Sammelthread: Gasheizung optimieren

:thinking:

An diese Stelle ein parametrierbares Relais mit anzugsverzögerung dazwischen?

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Gute Idee :wink:

:+1:

Cooles Thema! Da trage ich auch gerne etwas bei.

Kurz zu meiner Situation: Ich nutze eine Brennwerttherme (Windhager MultiWin2Plus, Bj. 2018), die schnell her musste, nachdem die alte defekt war. Inzwischen habe ich viel experimentiert und Jahr für Jahr Gas gespart. Aktuell analysiere ich die Daten genauer zur Vorbereitung auf eine Wärmepumpe. Das Haus ist Baujahr 1993, hat sehr große Fensterflächen nach Süden und eine 8 cm Styropordämmung. Der Gasverbrauch liegt bei ca. 150 m² Wohnfläche um die 10.000 kWh/Jahr.

Mein Installateur hat damals leider nur die Therme aufgehängt, angeschlossen und ist wieder gefahren. Ein genauer hydraulischer Abgleich oder eine Einstellung des Heizkreislaufes wurde nicht einmal in Betracht gezogen.

Zur Steuerung verwende ich das "DIYLess Thermostat". Die Therme kommuniziert damit über OpenTherm (neben eBus die gängigste Verbindung). Darüber lässt sich extrem viel einstellen. Ich habe mich für die DIY-Lösung entschieden, weil sie perfekt für Home Assistant geeignet ist und sich wirklich alles nach Belieben anpassen lässt, inkl. der Werte für den PID-Regler.

Anfangs hatte ich einen Sensor in jedem Raum, deren Werte über Home Assistant gemittelt wurden. Das war der Ist-Wert (Raumtemperatur), mit dem die Therme die Vorlauftemperatur regeln konnte (ich habe ein Raumtemperaturgeführtes System). Das hat gut funktioniert, wurde aber später nochmals optimiert.

Sehr wichtig bei einer Brennwerttherme ist eine niedrige Rücklauftemperatur, denn nur dann kann der Brennwerteffekt optimal genutzt werden und das Abgas im Wärmetauscher kondensieren. Das bedeutet: Rücklauf unter 57 Grad ist Pflicht, alles darüber verhindert den Brennwerteffekt. Je niedriger die Rücklauftemperatur, desto mehr Wärmeenergie kann aus dem Abgas zurückgewonnen werden.

Mit der Zeit habe ich das Zimmer ausfindig gemacht, in dem es am kältesten ist und weswegen die Therme die Vorlauftemperatur lange hochhalten muss, obwohl in den meisten anderen Zimmern eigentlich keine Wärme mehr benötigt wird. Bei mir war das ein Zimmer auf der Nordseite. Südseitig wurden die Heizkörper viel zu groß dimensioniert; dort wird immer nur das obere Drittel leicht warm, um die Raumtemperatur zu halten. Nordseitig im kleineren Zimmer hat der Heizkörper leider nur eine Platte (Typ 11 o.ä.) und gab dementsprechend zu wenig Wärme ab.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich ein Einrohrsystem pro Stockwerk habe. Das bedeutet, es gibt zwar Vor- und Rücklauf zum Stockwerk, aber dort hängen die Heizkörper in einem Strang seriell zusammen. Das Schließen aller Bypassventile hat dazu beigetragen, dass durch den einen zu kühlen Heizkörper deutlich mehr Volumenstrom fließt. Die Pumpe hatte nämlich keinen anderen Weg mehr, das Wasser zu transportieren. Bis dahin wurde sehr viel Wasser umsonst im Kreis gepumpt und der kritische Heizkörper wurde nicht warm genug.

Nun habe ich diesen kühlen Raum als Referenzraum (Führungsgröße) für die Heizung definiert – dank dem MQTT-Thermostat kann man das in Home Assistant einfach ändern.

Alles in allem konnte ich meine notwendige Vorlauftemperatur (bei unter 0 Grad Außentemperatur) von ehemals 75 Grad zum Zeitpunkt des Thermeneinbaus auf unter 50 Grad senken. Lüfter (Heizkörperverstärker) würden noch weiter helfen, das habe ich schon probiert, aber das Geräusch ist im Wohnraum nicht gerne gehört. Langfristig muss dieser eine Heizkörper gegen einen größeren getauscht werden, um die Vorlauftemperatur noch weiter zu senken und den Gasverbrauch bis zum Einbau der Wärmepumpe weiter zu reduzieren.

