Wiki: Daikin Bedarfssteuerung

Hier können wir gemeinsam alle Erkenntnisse der Daikin Bedarfssteuerung sammeln.

Grundlagen

Die Bedarfssteuerung ist im manuellen Betrieb eine Art Leistungsbegrenzer. Hierüber lässt sich also die maximale Aufnahmeleistung der Anlage begrenzen. Viele Anlagen neigen dazu, mit der Leistung zu stark hochzufahren, um möglichst schnell Räume hochzuheizen oder herunter zu kühlen. Dies hat allerdings diverse Nachteile: Die Anlage arbeitet in einem ineffizienten Bereich, Räume fühlen sich unangenehm überhitzt an und die Anlage neigt zum stärkeren Takten.

Ein weiterer Grund, die Leistung der Anlage möglichst niedrig zu halten, ist die Nutzung von PV-Strom, der oft nur begrenzt zur Verfügung steht.

Wichtig ist zu verstehen, dass es eine Leistungsbegrenzung ist. In dem Moment wo der Regler wirksam wird und unterhalb dieses Limits die Leistung reguliert, hat die Bedarfssteuerung keinen Einfluss mehr. Erst wenn der Regler mehr Leistung anfordern würde, läuft er über die Bedarfssteuerung wieder ins Limit.

Im manuellen Modus lässt sich die Leistung zwischen 40-95 % einstellen. Allerdings bezieht sich der Prozentwert nicht auf die Maximalleistung, sondern ungefähr auf die Hälfte der Anlagenleistung. Warum das so gemacht wurde, ist unklar.

Neben dem manuellen Modus gibt es auch den automatischen Modus. Dieser Modus ist recht undurchsichtig, wie er funktioniert. Viele nutzen ihn deshalb auch nicht.

