Meine Erfahrung: Um einen Abtauvorgang beim Stromverbrauch sicher zu erkennen, braucht man eine recht genaue (minutengenau) Messung. Bei mir sieht das so aus:
Ich bekomme die Daten sogar im 5s-Rythmus in die InfluxDB, insofern ist die Auflösung sehr genau.
Was aber schon auffällt ist, wie stark äquidistant die Taktungen und Abtauvorgänge sind.
Ich hab aber hier fast schon eher das Gefühl, dass das kein 'fester' sondern eher ein minimaler Abstand ist. D.h. für eine gewisse Minimalleistung gibt es auch einen Taktungs-mindestabstand (These).
Also da sollte doch schon eine gewisse 'feste' Logik im Spiel sein.
Herausfinden kann ich es eigentlich nur wenn ich an Parameter 12 noch einmal rumstelle.
Um Weihnachten herum wird die Anlage mal eine Woche lang laufen, da gucke ich mir das nochmal an.
Spannend jedenfalls.
Ich hab mal mit einen kleinen Hand-Anemometer das Strömungsfeld meiner MIDEA ausgemessen. Mit diesen Strömungsgeschwindigkeiten Messwerten kann ich dann auf dem Massenstrom schließen und dann mit der Temperaturerhöhung die thermische Leistung ermitteln.
Und heraus kommt dann ein COP von 5 bis 5,5.
Und das auf kleinster Leistung im "Silent Mode".
Das ist doch ein sehr guter Wert, oder?
OK, das kleine Hand-Anemometer hat sicher eine Messunsicherheit. Und vielleicht mach ich mir mal den Spaß nochmals genauer nachzumessen. Aber erst mal bin ich mit den Ergebnissen ganz zufrieden.
Sie entsprechen in etwa den theoretischen Werten, die ich erwarten würde mit einer "Übertemperatur" bzw. "Untertemperatur von3-4°C in den Wärmetauschern.
So ein Hand-Anemometer gibt es für ca. 10-15€ im Internet.
Probiert es doch mal selber aus! Ich wäre mal gespannt auch eure Ergebnisse.
Aus dem Technischen Manual der Midea R32 Variante (TM_AG(GA)_R32_3D INV_EU_NA_2308)
Ab ~2020 tauchen in den Manuals auch immer mehr Hinweise auf R290 Kältemittel auf, aber ich habe leider noch kein technisches Handbuch im Netz zu den R290 Geräten gefunden. Mid/Low Aiflow sind aufgrund der Stufenlosigkeit eher Schätzwerte, aber die 520m³ pro Stunde könnten für COP Berechnungen ggf. eine Hilfe sein
Es bräuchte dafür mal ein technisches Wiki, um so die Herstellerinfos zusammenzutragen (und welche Geräte bspw. baugleich sind)
Dieses Weihnachten war hier härtetest, -7 bis -11 Grad und heute starker Nebel mit heftiger Reifbildung.
Optimaler Zeitpunkt um mal einen Abtauvorgang zu beobachten.
Die Anlage schlägt sich auch bei diesen Bedingungen mit Bravour und macht es mollig warm, etwa alle 1-2 Stunden wird aber dann mal wirklich abgetaut, nicht weil getaktet wird. Dauert dann auch wirklich länger, so 6-8 Minuten insgesamt.
Unten mal ein Video welches ich ungelistet hochgeladen habe, wo man den wesentlichen Teil des Abtauvorgangs schön sieht. Da kommt einiges zusammen.
Ich habe aber bemerkt, dass der Ablaufstutzen sehr schnell vereist und ihn deshalb entfernt. Ist erstmal kein problem weil es durch die vielen anderen Wannenlöcher immer noch zuverlässig abläuft. Werde aber sicherlich noch eine Mini-Dachrinne installieren um das Wasser noch etwas weiter vom Haus wegzukriegen, so wie es da aber erstmal auf die Hohlblocksteine tropft passiert erstmal nichts.
Sehr schön dokumentiert.
War während des Videos das hintere Loch noch zugefroren? Wenn nicht, dann würde ich die Ausrichtung noch mal prüfen. Das warme Wasser sollte schön konzentriert nur aus dem hinteren mittleren Loch abfliessen und im Gerät selbst nirgends als Pfütze stehen bleiben, dann bilden sich innen auch nirgends grössere Eisplatten und das Ablaufloch bleibt dann auch frei.
Dieser Ablaufstöpsel muss aber natürlich ab bleiben.
Ja genau im Moment ist der zugefroren, deshalb kommt es andernorts raus. Das war der Grund warum ich den Ablaufadapter entnommen habe.
