Die vier Beiträge bringen uns nicht weiter, klärt das doch bitte per PN. Bei einem anderen Thema könnt Ihr Euch vielleicht helfen, lohnt sich der persönliche Stress?
Richtig, man misst dann in dem Bereich, der z.B. bei Lehmputz oder Silikat-Platten als "Pufferzone" zum Feuchteausgleich vorgesehen ist - dort eingetragene Feuchtigkeit soll bei zu trockenem Innenklima zurück in die Raumluft verdunsten.
Was solch eine Messung von außen in der Randschicht einer VWS-Dämmung ergäbe, vielleicht noch zusammen mit einer Temperaturmessung und das kontinuierlich über eine komplette Heizperiode, hätte da m.M.n. mehr Aussagekraft über Wärmedämmung und Wärmeleitfähigkeit einer Außenwand bei zunehmender Durchfeuchtung durch Dampfdruck während dieser Zeit.
Dann gleich das mal mit dem in der DIN DIN 1946-6 geforderten Luftwechsel ab ->
Hygienischer Mindestluftwechsel = 0,5 1/h, d.h. innerhalb von 2 Stunden sollte die Raumluft vollständig ausgetauscht sein => je dichter das Gebäude, desto mehr Aufwand muss für diesen Luftwechsel betrieben werden
Feuchteschutz = 0,15-0,20 1/h, d.h. auch wenn sich keine Feuchte emittierenden Personen oder Einrichtungen im Gebäude befinden, ist ein vollständiger Luftwechsel alle 5 Stunden Vorgabe.
Morgens mal Lüften wie Oma funktioniert heute nicht mehr!
Angeraten wird zum Tausch nach 20-30 Jahren und das deckt sich mit meinen Erfahrungen als Tischler und Bauplaner. Die alten Fenster fallen dann noch nicht raus, aber Dichtheit, Verschleiß und bei heute üblichen Glaskonstruktionen auch die spezifische Dichtheit dieser Verbundlösungen kommen dann in den Grenzbereich.
Was nutzt die Dreifachverglasung mit der Wärmeschutzbedampfung, wenn diese fleckig wird und durch den undichten Randverbund Feuchte in die Glaszwischenräume eindringt und damit der ehemalige K-wert der Scheibe auf den von 3x Einfachglas schrumpft.
Kein entweder oder, sondern immer beides!
Sachgerecht angebrachte Folienabdichtungen werden innen und außen flächig an den tragenden Wandkonstruktionen angebracht und von der späteren Wandverkleidung -> Beschichtung/Putz/Klinker o.ä. überdeckt.
Dass das technisch beim Fenstertausch fast unmöglich ist, ist mir schon länger klar. Dass dabei gepfuscht wird, was das Zeug hält, ebenso.
Daher auch meine Meinung, dass die zugehörige DIN es mit den "zwingend nötigen Dichtmaßnahmen" gehörig übertreibt.
Außen schlagregendicht und innen dicht gegen den Rahmen eingeputzt reicht völlig aus, ob dann vollfugig geschäumt oder mit Mineralwolle gestopft wird, liegt am Geldbeutel oder dem Grad des Selbermachens -> ordentliches Stopfen dauert und Zeit ist Geld.
Ja, es gibt eine riesengroße Diskrepanz zwischen den formulierten Vorgaben nach RAL und dem, was in der Praxis gemacht wird. Ganz oft wird einfach ausgeschäumt, Abdeckung drauf, fertig.
Ich glaube, da gibts ein Missverständnis. Er schrieb doch, nach seiner Meinung soll U-Wert der Fenster größer sein als Wand. Wenn ein 2fach Fenster 1,1 hat und die Wand 0,24, dann wäre das doch direkt gegeben. Also völlig normal und nicht unmöglich.
Persönlich halte ich es für grundfalsch und das war auch der zentrale Grund, warum ich diesen Eingangspost geschrieben habe. Ich halte das für einen Irrglauben.
Da ist auch die Frage, was reicht an Luftaustausch und was man hat. Viele ältere Gebäude sind ja so undicht, dass man auch darüber schon einiges hat, ohne das genau vermessen zu können.
Was reicht, dafür haben wir eine CO2 Ampel. Da merkt man erstmal, wie häufig man lüften sollte. Und das passt dann in vielen Räumen auch für die Luftfeuchte.