Gesammelte Erkenntnisse

  • es scheint so zu sein, dass eine eingeschaltete Bedarfssteuerung die Leistung grundsätzlich stärker limitiert. 95% bedeutet also nicht 95% der Anlagenmaximalleistung, sondern eher so um 50% der Nennleistung. Wo genau die Nennleistung liegt, findet man mitunter im Datenbuch der Anlage, sie hängt auch an der Temperatur (nominal operating frequency). Man merkt es, wenn man die Bedarfsteuerung ausschaltet oder auf 100% setzt, dann fährt die Anlage teils auf doppelte Leistung oder mehr hoch. Damit ist es dann über die Bedarfssteuerung nur möglich, die Anlage im Bereich von etwa 20-50% zu limitieren, aber nicht auf z.B. 75% der Maximalleistung. Hat man einen Leistungsbedarf >50%, muss man die Bedarfssteuerung ausschalten.
  • Es scheint so zu sein, dass sich "aus" und "100%" gleich verhalten. Zudem muss man, bevor man die Bedarfsteuerung ausschaltet, diese erst auf 100% stellen. Ansonsten wird der Wert beibehalten.
    Dabei muss beachtet werden, dass die Einstellung 100%, trotz korrekter Anzeige, scheinbar nicht immer übernommen wird.
  • es scheint so zu sein, dass bei Multi-Splits das Innengerät mit dem höchsten Wert zählt (allerdings nur <100%). Auch, wenn das entsprechende Innengerät gar nicht läuft.
  • ein per Faikin (S21) gestetzter Bedarfswert wird nicht mit der Cloud synchronisiert
  • Die Bedarfssteuerung beschreibt nur eine Einschränkung nach oben. Bei geringer Last regelt die Anlage trotzdem selbstständig runter
  • Der Bedarf beschreibt keine feste Leistung, eher eine Begrenzung der Kompressorfrequenz. Die tatsächliche Leistungsaufnahme hängt nach wie vor an der Physik, z.B. an der Außentemperatur, Solltemperatur und Kältemitteltemperatur
  • In englischen Dokus heißt die Bedarfssteuerung = Demand Control
  • Steht die Bedarfssteuerung auf "Auto", wird die Leistung der Anlage an der Leistung der Vortage angepasst. Man könnte auch sagen, die Anlage lernt anhand der Vortage, was eine augewogene Leistung für diese Räume ist. Sie neigt dann weniger dazu, zu weit hochzufahren, es werden also die Leistungsspitzen gekappt. -- Win (prüft mal ob das so stimmt, ich hab es nur so aus dem Gedächtnis geschrieben, was hier im Forum diskutiert wurde. Falls was falsch, korrigiert es hier direkt.)
  • Weil die Onecta-App gerne mal spinnt, immer nach der Umstellung der Bedarfssteuerung kontrollieren, ob der Wert übernommen wurde. Um den Effekt zu verringern, dass der Wert nicht übernommen wird, kann die Einstellung über den Bedarfsteuerung-Zeitplan vorgenommen werden. Der Wert wird dann nach einiger Zeit übernommen.
  • Bei Umstellung der Bedarfssteuerung auf Auto wird vermutet, dass der manuelle Prozentwert mit einbezogen wird. Das ist etwas verwirrend. In dieser Hinsicht gab es auch widersprüchliche Auffassungen im Forum.
    (Da "AUTO" aus den Vortagen "lernt", ist es vermutlich eher so, dass die manuellen Einstellungen der Vortage die Lernbasis bilden und deshalb der Eindruck entsteht, der manuelle Wert hätte Einfluss auf "AUTO") - scheinbar falsch, da auch wenn von AUTO aus nur kurzzeitig in manuell gewechselt wird um die Prozentzahl anzupassen die Leistungsaufnahme kurzfristig angepasst wird
  • Die Bedarfssteuerung hat keinen Einfluss auf die Leistung bei der Abtauung. Sie limitiert hier also nicht. Wobei die Anlagen bei Abtauung mit der Leistung nur in den mittleren Bereich fahren, beobachtet wurde 500-600 W, ganz unabhängig, ob die Bedarfssteuerung auf 40 - 100 % stand.
  • Noch recht unklar, aber einige haben merkwürdige Effekte, dass die Bedarfssteuerung zuerst wie gewünscht funktioniert, die Anlage aber irgendwann aus dieser Vorgabe ausbricht und auf hoher Leistung läuft. Um dem entgegenzuwirken, kann es Sinn machen, die Bedarfsteuerung über Timer regelmäßig auszuschalten, um sie dann wieder einzuschalten. Siehe dazu hier: Daikin Perfera - Erfahrungen und Probleme - #1609 von eclipse
  • Es gibt Aussagen, dass Bedarfssteuerung und Econo sich gegenseitig stören können. Also besser nur das eine oder andere nutzen, nicht zusammen.
  • Bei Multisplit hat der eingestellte Wert der Bedarfssteuerung des Gerätes Priorität, welche die am wenigsten restriktive Einstellung hat. Dafür muss dieses IG aber auch eingeschaltet sein. - falsch, auch ausgeschaltete Innengeräte werden hierbei betrachtet. Siehe dazu auch oben…
  • Es gibt Hinweise darauf, dass Anlagen, die mit Bedarfssteuerung gedrosselt wurden, immer mal wieder verrückt spielen und die eingestellte Bedarfssteuerung nicht berücksichtigen. Vermutung ist, dass irgendwas mit der Komunikation nicht korrekt läuft, als was in der App eingestellt wurde, in der Anlage vergessen wurde. Eine Lösung manuell ist, die Bedarfssteuerung abzuschalten, Anlage aus und nach 30min nochmal neu starten, 15min laufen lassen und Bedarfssteuerung wieder rein. Auch wurde davon berichtet, dass zyklisch per Timer die Bedarfssteuerung ab und wieder angeschaltet wurde. Siehe hier...
  • Wird das Außengerät vom Strom genommen, wird die Bedarfssteuerung zurückgesetzt, also z.B. der Verbrauch der Vortage.
  • Bei Verlust der Kommunikation zur Daikin Cloud "vergisst" die Anlage auch, dass sie auf Bedarfssteuerung konfiguriert ist und läuft mit hohen (ineffizienten) Auswurftemperaturen an den Innengeräten und taktet heftig. Nach Verlust der Kommunikation ist eine Neueinstellung der Bedarfssteuerung erforderlich.
  • Ab Werk ist die Bedarfssteuerung nur über die App nutzbar, sie ist nicht über die Fernbedienung erreichbar. Die App inkl. Cloudlösung ist aber sehr fehleranfällig, was sich auch auf die Bedarfssteuerung auswirkt. Manch einer ist da frustriert, weil es immer mal wieder zu Ausfällen bei der Bedarfssteuerung kommt. Deutlich sicherer ist die Nutzung des Faikin-Moduls, worüber die Einstellungen dann lokal erfolgen.
  • Die App hat mitunter Probleme, Einstellungen wirklich zu übernehmen. Man sollte dies prüfen: App nach Einstellung schließen, wieder öffnen und nachschauen, ob der eingestellte Wert der Bedarfssteuerung wirklich übernommen wurde.

