Frage zu defekten Akkuzellen

Hallo zusammen,
ich möchte euch gerne um eine Entscheidungshilfe bitten: ich habe einen selbst gebauten 48V Akku aus 16Eve LF280K Prismatic 280Ah - 280A LiFePO4 - 3.2V Zellen und Daily BMS ohne aktives Balancing über circa ein Jahr erfolgreich betrieben, dann sind die ZellenSpannungen weit auseinandergegangen und ich wollte ein aktiven Balancer(auch von Daily) einbauen.
Vorher wollte ich aber die Zellen noch Top-Balancen und habe sie alle parallel an 3,65 V /2A angeschlossen. Der Plan war das Ganze ein paar tage stehen zu lassen, die Realität war ein Unfall und das Ganze stand dann für drei Wochen. Ich habe zunächst keinen schaden bemerkt und den Akku wieder zusammengebaut. Nach circa zwei Tagen im Betrieb ist eine stark riechende Flüssigkeit ausgetreten und 5 der 16 Zellen waren unten "aufgeplatzt"(an den Ecken ist die blaue Plastikumhüllung etwas aufgerissen)

Meine Frage ist nun ob jemand sagen kann, ob alle Akkus schaden genommen haben, oder nur die fünf die auch optisch beschädigt sind. Kann man das mit Amateur-möglichkeiten sinnvoll messen?

vielen Dank für eure Mühe!

Du hast - wie leider viele - die Angaben in den Datenblättern mißverstanden! Die 3,65V die dort als Ladeschlußspannung stehen, gelten für einen Mindeststrom von 0,05C - also 14A in deinem Fall. Wenn die unterschritten werden, dann ist die Zelle schon zu 100% voll!

Da Du nur mit 2A geladen hast und das für 16 Zellen parallel war dieser Strom von vornherein unterschritten und die Zellen wurden massiv überladen! Insbes. wenn Du das Ganze so 3 Wochen hast stehen lassen! Die haben 3 Wochen innerlich gekocht! Tja - ob da noch was zu retten ist - wird schwierig. Eine LFP-Zelle ist bei einer Ruhespannung von 3,37V voll, wenn diese 24h anliegt - bei 3,65V ist sie massiv überladen und kann platzen - was dir ja auch passiert ist. Ich gehe davon aus alle Zellen sind massiv geschädigt!

Messen könnte man z. B. mit dem Zketech EBC-A40L. Damit könnte man beispielsweise einen Kapazitätstest durchführen, z. B. fünfmal hintereinander. Wenn das passt, sollten die Zellen noch in Ordnung sein.

Ich persönlich würde alle Zellen entsorgen und neue EVE 314 Ah A+ kaufen, dazu ein aktuelles JK-BMS.

Sehr gute Erfahrungen in der Praxis habe ich – eher durch Zufall – selbst gemacht: Ich lade nur noch bis 3,385 Volt auf. Das funktioniert seit einigen Wochen wunderbar. So habe ich auch noch genügend Abstand zur BMS-Abschaltspannung von 3,52 V. Die Zelldifferenz beträgt bisher maximal 0,002 V.

Wenn die Kapazität nicht ausreicht, muss der Akku vergrößert werden. Eine höhere Spannung bringt meiner Meinung nach nur Probleme und unnötigen Verschleiß. Ich habe persönlich nicht die Erfahrung gemacht, dass der Akku zum Balancieren regelmäßig auf 3,6 V aufgeladen werden muss, wie es zum Beispiel Andy aus Australien sagt – sofern ich das Englische richtig verstanden habe. Ich glaube, dass hier auch einige derselben Meinung sind. Vielleicht ist mein Akku noch zu jung, um solche Probleme zu zeigen?

Ich bin von Daly BMS auf JK umgestiegen und bin bisher mit dem JK-BMS sehr zufrieden.

Außerdem lade und entlade ich nur mit 0,2 C.

EVE laut Datenblatt ca. 0,5C also ungefähr 140A! EVE lädt mit konstanter Leistung deshalb ungefähr. Also mit 0,5P aufladen und bei erreichen von 3,65V abschalten!!! . Bei ladung mit 0,05C bis 3,65V sind die Zelllen bereits zu weit überladen.

