JK BMS schaltet bei "Cell OVP(V)" nicht korrekt ab

Mag ja sein - aber wie hilft mir das jetzt? Und wie hilft das den anderen Lesern, die vielleicht das gleiche Problem haben?
Solche Antworten findet man in allen Foren. Jemand (in diesem Fall ich) stellt eine Frage und von irgendwoher kommt immer Einer, der sagt, dass der Themenstarter keine Ahnung hat. Und dann verschwindet er wieder. Keine Lösungen, keine Korrekturen, keine Ideen. 1A Sozialkompetenz…

Zum “Fully Charged Modus” so nenne ich das wenn das BMS, wie auf den Sreenshots oben zusehen, in gelb anzeigt “Battery is Fully Charged”.

@jochen4
Nun, Ansätze für die Lösungen der Probleme wurden dir ja bereits genannt. Probleme wie du sie hast fangen bei der falschen Einstellung des BMS an, und von denen kannst hier auf dem Board gefühlt jede Woche lesen. Das Forum besitzt auch eine Suchfunktion, und ein Wikipedia gibt es auch wo jede Menge Infos drin stehen. So bräuchte man zumindest schonmal nicht bei Null anfangen um zu erklären wie man ein BMS richtig einstellt. Wenn du das getan hast sind die weiteren Lösungsansätze zb. im Beitrag von R.L zu finden. Ein wenig Eigeninitiative sollte schon vorhanden sein finde ich.

Nein in aller Deutlichkeit Nein.

Du hast zwei Probleme:
Das BMS macht komische Sachen.

Der Akku ist definitiv nicht balanciert.

Das BMS hat vermutlich schon sehr oft eingreifen müssen und die FETS sind durch.

Hinzugehen und zu sagen ich habe das Laden gestoppt und im Ruhezustand haben die Zellen nur wenig Differenz ist eine absolut unbrauchbare Aussage. In Realität kann da immer noch 10-20% SoC Unterschied sein.

Ich vermute der Akku wurde schon lange nicht mehr ordentlich balanciert und/oder Zelle 1 hat deutlich weniger Kapazität und wurde überladen.

Bitte geh doch Mal hin. Stoppe jegliche Verwendung des Akkus und lade mit 56V 2A manuell auf bis alle Zellen genau auf 3.5 V sind. (Aktiv beobachten und am besten mitloggen)
Balance Start erst ab 3.45V!
Falls Zelle 1 über 3.6 V gehen sollte dann bitte nur mit 1A laden.

Da laut seiner Aussage der Akku perfekt balanciert ist sollte das ja nicht lange dauern.
Ich Wette aber es dauert die ganze Nacht.

Und dann bei Zeiten das BMS austauschen und eine Regelung implementieren die den Lade-Strom reduziert wenn eine Zelle droht wegzulaufen.

Es tut mir leider das so auszudrücken zu müssen, aber dein Beharren darauf, dass der Akku balanciert sein soll, weil bei 3.35V die Zellspannungen fast gleich sein, zeigt eklatante Verständnisslücken und ist brandgefährlich.

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Von gut nach sehr schlecht geändert.

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Hier mal einlesen.

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Und das:

Einen Einwand wage ich mir zu erlauben...
Weniger Kapazität hat grundlegend nichts damit zu tun das die entsprechende Zelle schneller voll wird als die anderen. Ich zweifle auch daran das, das BMS defekt ist... Priorität sollte als erstes sein das alle Zellen den gleichen Ladezustand haben und das BMS richtig konfiguriert ist dann kann man weiter sehen.

https: //akkudoktor.net/t/16s-230-ah-selbstbau-akku-mit-daly-bms-laedt-nicht-richtig-geht-immer-von-20-auf-100/35759?u=u-f-o

Nun hast du massig Infos und drei Varianten wie man als erstes ein gutes Balancing erreicht, der Rest liegt bei dir :wink:.