Aus einem alten oder auch nur wenig alten Haus macht man wirtschaftlich betrachtet kein Null-Energiehaus. Heizen muss ich (und auch die meisten anderen) um mich wohl zu fühlen und gesund zu bleiben. Dass es Möglichkeiten gibt, die nötige Technik und das Gebäude zu optimieren, ist klar, aber es sollte ebenso klar sein, dass Amortisationszeiträume nicht unendlich sein dürfen.
Vor 120 Jahren konnten Maurermeister mit Grips als "Baumeister" vom Bauantrag über die Organisation aller Gewerke bis zur Endabnahme alles in Eigenregie organisieren. Viele dieser Bauten, auch innerstädtische Mehrgeschosser stehen heute noch und funktionieren oft besser, als später unter höheren Auflagen errichtete Gebäude.
Mein Haus aus den 60ern erforderte schon Architekt und Statiker, Haustechnik wurde da noch weitgehend den Fachhandwerkern zugetraut. Auch der Bau funktioniert, hat aber substanzmäßig eine deutlich schlechtere Wohnqualität als die vorher beschriebenen. Sparbau aus der Zeit des Baubooms im Westen.
Wer aktuell baut, weiß an Hand der Rechnungen, wie viele Fachingenieure, Techniker und Sachverständige heute selbst für ein "simples" Einfamilienhaus notwendig sind, ihren "wertvollen" Beitrag dazu leisten und auch bezahlt werden müssen.
Über die Jahre wurde bei mir und durch mich viel nachgerüstet und verbessert, aber ich bin mir darüber klar, dass manche Maßnahme entweder herausgeworfenes Geld bedeuten oder sogar einen schädlichen Einfluss auf Bausubstanz oder die Bewohner haben -> also lasse ich es und pfeife auf Vorgaben oder Empfehlungen. Es ist eben so, dass sich besonders gesetzliche Regeln oder Normen nicht nur aus tatsächlicher Notwendigkeit, sondern auch sehr oft aus fleißiger Lobbyarbeit der Unternehmen ergeben, die bei der Umsetzung besonders gut daran verdienen.
Meine fast 70 Jahre Leben in und mit diesem Haus haben uns aufeinander eingespielt, wir wissen miteinander umzugehen.
Wenn ich die Hausdaten in einen der üblichen Rechner eingebe, werden mir ein Heizwärmebedarf von etwas über 70.000 kWh pro Jahr genannt, bei ~ 277 beheizten m².
Im Mittel der letzten 15 Jahre liege ich bei etwa 25.000 kWh, das ist schon ein kleiner Unterschied.
Ich habe mir die Heizlast mal detailliert bauteilbezogen berechnen lassen und dann selbst noch mal gegen gerechnet. Auch hier wieder eine deutliche (nicht ganz so große) Differenz.
Wenn ich also den externen Berechnungen und Ratschlägen folge und die Hütte entsprechend der Empfehlungen dämme und ertüchtige, habe ich einen überdämmten Bau mit unnötigen technischen Spielereien und jede Menge Geld ausgegeben, dass sich bis zum Ende der wirtschaftlichen Nutzung des Gebäudes nicht wieder einspielt.
Ob eine Sanierung in dieser Größenordnung in einem bewohnten Gebäude (auch Mieter) überhaupt machbar wäre, stelle ich mal dahin.
Daher beschränke ich mich auf das, was ich aus meiner Erfahrung für sinnvoll und machbar halte, rüste in Eigenleistung um und auf und kann damit sowohl die Betriebskosten, wie auch Kosten für Erhalt und Verbesserung im Rahmen halten.
PS:
Noch mal zum Luftwechsel -> der in der DIN DIN 1946-6 geforderten Luftwechsel zum Feuchteschutz = 0,15-0,20 1/h, also vollständig alle 5 Stunden gilt natürlich auch währen der längeren Abwesenheit, z.B. Urlaub. Bekommt man im modernen Gebäude nur mit automatisch gesteuerter Belüftungsanlage in den Griff!
Ein gutes Beispiel dafür, wie nah die Verfasser solcher Vorgaben an der Praxis sind
Und dabei ist es erst Mal auch völlig egal, ob man das auf die Dämmung, Fenster, Heizung, WW etc. bezieht.