Dafür muss es jetzt erstmal wieder auftauen dort in dem Tiefpunkt der Wanne, aber ist wie gesagt erstmal unkritisch. Hab heute genau beobachtet, dass ich keinen weiteren Eisaufbau in der Wanne bekomme, dann muss es jetzt eben erstmal seitlich und vorn ablaufen.
Hier mal meine mit dem vermessenen Strömungsfeld gemessenen COP Werte.
Wir hatten bei uns "leider" noch keine allzu kalten Temperaturen und nachts hab ich die MIDEA immer ausgeschaltet und heize nur mit der Mitsubishi im EG.
Der Wert bei -5°C hab ich mit Hilfe der Kreisprozessrechnung extrapoliert.
Die Werte vom Markus:
0°C: - 7kWh
-7°C: 9,5kWh
scheinen ja den Trend in etwa zu bestätigen.
Anbei mal das EXCEL-Sheet.
Der Massenstrom gilt für den "Silent Mode" mit gerade vertikaler Ausrichtung und hotizontaler Ausrichtung auf "Stufe 1" (oben): siehe Bild
Die extrapolierten Werte beruhen auf dem theoretischen Kreisprozess, den ich anhand der Werte bei 0°C "kalibriert" habe.
Ich bin von einen Delta-T von 3°C im Wärmetauscher ausgegangen.
Entscheidend ist sicher die Einblasetemperatur (=Vorlauftemperatur).
Ich bin hier von 40°C ausgegangen. Das genügt um das ca. 30m^2 Zimmer auch bei kalten Außentemperatur zu heizen.
Wenn aber eine Vorlauftemperatur (Einblasetemperatur) von 50°C und höher benötigt wird, dann geht der COP auch deutlich runter.
Das gibt aber auch mal einen Eindruck, wie wichtig es ist die Ausblasetemperatur zu "kontrollieren". Und die kann über die Lüfterdrehzahl beeinflusst werden.
Daher:
Ich drehe nachts immer die Lüftung im Erdgeschoss hoch. Da stört eine lauten Anlage nicht.
Tagsüber, wenn es nicht so kalt ist, drehe ich die Lüftung wieder runter.
Und damit will ich auch darstellen, dass Klimaanlagen zum Heizen sehr effektiv sein können.
Es wird nämlich immer dargestellt, dass Klimaanlagen zum Heizen nur "2te Wahl" sind und nicht effektiv.
Die Werte sagen etwas anderes.
Das kann ich auf jeden Fall Bestätigen.. Aber auf solche Werte komme ich nicht. Hier ist momentan meine Hantech 12000 hpro bei -3,9° und Innetemperatur von 21°
Es gibt typischerweise einen Knick beim COP, sobald Vereisung einsetzt. Bei mittlerer Leistung der Anlage ist das so bei etwa 2-3 Grad der Fall. Es sei denn, man hat trockene Luft, dann gibts keinen Knick in dem Bereich.
Bei 2 Grad noch einen COP von 4,7 ist durchaus realistisch für eine A++ Anlage, wenn noch nichts vereist. Bei 0 Grad noch 4,4 ist eher unrealistisch. Da ist man dann schnell nur noch bei 3,5.
Die COP-Werte hängen natürlich direkt an Leistung und auch an der Lüfterdrehzahl. Die Auswurftemperatur ist auch ein guter Indikator.
Gut zu sehen das ich mir, z.B. für -5° den COP zwischen 2 und 3,5 aussuchen kann. Dazu kommt, verändere ich auch nur ein Parameter ändert sich der COP sofort
Ein COP von 2 - 2,5 bei Temperaturen knapp unter Null scheint mir doch recht schlecht zu sein.
Glaub ich nicht. Der COP müsste besser sein.
Ein Freund mit WP und Fußbodenheizung hat einen COP von 3,7.
An sich ist die COP Berechnung ja ganz einfach Leistung_raus/Leistung_rein.
Die Leistung_rein ist die elektrische Leistung, die sich leicht messen lässt.
Die Leistung_raus ergibt sich aus den gemessenen thermodynamischen Größen (Temperaturen) und den Strömungsfeld bzw. Strömungsgeschwindigkeit.
Wichtig ist es hier die Temperatur am Eintritt zu messen. Die liegt bei mir immer so 2°C über der Set-Temperatur.
Und die Strömungsgeschwindigkeit bzw. Volumenstrom hängt auch von diversen Einflüssen ab, wie Zustand des Luftfilters, Position der Umlenk-Lamellen, ...
Also, eine Bestimmung (Abschätzung) vom COP ist nur mit etwas Mess-Aufwand möglich.