Mit zunehmendem SOC driften die Zellen immer weiter voneinader ab.Schau dir noch mal genau die Ladekennlie an! Um sie jetzt erst mal zu balancieren, musst die Absorbtionsspannung etwas senken, damit der Balancer arbeiten kann, ohne dass die Ladung unterbrochen wird. Stelle sie einfach auf 3,4V pro Zelle und beobachte das Balancieren wenn die erste Zelle über 3,45V geht. Sollte der Balancer nicht gegen die Spannungsanstieg gegenankommen, muss die Sapnnung noch weiter reduziert werden.Auf 3,45V stellst du auch sie Startspannung des Balancers ein. und die Zellendifferenz mindestens auf 10mV. Das balancieren wird stundenlang dauern. Du kannst die Zeit erheblich verkürzen, indem du die weglaufende Zelle mit einer Scheinwerferglühlampe belastest. Erst wenn sich der Balancer beruhigt hat, stellt du die Spannung auf 3,43V pro Zelle. Die Overvoltage Protection stellt du auch höher. Die kann ruhig bei 3,6V liegen. Die Overrvoltage Protection release muss auch höher. Die kannst du auf 3,55V stellen.

Wertvolle Tipps aber bevor ich überhaupt weiter “optimieren” würde, sollte m.E. als allererstes überprüft werden, ob die Abschaltung des BMS überhaupt funktioniert oder die FETs defekt sind. Immerhin handelt es sich hier um eine Sicherheitsabschaltung, die scheinbar nicht mehr funktioniert.

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Ja. Und alle Zellspannungen, Spannungen über Verbinder und ein- bzw ausgeschaltetem BMS mit Multimeter messen

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Hey, vielen, vielen Dank Euch allen! Ich muss sagen: das sogenannte “TOP-Balancing” habe ich jahrelang falsch verstanden! Ich dachte immer, mit top balancing wäre gemeint, dass alle Zellen immer top balanciert (also alle Zellen gleich) wären. Dass mit “TOP” aber der obere Ladungsbereich gemeint war, ist mir erst jetzt klar geworden.

Ich habe erstmal folgendes gemacht:
Absorptionsspannung auf 54,4V gestellt (3,4V / Zelle)
Neues BMS bestellt
12V / 55W Glühlampe besorgt (wird gleich noch alles verlötet, damit nicht alles rumfliegt)

Ich werde nun wohl folgendes tun (bitte korrigieren wenn ich falsch liege)
Kontrollieren, dass keine Zelle abhaut und ggf. mit der Glühlampe entladen
Dafür sorgen, dass alle Zellen sich bei 3,45 einpendeln.

Ich überlege, mir hierfür noch ein Labormessgerät anzuschaffen, denn anscheinend soll man das TOP-Balancing wohl öfter durchführen. Oder kann man das evtl. auch mit den Victron Wechselrichtern (Multiplus 2) machen? Mit denen kann man ja auch laden und den Ladestrom einstellen. Meine Zellen sind übrigens noch NIE ‘getopbalanced’ worden. Wenn ich das richtig sehe, ist das nicht grundsätzlich schlimm, sondern man verliert, bzw. verzichtet so lediglich Kapazität. Richtig?

Hier noch etwas zu meiner Anlage:
Ich habe 16kWp und 28 kWh Speicher und bin quasi autark. Nur bei leerem Speicher (48V) schaltet meine Victron-Anlage auf den Netzbetreiber.
Im Sommer ist es in der Regel so, dass der Speicher nur bis zu einem SOC von 75% entladen wird und morgens gegen 10Uhr die Anlage den Betrieb quasi wieder einstellt weil SOC 100%. Im diesem Winter ist es so, dass der SOC quasi nie (vielleicht 3 Mal) 100% war. Aber doch kann ich fast die ganze Zeit autark bleiben. Es gab mal ein paar Tage, an denen ich wieder am Netzbetreiber hing und der Speicher eine Woche brauchte, bis er wieder einigermaßen Power hatte.

Das machen die Laderegler in Zusammmenarbeit mit Dir im auch ohne Netzteil. Du musst nur die Stromentnahme vermeiden, wenn die Zellenspannungen bereit zum balancieren sind.

Zusätzlich sollte man die Übergangswiderstände zwischen den Zellen auf gleiche Werte überprüfen: Mit dem Multimeter im Milivoltbereich die Spannung direkt an den Zellenpolen unter dem Verbinder messen. Bei einem Strom von mindestens 10A, besser 20A. Sind die Werte unterschiedlich, können sie den Balancer aktivieren ohne dass dafür Bedarf besteht.

