nachdem nun langsam das Ausmaß der Überspannungsschäden deutlich wird, stellt sich die Frage: Wie robust ist meine Anlage in Bezug auf Überspannung? Egal, ob schlechter Umschalter (Insel/Netzbetrieb) oder Netzbetreiberversagen - Überspannung kann die Elektronik zerstören.
Wie schützt ihr euch? Durch Überspannungsableiter (z.B. DEHNVentil) in der UV, oder im Hausanschlußkasten - oder habt ihr eine Überspannungsableitung in der WP - egal ob Monoblock, Split. LLWP - verbaut?
So ein Totalschaden ist teuer…
Ich werde kurzfristig zumindest in der Jeisha einen nachrüsten.
zurzeit geht man von 20% bis 25% zu hoher Spannung im Mittelspannungsnetz (Westnetz) aus, die sich über die “Standard”-Trafos ins Niederspannungsnetz (EVL) fortgesetzt hat.
Also 230V plus 25% auf einem oder je allen drei Außenleitern. Das hat viele Geräte - insbesondere DLE und WP zerstört.
das ist aber dann nur bei dreiphasigem betrieb
meine insel ist einphasig ausgeführt da gibt es sowas wie schieflast oder überspannung durch neutralleiterabriss nicht.
muss man sich denn schützen?
die schäden werden doch vom netzbetreiber übernommen, so habe ich das zumindest gelesen.
mein Hager Kombiableiter T1+T2+T3 vor'm Zähler hat eine Dauerbetriebsspannung Uc: 255 V leitet also erst >255V ab. Würde also bei +20% nicht zwingend auslösen
Auch da wird noch ein großer Sicherheitsabstand sein. Die Dinger sind darauf ausgelegt, energiereiche Transienten abzufangen, also kurze Pulse mit sehr hoher Spannung. Dann zünden die und produzieren einen Kurzschluss. Kann durchaus sein, dass die Zündspannung sehr viel höher liegt, z.B. bei 600 V aufwärts.
Die am SPD ausgedruckte Spannung kann der mindestens dauerhaft ab. Datenblätter der Dinger mit auslösebereich gibts beim Hersteller. Die helfen bei 25% Überspannung eher nicht.
Als weitere Schutzstufe könnte sowas nicht schaden, parametrierbare Spannungen und Strom
Wenn die WP ausfällt, wird’s kalt im Haus. Ersatzteile? Schnell vierstellige Beträge, sofern verfügbar…. Vielleicht irgendwann vom Netzbetreiber zurück. Selber schützen halte ich für sinnvoller.
Wichtig ist die Steigung des Gradienten - soll heißen, dass der Schutz sehr schnell auslöst und die WP die Spannungsspitze gar nicht “mitbekommt”, sondern plötzlich stromlos ist…
Nachtrag: Die Idee, den Ortstrafo in so einem Fall auf 230V runterzuziehen, hat eh viel Potential für den berühmten magischen Rauch.
Man findet aber im Netz Überspannungsabschalter, im wesentlichen elektronische aus Fernost. Die sollten für einzelne Geräte wie eine WP vielleicht was bringen. Einen 24kW DLH oder gar ein ganzes Haus würde ich da aber nicht dranhängen.
Ich hab das Gefühl bezüglich Überspannungsableiter, Schutzverhalten und Quelle der Überspannung ist man hier ein wenig auf dem Holzweg - ich mag mich irren oder die Technologie eines modernen Kombiableiters im Zählerschrank nicht richtig zu kennen.
Der Überspannungsableiter ist parallel zwischen Netz und Erdung geschaltet. Seine Aufgabe besteht meines Erachtens darin, Transienten also kurzzeitige Überspannungserreignisse zu dämpfen indem kurzzeitige Spitzen gegen Erde abgeleitet werden bevor sie Endgeräte erreichen. Beispielsweise ein zeitlich begrenztes Ereignis durch Blitzschlag (nein, kein direkter Einschlag sondern irgendwo in der Entfernung), plötzliche Abschaltung einer großen Induktivität usw.
Wenn aber das Netz dauerhaft eine Überspannung liefert die den Auslösewert des SPD erreicht, dann leitet der doch dauerhaft gegen Erde durch bis die intern verbaute Schutzelektronik durchgebrannt ist oder? D.h. das Schutzelement ist schon gestorben, die Überspannung liegt aber weiterhin an da sie keine transienten abzuleiten hatte sondern eine Dauerüberspannung.
Um vor dauerhafter Überspannung zu schützen müsste ein entsprechendes Schutzorgan m.E. in Serie zu den Verbrauchern geschaltet werden und die Verbraucher entsprechend vom Netz trennen statt transienten gegen Erde abzuleiten
Soweit ich weiss muss ein Überspannungsschutz nach dem ersten Auslösen auch ausgetauscht werden, da er mit dem Auslösen seine Schutzfunktion verliert.
Das sind dann auch ca. 500€ mit Elektriker.
Das ist immer noch besser als 5000€ oder mehr für eine neue WP.
Die hier bei Westnetz aufgetretene Problematik gab es vor ein paar Jahren schonmal, meiner Kenntnis nach ist der Versorger/Netzbetreiber in der Haftung für die Schäden, das nützt einem nur nix, wenn die Bude kalt ist und es dauert ewig, bis die Kostenerstattung kommt.
Die meisten Überspannugnsschutzelemente haben damals bei dieser Art der Überspannung auch nichts genutzt, weil die nur auf die Spitzen und nicht auf einen gleichförmigen Anstieg der Spannung reagiert haben.
Ob das heute besser ist, müsste man mal bei den Herstellern anfragen.
Als "Hauptsicherung" sich einen passenden 3p-LSS einbauen lassen. Dahinter ein Schaltung, die bei dieser "Überspannung" gewollt durch Kurzschluss den 3p-LSS auslöst.
Da sollte aber wegen der Transienten/Überspannungen aus dem Haus, beim abschalten die Standard SPD schon vorhanden sein.
Ich kann nicht ausschließen dass ich nicht auf dem aktuellsten Stand bin was die Technik der SPD angeht, aber das Problem ist bei den mir bekannten SPD einfach die Verschaltung. Die SPD sitzen parallel zum Netz, nicht in Serie zwischen Netz und Verbraucher. D.h. wenn sie auslösen und Schaden nehmen ist die Überspannung Richtung Verbraucher durch das Netz noch immer gegeben. Man könnte auch sagen, SPD sind für diesen Dauerüberspannungsfall gar nicht gedacht.
Für einen Fall wie hier beschrieben müsste ein Schaltelement wie Schütz oder Halbleiterrelais verbaut sein welches das Hausnetz im Falle einer Überschreitung der Netzspannung um mehr als 10% hart trennt dabei aber auch die richtigen Schaltfolgen von L1 - L3 und dem N berücksichtigen. Beim Trennen N zuletzt, beim Wiedereinschalten N zuerst.
edit: Da nur Außenleiter getrennt werden sollen und keine Netzumschaltung sind vor/nacheilender N überflüssig. Der N kann natürlich verbunden bleiben.