Hier noch der Beweis mit der aktuellen Vorlauftemperatur bei minus 5 Grad heute:

Ich hoffe, das passt hier rein. Es hat mit Gasheizungsoptimierung und Verbrauchsreduzierung zu tun, auch wenn es hier um eine moderne Brennwerttherme geht und nicht um die klassischen Altgeräte.

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sommer winter umschaltung bedeutet bei mir dass die therme ab einer bestimmten außentemperatur in den warmwasserbetrieb wechselt, wärend die heizung ausbleibt.
wenn kein ww abgenommen wird läuft die pume der gastherme einmal kurz am tag damit die nicht mit dem heizungsschlamm(abscheider ist drin aber es ist ja immer noch zeug im wasser) festbackt.

ich nutze das um meine splitklima zu steuern.
statt dem außenthermostat habe ich feste widerstände, läuft die splitklima schaltet ein relais den 26°C widerstand für den sommer ein und die gastherme macht nur noch warmwasser.
ist mein akku soc zu niedrig schaltet das schütz hart den strom der split ab und es wird automatisch der winterwiderstand 2°C an die gastherme geschaltet, die nimmt den heizbetrieb wieder auf bis mein akku soc wieder hoch genug ist um die klima einzuschalten.

hatte letztens eine wartung, seit 3 jahren erste wartung normal macht man das einmal jährlich.
der techniker hat mich gefragt 3 jahre wolf gastherme ohne wartung und so wenig dreck drin?
wie geht das?

ich zeige mit dem finger auf den 110kwh akku und mit dem fuß auf den heizstab :sweat_smile:

und ne ne splitklima habe ich auch noch als heizung hab ich gesagt.

hat leider trotzdem fast 400eur gekostet, arbeitszeit und material.
der hat aber echt viel gemacht und mir auch einiges erklärt wie ich so eine wartung mit wenig aufwand selbst machen kann.
weil er gesehen hat das ich die komplette heizung selbst gebaut habe. (bis auf den gasanschluss)
richtig eingestellt war sie auch als er die brennerstarts und die betriebszeit angesehen hat.

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Hast du einen ELCO Heizungsregler Logon E da dran?

Mistral KI behauptet, da wird z.B. die Heizkurve eingestellt.

Es gibt wohl Silent Lüfter, passt für typ22?
Wenn man den ganzen "unterboden" vollmacht und sie klein einstellt, kann man die wohl fast nicht mehr hören. Ich weiß allerdings nicht, wieviel mehr die rauskriegen, auf kleiner Stufe:

Ich hab leider nur diese 1 Platte, heißt meine ich Typ 11. Der hat wirklich überhaupt keine Lamellen. 40mm ginge sich dahinter aus, davon 10 Stück nebeneinander habe ich probiert. Bringt kaum was und surrt wie ein Bienenschwarm. Hier ein Foto von Version 1 als erster versuch mit 5 Lüfter:

80mm ist besser, steht dann vorne aber über. Bei einem anderen Heizkörper Typ 22 habe ich es probiert, da habend die Ventilatoren sehr viel gebracht.

In diesem Fall ist der Heizkörper einfach zu klein dimensioniert. Wird nicht die Welt kosten, das Ding zu tauschen, dann ist man auch für eine WP gut gerüstet.

Hier ein Foto von einem Typ 22 Heizkörper mit 5x Arctic 140mm unten drunter. Immer wo es bergauf geht waren die Lüfter an, Heizkörper war permanent auf Stufe 5 (Max) mit 45 gard Vorlauf.

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Wenn es nur eine Platte ohne "kühlrippen" ist, ist es wohl sogar ein typ10. Nur Wärmestrahler.
Der braucht Hitze im Vorlauf.

Ein typ22 gibt es ab 70Eu oder so in Baumarkt.

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Leider dieser Einrohr Blödsinn. Rohrabstand RL/ZL sind 45mm, das ist auch ein komisches Maß.

