@jan106
Männer hauen sich manchmal, meinen es aber nicht so... in der Tat ist das auch gut so, ohne Wettbewerb und Wettstreit säßen wir noch auf dem Baum.
Wir sollten das Thema KKW einfach auf Pause stellen, die Diskussion über eine in D zu Grabe getragene Technologie bringt nichts. Nun müssen wir mit den Folgen klarkommen. Lasst uns in 12 Monaten nochmal schauen, ob die Welt weiter auf Kernkraft setzt, oder nicht. Bezüglich Frankreich habe ich andere Infos: Frankreich baut 14 neue Atomkraftwerke - Energiemarkt - derStandard.de › Wirtschaft
Einmal hebe ich aber noch den Harald-Lesch Zeigefinger: Im Stromnetz nie bilanziell rechnen. Ob am Jahresende ein Nettoexport oder Nettoimport existiert ist für die Netzstabilität unerheblich. Es MUSS (Achtung, Großbuchstaben also stimmt es) in jedem Augenblick exakt ausgeglichen sein, zwischen Erzeugung und Verbrauch.
2006 gab es eine Zwischenfall wegen eines Schiffes der Meyer Werft: Wegen der Überführung wurde eine Höchstspannungsleitung totgeschaltet (es gab Abstimmungsprobleme im Vorfeld) In der Folge der einsetzenden Kaskadeneffekte saßen 10Mio Leute im Dunkeln. Es heißt dazu (quelle: vergessen): Am Ende der Kettenreaktion wurde um 22:10:28,7 das UCTE-Verbundnetz durch die Abfolge bzw. automatische Notfallprogramme in den Bereich West und Nord-Osten und 0,2 s später das Süd-Östliche Stromnetz als eigene Teilnetze aufgetrennt...
Beachte mal die Zeitangabe, es geht in diesem Thema um Zehntelsekunden. Das wieder- Zusammenschalten der Teilnetze hat 7 Versuche gebraucht - da war aber noch genug steuerbare Leistung im Netz. Wenn das heute passiert?
Das verursacht die Bauchschmerzen, nichts anderes. Sendet die Sonne genug Energie? Natürlich tut sie das, sogar mehr als wir brauchen. Mit Wind das Selbe. Aber eben nicht kontinuierlich. Wir brauchen Speicher oder regelbare Erzeugung, dann ist alles perfekt! Haben wir beides nicht ausreichend.
Die Rotationsenergie aus WKA Rotoren zu nutzen (synthetic inertia) wird seit geraumer Zeit praktiziert. Sogar für den sehr unangenehmen Effekt, dass die Leistungsentnahme die Rotordrehzahl schnell senkt, gibt es Mechanismen: Grenzen | Kooperative synthetische Trägheitsregelung für Windparks unter Berücksichtigung der Frequenzregelungsfähigkeit (frontiersin.org)
Redispatch. Es werden Prognosen erstellt, z.B. für Montag den 08.05.2023. Hierbei wird der Bedarf orakelt (Standardlastkurve) und dann ebenfalls orakelt, welche Erzeugungsform bringt an diesem Tage wieviel Leistung. Bedarf und Erzeugung müssen genau passen.
Kommt es genau so, ist Redispatch: 0 mal
Kommt es nicht so wie vorhergeplant muss redispatcht werden. 1 mal, 22mal , 100mal an einem Tag, bis die Bedingung: Erzeugung immer gleich Verbrauch gegeben ist.
Wir können also heute meist nicht mehr sagen, warum wurde am Tag x zu der Uhrzeit y 150MW mehr eingesetzt, als geplant. Eine Ursache kann in Kroatien liegen, wie in diesem Fall: Stromnetz-Trennung nahm Anfang in Kroatien - Tagesspiegel Background
oder in Polen wie in diesem Fall: Beinahe Blackout durch Ausfall eines polnischen Kohlekraftwerks (blackout-news.de)
... wo ein Steinzeit Kohlekraftwerk keine Lust mehr hatte. Mit solchen Ereignissen muss man jederzeit rechnen, die Reserve, sowas abzufedern muss da sein. Hier sehe ich eine weitere Schwachstellen der E-Wende, so wie diese in D praktiziert wird.
Strom ist ebenso Handelsware, es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass die Folgen des Stromhandels für die Netzstabilität größer sind, als die der EE. Bei der Netzfrequenzmessung kannst du diese Effekte alle Viertelstunde, besser aber zu jeder vollen Stunde prima sehen: www.netzfrequenzmessung.de Auch deswegen müssen die Redispatcher öfter ran.
Aber eigentlich muss mich das Ganze nicht kümmern. Meine Solare Insel funktioniert (außer Dezember/Januar) prima. Habe genug Holz von der eigenen Fläche für das solare Tal der Tränen.
So, zurück zum Geisterstrom! Ich nehme welchen, im Dezember und Januar jeden Tag 50KWh. Wer verkauft mir diesen nun für günstig Geld? Und wie machen die Stadtmenschen das? Speicher in der Miniwohnung?
Andreas