Fakt ist am Ende, dass Maßnahmen nicht automatisch “umweltfreundlich” sind - wenn sie in der Praxis keinen Sinn machen. Zb. belastet die Erzeugung, Vertrieb, Transport, Einbau die Umwelt ja auch - wenn dann in der Praxis der Unterschied in den zb. eingesparten Heizkosten nur marginal ist bzw. nicht so hoch das es sich rechnet, dann lässt man es besser bleiben denke ich. Und generell hat ohnhin immer alles Vor wie auch Nachteile - ist hier ja nicht anders.
Ich denke eine Art “Sonderstellung” nimmt hier noch eine PV ein, die rechnet sich zwar auch sehr oft nicht (finanziell) - dürfte aber (vermutlich?) für die Umwelt immer einen positiven Beitrag leisten.
Da kann’st das Glas tauschen, das tue ich auch bei alten 2-fach verglasten Fenstern nach 20 - 30 Jahren. Die Rahmen/Flügelkonstruktionen moderner Fenster sind weitestgehend ausentwickelt, halten locker 70 bis 80 Jahre, Dichtungen können getausct, Beschläge repariert werden. Daher ist meine Annahme, dass man an den Bereich Rahmen/Baukörper frühestens in 40 Jahren ‘ran muss, sehr realistisch, und dann sind ohnehin einige Sanierungsmaßnahmen fällig. Es gibt keinen vernünftigen Grund, den Rahmenanschluss an die Gebäudehülle NICHT zu überdämmen und ordentlich einzuputzen. Wenn ich heute in solch einer Frage schon mitdenken will, was in 40 Jahrenevtl. auf mich zu kommt, ist das in etwa wie Kaffeesatzlesen: wohin sich die Beu- und Fenstertechnik in dieser Zeit entwickeln wird, wissen wir überhaupt nicht….
Nicht je dichter… umso mehr, sondern: wenn dicht , dann so, das ist die Vorgabe. Bei uns wären das 165 m3/h nach Auslegung. Da WIR aber hier in inserem Eigentum leben, können und dürfen wir die Lüftung natürlich so anpassen, wie es für uns angenehm ist: seit 10 Jahren auf 50 m3 pro Stunde, was eben den 2,5/24 Std. entspricht; wir leiden weder an Sauerstoffmangel, noch müffelt es oder ist feucht. Übrigens: selbst eine größere Familie atmet keine 50 m3 Luft die Stunde weg. Die Luftfeuchtigkeit liegt üblicherweise bei 40-45%, im Winter muss ein Luftbefeuchter ‘ran. Manchmal machen wir sogar eine Tür auf, um z. B. das Haus zu betreten oder zu verlassen… Für’S allgemeine Verständnis: das Haus ist 10 Jahre alt, Holzständerbau nach Passivstandard, alle Fugen wind- und wetterdicht verklebt…
….sind innen difussionsdicht und außen diffusionsoffen: nur so kann sich im Rahmenbereich kein Tauwasser in der Dämmebene sammeln, die Dämmfähigkeit senken und zu Schimmel führen. Das bedeutet regelmäßig, dass die Laibung innen zunächst glattgeputzt werden muss (vor der Fenstermontage), um das Dichtband innen sauber kleben zu können. Im Holzständerbau entfällt das, weil ich hier einen glatten Holzrahmen habe…
Energetisch amortisieren sich zumindest die Module wohl in rund einem Jahr. Bei den ganz uralten Öl und Gaskesseln, die von einschlägigen Schorni/Heizi/Liebhabern ob ihrer Lebensdauer gerne gehyped werden (ist ja so nachhaltig Dinge möglichst lang zu nutzen …), wird es wohl auch nicht anders sein, wenn ich mir anschau, was in so einer Gasbrennwertterme oder WP gerade mal drin ist.
In die “Schublade” würdest du mich dann wohl sicher auch stecken
Aber ich glaube “gehyped” ist hier der falsche Ausdruck. Das trifft eben denke ich eher auf die Wärmepumpen zu. Da gab (bzw. gibt es noch) es ja wirklich einen Hype, ausgelöst duch die nicht wirklich durchdachten “Pauschalförderungen”. Das Ergebnis war dann: “Wärmepumpe um jeden Preis - wird ja zum Großteil gefördert”. Und es sagen ja die Installateure selber: Da wurden oft Heizungen rausgerissen, die im Bezug auf das was mit Gas / Öl möglich ist am letzten Stand der Technik waren. Das ist für mich persönlich dann krank, insbesondere dann wenn das dann mit Heizsystemen ohne Flächenheizung kombiniert wird und die LWWP dann oft sehr ineffizient läuft. Bivalent mit Öl/Gas geht ja nicht - die musste ja raus…
Das sind dann für mich “Lösungen” wo man einfach systematisch ohne Rücksicht auf die Sinnhaftigkeit und Voraussetzungen LWWP eingebaut hat - weil es die Situation eben gerade “hergegeben hat”.