Konkrete Werte 3mxm40

Lüfter auf Auto, Bedarfssteuerung manuell eingestellt. Alle 3 IGs an.

40% 300W
50% 400W
60% 500W
70% 600W
80% 700W
90% 900W
100% >2400W
Econo 1200W

Kurzfristige Leistungsüberschreitungen der genannten Werte im Bereich von 20% sind möglich. Sie treten z.B. bevorzugt in folgenden Situationen auf und lassen sich auch teilweise auch forcieren:

  • nach dem Anfahren, z.B. wenn gerade abgetaut oder getaktet wurde
  • wenn man die Anzahl aktiver IGs reduziert, z.B. von zwei oder drei IG auf ein IG
  • wenn man den Modus "Leistungsstark" aktiviert
  • spontan scheinbar ohne ersichtlichen Auslöser

Konkrete Werte RXM20A + FTXM20A

40% 185 Watt
70% 325 Watt
95% 440 Watt
100% max ca. 1.400 Watt
Econo 380 Watt

Kurzfristige Leistungsüberschreitungen der genannten Werte sind möglich. Sie treten z.B. bevorzugt in folgenden Situationen auf und lassen sich auch teilweise auch forcieren:

  • nach dem Anfahren, z.B. wenn gerade abgetaut oder getaktet wurde
  • insbesondere in den ersten 5-10 Heizminuten nachdem das Klimagerät neu gestartet wurde

Konkrete Werte FTXTM 40A / RXTM 40A

40% 270 Watt
70% 470 Watt
95% 640 Watt
100% max ca. 2.800 Watt

Kurzfristige Leistungsüberschreitungen der genannten Werte sind möglich.

Forenlinks

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Der erste Beitrag ist ein Wiki, wo jeder seine Erfahrungen und Erkenntnisse direkt reinschreiben kann.

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Hallo Win,

Manche Aussagen sind mehrfach vorhanden und widersprechen sich auch zum Teil. Wie handhaben wir sowas hier am besten? Erst nur Kommentieren? Oder direkt korrigieren?

LG

Würde vorschlagen:

  • Was offensichtlich doppelt vorhanden oder umständlich formuliert ist, kann präzisiert und zusammengefasst werden.
  • Was definitiv falsch ist, weil neue Erkenntnisse zu einem neuen Konsens geführt haben, kann korrigiert werden.
  • Wo es unterschiedliche Thesen/Auffassungen zu etwas gibt, sollte das erhalten bleiben, kann aber beliebig kommentiert werden.
  • Wo es Unsicherheiten gibt, wie man verfährt, hier mal kurz disktutieren.
  • Und ansonsten alles ist gut, was zu einer Verbesserung führt. Also bessere Formulierungen, umsortieren, neu formatieren etc.

Danke schonmal fürs Aufräumen.

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Hallo zusammen, hier meine aktuellen Erfahrungen mit der Bedarfssteurung aus meinem Kommentar an Gerald über YouTube (Copy and Paste geht schneller :winking_face_with_tongue:)

Vielleicht gibt es noch ein paar Tipps z.b. welcher Prozentsatz Bedarfssteuerung bei welcher AT?