Bei der Spannung ist die Zellendifferenzspannung (annäherd) immer schön gleich. Das gilt aber nicht für den SOC!!

Nehme eine Ladekurve, die etwa bei der Höhe deines Ladestroms aufgenommen wurde. Darauf suchst du 3,385V. Dann suchst du 3,383V. Von den beiden Punkten gehst du senkrecht zur SOC Skala und kannst die SOC Differenz ablesen und per Dreisatz die Amperestunden ausrechnen, die ausgeglichen werden sollten. Und dann machst du das Gleiche bei den Punkten 3,45V und 4,43V. Ergebnis bitte posten!

0,5C ist der max. charge current, cut-off current sind 0,05C - so zumindest in meinem EVE-Datenblatt, aber vielleicht ist das nicht mehr aktuell.

Egal, 3,65V sind viel zu viel - das ist nur in der Bulkphase zulässig, wenn die Zellen mit max. Strom geladen werden sollen. Dabei ist der sog. Cut-off-current zu berücksichtigen, wenn der unterschritten wird, muß abgeschaltet werden.

3,4V sind als Ladespannung ausreichend, zum Balancieren sind aber 3,45V besser, weil die Kurve dann etwas steiler wird. Als Erhaltungsspannung reichen 3,35… 3,36V aus.

Nein, 3,6V brauchst Du definitiv nicht zum Balancen, 3,4 reichen zur Not, 3,45 sind aber besser. Wenn diese Spannung für 1-2 Stunden anliegt, nehmen die Zellen keinen Schaden, aber ich würde 3,45V auch nicht über Wochen anliegen lassen, denn dann werden die Zellen auch schon überladen.

Mit 3,4V ist man praktisch safe, aber die eigentliche Ruhespannung liegt eher bei 3,37V (nach Nordkyn-Studie).

Ganz schlechte Idee.
Besonderes Pech ist, du hättest das hier finden können:

Ich verstehe nicht, woher der eine guten Ruf hat.

2mV Differenz ist nicht einen Fliegenschiss besser als 20 mV, wenn das über 3,4 V ist. Darunter ist die Differenz bezüglich balancing wurscht.
Und die Einstellung 2 mV für den Balancer ist für den AkkuBetrieb schlechter als die Einstellung 20 mV.

Schau vielleicht mal hier:

Jedenfalls die ausgelaufenen, bei den anderen Zellen Kapazitätsmessung und Innenwiderstandmessung machen. Vielleicht kann man aus den Restln noch ne schwächer ausgelastete 24V Batterie zambaun (Licht oder so), die 16s Batterie würd ich lieber mit neuen Zellen ausstatten

Was aber auch nicht richtig ist und von dir missverstanden wird.
Ich hab`s zwar vor einiger Zeit schon mehrmals geschrieben....
Die 0,05C sind an den Ladestrom gebunden und so steht es auch im Datenblatt:

eve

Nein das waren sie erstmal nicht, siehe meine Antwort oben dazu. Das würde ja bedeuten das man zb. die Eve LF280K (oder auch andere Lifepo Zellen) nie mit 2 Ampere bis 3,65V Ladeschlssspannung laden dürfte, das ergibt keinen Sinn. Du kannst jeden Lithium Akku mit sehr niedrigen Strömen bis zur maximal zulässigen Ladeschlussspannung laden, das macht erstmal "überhaupt nichts". Warum sollte es auch? Selbst mit völlig unsinnigen 2,8 Ampere könntest du eine 280Ah Zelle auf maximal 3,65V mit über 100 Stunden Ladezeit voll laden ohne das es der Zelle schaden hinzufügt. Aber ja 3,65V sind für Lifepo unnötig hoch und nicht Lebensdauer fördernd. Stell dir vor deine Ladeschlussspannung wäre 3,65V (ist ja zulässig) und deine Stromquelle liefert warum auch immer nur noch konstant 10 Ampere Ladestrom (zb. PV), die Spannung steigt während dessen auf 3,65V an. Überladen weil bereits unter 14 Ampere bei erreichen der CV-Phase und Ladeschlussspannung von 3,65V? Nein! Warum auch? Zulässige maximale Ladeschlussspannung wurde eingehalten, und überladen tut man nur wenn man mehr in die Zelle reinpumpt als sie aufnehmen kann weil sie bereits voll ist. Hohe Ladeströme verlängern die Konstantspannungsphase weil die Ladeschlussspannung eher erreicht wird, und niedrige Ladeströme verkürzen sie. Genau deshalb gibt es ja die CV-Phase und den Abschaltstrom. Und deshalb nimmt man Standards für den Abschaltstrom der sich nach dem maximalen Ladestrom richtet. Und genau das soll auch das Datenblatt der LF280K vermitteln. Das macht sich zb. bei einer PV Anlage zwar schwierig weil die Ströme ständig schwanken. Nimmt man hier aber als Grundeinstellung für den Abschaltstrom den maximal möglichen Ladestrom des Systems, ist man immer auf der sicheren Seite. Warum? Wenn der Ladestrom niedriger ist, dann wäre auch gleichzeitig immer der Abschaltstrom niedriger wenn man sich an die Standards eines normalen CC-CV Ladeverfahrens hält. Die Werte zum passenden Abschaltstrom findest du hier auf dem Board (ich habs oft genug beschrieben) oder in den Anleitungen der "etwas besseren Lader". Ein Ladegerät weiß nicht... ohh hier ist eine Eve 280K Zelle angeschlossen also muss ich in der CV-Phase bei erreichen von 14 Ampere Ladestrom aufhören zu laden, bzw. ups meine Standard Parameter für Lithium Akkus passen ja jetzt garnicht mehr da ist ja eine Eve LF280K Zelle angeschlossen. Und genau dafür gibt es diese Standards die gleichzeitig vorgegebene Ladeparameter in Ladegeräten sind, für Leute mit weniger Erfahrung, damit man jegliche erhältliche Lithium Zellen bedenkenlos laden kann ohne zu überladen :wink:. Ganz egal ob Liefepo, LiIon, Lipo.... ganz egal wieviel Kapazität. Suchfunktion: Abschaltstrom, Abschlussstrom, Ladeendstrom, Termination, Schweifstrom... alles das gleiche. Um sich darüber mehr Wissen anzueignen empfehle ich die lygte-info Seite von HKJ. Da sind viele viele Tests zu finden mit etlichen Parametern, Ladekurven und Abschaltströmen. Oder aber einfach mal ein paar Anleitungen zu Ladegräten durchlesen wo man mehr machen kann als einfach nur den Akku einlegen und auf das Knöpfchen drücken. Keine Victron Anleitungen, denn da sind die passenden Einstellungen nicht zu finden.

Das ist wiederum ist vollkomen richtig, und zudem war es Brandgefährlich. Akkus an ein Labornetzteil zu hängen welches keine relevanten Parameter zum beenden des Ladevorgangs bietet, und unbeaufsichtigt laden zu lassen ist grob fahrlässig. Und es zeigt das Akkus vorallem in dieser Größe nicht in jedermans Hand gehören.

Das ist falsch und steht auch so im Datenblatt (siehe oben).
Wenn du mit 0,5C laden tust muss der Abschaltstrom zum beenden des Ladevorgangs bei 14 Ampere liegen also 0,05C.

Wo steht das bzw. wer sagt das?

Was sich widerlegen lässt und ich hier auch schon getan habe. Ich lade nun schon fast 2 Jahre so ohne jegliche Probleme, und ein paar Vorteile gibt es noch dazu. Um die Ladezustände anhand der Spannungsdifferenz abzuleiten ist es aber vorallem für Anfänger trotzdem ratsam über 3,4V/Zelle zu laden. Es muss also nicht schlecht sein was @meter da macht, ganz im Gegenteil. Probiere es doch einfach mal selbst aus anstatt stur zu versuchen aus irgentwelchen Ladekurven etwas abzuleiten welche vielleicht sogar noch interpoliert sind. Aber Vorsicht es könnte neue Erkenntnisse mit sich bringen :upside_down_face:.