Wie kannst du die Zellenspannungen einsehen? In der Remote Konsole?

Nur wenn ich nebenbei stehe. Per Blutooth mit der JK BMS App.

Da du offensichtlich gerne mit Elektronik bastelst, überlege mal ob du dir einen Raspberry 3b oder 4b zulegen willst. Darauf kannst du Victron “Venus” installieren und verfügst dadurch über das VRM-Portal. Wenn du dann auch noch “D-Bus-Serialbattery” installierst, kannst du das JK-Bms über RS485 damit verbinden. Dann hast du von überall Zugriff auf die Daten.

Zur Behandlung der Akkus und insbesondere zum Balancieren gibt es eine Menge bei Youtube, zum Beispiel bei “Offgrid Garage” : https://www.youtube.com/watch?v=Exg6nqsRvlw

Dort wird u.a. recht gut erklärt, warum die Balancestartspannung nicht zu weit unten angesetzt werden sollte.

Außerdem würde ich deine recht große Kapazität im Sommer so nutzen, dass ich nur gelegentlich den Akku bis 100% SOC auflade, um dann zu balancieren. Das reduziert die Alterung der Zellen ein wenig. Er lädt dann zum Beispiel statt von 75% auf 100% mit den reduzierten Werten von 60% auf 85%.

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Zusätzlich empfehle ich auch die maximale Entladeleistung zu begrenzen. Auch wenn meine Batterie sehr groß installiert ist, macht es für mich keinen Sinn plötzliche kurze Lastspitzen 1:1 an die Batterie weiterzugeben. Ab 6kW ist bei mir Schluß und die paar Cent kommen dann vom Grid.

@r-l : Das ist eine gute Idee, ist mir dann aber doch zu viel Bastelei. Finde ich aber gut, dass Du das erwähnst, denn mir sind all diese Möglichkeiten ja gar nicht bekannt.

@klaus-arenfeld : Das Video werde ich mir gleich mal ansehen. Von Andi habe ich sehr viel gelernt und er ist außerdem noch sehr sympathisch.
Den Speicher zwischen 60 und 85% laufen zu lassen ist eine sehr gute Idee! Da bin ich so noch gar nicht drauf gekommen.

Heute habe ich mit dem Balancieren angefangen. Allerdings nur mit Hausmitteln. Also Laderegler und BMS. Wechselrichter habe ich auf einen utopischen Wert gestellt, so dass die den Speicher erstmal in Ruhe lassen. Morgen geht es weiter. Dann auch mit Glühbirne.
Beide BMS haben heute zuverlässig bei den eingestellten 3,55V OVP abgeschaltet. Das war gestern bei einem der BMS ja nicht möglich. Unterschied: gestern ballerte die Sonne und heute war es stark bewölkt. Hier die Werte von gerade eben:

Wie Ihr sehen könnt, haben bei dieser Bank die Zellen 15 und 16 etwas höhere Werte. Ist das bedenklich?

Du meinst die ‘wire resistance’ und nicht die Zellspannungen? Würde ich unbedingt nachmessen, wie oben beschrieben. Kaufe Dir ein gutes Multimeter (40 Euro reichen) und dann miss die Einzelspannungen nochmal (im Leerlauf) und vergleiche mit den BMS-Werten. Dann eine ordentliche Last auf den Akku (gerne 20A und mehr) und miß den Spannungsabfall an den Polbrücken.

Generell würde ich versuchen Zyklen im Bereich von 25-75% SoC zu fahren, nicht von 75-100%. Im Winter packt man natürlich gerne rein was geht, im Sommer ist das unnötig und führt zu erhöhter Alterung/Degradation der Zellen.

Das darf aber nicht der Normalfall sein.

Für meinen Geschmack sind die Spannungen der einzelnen Zellen ganz schön weit auseinander. Wenn die JK BMS richtig eingestellt sind und balancieren, sollte das eher so aussehen: (ich betreibe 3 Bänke mit 280Ah Zellen und 3 von den “alten” JK BMS. Die letzte Stelle der Zellspannung lasse ich weg, lohnt sich meiner Meinung nach nicht)

Screenshot aus meiner Home Assistant BMS Seite: