Ist R32 wirklich so schlimm? - ein Gedankenexperiment

Mein BMW ist 13 Jahre alt und es wurde NOCH NIE etwas nachgefüllt. Laut der Statistik oben müßte der ja längst komplett leer sein :wink:

Unser E-Smartie ist 12 Jahre alt und auch noch niemals nachgefüllt.

Da sind mit immer viel zu viele komische Informationen im I-NET unterwegs :wink:

Na dann hast du einfach Glück gehabt. Es ging ja auch darum, dass in der Automotive ein Verlust von bis zu 10% pro Jahr möglich sind bzw. toleriert werden. Selbst wenn es Fahrzeuge gibt die ihr Kältemittel mehrmals pro Jahr raus rotzen würden würde das vermutlich kaum einen interessieren - ist jetzt bewusst übertrieben formuliert. Und das ist schlicht eine Frechheit im Vergleich zu dem Bohei was da um die Installation und IBN privater Splitsklimageräte gemacht wird.

Mein 2005er Passat, den ich gut 15 Jahre gefahren habe, wollte auch alle zwei Jahre eine Nachfüllaktion. Was die Werkstatt jedes Mal gemacht hat: Kontrastmittel injizieren, ableuchten, nix feststellen, nachfüllen, Rechnung. Und zweijährig grüßte das Murmeltier.

Ich hatte es an anderer Stelle schon mal erwähnt, man schaue sich YT Videos an wie in Pakistan, Indien usw. Kühlschränke usw. recycled werden. Der Knippst einfach die Rohre auf, lässt alles raus strömen und schon kommt er ans Kupfer.

Da haben offensichtlich einfach gleich zwei Lobbyverbände richtig gute Arbeit geleistet. Die Automotive um die Undichtigkeiten tolerieren zu lassen und die Kälteanlagen-Lobby um der eigenen Riege die Aufträge, und wenn ich mir die Preislage in D so ansehe, auch die Umsätze und vor allem die Gewinnmargen zu sichern.

Dabe hätte man die Automotive schon längst dazu verpflichten können hermetisch geschlossene Systeme zu bauen und den Kompressor elektrisch anzutreiben.

Genau das ist der Weg - spreche da aus Erfahrung :smiling_face_with_sunglasses:

Vielleicht dem geneigten Autodidakt der es per DIY lösen möchte noch auf den Weg gegeben: Nimm nicht das Aliexpress-Werkzeug! Rund 1200€ sind für namenhafte Werkzeuge, mit denen zum einen das Arbeiten echt Spaß macht, zum Anderen aber auch die Ergebnisse höchst zufriedenstellend sind, durchaus angemessen -denke ich. Und am Ende kann man das Werkzeug/Maschinen ja auch wieder veräußern.

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Mein BWM und unser E-Smart treiben den Kompressor längst elektrisch an….. bei einem Elektroauto doch eher logisch, oder

VW ist leider kein Maßstab für solche Sachen, die sprechen von Qualität und Service anstatt das auch wirklich zu praktizieren.

Das mit Indien und Pakistan ist leider richtig. Aber diese “Abfälle” werden ja aus der EU systemisch dorthin transportiert. Man hätte das - wenn man wollte - schon vor 20 Jahren abstellen können. Das Problem ist ja nicht Rxx sondern das Wegschaffen des Mülls von hier und dessen spottbilige Entsorgung. Denn DAS gehört unterbunden und nicht die Frage, welches Gas irgendwo entweicht. Denn das ist nur symbolisch. Faktisch muss der Müllexport gestoppt werden. Und zwar umgehend.

Ich sehe da in der Politik keinerlei Maßnahmen, das zu unterbinden

Na dann ist schon klar, dass die Fahrzeuge das Kältemittel auch mal länger halten können. Elektrische Kompressoren sind "sealed-off".
Problematisch sind nämlich die riemengetriebenen Klimakompressoren. Dort ist der Wellendichtring der systematische Schwachpunkt, an dem die Dinger reihenweise undicht werden. Ich habe so ein Teil mal zerlegt, in diesem älteren Posting von mir gibt's Bilder davon:

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Ich denke zusätzlich ist die Schlauchverbindung zwischen Verflüssiger und Antriebsagregat ein potentieller Punkt für Kältemittelverlust, da der Gummischlauch schlicht nicht diffusionsdicht ist. Und es muss ja nunmal ein Gummischlauch zum Einsatz kommen da das Antriebsagregat ständig in Bewegung ist.

Aber am Ende ist es mir eigentlich auch lax welche Automarke die vermeintlich bessere ist, oder wie welcher Hersteller seine Klimaanlage aufbaut, das ist ja nicht das Thema hier.

Ist denn R290 auch parfümiert odoriert analog zu Propan/Butan sodass man es im Falle einer Undichtigkeit wenigstens am Geruch bemerken kann oder ein montierter Gassensor anschlägt?

