Nutzen statt abregeln: Kostenloses Überschußladen!

fett !

Kostenloses Überschussladen ist nicht durchzusetzen. Will man die Eigner der Ladestationen enteignen? Die haben investiert und wollen Ihr Geld wieder rein bringen Und auch die Verteilnetzbetreiber wollen Ihre Investitionen (Leitungen, Trafos, etc.) wieder reinkriegen.

Man kann den Strompreis auf Null setzen. Aber selbst dann muss ein Ladestationsbetreiber Geld pro kWh nehmen und auch dem VNB Geld für das Netz zahlen. Kostenlos Laden kommt dann nicht raus.

Ist auch keine gute Idee Ladestrom kostenfrei anzubieten. Haben ja gesehen, was für ein Chaos damals entstand als die ersten Ladeanbieter da waren, noch keine ordentliche Abrechnung hatten und den Ladestrom kostenfrei angeboten haben. Lange Schlangen an den Ladestationen, bei denen dann auch diejenigen laden, die eine Wallbox zu Hause haben. Das ist dann zum Nachteil derjenigen, die keinen Wallbox zu Hause haben.

Meines Erachtens nach darf der Ladestrom an öffentlichen Ladestationen nicht günstiger als der Haushaltsstrom werden. Ansonsten sperren wir die Mieter ohne Wallbox aus.

Meines Erachtens nach sollte man eher fordern, dass die Ladeanbieter variable Preise anbieten müssen. Abhängig von den Börsenpreisen.

Kostenloses Überschussladen würde dazu führen, dass es Schlaumeier gibt, die Autos mit großen Akkus kaufen, V2H nutzen und Ihr Haus mit kostenfreien Strom betreiben. Das kann man nicht kontrollieren und es ist auch nicht sinnvoll.

Ja, das ist ein großen Problem in DE. Könnte man ganz einfach lösen: Strompreiszonen

Wird in Europa in vielen Ländern so gemacht.

Dann würden man ganz schnell Leitungen von Süden nach Norden bauen, weil die Preise im Süden von DE steigen würden, wenn es nicht genug Sonne gibt.

Dann müsste man nicht mehr so oft Windräder abschalten müssen.

Wieso sollte das nicht sinnvoll sein? Zu Überproduktionszeiten landet der Strom im Auto und wird in der pösen Dunkelflaute am Abend in die Hausversorgung gesteckt, statt das Netz zu belasten. Das ist doch nur eine Neiddebatte. Würde der BEV-Besitzer statt V2H V2G machen, alle würden applaudieren. Obendrein bekäme er dafür vielleicht sogar noch Geld, weil er das Netz entlastet.

Genau, die 2te Monatshälfte bei Dir war bei mir schon im Februar :wink:

-damit wollte ich erreichen, das Außenstehende, die sich eine Vollversorgung mit PV vorstellen, weil ihnen jemand zeigt, wie sie schon im April diesen Jahres übergelaufen sind mit produziertem Strom, einfach mal sehen, dass zu der Zeit wo idR am Meisten Bedarf herrscht, am wenigsten runter kommt. Und zwar seeehr wenig. Und da nützt es wenig noch ein paar Solarfelder dranzubauen, damit im Sommerhalbjahr noch mehr abgeregelt wird- sondern sich Konzepte ersinnen, wie zB die Wärme zu speichern und in den Winter zu transferieren möglich ist. Ob es nun große Wasserbehältnisse sind, oder man mit Heizstäben den Kellerboden aufheizt oder wie auch immer.

Da ist keine Neiddebatte. Ganz im Gegenteil. Mit kostenlosem Ladestrom macht man das Geschäftsmodell der Ladeanbieter kaputt. Der Preis des Ladestroms würde in den übrigen Zeiten stark steigen. Irgendwie müssen die Ladeanbieter ja Ihre Investitionen wieder herausholen.

Und es ist zum Nachteil derjenigen, die keine Wallbox zu Hause haben. Also insbesondere Mieter oder Besitzer von Eigentumswohnungen, bei denen man keine Wallbox installieren kann.

