Inselanlage mit Umschalter. Ist das erlaubt?

Warum soll ein Schaltnetzteil nicht galvanisch getrennt sein? Ist doch Standard. Jedes Computernetzteil, Laptopnetzteil oder Ladegerät fürs Smartphone ist galvanisch getrennt.

1 „Gefällt mir“

Ich verstehe nicht, wie eine "Murks-Anlage" das Netz abschießen soll.
Wenn man mit sowas versucht gegen das Netz zu arbeiten wird man stets der Verlierer sein.
Oder sind wir schon soweit, dass das Netz so am Abgrund steht?
Dann gute N8....

Das kommt auf das Schaltnetzteil an. Gibt welche mit und ohne galvanische Trennung.

Auch Schaltnetzteile haben einen Trafo. Der hat dann keinen Eisenkern, was das Ummagnetisieren deutlich schneller zulässt, was zu einer drastisch kleineren Bauweise usw führt.

Es ist aber auch mit galvanischer Trennung über einen Transformator ein Rückspeisen ins Netz und damit eine unmittelbare Rückwirkung möglich/üblich. Gibt immernoch viele dieser WR Relikte der Vergangenheit, die mit dicken Trafos bei schlechten Wirkungsgrad und lauten brummen arbeiten, oder Schaltnetzteile die das ebenso beherrschen. Diese werden dann auch als Wechselrichter bezeichnet, ist auch nix Anderes.

Galvanische Trennung ist also genau gar kein Argument für eine Insel, vielmehr nur eine galvanische Trennung. Irgendein technisch belangloses Detail was wenig bis nichts mit einer Insel zu tun hat.

Die Verbindung einer Insel ist damit möglich und nicht automatisch ausgeschlossen.

1 „Gefällt mir“

Das ist schön erklärt, aber gerade für Schaltnetzteile bezüglich Rückwirkung nicht richtig.
Vor dem Trafoteil liegt nämlich eine Gleichrichterbrücke mit lade Kondensator.
Und darüber geht Nichts ins Netz zurück.

Das ist alles richtig....

Nenn das Netzteil mit "Schalt" irgendwie auch immer - und es kann in beide Richtungen. Nicht jedes, aber Einige

ZB Meanwell hat sowas im Sortiment, haben hier einige genau zum Rückspeisen verwendet......

Zuallererst ist das IT-Netz eine sichere Sache.

Und natürlich macht die Einarbeitung in das Thema und die Umsetzung auch Spaß. Die Victron MP2 haben schließlich diese wunderbaren Ringkerntrafos, die im 3-Phasenverbund dieses IT-Netz automatisch aufbauen, lediglich das PE-Relais macht daraus wieder das übliche TN-S-Netz.

Bei meiner Anlage sind lediglich die Puls-Netzteile an das TN-C-S-Netz angeschlossen. Diese Netzteile haben eine Marinezulassung und dürfen deshalb in Schiffen eingesetzt werden die bekanntlich meistens aus Stahl sind.

https://products.pulspower.com/mwdownloads/download/link/id/1862

Die Puls-Netzteile fungieren als Ladegeräte für den 48V- 20kWh-Akku. Die Ladegeräte sorgen für die erste galvanische Trennung, dann folgt die Wandlung von 48VDC auf 3x 230VAC über die Ringkerntrafos, das ist dann die zweite galvanische Trennung. Dadurch, dass es auch keine N-PE-Verbindung gibt, ist mein IT-Netz ziemlich deutlich vom allgemeinen Netz entfernt.

Grüße

Was soll was bewirken? Benenne mal konkret, was du nicht nachvollziehen kannst.

Man kann auch hinter einen Trafo einen Trafo und noch einen Trafo schalten....

Jeder schwarzstartfähige WR erzeugt ohne Eisenkerntrafo ein Drehfeld und ohne PEN Brücke liefert das ein IT Netz - galvanisch getrennt ist die Insel sowieso - ist einfach mangels Verbindung bei jeder Insel der Fall.

230V - 48 V - 230V - statt Verbraucher direkt auf 230V zu schalten - was soll so was....

Die vorhandenen Installation auf IT umstellen ?

Leben wir auf Stahlbooten ?

Geringe Wirkungsgrade mit hohen Verlusten und brummigen Trafos als Vorteil?

Sinnfrei....... ich verstehe nicht was das soll.

Bender Isolationsdinger bewerben - OK. Den Sinn verstehe ich.