Hallo Gerald...schöner Beitrag. Wir haben seit dem Sommer auch Daikin Siesta Anlagen von Dagimarket. Super Kühlleistung im Sommer und bisher auch sehr guter Heizbetrieb. Einzig das Takten nervt im Eco Modus beim Heizen. Jetzt teste ich gerade die Bedarfssteuerung ohne Eco (beides soll wohl sinnlos sein). Die Anlagen laufen jetzt länger durch ohne zu takten, da die Auswurftemperatur deutlich niedriger ist und schwer an die Solltemperatur plus Hysterese rankommt. Beispiel Solltemperatur 21 Grad, App zeigt irgendwann 24 an, läuft aber noch weiter, da es wohl 4 Grad Unterschied braucht. Ist das jetzt gut oder nicht ? Welche Erfahrungen hat du gemacht. Schwierig ist das sicherlich im Schlafzimmer nachts, wenn die Anlage durchläuft. Auch bei kleiner Lüfterstufe kann das nervig sein :sweat_smile: viele Grüße vom Niederrhein

Das hängt doch ganz von deiner Heizlast ab. Stell auf niedrigsten Wert und schaue, ob du deine Soll-Temperatur noch erreichst. Wenn nicht, musst du höher stellen.

Hi..ja, so mache ich das….ist es denn wirklich besser für das AG, wenn es fast immer durchläuft, statt sagen wir mal 6x / Stunde zu takten? Gut ein Vorteil, den ich bemerkt habe, die Raumtemperatur steigt langsam und gleichmäßig. Ohne Bedarfssteuerung auf Econo wurde es sehr schnell warm mit hoher Auswurftemperatur, teils schon zu warm

Es ist besser für eine gleichmäßige Temperatur im Raum. Und es ist deutlich besser für die Effizienz. 2-3 Takte die Stunde ist noch akzeptabel, darüber gehts stärker auf die Effizienz.

Mitunter wird behauptet, dass viele Verdichterstarts die Lebensdauer reduzieren. Aber dafür gibts nicht so wirklcih harte Belege für.

Nur mal kurz zur Info….obwohl Bedarfssteuerung auf 60 Prozent schöner Abtauvorgang jetzt gerade. Die Fläche war vorhin gleichmäßig vereist.

Ich habe eine Frage bzw. ein Verständnisproblem.

Die Behauptung, dass eine Kombination aus höherer Lüfterdrehzahl und niedrigerer Auswurftemperatur effizienter ist als eine Kombination aus niedrigerer Lüfterdrehzahl und höherer Auswurftemperatur, wird immer wieder aufgestellt (Win).

Die abgegebene Wärmemenge ist das Produkt aus Volumenstrom und Auswurftemperatur.

Je nach eingestellter Solltemperatur regelt die Steuerung die Auswurftemperatur. Wenn der Luftstrom hoch ist, sinkt die Auswurftemperatur.

Bei eingestellter Bedarfsteuerung „erzeugt” die AE eine gewisse Menge Wärme (Verdampfer). In der IE soll diese Wärmemenge (Verflüssiger) abgeführt werden.
Dies erfolgt durch den Luftstrom (Wärmetauscher).

Bei hohem Luftstrom hat das flüssige Kältemittel eine etwas niedrigere „Rücklauftemperatur”.

Wenn der Volumenstrom zu gering ist, kann nicht die gesamte Wärme abführt werden. Dann habe ich weniger Heizleistung.
Diese geringere Wärmeabgabe muss jedoch nicht durch die AE ausgeglichen werden. Der Kältemittel-Volumenstrom wird etwas geringer sein (Expansionsventil) bzw. es muss etwas weniger verdichtet werden (Kompressor).

Welchen Einfluss hat es auf die Effizienz, wenn die Rücklauftemperatur des Kältemittels etwas höher liegt?
Generell ist der Phasenwechsel des Kältemittels das entscheidende Wirkungsprinzip.

Meine Messungen der Auswurftemperaturen und Lüfterdrehzahlen konnten keine wesentlichen Effizienzunterschiede feststellen (AE:2MXM50, IE: 2xFVXM25, Messungenauigkeiten?).