Sinnvoll ist es aber den Ladestrom bei niedrigen Börsenstrompreisen günstiger anzubieten. Da wird die Nachfrage automatisch höher. Darf nur nicht geringer sein als der Strom von Wallbox-Besitzern ohne PV-Anlage. Ansonsten laden die auch (Motto “Geiz ist geil”) nicht mehr zu Hause, sondern bei den Ladeanbietern.

Die ganze Diskussion setzt ja voraus, daß die Ladestromanbieter Strom zum jeweils gerade gültigen Preis kaufen, und nicht längerfristig. Ob das tatsächlich so ist, darf bezweifelt werden.

Oliver

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Stimmt. Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Guter Punkt.

Beispiel eines Ladeanbieters, der Ladestrompreise abhängig von der Tageszeit ändert.

Tesla reduziert zu bestimmten Zeiten den Ladestrom nicht, wenn der Börsenstrom günstig ist, sondern wenn die Auslastung der Ladestationen gering ist. Es wird zu Zeiten teurer, wenn die Nachfrage hoch ist. Auch wenn die Sonne scheint. Würde vermuten, dass Tesla den Strom unabhängig vom Börsenpreis einkauft.

Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist es eher teuer, weil viele dann unterwegs sind und zwischendurch laden wollen. Abends dann günstiger, auch wenn die Sonne dann schon untergegangen ist.

Habe auch noch nicht davon gehört, dass Ladestromanbieter in Ihren Ladestationen Smartmeter/Gateways einsetzen, um den Strom abhängig vom Börsenpreis einzukaufen.

“Geiz ist geil” ist genau das Neidstichwort. Abgesehen davon, was hat die Verfügbarkeit einer WB damit zu tun? Der Mieter lädt sein BEV zu geringsten Kosten und fährt dann den Rest der Woche, oder wie lange auch immer, für kleine Kohle. Der Ladestrom soll auch nicht kostenlos sein, sondern die Vergütung der Betreiber plus Netzgebühren kosten. Dazu einen kleinen Aufschlag, so dass ein Abregeln weniger attraktiv wäre wie ein Weiterbetrieb der Anlage. Dann kostet AC meinetwegen 12ct. oder so. Heute lag lt. Vattenfall der Börsenstrompreis zwischen 11:45 und 15:30 bei weniger als 2ct. Die Netzentgelte liegen lt. Netz bei etwa 10ct. Jetzt noch einmal den Börsenstrompreis obendrauf und der Anbieter verdient durch den Betrieb mehr als durch die, hoffentlich börsenpreisabhängige, Entschädigung im Abregelfall. In den knapp vier Stunden pfeift sich das BEV 60kWh rein die ca. 9€ kosten würden.

Du hast es nicht verstanden. Geiz ist geil, ist kein Neid, sondern bedeutet in dem Zusammenhang, dass Mieter benachteiligt werden.

Habe ich doch ausgeführt. Bei Elektroautos gibt es derzeit Ungleichgewicht. Eigenheimbesitzer wie ich, haben es leicht. Sie können ohne Aufwand zu Hause laden und da zu einem geringeren Preis, da der Haushaltsstrom günstiger ist als der Strom an den Ladestationen der Anbieter ist.

Aktuell laden fast alle Eigenheimbesitzer dort wo es günstiger ist, nämlich zu Hause. Die Ladestationen der Anbieter werden nur dann genutzt, wenn es unbedingt sein, muss, also meist auf Langstrecken.

Mieter bzw. Personen, die keinen Wallbox haben, müssen bei den Ladestationen der Anbieter laden. Sie haben keine Wahl. Zudem haben sie größeren Aufwand. Man fährt als Mieter nicht auf den eigenen Parkplatz und hat in 5 Sekunden dei Typ2-Stecker an das Auto gesteckt.

