Totalschaden vermeiden - Leverkusen, 11.01.2026 als Warnung?

die Zahl 25% stammt aus einem Interview in der Aktuellen Stunde, in dem ein Mitarbeiter der EVL interviewt wurde, was die Ursache für die Zerstörungen sei. Ein Zitat: Dr. Ulrik Dietzler, EVL.

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Meinst wirklich, wegen 6V steigen die aus? Wäre vielleicht einen Versuch wert, ist ja ein spannendes Thema und auch relevant finde ich.
@mobilsolar Danke, der transiente Verlauf wäre noch spannend, aber gut für ein Interview vermutlich etwas zuviel verlangt :slight_smile:

Ich schau mal, wenn wir noch Kaüazotäten haben, fragen wir mal an. Ist schon interessant / beunruhigend. Sowas kann ja relativ flott passieren, besonders im Sommer.

Ich schreibe unsere Netzspannung, die ich aus dem digitalen Zähler auslese, seit Jahren mit. Wir haben praktisch immer zu bestimmten Zeiten Umschaltungen im Netz wo man einen beinahe senkrechten Anstieg oder Abfall sehen kann. Klar, mit 1000ms ist die Samplingrate brutal schlecht, aber vermittelt doch einen interessanten Einblick.

Diese Umschaltungen wo die Netzspannung dann gern mal von deutlich über 240V runter auf 225V geht, oder umgekehrt, sind immer in den Morgenstunden und Abendstunden zu den Stoßzeiten. Manchmal aber auch tagsüber. Ich hab natürlich keine statistische Auswertung aber subjektiv würde ich sagen es spielt kaum eine Rolle welche Jahreszeit man betrachtet, diese Schwankungen gibt es das ganze Jahr über.

Vermutlich nicht, aber wer sagt denn das die Transienten nicht in Wirklichkeit viel höher lagen?

Vielleicht könnte sowas hier (natürlich eher nicht aus China, hab aber auf die Schnelle keinen anderen gefunden) Abhilfe schaffen:

consumer elektronik ist recht eng ausglegt, dazu zähle ich WP und Balkonsolar. Industriegeeignete umrichter können mehr, da sind spannungsfestere Bauteile drin. Beispiel der Inverter, den ich grad am Tisch habe:

Input voltage (V) Three-phase 380(-15%) – 440(+10%)

In EU-Land ist die Netzspannung mit +/-10% genormt, und das müssen alle Geräte aushalten.

Oliver

Ich hatte mal einen Spannungskonstanthalter aus dem Steinzeit Alter in der Hand bzw. offen vor Augen. Waren einige schwere Eisen Trümmer Trafo Drosseln verbaut. Funktionsprinzip mit Transduktor. Ganz durchschaut hatte ich das nicht.Ging wohl um Kern Sättigung.

270V ist geringfügig mehr als 10% :smiling_face_with_sunglasses:

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wirkt aber nur bei Leistungsfluss in eine Richtung

Wäre interessant ob jemand in dem Betroffenen Bereich ein Victron Anlage hat und ob die sich dann getrennt hat. (Oder anderer Hersteller der sich auch an den Grid Code halten sollte)

So wies aussieht sind die Grid Code Einstellung da auch zweistufig, also > 264,5 V sollte sofort (<100ms)trennen.

Beim langsamen Anstieg im Mittel für 10 min über 253V wird so wie aussieht dann auch getrennt.

Ich habe selber kein Victron sind die 253V fest hinterlegt und man braucht das gleiche Kennwort wie beim Grid Code ändern, oder kann man das selber festlegen?

Der TE schrieb, dass seine Anlage sauber getrennt hat.

Hallo

Entschuldigt bitte, das ich für meinen Beitrag zu diesem Thema einen neuen Faden eröffnet habe. Vielleicht lässt sich das ja korrigieren.

Hier der Screenshot von einer Anlage in etwa 1 Km Entfernung von mir, mit der Eingangsspannung am Multiplus. Auch hier hat die Abschaltung funktioniert:

Und ein zweier Screenshot meiner Anlage.