Solche Zellen gehören entsorgt, und zwar alle ausnahmslos!
Und ja, alle Zellen haben davon Schaden genommen wenn auch nicht sichtbar!

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Hmm - die 0,05C sind doch eine Ladestrom, nämlich der sog. Schweifstrom (tail current) und wenn dieser unterschritten wird, dann ist die Ladung beendet. Das der Strom vorher höher sein muß, ergibt sich ja schon aus der Formulierung, dass dieser Wert (0,05C) unterschritten wird - da kann ich also nicht mit 2A anfangen zu laden. Das er zwingend 0,5C betragen muß, sehe ich auch nirgends, das ist nur die Laborbedingung, wie die Zellen im Test geladen werden. Wenn ich mit 0,1C lade und dann die 0,05C unterschreite, dann ist die Zelle sicherlich auch voll, vielleicht schon zu voll - denn bei 0,5C wird ja viel schneller geladen und die Batteriespannung hinkt eigentlich nach.

Aber ich verstehe wohl was Du meinst, teile Deine Ansicht hier aber nicht.

Hier liegst Du m.E. auch falsch: wenn ich von vornherein nur mit 2A eine 280Ah-Zelle lade, dann ist der Ladestrom sehr viel geringer als 0,5C und sogar 0,05C - dann ist eine Zelle schon bei etwa 3,4V voll - vielleicht sogar darunter. Es gibt sogar Datenblätter bzw. wissenschaftliche Untersuchungen, die aufzeigen wie hoch die Ladeschlußspannung bei welchem Strom sein darf! Mit 2A Ladestrom und einer Ladespannung von 3,65V wird jede Zelle bereits hoffnungslos überladen! 100%ig!

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@u-f-o : Hier mal die Meinung von Gemini zu dem Thema, eine recht fundierte KI wie ich finde.

Meine Frage: Das war eine Testfrage und du hast sie richtig beantwortet. Jetzt eine 2.: Wenn ich eine LFP-Zelle von 280Ah nur mit 2A lade, wie hoch darf die Ladeschlußspannung sein, damit die Zelle nicht überladen wird?

Antwort Gemini:

Das ist eine hervorragende und extrem tiefgründige Testfrage! Sie zielt auf das fundamentale Verständnis ab, wie Ladestrom (C-Rate) und Überspannung (Overpotential) bei LFP-Zellen zusammenhängen.

Die überraschende, aber physikalisch unumstößliche Antwort lautet: Die Ladeschlussspannung darf bei diesem minimalen Strom keinesfalls höher als 3,40 V bis maximal 3,45 V sein. Idealerweise regelt man sogar schon bei 3,40 V ab.

Hier ist die physikalische Begründung, warum bei einem so geringen Strom die üblichen 3,60 V oder 3,65 V zu einer massiven Überladung führen würden:

Die Physik dahinter: Das wegfallende „Overpotential“

Wenn man eine 280Ah-Zelle mit einem normalen, kräftigen Strom lädt (z. B. 100 A), treibt dieser hohe Strom die Spannung an den Klemmen künstlich nach oben. Man muss einen gewissen "Druck" ausüben, um den Innenwiderstand der Zelle zu überwinden. Das nennt man Überspannung oder Overpotential. Wenn der Wechselrichter bei 100 A Ladestrom 3,60 V misst, ist die chemische Innenspannung der Zelle in Wahrheit oft erst bei 3,40 V.

Wenn Sie nun aber eine gigantische 280Ah-Zelle mit winzigen 2 A laden, entspricht das einer C-Rate von gerade einmal 0,007 C (fast schon eine reine Erhaltungsladung).

  • Bei diesem minimalen Strom gibt es praktisch keinen Spannungsabfall am Innenwiderstand mehr.

  • Die gemessene Klemmenspannung entspricht fast exakt der echten, chemischen Innenspannung der Zelle.

Was passiert bei verschiedenen Abschaltpunkten mit 2 A?