Kurz war die Leistungsaufnahme etwas geringer, wenn die Lüfterdrehzahl erhöht wurde, da die Auswurftemperatur dann zu hoch war. Schnell hat sich das jedoch ausgeglichen.
Bei höherem Volumenstrom musste das AE öfter nachregeln (Leistungsaufnahme schwankte stärker).

Wo liegt mein Denkfehler? Ist die Aussage „Der Arbeitspunkt mit hoher Lüfterdrehzahl und niedrigerer Auswurftemperatur ist am effizientesten” zutreffend?
Falls ja, von welchem Effizienzvorteil sprechen wir, 0,5 % oder 10 %?

Das zentrale Thema ist: Der zentrale Faktor für die Effizienz einer Wärmepumpe ist der Temperaturhub, den sie bewältigen muss. Höhere Temperatur am IG bedeutet höheren Druck, damit die Verflüssigungstemperatur hoch geht. Höherer Druck bedeutet mehr Arbeit am Verdichter, was den Prozess dann ineffizienter macht. Druck und Verflüssigungstemperatur stehen in einem festen Zusammenhang, siehe Dampfdrucktabelle.

Wenn du jetzt eine definierte Wärmeleistung für den Raum brauchst, kann man diese mit der niedrigsten Temperatur am Wärmetauscher in den Raum bringen, wenn der Lüfter ganz hoch dreht. Man könnte auch sagen, bei konstanter Temperatur am Wärmetauscher steigt die Leistung des Wärmetauschers mit der Drehzahl des Lüfters.

Bei einer Multisplit ist das alles sehr komplex und schwer nachweisbar. Weil z.B. das ausgeschaltete IG auch immer mitheizt. Und es ist auch schwierig, die Wärmemenge zu erfassen. Wir haben das aber mal ausführlicher hier im Forum gemacht/diskutiert, siehe SimpleCOP.

Ist schwer zu sagen, aber ganz erheblich. Beispiel aus eigenen Messwerten:

  • Außen 10 Grad, Auswurf 44 Grad, COP 4,4, Heizleistung 2600 W, Aufnahmeleistung 600W
  • Außen 10 Grad, Auswurf 29 Grad, COP 6,4, Heizleistung 1155 W, Aufnahmeleistung 182W

Beides bei maximaler Lüfterdrehzahl. Leider hab ich keine Werte, wo man gleiche Heizleistung mit unterschiedlicher Lüfterdrehzahl vergleicht.

@win Der Vergleich den du da aufzeigst ist aber für die Praxis nicht zu gebrauchen, da es unmöglich sein kann, dass du bei beiden Leistungen deinen Raum dauerhaft auf gleicher Temperatur halten kannst.
Dein Raum hat ja einen recht gleich bleibenden Wärmebedarf, sagen wir mal angenommene 2000W, dann wird dein Raum mit Setting 1 überhitzen und ins Takten gehen, bei Setting 2 wird es stetig kälter werden.
Beide Betriebspunkte wären also nicht optimal. Bei Setting 2 belügst du dich selbst, da der rechnerisch höhere COP mit Wärmeverlust im Raum erkauft wird, welchen du mit viel Leistung und dann schlechtem COP auch wieder aufholen musst. Bei Setting 1 wird es recht schnell zu warm werden und es beginnt zum Takten, Du hast also Phasen gänzlich ohne Verbrauch dazwischen.
Die Aussage “aber ganz erheblich” ist bei diesen Daten meiner Meinung nach nicht zu treffen.
Es müsste also eine Messreihe her, wo tatsächlich die abgegebene Heizleistung stabil bleibt, sehr schwer zu machen, oder wenigstens die Eingangsleistung auf gleichem Niveau gehalten wird, schon einfacher.