Wenn der neue dann sehr groß ist und kein Bypass mehr hat, hätte im Fall einer Abregelung das Badezimmer daneben keine Wärme mehr, weil der Thermostat zumacht. Alles nicht ganz so leicht, leider.

Habe gerade viel zu tun, aber ich plane das demnächst endlich zu tauschen.

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Nein, nur das Relais.

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Ich habe meine Verteilerdosen Shellys auf Tasmota umgeflasht, da mir die Tasmota Oberfläche besser gefallen hat und nix an irgendwelche externe Server geht.
Daher kann ich zur Funktion der Shellys nix sagen.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Danke! Muß ich auch mal probieren. Ein/zwei Shellys die noch funktionieren aber durch esphome Lösungen ersetzt wurden, müßte ich eh über haben. Eben gesehen, daß man da ja keinen Adapter für die Addon Pins für braucht sondern das OTA geht.

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Wenn's mit PINS gewesen wäre, hätte ich es auch nicht gemacht.
OTA ist cool.

Edit: aber beim OTA File genau auf die richtige Prozessor Version achten, sonst hast du einen Backstein (Brick)

Herzliche Grüße
Eclipse

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So habe ich vor 10 Jahren mit unserer neuen Viessmann Heizung auch angefangen. Raspberry in den Heizungskeller, den V-Adapter gebaut und über USB an den Raspberry. Letztes Jahr hat Viessmann die Unterstützung des alten LAN Adapters, den ich zwecks Überwachung mit der Viessmann App nutze, angekündigt. Alle Kunden mussten sich den neuen Vito Connect Adapter kaufen, der dann über die optische Schnittstelle mit dem Gerät kommuniziert. Da die Nutzung der Vicare App im Vordergrund stand (WAF😊) verschwand die Lösung mit dem Raspberry und dem vconnectd. Seit ca. 3 Jahren setzte ich Homeassistant ein (die beste Integrationslösung sämtlicher am Markt verfügbaren Smarthome Lösungen) ein. Alle Werte der Heizung lassen sich übersichtlich in einem Dashboard darstellen, weiter verarbeiten z.B. für eine Automation oder direkt bedienen.

Danke für die vielen wichtigen Beiträge hier.

Auch ich versuche vor Einbau einer Wärmepumpe die bestehende Gastherme zu optimieren.

Ist leider ebenso wie tw von euch beschrieben:

in den 10 Jahren bevor wir Eigentümer wurden hat die Vaillant Ecotec je Takt nur 6min gelaufen. Nur Heizung wohlgemerkt, Warmwasser noch on top. Steigung Heizkurve bei 1,5.

Aktuell bin ich bei einer Laufzeit von über 80min je Takt und das obwohl das Haus mittlerweile saniert wurde (neue Fenster, Türen, Dämmung Hohlschicht Mauerwerk) und daher eigentlich eher weniger Wärme abnehmen kann.

Ja, das ist eine Momentaufnahme, zusammen mit der Übergangszeit wird sich das wieder etwas relativieren.

Die Heizkurve von 0,65 -mit Heizkörpern!!- mußte ich zu Weihnachten auf 0,6 reduzieren. Es wurde einfach zu warm :rofl:

Ich habe erst relativ spät gemerkt, daß bei uns trotz Baujahr Mitte der 90er einstellbare Ventile verbaut sind. Aber was nutzen die wenn in den Haupträumen (Küche, Bad, Wohnzimmer) bereits die den Durchfluß reduzieren?

Ich bin mittlerweile erstaunt, wieviel machbar ist ohne auch nur einen Euro in die Hand zu nehmen.

Oder andersherum: ich bin fassungslos wie viel Energie und Geld wir nutzlos aufwenden um damit unseren eigenen Geldbeutel und auch unsere Umwelt zu schädigen.

Die Gasthermen mögen die kurzen Takte verkraften, aber was dabei eigentlich immer vergessen wird: jeder Verbrenner bläst nach Start deutlich mehr Schadstoffe in die Umwelt

Da sind wir gesetzlich verpflichtet alle 2/3 Jahre eine Abgasmessung durchführen zu lassen, und nutzen bspw diese Gelegenheiten nicht um unsere Verbräuche zu reduzieren.

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Das war auch mein Aha Erlebnis. Ich würde schätzen das im Schnitt eine zweistellige Prozentzahl Einsparung alleine durch Einstellen zu erreichen ist.

