Sammelthread: Gasheizung optimieren

es hat hier und natürlich auch anderswo recht gute Tools für Wetterdaten der Vergangenheit:

Nein, ich wohne nicht in Wolfsburg und auch meine nächste Station ist so 20km von meinem Wohnort entfernt

Warum? Das würde mich mal interessieren.

Locker! Ich will beileibe nicht alle über einen Kamm scheren, aber mein Eindruck ist auch ganz klar: Kessel immer massiv überdimensioniert (bringt mehr in Kasse) und dann auch noch falsch eingestellt. Getreu dem Motto: Warm wirds immer. Rohrnetzberechnung? Meist fehlanzeige. Hydraulischer Abgleich? Zu aufwändig, einfach Pumpe auf max. und lass rauschen. Rauscht zwar, aber auch der letze Heizkörper in der Kette wird wenigstens warm.

Je niedriger die Spreizung, um so höher die Wärmeabgabe am Heizkörper, womit man mit der Vorlauf dann etwas tiefer gehen kann.

Werbefrei:

Michael Theusners Wetterseite

Nicht kommerziell, aber alles drin was der DWD online anbietet.

Gut aufbereitet

Und besonders die Historie zu den Wetterstationen.

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Eine wirklich interessante Lösung, finde ich gut! Allerdings, bei uns ist die Heizkurve an die Außentemperatur gekoppelt - was auch sinnig ist. Würde ich konstant 2°C vorgaukeln wäre der VL bei -5°C, oder wie letzte Woche -12°C zu kalt und wir würden die Räume nicht warm bekommen.

Wäre es nicht viel einfacher den Heizbetrieb statt an die Außentemperatur, an die Innentemperatur zu koppeln? Sobald deine Splits dann die Raumtemperatur auf Soll gebracht haben würde die Heizung von allein ausgehen und man müsste den Fühler nicht hart manipulieren. Die SOC Steuerung bleibt so wie sie ist, ist ja eine TOP Sache. Sobald die Raumtemperatur wieder etwas sinkt weil die Splits ja aus sind greift die Heizung automatisch. Nur so ein paar Ideen…

Okay also die mittlere Heizkörpertemperatur nimmt zu, soweit logisch.

Hmm, allerdings kann man dann ab einer gewissen Schwelle aus dem Brennwert kommen, also wenn der Rücklauf zu warm ist gibt es keinen Brennwert durch Kondensation mehr :thinking: Und man schickt mehr Verluste durch die Rohrleitungen?

Damit geht der Volumenstrom rauf. Der Brenner sieht dann mehr Wasser und tacktet nicht so stark weil die Wärme besser abgeführt wird.

Ich glaube ich habe damals diesen Text dazu gelesen: Kuhschwanzheizung - ein wildtaktender Wärmerzeuger

Vermutlich sollte ich mein Statement ergänzen weil es auch bedeutet das die Heizkurve vernünftig eingestellt ist. D.h. schon die Vorlauftemp ist niedrig(er) und die Pumpe macht einen hohen Volumenstrom. Dann kann die Spreizung auch klein sein.

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Das geht mir an der Stelle ehrlichgesagt nicht ganz in den Kopf. Das Takten basiert darauf, dass die jeweils aktuelle Heizlast geringer ist als die kleinste Modulation die der Brenner fahren kann.

Bei uns z.B. 20% von 15kW. Also mit weniger als 3kW kann unsere Therme nicht heizen. Ist die Heizlast kleiner, z.B. 2,5kW, dann fürt das, egal wie hoch oder niedrig die Spreizung eingestellt ist, unweigerlich zum Takten da die Vorlauftemperatur immer weiter ansteigt und irgendwann den Schwellwert Sollvorlauf+X überschreitet.

Beim Argument dass man durch Steigerung der mittleren Heizkörpertemperatur und damit Steigerung der Heizleistungsabgabe an den Raum durch das Verringern der Spreizung die Vorlauftempertur weiter senken kann bin ich dabei. Jedoch sollte man das Spiel auch nicht über gewisse Grenzen hinaus betreiben da ansonsten der Brennwerteffekt verloren gehen kann. Wobei ich ehrlicherweise nicht einschätzen kann welche Effizienzsteigerung es “wirklich” bedeutet wenn man Kondensat in der Brennkammer hervor ruft.

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Mistral AI (Chat-KI) behauptet:

Erst über 55 (50) Grad erfolgt eine Reduzierung des Brennwerteffekts :thinking:

Kann das Stimmen?