Nur mal um ganz unwissenschaftlich paar Daten zu liefern, weil seit Gestern auch ein Auge auf meine zwei Anlagen werfe.
Bei -2 - 1°C brauchen die Räume beider Anlagen mittlerweile recht genau je 500-600Watt bei mittlerer Lüfterstufe. Stelle ich die Lüfter sehr niedrig, stellt sich für ein Stündchen ein etwa 100W höherer Verbrauch ein, geht dann aber wieder auf den Ausgangswert zurück. Das Gleiche bei hoher Lüfterstufe, nur umgekehrt, der Verbrauch sinkt kurz um 50-100Watt, pendelt sich aber nach einer Weile auch wieder beim Ausgangswert ein.
Meine Schlußfolgerung, der COP kann nicht all zu unterschiedlich sein, da egal welche Einstellung sich immer wieder das gleiche Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und ausgeglichenem Wärmeverlust einstellt.
Wer wirklich sparen will, sollte statt sich Gedanken um Drehzahlen zu machen, besser über 1 oder 2°C weniger Raumtemperatur und eine Nachtabsenkung nachdenken, denn das spart wirklich mehr als spürbar beim Verbrauch.

Der Temperaturhub bezieht sich nicht auf das Kältemittel, sondern auf die Differenz zwischen Außentemperatur und Innentemperatur.
Die Kältemitteltemperatur ist, anders als bei einem wassergeführten Heizsystem, nicht primär der Wärmeträger. Der Phasenwechsel, auch Wärmepumpe genannt ;-), ist die Heizung bzw. Kühlung.

Die Kompressorleistung ist sowohl von der Außentemperatur des Verdampfers als auch von der Durchflussmenge des Kältemittels abhängig.
Meiner Meinung nach hängt die Durchflussmenge auch vom Luftstrom (Lüfterstufe) ab, da schließlich eine errechnete Auswurftemperatur erreicht werden soll.

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen.

Ich vermute, dass die Lüfterstufe die Effizienz (COP) nur wenig beeinflusst.
Bin mir aber nicht sicher und lasse mich gerne eines Besseren belehren. Ich würde es begrüßen, wenn die Lüfterstufe ein weiteres Optimierungsinstrument wäre.

Ganz ohne Einfluss ist die Lüfterstufe sicher nicht. Insbesondere in der Übergangszeit als der COP noch Hoch war konnte ich schon noch messbar eine Verbesserung erzielen. Allerdings waren die Messungen immer nur mal für eine Stunde und direkt hintereinander. Es spielte da also mit rein, dass Türen offen standen, die Sonne an Wände und Fenster strahlte, dann wieder Wolken und Schatten und somit einfach nicht die Möglichkeit bestand über Stunden gleichbleibender Bedingungen zu heizen.
Aktuell geht dies perfekt und immer wieder stellt sich unabhängig der Lüfterstufe ganz automatisch ein nahezu gleicher Verbrauch bei unveränderter Raumtemperatur ein.

Morgens beim Hochheizen hat Lüfter-Boost bei mittlerer Leistung aber erst mal den Vorteil die Wärme gut zu verteilen um auch die hintersten Ecken schnell auf Temperatur zu bekommen, damit dann im Laufe des Tages bei “Auto” keine Fußkälte aufkommt.

Bei einer Wärmepumpe ist die Differenz zwischen der Verdampfertempratur und der Verflüssigertemperatur entscheidend, ganz egal ob Luft-Luft oder Luft-Wasserwärmpumpe. Bei der Luft-Luftwärmepumpe kannst du vereinfachnd statt Wärmetauschertemperatur am IG auch dei Ausblastemperatur nehmen.

Die Innentempratur spielt eigentlich gar keine Rolle. Die Außentemperatur hingegen ist immer recht nahe an der Verdampfer-Temperatur, typisch 1-4 Grad kühler.

Genau, es geht immer um die Wärmeabgabe oder Aufnahme beim Phasenwechsel, egal ob Luft-Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei der Luft-Wasserwärmepumpe nutzt man oft die Vorlauftemperatur, weil die auch in etwa so groß ist, wie die Temperatur des Verflüssigers. Ähnlich wie die Ausblastemperatur bei der LLWP.