Im Ergebnis waren und sind die Nutzer dann oft überrascht, weshalb das Ding so viel Strom verbraucht…
Die Wärmepumpentechnik an sich ist schon faszinierend und eine extrem gute Sache, aber es sollte eben schon “passen”…
Deshalb finde ich die LLWP toll, die sind in der Nachrüstung einfach und tasten die vorhandene Zentralheizung nicht an. Daraus ergeben sich dann letztlich (je nach Ausbau) 2 vollwertige und voneinander unabhängige Heizsysteme - die dann je nach Situation (Aussentemperatur usw.) ihre jeweiligen Vorteile ausspielen können. Die LLWP dann noch perfekt kühlen und entfeuchten. Alleine die Redundanz finde ich toll, jeder der im Winter bei sehr tiefen Temperaturen schon ohne Heizung war wird das nachvollziehen können.
Ist eben extrem Situationsabhängig… Sehe ich beim Auto nicht anders: Da fahr ich lieber meinen alten “Euro 4 Diesel Stinker” weiter, wenn mich der quasi im Unterhalt fast nichts kostet. Wertverlust quasi 0. Reperaturen alle selber. Service sowieso. Dafür aber extrem viel Platz, Allrad, 2 To Anhängelast mit um die 7-8 Liter (schon bei Kurzstrecke, sonst viel weniger) wenig Verbrauch. Baumarkteinkauf ohne Anhänger kein Problem. Große Platten auf den Boden oder auch einfach auf die umgeklappten Sitze.
Aber: Das Ding fährt auch nicht viel. Um die 10 max 15 Tkm im Jahr.
Da wäre es absurd, etwas zu kaufen, dass dann zwar im Betrieb ggfs. sparsamer wäre - aber die ganzen anderen Kosten explodieren + der Nutzwert sehr viel schlechter ist.
Würde ich aber nun einen Neuwagen kaufen oder auch einen “sehr neuwertigen” - dann wäre BEV für mich absolut eine Option. Schon alleine weil die Reichweite im Alltag 100% ausreichen würde (bei fast jedem) und bei Urlaubsfahrten etc. nachladen ja völlig egal ist.
Bin ich ganz bei Dir. Hätte ich wie mein einer Nachbar und die Vermieter die vorher drin gewohnt haben, so nen schönen alten Volvo 60 Kombi, würde ich den wohl auch behalten, bis er auseinander fällt. Mit meinem Polo bin ich vor 10 Jahren zuletzt auch nur so 4000 km im Jahr gefahren. Sorry, hab mich bei der Heizung auch etwas zu kurz ausgedrückt/erklärt was ich meine. Wenn man die Ölheizung nur noch für den Rest nutzt, den man wie Andreas oder Du und viele andere hier nicht mit den LLWP abgedeckt bekommt. Wenn man da dann sage ich mal nur noch 500 Liter im Jahr braucht, ist jede Neuinstallation natürlich finanzieller Wahnsinn und kommts auf die 100 eingesparten Liter Öl (wenn es wieder Öl wäre) auch nicht an.
Worum es mir ging, bzw. ich dran dachte, waren so Installationen, wo so ein Ölkessel im Jahr 3-4 Tausend Liter Öl durchpustet und der Schorni ihn völlig undifferenziert lobt, weil er ja so tolle Werte hat. Wenn der Eigentümer jetzt über 80 ist, die Arztbesuche immer häufiger werden und die Kinder selber irgendwo ein Haus haben, verstehe ich auch, wenn man da jetzt nicht mehr mit ner LWWP anfängt ... (auch wenn es mich reizen würde, bei meinen Eltern eine selber einzubauen Wenn sie nur nicht 500 km entfernt wären ...).