Normal ist R290 geruchlos und es scheint nicht so einfach, es zu odorieren. Die üblichen Mittel werden wohl vom Öl aufgenommen und dann riecht das Gas nicht mehr.

Ich habs bisher nur bei der neuen Mitsubishi gelesen, dass die es hinbekommen haben, das Gas zu odorieren. Vermutlich irgendwas Neues mit Patent.

R32 soll auch nur wenig riechen und ist nicht odoriert.

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Danke für die Weiterbildung, jetzt hast du das Wort so oft wiederholt das ich meine Frage umformuliert hab :grinning_face:

War jedenfalls so ein Gedankengang. Wenn es denn wenigstens am Geruch erkennbar wäre bzw. ein Gasssensor, der z.B. in Gessellschaft mit dem Rauchmelder an der Decke hängt, anschlagen würde spräche das wieder pro R290.

Es gibt absolut diffusionsresistente Schläuche. Man darf nur nicht .. wie bei einem bekannten Hersteller … alles kaputt sparen und nur das einbauen was nochmals 0,1ct billiger als alles Andere ist.

Die Wirkungen und Folgen des Jose Ignazio Lopez reichen auch noch bis ins Jahr 2025 :frowning:

Propan ist im Normalbetrieb in z.B. einer Gasflasche stark nach Knoblauch riechend verwahrt. Bisher gibt es keinerlei Langzeiterfahrungen mit Geruchs-Beimischungen zu R290. Man muss da einfach noch etwas abwarten bis die Industrie das in größeren Stückzahlen und Modellen an den Start bringt.

Nicht ganz, sondern ungefähr so wie das Butan in Feuerzeugen. Wenn man Gas aus dem Feuerzeug austreten lässt, ohne es zu entzünden, und dann mit der Nase daran schnüffelt, dann kann man da einen ganz leichten, dezenten Geruch wahrnehmen. Nicht stark, und auch nicht wirklich unangenehm.
Das R290 aus Monoblock-Klimageräten, die ich für meine Projekte mitunter geschlachtet habe, riecht genau so wie Feuerzeug-Butan. Das würde man in geringen Konzentrationen bestimmt nicht bemerken.
Kein Vergleich also zum "Stink-Zusatz" im Propan-Campinggasflaschen.

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Den Gassensor sollte man aber eher am Fussboden montieren. R290 ist schwerer als Luft.

Da oben nützt der nichts mehr.

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Stimmt, aber dann ergibt sich auch kein explosionsfähiges Gemisch. Gefährlich wäre es m.E. nur wenn irgendwas abreißt und somit das gesamte Gas auf einmal austritt. Das würde man allerdings riechen.

Genau. Undichtigkeit ist völlig irrelevant, es muss auf einmal nahezu alles Kältemittel in den Raum kommen. Da könnte man bestimmt was erfinden, wo das AG sofort ein Ventil schließt, damit das nicht passieren kann. Ich hoffe, die Industrie entwickelt da passende Sicherheitsmechanismen, die diesen Fehlerfall abfangen.

Eben nicht, es riecht maximal ganz schwach.

So dann braucht’s dieser Post auch nicht

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Ja, das war eine richtig gute Idee von dir, das zu ändern. Ich sehe, dass du genau verstehst, wofür dieses Board nicht da ist.

Halte dich dran.

Ich habe einen interessanten Artikel aus dem Jahr 2020 gefunden:

Darin steht unter anderem:

Während der Marktanteil von mobilen R290-Klimageräten in Deutschland und Europa immer weiter zunimmt, sind HFKW-freie Split-Klimageräte weiterhin nicht erhältlich. Frau Witt vermutet, dass dies auch auf die Lobbyarbeit der Lieferanten von synthetischen Kältemitteln zurückzuführen ist, die konsequent den Einsatz von R290 verhindern wollen.
...
Aus deutscher Sicht gibt es jedoch erhebliche Vorbehalte. „Der deutsche Markt für Split-ACs ist im europäischen Vergleich nicht sehr groß, außerdem gibt es keine deutschen Hersteller.“, sagt de Graaf (UBA). „Die Motivation, einen reinen Importmarkt mit finanziellen Anreizen zu fördern, ist aus Sicht der Bundesregierung eher gering.“ Trotzdem seien natürliche Kältemittel wie Propan langfristig der richtige Weg.

Wie gesagt, der Artikel ist jetzt 5 Jahre alt!

Ich finde es auch interessant, dass damals das Bundesumweltministerium die ghanaische Umweltbehörde unterstützte: "..., im ersten Schritt wurden knapp 400 chinesische R290-Split-Klimaanlagen in den Markt eingeführt und in verschiedensten Anwendungsbereichen verwendet."

