JK BMS schaltet bei "Cell OVP(V)" nicht korrekt ab

ja, wenn die Zellenspannungen schon unterhalb 3,4V auseinanderlaufen, ist die Balance völlig daneben. In deinem Beispiel kann man das aber überhaupt nicht beurteilen. Bei 3,35xV sind schon bei schlechter Balance keine nennenswerten Spannungsunterschiede möglich

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Das ist die cell_wire_resistance. Die muss das BMS messen, um Kontaktfehler mit kataststrophalen Folgen auszuschließen. Wenn eine Leitung keinen Kontakt hätte, würde die betreffende Zelle nicht balanciert werden können. Deshalb misst das BMS mit einem Stromimpuls wie hoch die Gesamtwiederstände der Leitungen sind.

Man kann sich gar nicht genug mit den Ladekurven der LiFePo4 Zellen auseinandersetzten. Damit die besser “In den Kopf” geht habe ich basierend auf einer Ladekurve die Form einer Flasche skizziert, die 360mm hoch ist und ein Volumen von 280 Centilitern hat. Die 360mm sollen die Zellenspannung darstellen also 10mV pro mm. Das Volumen soll die kapazität von 280Ah darstellen also 1Ah pro 0,1l.

Die Flasche würde so aussehen:

Sie hätte einen Durchmesser von 1,1m. Man erkennt deutlich, wo sich das hauptsächliche Volumen befindet. Und dass eine Volumenänderung (SOC) im breiten Bauch der Flasche praktisch keine Pegeländerung hervorrufen würde. Das ist nur im oberen oder unteren Hals der Fall. Deshalb balanciert man auch en einer (Nicht an beiden!!) Hälsen.

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Oh, das ist eine gute Zeichnung. So begreife sogar ich das - glaube ich. Das erklärt auch, warum ich seit 3 Tagen darauf warte, dass auch die letzten Zellen bei mir auf 3,45V kommen.

Seit 3 Tagen nämlich mache ich jetzt schon das TOP-Balancing. Gestern hing ich den ganzen Tag mit einer Glühbirne über meinem Speicher, um den höchsten Zellen etwas Ladung zu entziehen. Ob das was wirklich was gebracht hat, weiß ich nicht.
Damit auch nachts weiter balanciert werden kann, bin ich inzwischen dazu übergegangen, den Wechselrichtern das Laden zu überlassen. Da die mittlerweile in den FLOAT-Modus gegangen waren, hatte das zur Folge, dass die einzelnen Zellspannungen wegen der eingestellten Float-Voltage von 54,4V wieder unter die 3,45V fielen. Da unterhalb von 3,45V jetzt bei mir ja jetzt nicht mehr gebalanced werden darf, wurde nicht mehr gebalanced. Deshalb habe ich die Floatvoltage auf 55V hochgesetzt. Jetzt balanced das BMS wieder. Liegt in diesem Fall vielleicht sogar ein legitimer Grund vor, warum man das Balancieren vielleicht auch unterhalb von 3,45V erlauben sollte? Also wie gesagt: nur in diesem Fall.

So ist im Moment der aktuelle Zustand meiner beiden Speicher:

Bitte Bescheid geben wenn ich wieder was falsch mache oder besser machen kann!

So hast du das richtig gemacht. Wenn die Batterie erst mal richtig balanciert ist, kann man sie wieder zurückstellen. Dann stellt man die Absorbtionsspanung auf 3,43V pro Zelle (54,9V). Dieser Spannungslevel dient dann zum balancieren. Und die maximale Absorbtionszeit stellt man im Expertenmodus auf fest und die Dauer auf einen Zeitraum der zum balancieren reicht. Wenn das regelmäßig gemacht wird, reichen dafür 30min. Der Balancer balanciert dann auf eine Spannung von 3,43V plus 10mv für die höchste Zelle. Also Startspannung plus Differenzspannung. Die anderen Zellen werden dann 10mv niedriger sein. Solange noch Strom fließt, wird das Balancieren immer wieder einsetzen, weil der SOC noch steigt.Ist die Absorbtionsdauer abgelaufen, fällt die Spannnung und die Zellendifferenz geht dann fast auf null!