Und ein Hand-Anemometer braucht ihr dazu dann schon. Volumenströme aus dem Datenblatt genügen sicher nicht.
@Carlos: Was ist das denn für eine Software/App, die Du verwendest?
Anbei mal der Kreisprozess für deine Hantech (R32?)
Da kommt dann ein COP von 4,2 raus.
Der angesetzte Verdichterwirkungsgrad ist 70%. Das ist nicht allzu gut und wahrscheinlich einigermaßen realistisch.
Ach ja: Der COP gilt für Normalbetrieb und nicht Enteisung.
Die Enteisung kostet Energie und reduziert den COP etwas. Die Enteisung dauert bei mir aber nur kurz und ich schätze mal, dass die Enteisung zu 5-10% Reduktion des "mittleren COPs" führt.
Und das weinige Eis auf den Lamellen reduziert den COP nicht so deutlich.
Es gibt hier Untersuchungen zu LWWP und die zeigen, dass zu Beginn der Vereisung die Wärmeübertragung nicht so deutlich schlechter wird.
Da mein Klimaanlage häufig kurz enteist, baut sich kaum Eisschicht auf.
Kann dir einen Abgleich deiner Werte empfehlen: Wenn es drausen z.B. 0 Grad kalt ist, die Wärmemenge mal genauer vermessen. Also zuerst mit Split-Klima auf z.B. 21 Grad heizen (alles muss gut aufgewärmt sein) und dann Split-Klima aus und für mindestens 4 Stunden die Temperatur mit einem Heizlüfter halten. Den schaltest du manuell immer an und aus, um die Temperatur passend zu halten. Zum Schluss schaust du, wieviel der verbraucht hat.
Bei so einem Test darf keine Sonne scheinen, sonst verfälscht das. Und Türen zu, damit keine Wärme woanders hin weggeht.
Danach weißt du, welche Wärmeleistung dein Raum bei der Außentemperatur braucht. Und das ist dann ein Referenzwert, um den COP zu prüfen. Wenn du es auf die Temperaturdifferenz beziehst, kannst du es auf Watt pro Grad Temperaturdifferenz umrechnen und so für jede Außentemperatur die Heizlast berechnen.
Beispiel: Unser WZ hat 63 W/K. Wenn wir es innen 20 Grad wollen und außen sind es 0 Grad, brauchen wir 63 * 20 = 1260 W. Bei -10 Grad brauchen wir dann 63 * 30 = 1890 W Wärme.
Ich heize mit meiner MIDEA das ganze Obergeschoss bei offener Türe + Ventilator. Daher ist die Methode gerade etwas mühsam für mich.
Hat denn jemand mal Lust diese beiden Methoden zu vergleichen?
Bilanz über Ausström-Massenstrom mittels Hand-Anemometer und auch über die "Kalibrierung" mittels Heizlast.
Hallo Detlef, erstmal Danke für die Ausführliche Antwort.
Na ja, -5° sehe ich nichtmehr als knapp unter Null.
Ich denke in der Praxis ist das nicht ganz so trivial. Wenn ich einfach rein/raus rechne kommt gut das doppelte raus. Also fast COP 5. Und die Messungen sind Supergenau bis aufs zehntel. So gerechnet hätte ich in der Übergangszeit (die größte stärke der Hantech) teilweise.ein COP über 10. Da finde ich den Ausgleich mit dem Faktor 0,4845 (Erfahrungswert) schon realistischer. Dann liegt der COP übers Jahr zwischen 2 und 7.
Genau das mache ich. Aber bei mir ist die Eingangstemperatur höchsten 0,5 bis 1° über der Zimmertemperatur. Das, weil ich die IG’s alle auf etwa 1m über den Boden eingebaut habe. Kühlen ist mir nicht wichtig.
Das könnte noch etwas Unsicherheit bringen, die hab ich aus dem Datenblatt, werden aber automatisch mit berechnet. In einer stillen Stunde mach ich mich daran es zu überprüfen.
Danke dafür. Ohne Faktor kommt das ganz sicher raus
Wie auf dem Bild zu sehen enteist die Hantech grob 1x in der Stunde, nur wenn auch wirklich vereist!
Wenn ich (mit Faktor) das ganze Jahr Betrachte komme ich zum durchschnittlichen COP von etwas über 4. Angegeben ist sie mit 4.0.
Ich verwende Home Assistant. Die Sensoren sind “fest” installiert und laufen das ganze Jahr 24/7. Zur Sicherheit sind alle Sensoren doppelt ausgelegt und können so gut überwacht werden. Die COP Berechnung selbst klassisch.