Ich glaube wir haben hier eine große Chance verpasst über R290 Split-Klimageräte einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors zu leisten.

Durch meine beiden Klimaanlagen benötige ich ca. 1000kWh Strom / Jahr macht ca. 4000kWh thermisch, die ich vorher über Gas erzeugt habe.
Dadurch habe ich jetzt 800kg CO2 /Jahr aus Gas eingespart.
Dagegenrechnen muss ich jetzt das CO2 aus dem Strommix von ca. 100kg.

Also spare ich 700kg CO2 jährlich ein.

Ich denke viele Häuser könnten durch eine ergänzende Split-Klimaanlage ca. 500kg (0,5 tonnen) CO2 pro Jahr einsparen.
In Deutschland gibt es ca. 10 Millionen Einfamilienhäuser.
Wenn bei 50% der Häuser durch eine einzige Split-Klimaanlage jeweils 500kg eingespart werden könnte, dann wären das
5 Mio x 0,5t = 2,5 Millionen Tonnen CO2 Einsparung

Das Internet liefert mir:
Im Jahr 2024 betrug der CO2-Ausstoß im deutschen Gebäudesektor rund 100,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente.

Da sind die 2,5 Mio Tonnen ja in absoluter Betrachtung schon einiges, aber in relativer Betrachtung ja nicht so ein Riesen-Beitrag.

Oder hab ich mich hier verrechnet?

Oder sind die 10 Millionen Eigenheime eigentlich gar nicht unser größtes Thema bei der Reduktion von CO2 im Gebäudesektor?
Am Ende wäre das viele Fördergeld woanders viel besser und effektiver investiert?

Bei mir tun sich viele Fragezeichen auf. Macht das alles Sinn, was ich hier mache mit Klimaanlage und Wärmepumpe?

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In meiner Nachbarschaft stehen einfach Mono-Block WP im Garten. Warum sollte man unbedingt mit Split-Klima heizen? Das wird ein Anteil von unter 1% sein.

Ich habe Split-Klima installiert weil mein Haus keine Fußbodenheizung oder Heizkörper hat. Mit einer Fußbodenheizung würde ich niemals mit einer Split-Klima heizen. Warum auch? Da würde eine LWWP im Garten stehen.

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Weil sie effizienter heizen und auch bedarfsgerecht laufen KÖNNEN. Mein Gästezimmer hat gerade 10,7°C habe ich eben abgelesen. :wink:

Zu guter Letzt kann man mit denen wunderbar kühlen im Sommer. Und bei mehreren kleinen Anlagen hat man Redundanz. Geht eine kaputt benötigt man zwar eine Neue, aber der Rest der Wohnung wird warm. Bei der LWWP ist dem eher nicht so. Ja Heizstab, aber da würden wohl eher Elektroradiatoren noch besser sein für den Fall der Fälle.

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Naja das musste mir nicht erzählen :slight_smile:

Wenn ich eine Fußbodenheizung hätte, hätte ich halt beides. Bei uns ist das ganze Haus warm. Weil auch alle Zimmer belegt sind. Dann hätte ich eine Monoblock im Garten und 1-2 Split-Klima. Dann allerdings auch nur A++. Zum Kühlen halt. Aber machen wir uns mal nix vor: mit LLWP heizen bleibt eine Nieschensache. Nicht jeder kommt mit Luftgeräuschen klar. Viele kommen mit kühlen Böden nicht klar.

Für mich war es halt die einfachste “Bastellösung”. Bei einer Komplettrenovierung würde ich mir jetzt aber auch eine Fußbodenheizung überlegen. Zumindest im Erdgeschoss.

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Wobei ich auch hier, wieder mal (!) eine Nische sehe. Was wir brauchen wäre eine Art von Split-Klima die aber als Innengerät eine ganz dünne Flächenfußbobenheizung wäre. So eine Matte mit 1cm ausrollen in verschiedenen breiten und längen und dann auf dem Boden unter dem späteren Bodenbelag (am idealsten natürlich Fliesen).

Ergo Außengerät als Art Monoblock aber viel kleiner für nur einen Raum, und nach innen 1 Loch für Strom nach draußen und 2 Löcher für den Anschluss an eine FBH. Hätte was….

PS: Ne klar, die Dinger rauschen auf “Eco” oder “Quiet” viel zu sehr. Aber das Rauschen der Heizkörper oder gluckern in Altbau-Heizkörpern, Abflussrohre, Regenrinnen etc. etc. , das ist natürlich unhörbar. :wink: Ich sehe hier eher ein Style-Problem. Die Innengeräte müssten 2m breit sein mit 4 unhörbaren Lüftern und einem breiteren Wärmetauscher. Dann wird nicht mehr anhand der Lüfterdrehzahl geregelt sondern über die Menge der eingeschalteten Walzenlüfter.

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