Wenn man die Laderegler mit Venus über Dbus-serialbattery steuert, achtet serialbatterie auf die Zellendifferenz und senkt den Ladestrom so, dass die Differenz gleich gehalten wird. Das geht dann schneller, weil es praktisch keine Pausen gibt.Ohne Steuerung muss man als user darauf achten, dass der Ladestrom beim balancieren geringer ist als der Balancerstrom. Gestern habe ich mal die Zellenspannungen unter 40A Last beobachtet: Bei deinen Einstellungen wäre die Batterie verbalanciert worden! Aktuell sind meine Batterien voll und wurden auf 10mV balanciert. jetzt ist die Spannung gesenkt worden und damit ist die Zellendifferenz auf 3mV gefallen:

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Ich zeige nochmals mein Lieblingsbild:

Hier siehst du , warum du bei 3,35 V ziemlich lange Laden kannst, ohne einen Fortschritt zu sehen. Und während der ganzen Ladezeit muss der alancer die Zellen “niederhalten”, die schon rechts im Kurvenknick angekommen sind.

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Sehr schöne Veranschaulichung, @R.L! Sehr begreiflich!

Schön, @Jochen4, dass Du Dich gegen die Kritik gestellt hast. Hat ja offensichtlich dazu geführt, dass einige dann doch geholfen haben. Danke auch von meiner Seite! Habe wieder viel gelernt!

Eine Frage, die im Kontext der Beiträge aufkam:

Ich sehe die Einzelzellspannungen im Victron-System (auch Remotekonsole) nicht (JK Inverter BMS); das BMS ist über CAN-Bus mit dem Cerbo verbunden und wird grundsätzlich erkannt. Müsste ich dazu DBus-Serialbattery auf dem Cerbo installieren? Das hatte ich einmal auf dem Raspi und da hat es nur mittelmäßig gut funktioniert.

Ich wollte doch mal berichten, wie es mir inzwischen ergangen ist:

Am Samstag Morgen war die erste Speicherbank ausgeglichen. Die zweite Speicherbank war am Samstag Abend balanciert.

Es hat also fast eine Woche gedauert, bis das TOP-Balancing abgeschossen war!

Ich möchte mich hiermit bei allen Ratgebern ausdrücklich bedanken und mit einer Frage, die eigentlich ein neues Thema wäre, abschließen: ich habe ja nun die Akkus quasi 6 Tage lang mit der Absorptions-Spannung (55,2V) befeuert. Wenn man sich so durch die Einstellungsratgeber liest, liest man immer von festen Absorptionszeiten die meist im Bereich 1 bis 2 Stunden liegen. Als meine Anlage eingerichtet wurde, stellte der Installateur meine Absoptionszeit auf feste 6 Stunden. An anderer Stelle wurde mir gesagt, dass das ja viel zu viel sei. Aber wenn ich nun sehe, dass sogar 6 Tage möglich sind, ohne dass die Akkus sich in Rauch auflösen, stelle ich mir die Frage nach der “richtigen” Einstellung. Spricht etwas dagegen, wieder 6 Stunden einzustellen und damit dem Speicher mehr Zeit für das TOP-Balancing zu geben?

Wie seht Ihr das?

Eigentlich nutze ich die PV Energie und die Speicher.

Die werden eher nur im Sommer und wie es scheint auch dann eher selten voll geladen. Zudem nicht 6 Stunden bevor die Sonne weg ist.....

Das ist eher zum Gebrauch gedacht, nicht zur Belustigung oder Spielen, sondern um Geld zu sparen. Die Installation muss sich umgehend bezahlt machen.

Zumindest bei mir geht's darum.

Wer das als Hobby betreibt, kann da ja machen was auch immer.

Hab verschiedene Balancer, die mehr oder weniger leistungsfähig sind. Letztere werden demnächst ertüchtigt, dann sind die Akkus wie der Rest bei voll auch balanciert und haben dann die Zeit die sich ergibt......

Wenn die erst mal richtig balanciert sind, brauchen sie nicht so lange wenn man es regelmäßig widerholt. Das geht übrigens auch im Winter. Da muss man den Ladezustand durch Reduktion der Entnahme ansteigen lassen und wenn eine Chance besteht keinen Strom mehr entnehmen. Wenn man das richtig macht, verliert man dabei auch (fast) nix. Auch eine stärkerer Balancer ist Unsinn. Wichtig sind die richtigen Einstellungen, damit er einem beim Aufladen mit hohen Strömen nichts “verbalanciert”. Das ist häüfig der Fall wenn man es besonders gut machen will. Dazu zählt zu niedrige Startspannung und zu geringe Diffenenzspannug

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Im Winter mit geringer PV Leistung, wenn ich meine WR abschalte, laden die fleißig die Akkus voll. Ein nettes Gimmik gegen hohen Eigenverbrauch....