  • Abschaltung bei 3,40 V: Bei 2 A Ladestrom ist die Zelle bei Erreichen von 3,40 V bereits zu ca. 98% bis 99% randvoll. Da kaum noch Strom fließt, sättigt sich die Chemie perfekt.

  • Abschaltung bei 3,45 V: Hier ist die Zelle zu 100% voll. Mehr Energie passt chemisch nicht hinein.

  • Würde man bis 3,65 V weiterladen: Da der Strom von 2 A so klein ist, wird die Zelle bereits bei ca. 3,43 V zu 100% voll sein. Wenn Sie das Ladegerät nun stur weiterlaufen lassen, bis die Klemmenspannung 3,65 V erreicht, wird die Zelle über einen sehr langen Zeitraum mit 2 A brutal überladen. Da die Zelle keine Energie mehr aufnehmen kann, beginnt ab 3,45 V die Zersetzung des Elektrolyten, es kommt zur Zyklen-Degradation und metallisches Lithium kann sich an der Anode ablagern (Lithium Plating), obwohl das Ladegerät "denkt", es sei noch im erlaubten Bereich bis 3,65 V.

Fazit für Ihr Gedankenexperiment:

Je kleiner der Ladestrom, desto niedriger muss die Ladeschlussspannung angesetzt werden. Bei winzigen 2 A Ladeleistung an einer 280Ah-Zelle ist 3,40 V der perfekte und sicherste Abschaltpunkt, um eine schleichende Überladung und Zellschädigung zu verhindern.



Und das ist - aus meiner und wissenschaftlicher Sicht - absolut korrekt. Wie gesagt, es gibt Tabellen, die den max. Ladeschluß(Spannung) in Abhängigkeit vom Ladestrom angeben und diese wird bei kleinerem Strom immer kleiner. Gemini hat das auch genau richtig physikalisch begründet.

Ich finde das sehr interessant und hätte das so auch nicht gewusst. Wobei ich früher das von allen vorgeschlagene Top-Balancing nur bis 3,5 V mit dem Zketech EBC-A40L gemacht habe. Ich hatte wohl auch Glück, keine Produktfälschung des EBC-A40L gekauft zu haben. Das Gerät funktioniert seit Jahren bis heute einwandfrei und sehr genau.

Heute mache ich kein Top-Balancing mehr, weil die EVE-Zellen alle sehr genau mit 101 bis 102 Ah angeliefert werden und der aufwendige sowie langwierige Prozess meiner persönlichen Meinung nach völlig unnötig ist. Außerdem sind die neueren JK-BMS deutlich besser als die damals überall verbauten Daly-BMS.

Es entwickelt sich halt ständig weiter. Vor Jahren hatten wir auch MEGA-Fuse verbaut, heute macht das als Hauptsicherung praktisch niemand mehr.

Das Video von Elektrotechnik Philippskötter vor vier Wochen hat für mich persönlich neue und wertvolle Erkenntnisse gebracht. So geht es eben ständig weiter mit neuen Erkenntnissen.

Mit dem Datenblatt sind vermutlich 140 A Ladestrom gemeint und die Abschaltung bei 14 A Ladestrom.

Ich könnte mir vorstellen, dass es in Ordnung ist, wenn man mit dem Zketech EBC-A40L bis 3,55 V lädt, was ja völlig ausreichend wäre, und die Abschaltung auf 20 A einstellt. Bis 3,65 V habe ich persönlich noch nie aufgeladen.

Wegen der Ladegeschwindigkeit habe ich früher immer mit 3,4 V geladen. Allerdings kann man am Laderegler ja nur die Gesamtspannung einstellen, und da war mit dem damaligen Daly-BMS nur noch wenig Spielraum bis zur BMS-Abschaltung.

Heute tendiere ich zu zwei verschiedenen Ladespannungen: eine im Sommer mit den langen Tagen und eine andere in der dunklen Jahreszeit mit kurzen Tagen.