Bin auch geheilt was das Fachhandwerk da angeht. Die leisten das nicht

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Da muß man auch am Anfang 2-3 mal vorbeikommen wenn die AußenTemperaturen sich gut unterscheiden.

Und wehe es wird zu kalt!

Situation bei mir so ähnlich wie oben beschrieben. Gasheizung von 2014. pro Jahr ca. 7000 kWh Gas. 14-18 cm Dämmung.

Einstellung Heizung vom Installateur: Steigung der Heizkurve bei 1,5. Maximale Temperatur 75°C. Ich habe seit Oktober angefangen die Taktung mir anzuschauen (Handaufschreibung) und vor eim paar Tagen dann Einstellungen geändert.

-seit Inbetriebnahme 2014 hat die Heizung 113000 STarts und 22286 Betriebsstunden. Macht über alles ca. 12 Minuten Brennerlaufzeit.

-Im Oktober habe ich durchschnittliche Brennerlaufzeiten von im 2 bis 10 Minuten gehabt. (jeweils von aufgeschriebenem Wert zu aufgeschriebenem Wert berechnet)

-Von Mitte Dezember bis Mitte Januar dann 16 bis 21 Minuten, da war es ja auch kälter.

-Nach der Anpassung der Heizungseinstellungen (Begrenzug der Maximalen Kesseltemperatur auf 50°C und Anpassung der Steigung der Heizkurve auf 0,5) habe ich jetzt Brennerlaufzeiten gehabt von 90 bis 210 Minuten. Die Vorlauftemperatur ist 40-42 °C, Rücklauf ca. 8°C tiefer. Das reichte auch am 11.1.26, wo es ja den ganzen Tag -6 bis -9°C war. Vor der Anpassung der Heizkurve hatten wir eine Vorlauftemperatur von ca. 55°C.

Heute sind es draußen ca. 8°C, der Brenner läuft auf minimaler Leistung und die Vorlauftemperatur ist auch 40-42°C.

EINFLUSS AUF DEN GASVERBRAUCH:

In den letzten drei Tagen hatte ich jeweils in 24 Stunden mittlere Tagesleistungen von 1,9 bis 2,3 kW. (Nachts habe ich eine Absenkung drin). 2025, also mit alten einstellungen hatte ich im Januar mittlere Tagesleistungen von 2,0 bis 2,6 kW, aber ich habe mir die Außentemperaturen 2025 nicht aufgeschrieben. Ich kann also nicht belegen, ob der Verbrauch mit den neuen Einstellungen runtergegangen ist. Eine Tendenz ist vielleicht da. Interessant ist vielleicht folgendes: Mit den aktuellen Einstellungen sehe ich aus dem Schornstein keinen Dampf mehr aufsteigen. Mit den alten Einstellungen konnte ich Dampf sehen, wenn der Brenner lief. Mein Gefühl ist auch, dass jetzt mehr Wasser aus dem Kondenzwasser ablauf aus der Heizung kommt. Das würde dafür sprechen, dass es effizienter läuft. Wenn die Heizsaison vorbei ist und damit mehr Daten vorliegen, kann man das vielleicht besser bedwerten.

Auch ich schüttle nur den Kopf, wie wenig sich die Fachleute (Installateure) um die Heizungseinstellung kümmern. Jetzt weiß ich als Laie, dass eine Steiung von 1,5 bei einem gut isolierten Haus viel zu steil ist. Installateure sollten das wissen. Wahrscheinlich denken die sich: “Kunden beschweren sich, wenn es zu kalt wird, aber nicht, wenn die Heizung mehr taktet oder mehr verbraucht oder der Vorlauf zu warm ist. Daher lieber heißer einstellen.”

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ich verstehe die Probleme der SHKler, nur gesellschaftlich ist's eben fatal.

Und die Berichterstattung der Medien preist als Allheilmittel auch eher den hydraulischen Abgleich an. Wer die Chance hat die Heizkurve zu verstellen hat es nMn in der Hand viel schneller, viel günstiger zu Einsparungen zu kommen.

Mein SHKler fragte mich doch allen Ernstes woher ich denn die PIN für die Handwerkerebene meiner Vaillant Gastherme hätte ..

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