Da gab es dann Zeit zum balancieren - ohne Entnahme, stimmt - bzw dann nur bis ins Auto umgeschaufelt wird/wurde :grin:

Diese Woch, heute gab's erste Sonne - morgen geht's ab.......

Stärkere Balancer bei 7mA sind "schon funktional" - damit ne 200Ah Zelle bslancieren zu wollen, ist ein wenig "ambitioniert". Da hilft es dann, möglichst früh damit anzufangen, bilde ich mir ein......

Also: die 3,45V zum Balancen sind nicht in Stein gemeisselt. Man kann durchaus auch ab 3,42 oder 3,43V balancen. Die Kurven von Carlos zeigen das ja sehr deutlich, dass der Knick schon bei 3,4V stattfindet (das wäre dann wirklich das Minimum, wo man Balancing starten kann).

Die Akkus viele Tage auf 3,45V zu halten ist m.E. schon Stress für die Zellen, weil sie eigentlich bei 3,37V (vielzitierte Nordkyn-Studie) schon voll sind. 3,4V ist sicherlich auch über Tage noch recht unkritisch, aber 3,45 ist doch schon recht viel auf Dauer. Solange ein Ladestrom fliesst, der deutlich über 1A liegt, mag das noch o.k. sein. Wenn es nur noch um mA zum Balancen geht, sind 3,45V über viele Tage Stress für die Zellen.

Meine Absorptionszeit liegt so bei 1-2 Stunden und reicht mir reichlich. Man muß auch nicht jeden Tag (oder jede Woche) Balancen. Alle 1-2 Wochen reicht auch, aber dann wird die SoC-Anzeige eben immer ungenauer. Ich habe meinen Balancing-start bei 3,44V eingestellt und lade auch nur bis 3,45 (maximal 27,8V bei 8S = 3,475V)

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Wenn du mit “möglichst früh” die Startspannung meinst, ist das ein Irrglaube. Fakt ist, dass die Zellen immer auseinanderlaufen. Wenn es vernünftige Zellen sind, ist es aber nur sehr wenig. Das bekommt man dann auch mit wenig balancieren wieder hin. Ich balanciere im Winter möglicht 1 Mal pro Monat für etwa 1 Stunde. das reicht.

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Mit 7mA eine 200Ah balancieren ist eher "langwierig"

7Ah / 0,007A = 1000h :nerd_face:

Hab ma 7Ah angenommen.......

Da erscheint 2A Balancerstrom effektiver ?

Balancieren, bei leerer Zelle?
Die nicht geladene Zelle ist dann die beim Balancieren mit 7mA nicht voll wurde. Beim Entladen ist diese dann die erstes in UVP und die damit den Akku über das BMS abschaltet.

Jetzt balancieren - wird hier im Forum als falsch erklärt. Es ist besser, die Zelle so verrotten zu lassen, statt mit 2A Ladestrom auf das Niveau vom Rest zu bringen. Bei 7mA ist der Zeitaufwand oben a5chon beschrieben....

Das habe ich bei mir auch festgestellt. Hatte zuerst SerialBattery auf einem RPI Zero 2 was im Prinzip funktioniert hat, bis auf wiederkehrende 1-2 min lange Aussetzer in der Kommunikation zu dem JKBMS. (Vermute dass der USB Hub die Probleme verursachen könnte.)

Habe daraufhin ein CAN Board für das JKBMS installiert und damit läuft die Kommunikation störungsfrei. Nachteil sind die fehlenden Zellspannungen. Die hole ich mir als Workaround über ein ESP32 mit Bluetooth zu MQTT. Zwar nicht im VenusOS sichtbar aber immerhin.

Im Prinzip nicht. Eine Stunde würde auch reichen, wenn man die richtigen Balancer Einstellungen verwendet.