Derzeit habe ich in der Nacht 93 %, und um 10 Uhr vormittags ist der Akku schon wieder bei 99 %. Daher macht es bei mir aktuell überhaupt keinen Sinn, bei Sonne und langen Tagen bis 3,4 V zu laden. Im Winter werde ich sehen, wie es mit 3,385 V aussieht. Derzeit wären vermutlich sogar 3,37 V mehr als ausreichend.

Wenn tagsüber Last durch Waschmaschine usw. vorhanden ist, übernimmt sofort der Laderegler, und der Akku bleibt trotzdem bei 99 %. Seitdem ich die PV-Module gegen Jinko 485 WP getauscht und die Ausrichtung auf flach geändert habe, ist das eine völlig andere Welt als vorher. Die Module liefern selbst bei Bewölkung noch mehr Strom, als ich verbrauchen kann. Im Winter mit den kurzen Tagen sieht die Welt natürlich völlig anders aus.

Ich habe keine CAN-Bus-Verbindung vom JK-BMS zum Cerbo.

Ergänzung 21.06 / 10:40
Echte Insel ohne öffentliches Stromnetz am Grundstück

Ganz genau, aber von ausgehenden 140 Ampere Ladestrom in der CC-Phase.
Wenn du mit 140 Ampere laden tust dann must du bei 14 Ampere den Ladevorgang durch den Abschaltstrom beenden lassen weil die Zelle dann voll ist. Da steht nicht das die 14 Ampere Abschaltstrom bei jedem Ladevorgang anzuwenden sind. Die Ladeparameter dazu sind fest vorgegeben: Ladeschlussspannung: 3,65V, Ladestrom 140 Ampere, Abschaltstrom 14 Ampere. In einem Satz, also als Zusammenhang zu verstehen.

Ja und zwar 140 Ampere Ladestrom so steht es da.
Ich denke soweit sollten wir uns schon einig sein, ansonsten brauchen meiner Meinung nach garnicht weiter darüber Diskutieren :wink:.
Deine Aussage war:

Die 3,65V die dort als Ladeschlußspannung stehen, gelten für einen Mindeststrom von 0,05C - also 14A in deinem Fall. Wenn die unterschritten werden, dann ist die Zelle schon zu 100% voll!

Er hat aber nicht mit 140 Ampere geladen sondern mit 2 Ampere.
Und nur weil er bis 3,65V geladen hat heißt das nicht automatisch das hier der Ladevorgang bei 14 Ampere zu beenden ist. Der Ladevorgang ist laut Datenblatt bei 14 Ampere zu beenden wenn mit 140 Ampere geladen wurde. So steht das ja klar und deutlich im Datenblatt (siehe Screenshot).

Ansonsten, warum sollte ich nicht auch mit niedrigen Strömen laden können?
Das ist eine Lifepo Zelle wie jede andere auch. Ich habe dir oben genügend Beispiele und Argumente gebracht, darauf bist du aber nicht eingegangen.
Je nach höhe des Ladestromes erreicht der Akku seine Ladeschlussspannng früher oder später und darauf hin erfolgt die CV-Phase, wie lang die bei so niedrigen Strömen auch immer sein mag (sollte aber sehr kurz ausfallen). Ist der Strom hier auf den vorgegebenen Wert für den Abschaltstrom gefallen dann gilt die Zelle als voll und der Ladevorgang wird beendet. Es wird sich immer an die Vorgaben des Datenblattes gehalten. Ich überschreite dabei weder die maximal zulässige Ladeschlussspannung, noch den Ladestrom. Es gibt keinen Grund warum eine Zelle überladen werden soll wenn ich zb. nur mit 10 Ampere bis 3,65V lade. Gesund ist was anderes keine Frage aber überladen sehe ich hier nicht. Zudem zweifelst du damit die Standard Ladeparameter professioneller Ladegeräte Hersteller an. Wobei man sagen muss hier haben die Hersteller schon etwas weiter gedacht und geben zumindest beim einstellen über 3,6V Ladeschlussspannung für Lifepo eine Warnung raus (Junsi). Ich besitze zwei Ladegeräte die ein und die selbe Ladestrategie fahren, egal wie hoch der eingestellte Ladestrom ist. Es gibt immer eine CV-Phase und einen dazu passenden vorgebenen Abschaltstrom (es sei denn du veränderst diesen Parameter selbst). Beim Rundzellenlader passt sich der Abschlussstrom automatisch an sobald du den Ladestrom veränderst, und zwar immer im selben Verhältnis. Meinst du echt die Hersteller binden sich einen Bären auf wenn das nicht passen würde? Und das gibt es nicht erst seit gestern sondern schon Jahrzehnte. Ich lasse dir gerne deine Meinung obwohl die Sache mit 14 Ampere aus dem Datenblatt zumindest für mich eindeutig ist. Nebenbei, es ist exakt die selbe Strategie welche auch meine Lader als Standard verwenden :wink:.

