Wärmepumpengröße, Takten, DeIcing JAZ berechnen -> Neues Tool, bitte checkt mal ob das passt

Das liegt an deinen Werten. 10.000kWh Wärmeenergie? Das ist extrem wenig.
Dafür dann eine Wärmepume im 10-11kW Bereich mit einer minimalen Leistung von 3.4 kW:
Du kommst einfach nie in den Teillast Bereich. Die WP ist maßlos überdimensioniert oder die Werte (Wärmeenergie) falsch

22% davon Warmwasser, also von 10300kWh Wärme sind noch 2266kWh Warmwasser. Sind ungefähr 200kWh im Monat.

Damit bleiben 8000kWh zum heizen. Im Januar ca. 1800kWh - 200kWh (WW) = 1600kWh zum heizen bei ungefähr COP 5 (wenn man sich WW Temperatur anguckt, WW zieht immer ein wenig runter und ist höher als die max. VL-Temp).

Die Anlage wird also fast immer vor sich hindümpeln. Durchschnittlich 60kWh am Tag im Januar, zum reinen heizen 53kWh. Also knapp 2,5KW die Stunde. Und die Kiste hat …. 13,4KW? Da muss dann auch nen 400l Puffer hin sonst würde sie sich zu Tode takten bei Minimalleistung von 3,4KW Wärme….

Die 10000 kWh sind korrekt. Die Wärmepumpe ist überdimensioniert. Dafür gibt es Gründe. Dass die WP nicht unter 3,4 kW regelt und nicht, wie Viessmann sagt, bis 2,3 kW runtergeht, weiss man auch erst nach der Installation.

Mit Pufferspeicher ergibt das trotzdem Sinn, da die Anlage < 8 mal pro Tag taktet, der Speicher 1,4K Vorlauftemperatur kostet und die JAZ bei 5,4 liegt, wenn man nur den Kompressorstrom berücksichtigt, und inklusive Pumpen und Elektronik etwa 15% darunter.

Aber Abtauen tut sie trotzdem.

Wie funktioniert das dann? Du hast beispielsweise 50kWh Wärmebedarf, 3,4KW ist Minimum. Also läuft die Wärmepumpe damit 15 Stunden. Also 3h an, 1,5h aus und das den ganzen Tag. Dann wohl mit Fußbodenheizung und Betonkernaktivierung.

Abtauen wird sie kaum bis gar nicht, die läuft wohl immer mit Minimalfrequenz. Selbst wenn sie da mal abtauen würde, es kann nicht oft sein weil nach dem Abtauen wieder nur “wenig” Energie benötigt wird.

Richtig. Die Ausganglage war Totalausfall der Gasheizung im Winter (Brauchwasser lief aus Speicher durch darunterliegende Decke), der einzige Heizungsbauer, der auf Anfragen reagierte, verbaut nur Viessmann und hatte eine 10kW auf Lager, seine Pi-mal-Daumen-Heizlastberechnung ergab 7-8 kW und ich fand Takten über 0°C tolerabel.

Die Berechnung des Tools passt übrigens gut zu der tatsächlichen Heizleistung:

Das sind die stündlichen Mittelwerte der Heizkreisleistung. Die Heizkreisleistung bestimme ich aus dem Temperaturverlust des Pufferspeichers. Die orange Linie hatte ich aus dem vorherigen Gasverbrauch geschätzt, wahrscheinlich ähnlich wie es Andreas Tool macht.

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Aber jetzt mal im ernst. Du hast eine 10KW Kiste. Es wurden 7-8KW berechnet (wie auch immer). Und du brauchst noch nicht einmal bei deiner NAT 5KW. Das ist echt heftig, das sind 100% Überdimensionierung! Gut und perfekt ist hingegen der COP. Das sieht inkl. Warmwasser (auch nur 48°C, also für WW “niedrig”) sehr gut aus. An der Verteilung sieht man auch sehr gut wie wenig Datenpunkte überhaupt unter 0°C vorhanden sind.

Korrekt, aber Heizkörper, keine Fußbodenheizung.

Der Kompressor läuft in der Tat praktisch immer mit 20% der Maximaldrehzahl. Weiter runter regelt das Ding leider nicht. Im Gegensatz zu dem, was Viessmann suggeriert. Die schreiben “Min. Heizleistung”, aber nicht “Min. tatsächlich verwendete Heizleistung”.

Aber zurück zum Abtauen. Ist überhaupt kein Problem, maximal 5 mal am Tag, meistens deutlich drunter, auch bei Temperaturen um Null. Wenn das Tool sagen möchte: “Abtauen ist für diese Anlage kein Thema”, dann ist das vollkommen korrekt. Die wörtliche Aussage “Taut nie ab” kann halt irritierend wirken.

Die >=10kW Viessmanns haben einen doppelt so hohen Verdampfer wie die <10kWs. Daher ist der COP2/35 für 10kW z.B. 4,5 und für die 6kW 4,0. Und die regelt “offiziell” auch nur bis 1,7kW runter. Überdimensioniert hat hier auch Vorteile.

Mit deiner JAZ , bei der Installation, dürftest Du in der Nähe vom Weltrekord sein. Zumindest bei der Frauenhoferstudie zu Bestandspumpen 2025 , wärst Du einsame Spitze.

Sollte ich meine zu große 5 kW Jesha gegen eine 12 kW tauschen … *grübel*

Ich bin überrascht. Also das ist ein sehr krasses Beispiel. 24°C - 41°C Vorlauftemperatur bei Heizkörpern bei 14°C bis -9°C NAT. Da wundern mich die Werte nicht. Der COP wird sehr hoch sein weil der Temperaturhub nicht hoch ist.

Bei den verkündeten JAZ muss man immer aufpassen, was da wie gemessen wurde. Mal mit Pumpen, mal ohne, mal nur der Verdichter, mal mit externem Wärmemengenzähler, mal mit interner Ermittlung über die WP, die in der Regel hohe Toleranzen hat.

@roterfuchs

Die tatsächlichen Vorlauftemperaturen scheinen etwas höher zu sein. Das hier sind die Werte, die Viessmann für den WP-Vorlauf liefert:

Die Kurven sind die Werte für die Heizkurven laut Heizungs-App. Ich habe da etwas mit den Parametern rumgespielt.

Ist übrigens ein EFH Bj. 2007. Ich hatte eine raumweise Heizlastberechnung gemacht und daraufhin 3 Heizkörper austauschen lassen. Jetzt habe ich bei offenen Heizkörperventilen in allen beheizten Räumen etwa 21°C.

@uschi

Deshalb habe ich die Einschränkung zur JAZ dazugeschrieben. Die Fraunhoferstudie verwendet Wärmemengen- und separate Stromzähler. Die habe ich nicht.

Die Wärmemengen nehme ich, wie sie sind. Der Vergleich mit der Erwartung, s.o., zeigt, dass sie nicht komplett unplausibel sind.

Die WP liefert Werte für den Stromverbrauch des Kompressors. Das kann ich mit den Gesamtstromverbrauch des Hauses vergleichen. Wenn die WP mitten in der Nacht anspringt, wenn im Haus ein gleichmäßiger Hintergrundverbrauch herrscht, kann ich den Stromverbrauch während des Heizvorgangs messen und mit den WP-Werten vergleichen. Aus dem Hintergrundverbrauch und den bekannten sonstigen Verbrauchern kann ich den Verbrauch von Elektronik und Umwälzpumpen abschätzen. Zusammen ergibt das einen Stromverbrauch, der etwa 15% höher liegt als der Verbrauch des Kompressors. Der Wert ist also eher mit den Fraunhoferwerten zu vergleichen. Wenn man nur den Verdichter berücksichtigt, kann man mit den Werten der Hersteller vergleichen.

Ok, dann vergessen wir Deine JAZ mal komplett, mit schätzen und hochrechnen kommt da kein ernsthaft vergleichbarer Wert heraus.

Was aber positiv bleibt, ist die Erkenntnis, das eine völlig überdimensionierte LWWP, mit Glück, intensiven Einstellungsversuchen und zufällig passender Hydraulik im Bestand, erstaunlich gute Werte liefern kann. Also nicht zu verallgemeinern … schade eigentlich :wink:

Im Grunde dürfte es die alte Erkenntnis sein, das ein größerer Verdampfer am Außengerät Vorteile bringt.

Ich glaube Lambda nutzt diesen Effekt … und läßt es sich fürstlich bezahlen.

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Sagen wir so: Das ist generell ein Prinzip, siehe Jeisha. Die 5KW sind nur bei NAT. Darunter arbeitet auch jene sehr sauber mit hohen COPs. Weil der Verdampfer bei z.B. nur 2,5KW Wärme (Minimalleistung bei +10°C AT) wenig Temperaturhub hat.

Die Lamba ist, so von der Größe her, eine Jeisha mit einem Außengerät der T-CAP. Damit sind bei noch hohen Außentemperaturen und niedrigem Temperaturhub sehr hohe COPs möglich.

Eigentlich hätte Panasonic genau das machen können für einen noch höheren COP und daher JAZ.

Ich finde es wichtig, WP-Interessierten zu vermitteln, das man aus dem bisherigen Gasverbrauch sehr gut die nötige Heizleistung einer WP abschätzen kann. Besser als z.B. eine raumweise oder gebäudeweite Heizlastberechnung, die andere Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung, Menschen und Elektronik vernachlässigt. Deshalb finde ich das neue Tool sehr wichtig.

Überdimensionerte WP können funktionieren. Für mich tut sie das, ich möchte das aber in keiner Weise propagieren.

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Naja, das Problem ist m.E. dass viele aus Angst eine zu große WP wählen. Allerdings kommt dann das Problem mit der Taktung.

Ich für meinen Teil kann sagen, das Tool wirft brauchbare/reproduzierbare Werte raus. Für mich fehlt der Pufferspeicher mit 600L und ein Standort im Wesen Süddeutschland um meine Werte abgleichen zu können.

Allerdings habe ich jetzt auch 2 Heizkreise 1x klassisch Heizkörper und FBH. Altbau aus den 70er. funktioniert… Und für die Panik & Gemütlichkeit gibt’s noch nen Schwedenofen im Wohnzimmer :stuck_out_tongue:

Ich fragte oben schon wie das mit dem Puffer funktionieren soll. Du gibst in der Wärmepumpe ein VL. Dann erhälst du den RL und mit dem Volumenstrom kannst du ausrechnen, wieviel Wärme reinkommt.

Der Puffer macht nun was genau? Wenn VL-RL = delta t beispielsweise 6°C dann wieder einschalten? Also sind da drin 5K. 5K x 1,16 x 400 = 2,3KWh
Zum abtauen bei Heizkörpern ok. Aber andernfalls macht der nun auch nichts.

ok, jetzt macht die WP auf Min einstellung 2,3kW (um auf deine Rechnung Bezug zu nehmen), bedeutet diese läuft 1h länger… Damit hast du ggf. über den Tag laufzeit weniger Takte.

18 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Vorhandene Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen (Wp-Tool)

Update (12.02.2026):

  • Ich nehme die Daten jetzt von OpenMeteo, da das TMY von PVGis etwas merkwürdig ist. PVGis ist noch kompatibel. Allerdings gibts jetzt auch mehrere Jahre zur Auswahl oder einen Durchschnittswert. Das Jahr macht natürlich extrem viel aus! Beispiellink: 🏛️ Historical Weather API | Open-Meteo.com
  • Die "Takte" werden jetzt angezeigt im Plot.
  • AIRA WP (IKEA) hinzugefügt (allerdings katastrophale Datenblätter, teils mit falschen Angaben. Ich musste hier leider vieles schätzen.) Ich denke das werde ich auch in einem Video "anprangern" mit den dünnen Daten kann man kaum etwas berechnen. Das Tool schätzt hier sehr konservativ.
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