Wenn, wie es früher mal war, der Preis an den Ladestationen geringer ist als an den Wallboxen zu Hause, laden die Eigenheimbesitzer überwiegend an den Ladestationen der Anbieter. Das hatten wir schon einmal vor mehreren Jahren, als die Anbieter noch keine Abrechnungsmodelle hatten und den Strom an den Ladestationen kostenfrei angeboten haben. Damals bei LIDL, Aldi und neuen Anbietern, die noch keine Abrechnungsmodelle hatten. Resultat war, dass die Ladestationen von denjenigen blockiert wurden, deren Motto “Geiz ist geil” war. Teilweise standen die Autos dort stundenlang.

Das waren dann die Besitzer der Elektroautos generell. Der überwiegende Teil waren aber Besitzer mit Wallboxen zu Hause. Hat man gut gesehen als die Preise an den Ladestationen höher wurden. Auf einmal waren die Schlangen an den Ladestationen weg. Nicht weil es auf einmal weniger Elektroautos gab……

Ist also keine Neid-Debatte, sondern eher das Gegenteil. Ich habe es besonders gut. Eigenheimbesitzer und PV-Anlage. Bei der Kombination ist ein Elektroauto besonders wirtschaftlich.

Es geht mir um Gerechtigkeit. Mieter werden schon jetzt beim Laden von Elektroautos benachteiligt. Die Preise an den Ladestationen unter den Haushaltstrompreis zu bringen, benachteiligt die Mieter noch weiter. Wir haben schon aus der Historie gesehen wohin kostenloser Ladestrom führt. Zu nichts Gutem.

Dein Argument war doch, Eigenheimer sollen nicht günstig laden und den Strom daheim verwenden können. Das sei nicht sinnvoll. Erklär doch mal, warum der Transfer von Überschussstrom mit Hilfe des BEV vom Tag in die Nacht nicht sinnvoll ist?

Wäre V2G nur dann sinnvoll, wenn der PV und BEV-Eigner das mit dem Strom vom eigenen Dach macht? Wenn ich einen sehr großen Akku mit variablem Stromtarif zu Niedrigstpreisen voll mache und dann den Strom am Abend wieder zu höheren Preisen verkaufen könnte? Huch, benachteilige ich schon wieder die Mieter? Was Dir vorschwebt ist eine Gleichmacherei ohne Rücksicht auf Verluste.

Ob der Besitzer einer WB tatsächlich ein paar Minuten Fußmarsch auf sich nimmt, um an der öffentlichen Säule 10€ zu sparen?

V2H (ich habe nicht von V2G gesprochen) verschärft das Problem natürlich für die Mieter noch weiter, weil Hausbesitzer es toll finden kostenlosen Strom abzugreifen und Mieter eine lange Schlange vor den Ladestationen vorfinden und ansonsten mehr zahlen.

Aber es wird so und so nicht dazu kommen, wie ich schon ausgeführt habe. Neben den Netzkosten, kommen die Kosten für die Investition der teuren DC-Schnelllader dazu. Da wird der Ladestrompreis kaum unter dem Preis des Haushaltstroms fallen.

Sofern die Ladeanbieter überhaupt variable Stromtarife haben. Nach der Ausführung OliverSo ist es vermutlich so und so der Fall, dass diese keine börsennotierten variablen Tarife haben.

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Das stellt der Mieter auf seiner Stromrechnung wie fest, wenn der BEV-Schmarotzer statt ins Netz nur in sein Haus einspeist? Der Strombedarf sinkt, wenn auch nicht im gleichen Maße, wobei bei V2G sicherlich eingestellt werden könnte, welche Leistung ich ins Netz abgeben möchte. Der Vorteil für die Einspeisung ins Haus über die dunklen Stunden beliefe sich auf 4, 5, 6 kWh? Bei meinem Beispiel bringt das dem Häuslebesitzer mit schottischen Vorfahren dann etwa einen € pro Nacht Vorteil. Jede zweite Nacht eine Extrakugel Eis. Dickes Ding.