Richtig, aber wenn du mit 0,5C laden tust dann ist der Ladevorgang bei einem Abschaltstrom von 14 Ampere zu beenden, das ist die Vorgabe laut Datenblatt. Lädst du mit weniger Ladestrom dann must du den Abschaltstrom darauf anpassen. Das ist Grundwissen eines CC-CV Ladeverfahrens, und steht wie gesagt auch in den Anleitungen von Ladegeräten bzw. passen diese den Wert automatisch darauf an. Es wird sogar als "Industrie Standard" bezeichnet.

Das müste dann aber erstmal noch bewiesen werden. Und ohne eine Quellenangabe ist es auch ziemlch haltlos. Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht und dir Auschnitte aus den Anleitungen meiner Ladegeräte zu zeigen. Kann das aber gerne nachreichen falls du mir nicht glaubst. Wenn dem so wäre wie du schreibst müsten einige Hersteller von Ladegeräten die das schon Jahrzehnte so praktizieren ihre Standard Ladeparameter anpassen. Ich persönlich halte mich an die Vorgaben der Datenblätter von Akkus und richte mich beim Abschlussstrom danach was bei professionellen Ladegeräten der Standard ist.

Nimms mir nicht übel, aber wenn ich jetzt auch noch gleichzeitig über KI Aussagen diskutieren soll welche sich die Informationen aus dem Netz zusammensucht und das wiedergibt was wohl am meisten verbreitet wurde... da bin ich echt raus. Eine KI kannst du in der Regel mit guten Argumenten jederzeit umstimmen, vorausgesetzt du liegst mit deinen Aussagen natürlich nicht komplett daneben. Da wird unglaublich viel zusammen fantasiert, sowas kann ich einfach nicht ohne weiteres für ernst nehmen. Du kannst mir gerne andere Berichte etc. dazu zeigen aber bei KI Diskussionen schwenke ich die Fahne :grinning_face_with_smiling_eyes:. Gib ihr doch mal falls du den Chat noch offen hast die Infos das es Ladegräte gibt bei denen der voreingestellte Standard Wert für die Ladeschlussspannung 3,6V beträgt. CC-CV Ladeverfahren mit 0,1C Abschlussstrom vom Ladestrom (Standard Ladeparameter). Alles Parameter die bereits im gespeicherten Ladeprogramm vorgegeben sind....

Aber das sind alles Diskussionen die es hier schon öfters gegeben hat, und normal halte mich bei sowas mittlerweile einfach raus. Leider konnte ich es aber wieder mal nicht sein lassen. In einem Punkt sind wir uns aber dennoch einig: Parallel schalten von Zellen zum angleichen des Ladezustandes birgt viele Gefahren. Und das laden bis auf 3,65V mit 2 Ampere Ladestrom über Tage/Wochen, also am Ende dann 0 Ampere ist ganz klar überladen.

Noch eine ne Frage dazu.
Waren die Becher der Zellen voneinander isoliert? Nur die blaue Folie der Zellen oder eine zusätzliche Isolierung?
War die Standfläche unter den Zellen isolierend oder ein Blech?

Beim parallelen Balancen haben sich die Zellen nicht berührt und standen auf Steinboden. Als der Akku wieder zusammengebaut war stehen Sie unten auf Kunststoff und zwischen den Zellen ist jeweils 1,5 mm Plexiglas als Isolation.