Fragestellung und Antwort

bis zu welcher Vorlauftemperatur einer brennwertheizung gibt es einen Brennwerteffekt?

wie hoch kann der sein, wie stark sinkt er?

Antwoet:
Der Brennwerteffekt bei einer Brennwertheizung tritt auf, wenn die Abgase so weit abgekühlt werden, dass der in ihnen enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dadurch wird zusätzliche Wärme (Kondensationswärme) freigesetzt, die genutzt werden kann.

Bis zu welcher Vorlauftemperatur gibt es einen Brennwerteffekt?

  • Der Brennwerteffekt ist am größten, wenn die Rücklauftemperatur des Heizungssystems unter dem Taupunkt der Abgase liegt (ca. 55–57 °C bei Erdgas).
  • Bei Vorlauftemperaturen über 55–60 °C sinkt der Brennwerteffekt deutlich, da die Abgase nicht mehr ausreichend abgekühlt werden können.
  • Optimaler Bereich: Vorlauftemperaturen unter 50 °C (z. B. bei Fußbodenheizungen oder Niedertemperatur-Heizkörpern).

Wie hoch kann der Brennwerteffekt sein?

  • Theoretisch kann der Brennwertnutzen bis zu 11 % (bei Erdgas) betragen, wenn die Kondensation optimal abläuft.
  • In der Praxis liegt der tatsächliche Gewinn meist bei 6–10 %, abhängig von der Anlage und den Betriebsbedingungen.

Wie stark sinkt der Brennwerteffekt bei höheren Vorlauftemperaturen?

  • Ab 55–60 °C Vorlauf beginnt der Effekt zu sinken.
  • Bei 70–80 °C Vorlauf (z. B. bei alten Heizkörpern) kann der Brennwerteffekt auf 2–4 % oder weniger fallen.
  • Bei Hochtemperatur-Heizungen (z. B. über 80 °C) ist kaum noch ein Brennwerteffekt messbar.

Fazit:

  • Maximaler Brennwerteffekt: Bei Vorlauftemperaturen unter 50 °C.
  • Deutlicher Rückgang: Ab 55–60 °C.
  • Kaum noch Effekt: Ab 70–80 °C.

Möchtest du wissen, wie du deine Heizung optimieren kannst, um den Brennwerteffekt bestmöglich zu nutzen?

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Ich widerspreche nicht. Ich glaube deine Betrachtung gilt aber nur für den statischen / eingeschwungenen Zustand. Es berücksichtigt nicht was passiert bis du den gewählten Modulationsgrad erreicht hast. Der Text von Bosy online sagt:

Nun nehme ein Gerät, das bloß zwischen 9 bis 20 kW modulieren kann... keinen Wasserinhalt hat... was glaubst du, was die Kesselanlage machen kann... bis der Brenner und die Regelung auf den unteren Modulationswert gefallen sind, ist die Temperatur schon soweit angestiegen, dass die Regelung die Kiste sofort ausschaltet....3 Liter (Kesselwasserinhalt) später wird es zu kalt... wir starten wieder.

Wenn eine Heizung also nicht mit minimaler Modulation sondern mit maximaler Leistung startet dann kommt es bei kleinem Volumenstrom zum verstärkten takten.

Google sagt, dass der Brennwert (also mit Nutzung der Kondensationswärme) ca. 10% höher ist als der Heizwert (wo das Abgas gerne mal 160°C warm war). Bei 100 °C ist ja der Dampfdruck von Wasser 1 bar. Bei 81°C nur noch 0,5 bar. Da hast Du also schon die Hälfte der Kondensationswärme gewonnen. 0,25 bar (also 75% Ausbeute an Kondensationswäre) sind bei 65°C gewonnen. Bei 55°C sind es nur noch 0,12 bar (also 88% Kondensationswärme), bei 40°C 0,07 bar (93%). Der Unterschied zwischen 55°C und 40°C Abgastemperatur sollte also nicht mehr so groß sein.

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Die Gas-Brennwerttherme mit Alu-Wärmetauscher startet immer mit erhöhter Leistung um zunächst das Kondensat aus dem Brennraum bzw. von den Tauscherrohren schnellst möglich zu entfernen bzw. um es gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ich denke auch, allein schon aus dem natürlichen PID Verhalten heraus würde sie nicht mit kleinster Modulation starten da zum Zeitpunkt des Starts eh eine große Regeldifferenz besteht.