Ich verstehe das so: Das ist erstmal eine Insel, die aus 48 V die 230 V generiert, was ein Victron eben so macht.

Und weil diese Insel ab und zu mal nicht genug Eigenenergie hat, wird der Akku über ein Netzteil vom normalen Stromanschluss geladen.

Das erscheint mir so alles sehr sinnig umgesetzt. Eine Netzrückwirkung ist da auch nicht zu befürchten. Von der Seite öffentliches Netz hängt einfach nur ein Netzteil als Verbraucher dran. Was hinter dem Verbraucher ist, ist für das öffentliche Netz nicht relevant.

3 „Gefällt mir“

“Abschießen” vermutlich nicht (schrieb ich auch nicht) - aber ggfs. eben negative Auswirkungen haben. Ich bin da aber auch nicht tief genug drin in der “Materie”, um das im Detail beurteilen zu können. Aber Fakt ist eben: So ganz ohne jede Regeln würde ein “Wildwuchs” gefördert, da hat am Ende keiner was davon.

Da stimme ich absolut zu. Jedoch, dieser vehement vorgebrachte Passus mit mittelbar oder unmittelbar um damit zu entscheiden ob es nun eine Insel ist oder nicht halte ich für ziemlich weit hergeholt. Nicht nur von den Verfechtern hier sondern auch von der Netzbetreiberseite.

Meiner Meinung nach ist die Faktenlage zu beurteilen. Der Netzbetreiber kann gern vorbei kommen und sich die Umsetzung des Inselbetriebs anschauen. Liegt dann zum Zeitpunkt der Besichtigung keine elektrische Verbindung zwischen Multiplus AC IN und dem Netz vor, dann ist zu diesem Zeitpunkt auch keine Verbindung eines Erzeugers mit dem Netz gegeben. Das ist Punkt 1.

Punkt2 ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit dann doch mal irgendwann eine Verbindung zwischen Netz und AC IN herstellen zu wollen. Ohne Anmeldung, ohne Vergütung, wozu, wo würde hier der Sinn liegen? Sich da von Netzbetreiberseite her oder meinetwegen auch von Gesetzgeberseite auf ein “könnte aber gemacht werden” zu beziehen ist abstrus.

Punkt3 Es kann bei uns wie gesagt nur die Last allpolig umgeschaltet werden. Dabei bleiben aber alle Verbraucher die einer “Genehmigung” oder “Anmeldung” Bedürfen (Wallbox, Splitklimas, LWWP usw.) auf der Inselseite. Sie wechseln also nicht “illegal” mit auf die Netzseite. Die Netzumschaltung dient im Notfall dazu, dass auch eine “Nichtfachkraft” aus dem Haushalt umschalten kann falls beispielsweise ein Multiplus einen Schaden hat. Primär wird der Umschalter gar nicht verwendet sondern legt die Last auf die Multiplusse.

Punkt4 Bei solarer Minderleistung kann vom Netz mit 3x 3kW DC Netzteilen nachgeladen werden. Dabei ist aber zu beachten, dass die 4,2kW Grenze eingehalten wird. D.h. jedes 3kW Netzteil ist auf 1,4kW gedrosselt und es wäre damit sogar, immer, der tolle § 14a EnWG erfüllt. Wobei das Sinnfrei bei uns ist, der 21kW DLE der schon in den 70ern Verbaut wurde sich eh nicht an § 14a EnWG hält.

2 „Gefällt mir“

Das hatten wir schon zur Genüge. Selbst wenn man mit nem 48V Wechselrichter arbeiten würde, in jenem Moment in welchem man von 48V auf 230V ginge KÖNNTE man die 230V in irgend einer Form netzrückwirkend einbauen wenn man WOLLTE. Egal wie schlau man das machen will.

Wenn man also alle seine Geräte auf 48V kaufen würde, und dann irgendwo von 48V auf 230V geht, in dem Moment KÖNNTE man ans Netz anschließen, auch wenn nicht kompatible 230V o.ä.

Aber dann ist auch jeder Wechselrichter mit der Möglichkeit einen Stecker anzuschließen keine Insel mehr.

Insel wäre immer nur dann möglich, wenn man keinen Netzanschluss hat.

Eine Insel ist immer möglich, unabhängig vom Netzanschluss.

Nur ist mein Eindruck, es soll uns genau das Gegenteil eingetrichtert werden.