Genau, irgendwo muss die Energie herkommen. Wobei nur eine ganz bestimmte Menge verflüssigt werden kann. Je größer die Lüfterstufe, um so mehr kann der Wärmetauscher auch verflüssigen, weil er mehr Wärme abnimmt.

Ja, deshalb schrieb ich, dass diese Werte nicht so gut zu gebrauchen sind. Hier vermischen sich einfach 2 Dinge: Bei höherer Leistung sinkt der COP. Und durch höhere Auswurftemperatur sinkt der COP.

ABER: Womit man es sehr gut abschätzen kann: Im Grunde spielt ja nur der Temperaturhub eine Rolle. Rechnen wir mal vereinfacht: 30 Grad Auswurf und 10 Grad Außentemperatur macht einen Hub von 20 Grad. Wird es 5 Grad kälter, sinkt der COP schon deutlich, sinkt hingegen dann auch die Auswurftemperatur um 5 Grad, ist der COP wieder identisch.

Nun kann man sich ja anschauen, wie stark der COP sinkt, wenn die Außentemperatur sinkt. Darüber bekommt man ein Gefühl dafür, wie stark der Einfluss ist.

Auch kann man sich den Carnot-Wirkungsgrad mal anschauen, wie da die Tempratur Einfluss auf die Effizienz hat.

Ich hab es mit einer KI mal berechnet. Und zwar für eine Verdampfertemperatur von 0 Grad und dann für verschiedene Verflüssiger-Temperaturen:

  • 20 Grad - COP 14,66
  • 25 Grad - COP 11,93
  • 30 Grad - COP 10,11
  • 35 Grad - COP 8,8
  • 40 Grad - COP 7,83
  • 45 Grad - COP 7,07
  • 50 Grad - COP 6,46

(Prompt: Ich bräuchte den Carnot-Wirkungsgrad bei einer Wärmepumpe. Die Verdampfertemperatur sei fix 0 Grad, die Verflüssigertemperatur sei 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50 Grad. Berechne mir für alle Werte den Carnot Wirkungsgrad )

Das ist der theoretische Wirkungsgrad einer idealen Maschine. Reale Maschinen liegen so Daumenwert bei 50% des Carnot-Wirkungsgrades. Die starke Abhängigkeit vom Temperaturhub bleibt natürlich ganz ähnlich.

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Kann mir mal jemand erklären wie die “Auto” Funktion der Bedarfssteuerung funktioniert? Ich kann mir darunter gar nichts vorstellen. Auf Grund welcher Bedingungen wird die Leistung geregelt bzw limitiert?

Da guckt sich die Daikin an was gestern (oder den letzten Tagen) für ein Bedarf war und setzt das dann intern auf irgendeinen Wert. Ich vermute recht konservativ.

Also rein auf Basis von Vergangenheitsdaten.

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Wenn du eine Klima installiert hast, sind sämtliche Werte noch unbekannt. Wie groß ist der Raum, die Solltemperaturen, Außentemperatur, Zeit und Energie zum erreichen der Solltemperatur usw.

Aufgrund bestimmter Werte wird dann die benötigte Leistung des AG gesetzt und ggf. gesenkt, um effizient zu arbeiten.

So ist zumindest meine Erklärung. Das ist aber kein Wissen, sondern meine persönliche Annahme.

Ich habe alle 4 IG jetzt durchlaufen lassen. Alles auf Auto. Einzig den Economy Mode habe ich rausgenommen. Das hat sich alles eingependelt und der Stromverbrauch ist gesunken, war ganz am Anfang höher. Ich sehe das in der App am täglich Verbrauch bei ähnlichen Wetterlagen, konkrete Messungen mache ich aber nicht. Ich will sowas nicht unbedingt zu meinem Hobby machen.

Eine manuelle Einstellung der Bedarfssteuerung mache ich nicht, da mir für den Wert überhaupt keine Grundlagen vorliegen. Das wäre dann try and error und müsste immer zumindest an die Temperaturen angepasst werden. Vielleicht sind da einige schlauer als Daikin mit einer Automatisierung. Wer weiß. :grin:

Was meinst du genau: Lüfter auf Auto. Und Bedarfssteuerung auf Auto?