Mir ging es nur drum, daß man die weitere alleinige Nutzung der alten atmosphärischen Teile nicht ökologisch verklären sollte, wenn sich bei so ein Ding bei entsprechend hohem Verbrauch als alleinige Heizung in wenigen Jahren energetisch amortisiert. Hab das in verschiedenen FB Heizungsgruppen halt oft gesehen, gerade auch von Profis, die es eigentlich besser wissen sollten ... Wenn man so ehrlich ist zu sagen, das macht finanziell keinen Sinn oder ich kann es mir einfach von der Liquität her nicht leisten, dann respektiere ich das natürlich auch. Wenn jemand sich im Gegensatz zu mir dafür vegetarisch oder vegan ernährt - wie meine Schwester mit ihrer alten Ölheizung mit Warmluft Zug - spart er/sie vielleicht mehr CO2 ein als ich mit LLWP+BWWP, wenn man es denn auf dieser Ebene diskutieren will.
Man sollte immer die tatsächlich vorliegende Situation bewerten und nicht irgendeiner Ideologie folgen… Wenn man zb. wirklich viele km mit einem Auto runterreißt - wird sich das BEV sicher auch eher lohnen usw.
Das ist das Übel an der Sache: Diejenigen, wo es am sinnvollsten wäre, steigen wegen der Kosten am wenigsten um… Auch bzgl. der Förderungen eben eigentlich absurd. Da wurden / werden relativ neue rausgerissen, weil die Besitzer unbedingt die Förderung kassieren wollen + sich den Rest leisten können. Die “schlimmsten” Heizungen bleiben davon unberührt, weil auch das Geld für den Rest nach Förderung nicht da ist…
Bei den Auto´s ist es das selbe. Diejenigen die eh schon relativ neue PKW gefahren haben, haben dann auf BEV gewechselt wegen Förderung - die mit den wirklich Umweltschädlichen fahren weiter…
Damit ist für mich deine Argumentation bezüglich Fenstereinbau und luftdichter Gebäudehülle klar geworden. Während meines Studiums habe ich mich auch intensiv mit Holzbau beschäftigt und weiß auch aus diversen Urlauben im Norden um die Vorteile von Holzhäusern.
Selbst wohne ich aber in einem Haus, dass konventionell als Mauerwerksbau ausgeführt ist und da kann man, abgesehen vom Dachgeschoss -> Dachstuhl = Holzbau, einige Dinge bezüglich Luftdichtheit etwas lockerer sehen. Holzbau aus dem Baujahr meines Hauses (1962) ist hier im Rheinland extrem selten vertreten, ein zweigeschossiger Bau in der Art meines Hauses wäre zu der Bauzeit hier gar nicht genehmigungsfähig gewesen.
Umbau oder Sanierungsobjekte aus reinem Holzbau habe ich in meiner Zeit als Planer in über 30 Jahren nicht begleiten können/dürfen, daher kann ich leider nichts konkretes zu eventuellen Baufehlern oder Schäden bei reinen Holzkonstruktionen aus dieser Bauzeit beitragen.
Das gilt natürlich nicht für Bauteile aus Holz in konventionellen Massivbauten -> da wäre die Liste ziemlich lang.
Was bisher nicht erwähnt/beschrieben wurde, ist der Anteil von Öffnungen in den raumumschließenden Wänden. Es macht schon einen Unterschied, ob man sich über einen "introvertierten" Bau mit wenig und kleinen Öffnungen nach außen oder einen fast vollständig verglasten Skelettbau unterhält.
Wir wären dann wieder bei den Grundbedingungen für Trocknung durch Verdunstung => große Oberfläche, Luftbewegung und bestenfalls noch Wärme.
Ich werfe mal noch einen Begriff in die Diskussion, der gerade bei einer gewünschten "thermischen Ertüchtigung" bei Altbauten zu teils unlösbaren Problemen führen kann:
"geometrische Wärmebrücke"
Konkretes Beispiel:
Auskragende Balkonplatte, die nicht thermisch von der Deckenplatte getrennt ist. Dann noch die Anforderung, einen barrierefreien Zugang zum Balkon zu schaffen, d.h. möglichst ohne Schwelle bzw. Stufe.
Da kann dann das zugehörige Fensterelement bzw. Tür noch so dicht und perfekt angeschlossen sein, die kalte, oberseitig nicht dämmbare Betonplatte leitet Wärme ab bzw. bringt Kälte in den Boden des anschließenden Wohnraums => Feuchteansammlung und potentiell Schimmel im Randbereich und schlimmstenfalls in der Trittschalldämmung unter dem Estrich.