2 „Gefällt mir“

Ich glaube Du verstehst die Technik eines reinen Inselwechselrichters nicht.

Verbindet man diesen mit dem Netz gibt es eine kurze Rauchwolke und er hört auf zu existieren. Ganz im Gegensatz zu den ganzen Hybrid-”Ich kann ja auch Insel, ich schwör”-Konstruktionen.

2 „Gefällt mir“

Vor gar nicht allzulanger Zeit war das nicht so, und das kann auch wieder eingeführt werden.

Aktuell dreht ja unsere Regierung die Sicht auf Jedermann-PV von „der Goldstandard, muss unter allen Umständen gefördert werden“ auf „ist nutzloser Kleinkram, der nur unnötig Geld kostet und Probleme macht“.

Was da dann rauskommt, wird sich zeigen.

Oliver

Darum geht es nicht. Es geht doch bei der gesamten Inseldiskussion nur eins: Der Netzbetreiber will nicht, dass irgendwas Einfluss auf sein Netz nimmt. Aber so schlau es klingt, ich kann auch einfach an der Waschmaschinentrommel drehen und das würde ggf. Einfluss auf das Netz haben. Das heißt wenn in irgend einer Form eine Verbindung zum Netz möglich ist, egal wie schlau und sei es ne 9V-Block in die Steckdose zu stecken, wäre das etwas, was den Netzbetreiber angeht.

Da, und da kommts zum Thementitel zurück, ein Schalter mit Netzanschluss in irgend einer Weise verbunden ist, ist das auch Sache des Netzbetreibers. Wie auch immer das argumentiert wird.

Dass der ganze Krempel dann inne Fritten geht ist dem Netzbetreiber egal. Ihm gehts nur um die Rückwirkung auf sein Netz, was verständlich ich.

Von der Insel -Diskussion zu einer doch eher populistischen Demokratieverurteilung ist es aber schon ein gewaltiger Sprung. Die Moderatoren haben es doch gut zusammengefasst: Eine Insel ist für den Netzbetreiber eine Anlage, die nicht einspeisen kann und die ohne Netzbezug arbeitet. Oder ganz einfach, ist ein Stromzähler in der Nähe, kann es rechtlich keine Insel sein, egal ob ein Schalter trennt oder nur eine Drahtbrücke die Verbindung zum Netz herstellen kann.

Nachtrag zu meiner Anlage 230VAC zu 48VDC zu 230VAC: im Januar 2026 habe ich 866,6 kWh aus dem Netz bezogen (über die Netzteile). Am Ausgang der drei Victrons wurden 787,9kWh in das Haus eingespeist. Die Solaranlage lieferte in dem Monat aus den MPPTs 87kWh. 953,6kWh wurden also eingeladen, 787,9 kWh angegeben. Der Wirkungsgrad liegt dann bei 82%, wenn ich den Solarertrag nicht mit einrechnen, liegt er im Januar bei 90%. Wenn ich das ganze System mit der Solaranlage über ein Jahr bewerte, liegt der Wirkungsgrad bei über 150%, für mich ein akzeptabler Wert für eine USV mit hoher Verfügbarkeit und 12kW maximaler Leistung.

Das ist die hier häufig vertretene einseitige Sicht.

Der technische Aspekt ist nur ein Teil.

Im Hintergrund laufen z.B. auch heute EEG-Strommengenstatistiken und anderes, für technische und auch politische Zwecke, die eine Erfassung aller EEG-Strommengen zum Ziel haben. Schließlich will und muss ja jede Regierung die Fortschritte dort gehen irgenwelche Umweltziele verrechnen.

Und die zukünftige Planung für das System scheint ja dahin zu gehen, dass jeder PV-erzeugte Strom, der einen Strombezug aus einem vorhandenen Netzanschluss verringert, mit Abgaben belegt werden soll. Sagt zumindest die Gerüchteküche.
Da interessiert der technische Aspekt des lokalen Netzbetreibers genausowenig wie, ob die Anlage überhaupt einspeisen kann.

Die Inseldefinition „Almhütte ohne Netzanschluss am Grundstück“ ist ja kein Gerücht, die war bei det der BNA nachzulesen. Aktuell scheint es das nicht mehr zu geben (ich zumindest kann’s nicht finden), dass die Definition aber ganz schnell da wieder auftauchen kann, ist ja nun absehbar.

Oliver