[quote data-userid="8074" data-postid="118645"]Es gibt doch einen starken Konsens bei den Wissenschaftlern darüber, dass man den Einfluss durch das Verhalten der Menschheit sehr gut beziffern kann. Wenn es seriös nicht abschätzbar wäre, gäbe es diesen Konsens nicht.[/quote]Vorsicht mit diesem Konsens. Ich erinnere mich noch an die 80er Jahre mit dem Waldsterben, da sagte "die Wissenschaft" damals auch voraus, zur Jahrtausendwende stünde kein einziger Baum mehr in Deutschland. Wie wir alle wissen, hat sich das glücklicherweise nicht bewahrheitet. Zurück zum Klimawandel: Vor wenigen Jahren hieß es noch, mehr oder weniger nur das CO2 sei allein daran schuld. Inzwischen beobachtet man den Methananteil in der Atmosphäre wesentlich genauer und hat die Angaben korrigiert.
"Die Wissenschaft" in dem Sinne gibt es nicht als Instanz. Wissenschaft ist eine Vorgehensweise, sie darf niemals dogmatisch sein und demokratisch schon gar nicht. Das ist bedauerlicherweise etwas, was viele Menschen nicht verstehen. Wenn es also irgendwelche Forderungen gibt, die von Wissenschaftlern unterschrieben sind, die mit der Materie im Prinzip gar nichts zu tun haben (diese 14000 Wissenschaftler sind doch nicht alle Klimaforscher), dann hat das mit Wissenschaft absolut nichts zu tun, sondern mit Demokratie - die aber in der Wissenschaft niemals etwas zu suchen haben darf.
Wissenschaft ist eine Vorgehensweise. Wenn man sich wissenschaftlich mit einem Thema beschäftigt, muß dies zuallererst einmal ergebnisoffen sein und man darf sich nicht vorgefertigte Ansichten zueigen machen. Als nächstes kommen Wissenschaftler, wenn sie sich daran halten, nicht zwangsweise immer zum gleichen Ergebnis. Der Prof. A von der Uni X kann durchaus zu einem anderen Ergebnis kommen als der Prof. B von der Uni Y, meistens bedingt durch eine andere Datenlage. Die Datenlage ist fast immer das, was unterschiedlich ist, weil die Datenlage nämlich einem dynamischen Prozeß unterworfen ist. Ein Klimaforscher kann zum Zeitpunkt t1 beispielsweise unter Berücksichtigung sämtlicher Daten, die zu diesem Zeitpunkt vorliegen, zu einem anderen Ergebnis gekommen sein als derselbe Klimaforscher zum Zeitpunkt t2, einfach deswegen, weil er zum späteren Zeitpunkt weitere Daten vorliegen hat, die das Ergebnis beeinflussen. Die Klimaforschung ist das beste Beispiel dafür und genau deswegen hat man ja auch Satelliten in den Orbit geschossen, gerade weil es berechtigte Zweifel hat, daß nicht andere Faktoren wie z.B. das Methan einen größeren Einfluß haben könnten als bisher angenommen. Daß also in der Wissenschaft frühere Ergebnisse revidiert und aktualisiert werden, ist ein völlig normaler Vorgang. Ansonsten wäre es keine Wissenschaft mehr, sondern ein Dogma.
Deswegen bin ich mit voreiligen Annahmen bzgl. der Ursachen des Klimawandels, dessen Existenz natürlich absolut völlig unbestritten ist, etwas zurückhaltend und verwende ganz persönlich als eigenen Motor die Nachhaltigkeit, auch wenn's am Ende bei den Maßnahmen wieder auf's gleiche hinauskommt. ?
Daniel