Solche, von außen nach innen einbindende Bauteile findet man gerade bei Bauten der 60er und 70er häufig, eine effektive Dämmung ist nur mit höherem Aufwand zu erreichen und verändert oft den Baustil des Hauses (Brutalismus) bis zur Unkenntlichkeit.
Ob man den "alten Schrott" abreißen sollte und ob Neubau wirtschaftlich und nachhaltig wäre ...?
Spaltlüftung nutzen wir im Sommer. Unsere neuen Fenster haben das. Funktioniert wirklich gut, CO2 Messgerät bleibt dann immer grün. Ein Nachteil: Ist dann nicht mehr einbruchsicher, geht nur, wenn man Vorort ist.
In den Niederlanden ist es oft üblich, dass im Fenster irgendwo Lüftungsschlitze eingebaut sind, die man manuell öffnen und schließen kann. Funktioniert auch gut. Und verringert den Einbruchschutz nicht. Gibts auch bei den meisten Fensteranbietern, ist aber in Deuschland noch sehr unüblich.
40-50 Jahre halte ich auch durchaus für realistisch bzw. kenne genügend Gebäude, wo das auch noch so ist.
Allerdings gibts da auch Ausnahmen: Habe schon einige Einfamilienhäuser mit Holzfenstern gesehen, die nicht gepflegt wurden und oft Regen gesehen haben. Lasur ist dann nach 5-7 Jahren defekt und blättert immer mehr ab. Reagiert man darauf nicht, können solche Fenster bereits nach 10-15 Jahren völlig ruiniert sein.
Kunststoff- oder Alufenster sind da deutlich unproblematischer. Dunkle Kunststofffenster sind wieder etwas kritisch, die heizen sich gerne auf und die Profile verziehen sich dann irgendwann. Dann ist alles so krumm und schief, dass es durchzieht und neue Dichtungen auch nichts bringen würden. Auch bleichen die dunklen Fensterrahmen oft hässlich aus.
Ja, funktioniert und sichert die geforderte Luftwechselrate Reduzierte Lüftung (RL) und meist auch Lüftung zum Feuchteschutz (FL).
Problem:
Es geht nicht nur warme, feuchtegesättigte Luft raus, sondern es strömt auch kalte Luft ein -> die Innenlaibungen können dann auch bei außen vorbildlich gedämmten Wänden derart abkühlen, dass dort Feuchteniederschlag stattfindet und sich Schimmel bilden kann.
Man kann oft bei Häusern mit den typischen VWS-Systemen von außen sehen, wie dort gelüftet wird.
bei typischer Stoßlüftung, d.h. mit überwiegen gesamt geöffneten Fenstern mehrmals am Tag ist die Fassade unauffällig und gleichmäßig in ihrer Optik.
bei überwiegender Spalt- oder Kipplüftung bilden sich am Sturz oberhalb der Fenster erst Graufelder und später dann oft deutlich sichtbare Algen-, manchmal auch Schimmel-Beläge aus.
Die feuchte Luft schlägt sich auf dem kalten Oberputz außen nieder, trocknet nur unzureichend ab und bildet durch Dauerfeuchtigkeit und organische Staubablagerungen einen idealen Nährboden für diese Biotope.
Spaltlüftung ist im Sommer also durchaus eine empfehlenswerte Sache, in der kälteren Jahreszeit würde ich diese Option möglichst vermeiden.
Lüftungsschlitze, Rahmenlüfter oder Falzlüfter sind auch in Skandinavien verbreitet. Hier im Land der "Stoßlüfter" noch wenig üblich, was vielleicht auch mit unserem Energiesparverhalten zusammenhängt. Es gibt zwar auch Falzlüfter mit integriertem Wärmetauscher, aber wie weit das wirklich effizient ist und langfristig funktioniert?
Vorbehalte gegen "zu dichte Fenster" und ein dadurch als Eingeschlossen gefühltes Wohnen gibt es schon seit den ersten Fenstern mit Doppelfalz und zwei Dichtungsebenen. Pfiffige Fensterbauer haben damals schon dem Kunden das förderfähige, dichte Fenster bescheinigt und unter der Hand angeboten, einen Teil der Dichtung unten und oben im Falz heraus zu fräsen -> Falzlüftung der pragmatischen Art.
Zwangsbelüftung ist auch eine Möglichkeit. Haben wir in einer Wohnung auch gemacht, da diese keine Zentralbelüftungsanlage hat. Würde ich heute aber glaub ich nicht mehr machen.