Beobachte mal bei ausgeschaltetem Wechselrichter die maximale Spannungsdifferenz, die vom BMS angezeigt wird. Wenn die Zellenspannung etwa 3,35V bei einem Ladestrom von 15A beträgt, wird die Differenz maximal 3mV betragen und nur ein oder zwei mV hin und her springen. Später wiederholst du das bei eingeschaltetem Wechelrichter und einer konstanten Last von etwa 750W und passt einen Moment ab, bei dem dann noch 15A Ladestrom herrscht. Bei mir habe ich dabei Spannungsdifferenzen von 1mV bis 10mV beobachtet. Verwendest du dann die Baancer Startspannung von 3,32V und eine Differenz von 5mV, wird der Balancer fleißig arbeiten.

Wie kommt das eigentlich? Und stimmen die angezeigten Werte überhaupt??

Der Wechselrichter nimmt nicht nur Gleichstrom auf! Er ist überlagert mit einem Wechselstrom mit 100Hz. Wenn ich bei 1500W Last mit der Stromzange den Strom messe, werden 64A Gleichstrom angezeigt (24V System). Stelle ich die Stromzange auf Wechselstrom, zeigt sie 31A an. Die Wellenform entspricht dabei einer Anreihung von positiven Sinushalbwellen. Der Strom des Wechselrichters schwankt zwischen annähernd null und etwa 90A. Diese Stromschwankungen verursachen am Innenwiderstand der Zellen und an den Verbindungen zwischen den Zellen eine geringe Spannung, die ebenfalls diese Wellenform hat. Da das BMS die Spannungen nacheinander misst, ist deren Wert vom Zeitpunkt der Messung abhängig. Die Werte stimmen also gar nicht! Würde man die Spannungen mit hochgenauen Voltmetern gleichzeitg messen, wären gar nicht so große Differenzen feststellbar. Jetzt könnte man vermuten, dass die Aktivität des Balancers keine Auswirkungen hat, weil sich die eine Zelle mal entladen und mal aufgeladen wird und sich alles ausgleicht. Das wäre auch so, wenn nicht eine Gleichspannung durch den Ladestrom an den Widerständen der Verbinder und den Innenwiderständen der Zellen mit unterschiedlichen Werten vorhanden wären. Bei einem Strom von 30A fallen an einem Verbinder etwa 1mV ab. Auffällig an der Verkabelung einer Batterie ist, dass das BMS immer eine Zellenspannung plus einem Spannungsabfall eines Verbinders misst. Nur an einer Zelle nicht! dort werden die Balancerkabel direkt an die Zelle angeschlossen. Jetzt könnte man vermuten, dass es keine Auswirkungen hat, weil der Spannungsabfall an einem Verbinder ja nur 1mV bei 30A ist. Es gibt aber noch die hin und herspringenden Spannungsmessungen des BMS. Diese führen dazu, dass das BMS bei den Zellen mit Verbinder im Durchschnitt 1mV bei 30A zuviel feststellt und den Balancer aktiviert. Dieser entlädt dann die Zellen mit Verbinder über einen langen Zeitraum und täglich aufs neue. Erst wenn das Spannungsniveau auf über 3,4V pro Zelle steigt, überwiegt der Spannungsanstieg der Zelle mit höherem SOC diese Fehlmessungen und der Balancer muss allen rückgängig machen. Besonders bei Anwendungen Stromtarife nutzen, wird mit “vollem Rohr” geladen und beim Enden des biligen Tarifs sofort wieder entladen. Diese Nutzer schreine förmlich nach Balancer mit 10A. Die verschlimmern logischerweise den Zustand noch weiter

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Die fehlenden Zellspannungen beim Anschluss des JK per CAN sieht man in der Remotekonsole in den Infos zum JK —> Details. Dort wird einem die jeweils schwächste und höchste Spannung angezeigt, inkl. Nummerierung der Zelle. Reicht völlig um zu sehen, ob irgendwo der Wurm drinnen ist. In meinem Fall hat gerade Zelle 7 im 2. Pack die niedrigste und Zelle 2 in Pack 2 die höchste Spannung. Die ersten beiden Zahlen repräsentieren das jeweilige Akkupack und die letzten beiden Zahlen die Zellnummer.

Genauso ( nicht).

Deswegen verwendet man Startspannung 3,4 V und 20 mV Differenz.

Man merke: kleine Differenz ist nicht besser. Im Grunde genommen ist die Differenz vollkommen wurst: es mussen nur alle Zellen über 3,4 V sein. Dann sind sie auf 0,25 % SOC beieinander. DARUM geht es.