Die meisten Schäden waren in meiner Nähe.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas

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das beruhigt mich schon, also meine Victron MPs würden bei dieser Art von Störungen wohl überleben… Das kombiniert mit T1, T2 und nun auch T3 an der WP gegen superschnelle Spannungsspitzen gibt mir ein gutes Gefühl… keine 300 Euro investiert, schützt fünfstellige Investitionen.

sonnige Grüße

mobilsolar

Das würde ich natürlich gerne kopieren, aber auch nach nochmals durchlesen des ganzen Beitrags, habe ich nicht verstanden was genau Du gemacht hast.
Magst Du das vielleicht nochmals zusammenfassen oder auf den Beitrag, der es beschreibt, verlinken?
Danke
Micha

Ich muss mich da noch mal wiederholen. Gegen eine Dauerüberspannung aus dem Netz schützen Weder Typ1 noch Typ 2 noch Typ 3. Wie aus dem Plot von @leverkusen3 zu sehen ist, lag die netzseitige Überspannung (+/- Victronintervall) mindestens 15 Minuten lang an. Das ist kein Transient, das ist eine Dauerüberspannung vor der SPDs die zwischen Phase und Erde geschaltet sind nicht schützen werden.

Es bleibt tatsächlich noch die Frage offen, ob sich Geräte die mit Schaltnetzteilen betrieben werden an den 290Veff stören oder nicht. In der Spitze entsprechen die 290Veff ja knapp 410V.

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Kann man die SPD nicht so einbauen/ aufbauen, dass sie bei dauerhaft leitend die Sicherung auslösen?

Überspannungs-Schutzableiter sollen mit einer Vorsicherung kombiniert werden, wenn entweder

Blitzstromableiter mit integrierter Funkenstrecke durch einen größeren Netzfolgestrom belastet werden können, als die Funkenstrecke ausschalten kann oder
Blitzstromableiter durch einen Blitzstoßstrom überlastet werden können.
Dabei ist jeweils die größtmögliche Sicherung entsprechend der Vorgabe des Herstellers zu verwenden.[3]

Überspannungsschutz-Einrichtungen (ÜSE; engl. surge protection device, SPD)

(Überspannungsschutz – Wikipedia

Hm gute Frage. Ich meine der Standardaufbau ist einfach ein Varistor zwischen Phase und Erde. Der müsste von seiner Kennlinie her schon so ausgelegt sein dass er ab einer Spannungsschwelle von, sagen wir mal, 255V so niederohmig ist dass die 80A bei einem B16LSS auch wirklich fließen. Und sie müssten lang genug fließen das der B16 auch auslöst.

MOVs sind aber Verschleißteile. D.h. je öfter sie “benutzt” werden desto eher gehen sie kaputt. Wenn man nun also einen MOV hätte der tatsächlich bei 255V niederohmig wird, dann würde der im laufenden Betrieb ständig “benutzt” werden da es immer in irgendeiner Form Transienten im Netz gibt die unsere Messgeräte kaum sehen und die kaum Auswirkungen auf elektr. Geräte haben.

Ich habe einen Schutz nachgerüstet, um T1, T2 und T3 für die WP zu nutzen. Das ist in etwa so:

https://www.hager.de/files/download/0/24101294_1/0/DE_20DE0001_TECHNIK_UEBERSPANNUNGSSCHUTZ.PDF

Diese Schutzeinrichtung ist für sehr schnell ansteigende, kurze Spannungsspitzen gedacht, also eben nicht für lange anliegende Überspannung (wie in Leverkusen) sondern zB entfernter Blitzeinschlag. Gegen eine Situation wie in Leverkusen würde es laut Spezifikationen nicht schützen.

Victron und der German Gridcode schützen meine Solaranlagen, das ist da drin eingebaut.

Wäre interessant zu wissen, wie sich Solar - Geräte von anderen Herstellern verhalten haben…

Da m.E. jeder einspeisefähige Wechselrichter nach VDE bei Überspannung im Netz sich davon abkoppeln bzw. abschalten muß, sollten das auch alle tun.

Oliver

Schon seit längerer Zeit sind neue Hausanschlusskästen (HAK) nur noch mit Überspannungsableiter T1 laut VDE zulässig.

Ähnliches gilt für FI/RCD Personenschutzschalter.

Es gibt wegen “Bestandsschutz”, keine Pflicht der Nachrüstung, aber es ist auf jeden Fall empfehlenswert, das freiwillig zu machen. Das zitierte Beispiel zeigt das nur mal wieder :slight_smile:

Ich habe letztes Jahr freiwillig nachgerüstet.

Das ja gerade nicht, weil hier der Überspannungsschutz gar nicht gegriffen hätte. Der ist nicht dafür da, Überspannungen abzufangen, die durch Fehlschaltungen beim Netzbetreiber 20-30% erhöht ist.

Diese Überspannungsschutzeinrichtungen sind hauptsächlich für den Blitzschutz.

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