdecke oder obersten Geschoßdecke kann man ja z.B. auch sehr gut machen, ...
Wo wir dann bei der Zielgruppe sind. Ich denke da ist Detlef wirklich gut dabei, wenn er sich auf die Jugend konzentriert.
Und zwar ganz generell. Deren Einfluss zu hause wächst auch, deren eigener ebenfalls. Wenn man dann später mal selber Eigentum hat oder Mieter wird, ist es nicht weit bis zum Balkonkraftwerk.
Ich würde auch sagen, dass Wärmepumpe auf dem Balkon eine Idee wäre, aber auch eine Dual-Lösung. Beispielsweise statt ein klassisches Balkonkraftwerk eine Daikin-Split.
Mal so: Wenn wenig Fassadenplatz dann ist das Optimum dafür 2xPVT-Module und eine Split-Klimaanlage mit Brauchwassermöglichkeit. Damit hat man alles in einem Gerät drin. Stromerzeugung, Warmwasser, Warmwasser mit Klima für beispielsweise Winter und Klimatisierung im Sommer, evtl. noch Heizen im Winter. Aber das wird es kaum als Standardlösung geben.
Gerade aber die Jugend hat da Einfluss. Vielleicht auf Oma, die auf ihre Enkel hört. Und DANN die Eltern. Usw. usf. Aber OHNE Belehrungen und Anspruch. Sondern fließend. Die Kinder müssen selbst drauf kommen sonst wird abgeblockt.