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Das stellt der Mieter mit Elektroauto fest, wenn er in der langen Schlange steht, alle Ladesäulen belegt sind und er später einen erhöhten Preis an der Ladesäule zahlt, weil “Schmarotzer” mit Wallbox zu Hause die Kosten erhöht haben.

Und erst die "Schmarotzer" mit öltank, die keine Gasnetzkosten...

Moment.

Was war das Thema?

"Nutzen statt abregeln: Kostenloses Überschußladen!":

Die Spitzen der Erneuerbaren sollen besser genutzt werden, damit weniger ungenutzt "verfällt".

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Oh, ja. Macht angeblich den Strom insgesamt günstiger wenn die Spitzen gepuffert werden.

Irgendwie kann ich nicht glauben das angeblich nur um die 3-4% abgeregelt werden. Natürlich, man sieht mit eigenen Augen im Reallife immer nur den einen Ausschnitt aus der eigenen Region oder ggfs. Regionen die man zufällig gerade besucht. Jedenfalls, bei uns stehen sämtliche 1 - 5MW Luftquirle still wenn der Wind richtig bläst.

Laut IWR hat der Überschuss mit all seinen Folgen, was Kosten für das sog. Netzengpassmanagement inkl. Redispatch und Abregelung, rund 3 Milliarden Euro in 2025 gekostet. 2024 in ähnlicher Größenordnung. Das macht in Summe schon mal 6Milliarden Euro. Sicher ist das überschaubar, aber verdammt teuer für 0 Gegenwert.

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Demnach müsste es doch klar sein, daß mit der sehr geringen Anzahl an BEV das Unterfangen "umsonst" laden zu können keinen erkennbaren Beitrag leisten kann :rofl:

Es ist erstaunlich, daß privat wegen 3 oder4% schlechteren Wirkungsgrad kein Faß aufgemacht wird und das als "ist egal" und damit schlechtere Technik akzeptiert wird, aber dann auf einmal - Wendehals.

Amüsant

Ja und da ist in der Diskussion klar geworden, dass kostenloses Überschussladen an der bestehenden Ladeinfrastruktur so nicht funktioniert.

Die Ladeanbieter wollen weiterhin Investitionskosten und monatlichen Kosten an die Kunden weitergeben. Wer soll das dann zahlen? Der Staat? Oder sollen die Ladeanbieter außerhalb der Zeiten die Preise erhöhen, um das zu kompensieren? Und wie will man es schaffen, dass der Ladeanbieter mit Verträgen ohne Börsenstrompreis den Strom auch kostenfrei bekommen?

Eben nochmal mit claude recherchiert. 30.3 TWh = 3.5% wurden netzbedingt abgeregelt und für die Redispatch-Maßnahmen relevant, weiterhin nochmal ein kleiner freiwilliger/marktbasierter Anteil von 1.75 TWh.

Klar ist es schade um das Geld und den Strom, aber man muß halt auch überlegen, was die Alternative kosten würde/wird. Die neuen Unsicherheiten machen es zumindest für Energiegenossenschaften sehr schwer, insbesondere neue Windkraftanlagen zu bauen. Hatten gestern unsere Jahresversammlung, aus zwei angedachten Projekten/Beteiligungen haben wir uns letztes Jahr verabschiedet. Wirtschaftlich zwingende Akkus für projektierte Freiflächen-PVs dümpeln im Winter rum, weil man sonst bis zum Sankt Nimmerleinstag auf eine Freigabe vom Netzbetreiber warten müßte ... Nutzung für sowohl Grün- als auch Graustrom überfordert offenbar unsere Juristen in den Ministerien. An unserer Uni hab ich erfahren dümpelt ein vor Jahrzehnten installierter Netzknoten mit 80 MW Trafo (Uni braucht im Maximum wohl höchstens so 5 MW) rum, wo man prima die dortigen Dach-PVs puffern und weiter ausbauen könnte und richtig dick was fürs Netz machen könnte ... Scheitert bislang auch an juristischen Problemen.

Zusammenfassung

Quellen:

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Danke für die Zahlen!