Ich zeichne die Werte unserer Therme schon eine Weile auf. Ein Abschalten gleich nach dem Start mit 7kW basiert dann immer darauf, dass die Vorlauftemperatur schon beim Start und wenige Sekunden mit aktivem Brenner den Sollwert + erlaubtem Überschwinger überschreitet. Dann geht der Brenner natürlich gleich wieder aus. In unserem Fall unternimmt die Therme dann nach 45min einen erneuten Versuch (die 45min hab ich eingestellt). Ist der Vorlauf bereits weit genug abgekühlt läuft sie dann entweder durch oder geht erneut gleich wieder aus. Dieses Verhalten kann man natürlich mit dem erhöhten Durchfluss dämpfen, wenn diese Dämpfung wirksam ist bedeutet dies dann aber meiner Meinung nach auch, das der thermische Bedarf im Gebäude hoch genug ist.

Es bleibt aber grundsätzlich spannend :slightly_smiling_face:

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Die Thermen und Häuser/Heizkörper sind ja auch meißt sehr verschieden.

Falls bei mir irgendwann mehrere Heizkörper voll laufen müssen, neben denen mit niedriger Temperatur, muß ich mal gucken was hydraulischer Abgleich und Konstantdruck bringen kann.

So läuft die Pumpe Leistungsgesteuert von 70-90% (oder ähnlich). Meißt bei 70-75.

Meine Therme braucht elektrisch:

Beim normalen Heizen 35W.
Beim Start ca 50W
Bein Heißwasser machen, am Anfang fast 100W

:thinking:

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Sieht man Wasserdampf am "Rauchabzug" bei Brennwertheizungen oder kann alles vorher kondensieren?

Sieht man eigentlich den Unterschied von niedriger Vorlauftemperatur und hoher Vorlauftemperatur in den Abgas"fahnen" oben am Dach am Auslass/Schornstein?

(Bei blauem Himmel und feuerndem Brenner könnte ich evtl was sehen, habe bisher aber nur gesehen, dass ich nichts sehe ... :person_shrugging: )

@lichtquant
wenn Gas verbrannt wird, ensteht CO2 und H2O (als Dampf). Wenn es kalt genug ist, sieht man weiße Abgase, das kommt vom Dampf, der draußen zu Tröpfchen kondensiert. Bei Brennwert sollte es keinen Dampf geben, bzw. nur sehr wenig.

Vielleicht hat ja ein Forist bessere Erkenntnisse.

L.G.

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Zumindest beim Brennerstart hat es jetzt eine beeindruckend große, weiße "Fahne" produziert.

Jetzt muß ich es nur noch im normalen Betrieb erwischen, da es einer der unnötigen Starts war und es sich nach 1 Min. wieder abschaltete.

Beim Starts heizt der Brenner wohl immer erstmal kurz sehr stark auf.

Nachtrag:

Im laufendem Betrieb konnte ich wiederum nichts sehen :thinking:

Ich werde nochmal versuchen einen Start mitzubekommen wenn es kühl ist und man bei den Nachbarn was sieht.

Ja, schrieb ich schon mal. Die müssen mit hoher Last starten damit der Alu-Wärmetauscher / Brennraum möglichst schnell von Kondensat befreit wird sonst frisst das Kondensat das Alu weg :slightly_smiling_face:

Jap genau. Immer wenn man an Häusern vorbei fährt bei denen eine mehr als ordentliche weiße Fahne aus dem dünnen Abgasrohr kommt machen sie entweder grad Warmwasser oder die Heizung ist überdiemaßen schlecht eingestellt, oder die Zuluft vom Brenner wird als Falschluft aus dem Aufstellungsraum gesogen statt sie durch das doppelwandige Abgasrohr zu ziehen.

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Da kann ich ein Lied von singen. Der Installateur meiner Heizung hat beim Einbau die Werkeinstellungen gelassen ( Steigung der Heizkurve war 1,5 glaube ich), was dazu geführt hat, dass mein Brenner oft und kurz mit voller Leistung gebrannt hat. Mitte Januar habe ich die Steigung auf (ich glaube) 0,6 reduziert und die Brennerleisung fürs Heizen begrenzt. Seitdem sehe ich aus meinem Schorstein keinen Dampf mehr beim Heizen (vielleicht mal ganz wenig). Wenn Warmwasser erzeugt wird, brennt der mit voller Leistung und dann sehe ich Dampf. Meiner Meinung nach alles Einstellungssache. Ich habe mich da erst dran getraut, nachdem ich hier viel im Forum gelesen habe. Bei 99% der Bevölkerung laufen dann die Brenner immer noch mit falschen Einstellungen

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