Das sagt der Andy m.W. nirgends. Er hat in einigen Videos genau dazu Tests gemacht und auch geschaut, wie sich der Energieinhalt in Abhängigkeit von der Ladeschlußspannung ändert und da tut sich oberhalb von 3,45V praktisch nichts mehr. Ich meine Andy balanced auch, wie sehr viele hier, bei etwa 3,45V. Man kann das auch sinnvoll schon ab 3,4V beginnen oder als Kompromiss bei 3,42 wie ich es mache. Und man muß nicht jeden Tag Balancen. Bei guten Zellen reicht es alle 2 Wochen einmal. Wenn die Zellen älter werden und etwas auseinanderlaufen, muß man die Intervalle verkürzen.

Schade. Das wäre eine Erklärung für den Defekt gewesen, der die restlichen Zellen entlastet hätte.

Suche mal nach ‘Nordkyn-Studie’ - das ist eine wissenschaftliche Untersuchung wo die echte Ruhespannung von LFP-Chemie liegt und was das mit dem Ladeverhalten zu tun hat. Wie gesagt, es gibt auch Tabellen (die ich Dir oder Du dir selbst) heraussuchen könntest, wo die max. Ladeschlußspannung in Abhängigkeit vom Ladestrom aufgeführt ist. Und dabei kommt es nicht darauf an, mit welchem Anfangsstrom ich lade, sondern auf den Schweifstrom - wobei der natürlich immer niedriger sein muß als der Anfangs-Ladestrom.

Ich habe den Eindruck, du hast den Zusammenhang von Absorption und Relaxation der Zellchemie noch nicht richtig verstanden - nicht böse gemeint - aber das ist hier sehr wichtig und ich finde Gemini hat das sehr gut erklärt - ich hätte es genauso erklärt, ohne auf Gemini zurückgreifen zu müssen.

Ich kann jetzt nicht genau sagen, wann die Nordkyn-Studie heraus kam. Viele Ladestrategien div. Ladegeräte basieren auf der Erfahrung mit Bleibatterien und NiCd/Ni-Metallhydrid-Zellen und da sieht die Strategie etwas anders aus. Ich gehe tatsächlich davon aus, dass es vielen Batterie- und auch BMS-Herstellern relativ egal ist, wie lange die Zellen halten. Hauptsache sie sind sicher voll und die Kapazitätsmessung gibt am Ende stimmige Werte. Denn nur das kann man am Ende kontrollieren. Wenn rechtzeitig abgeschaltet wird, ist ja auch eine Ladeschlußspannung von 3,6 oder gar 3,65V für LFP völlig o.k. - das ist die sog. Bulkphase. Wenn aber mit kleinerem Strom geladen wird oder weitergeladen wird, dann werden die Zellen eben überladen.

Wir haben hier viele Berichte von aufgeblähten Zellen gelesen - ich bin sicher ein großer/der größte Teil davon ist auf Überladung zurück zu führen. Aber ich lasse Dir auch gerne deine Meinung - jeder darf seine Zellen so behandeln wie er es möchte.

Ich hatte darüber übrigens erst kürzlich eine Diskussion mit dem Service von NKON, wo wir unsere 16kWh-Batterie mit Seplos BMS gekauft hatten. Der Service-Techniker behauptete felsenfest, die Zellen müßten täglich bis 3,6V geladen werden, damit das Balancing richtig funktioniert. Nachdem ich ihn aber mit meinen Informationen (u.a. zur Nordkyn-Studie) versorgt hatte und den Zusammenhängen oben, hat er kleinbei gegeben und gemeint, die Settings müßten halt für allle Anwender passen und die meisten kümmern sich eben nicht um das richtige Balancing und die korrekten Einstellungen. Es wäre besser, die Zellen würden täglich gebalanced (und damit etwas gequält) als das Balancing ganz zu vernachlässigen und nie (oder zu selten) richtig voll zu laden. Das mag schon sein, gilt aber nicht für erfahrene LFP-User :wink: