Habe dir mal die Tabelle herausgesucht, das ganze PDF war leider zu groß zum Hochladen.
Suche einfach nach Nordkyn-Studie, wenn es Dich interessiert
Manche hier beherzigen das nicht und halten es für eine ‘Randerscheinung’ aus dem Marinebereich, wo die Studie herstammt. Mir scheint das inhaltlich sehr plausibel. Die meisten Zellen verkraften eine gewisse Überladung, aber deshalb muß man sie ja nicht täglich quälen, vor allem nicht im Sommer.
offensichtlich sind die Eigensschaften der Zellen mit der Enwicklung unterschiedlich. Insbesondere die Weiterentwicklung von BEV Batterien hinsichtlich schnelles Laden. Das fiel mir zuerst bei den MB56 Zellen auf. Später sah ich dass es auch für MB31 gilt. EVE MB31 Datenblatt:
Dieser Teil deiner Ausführungen ist richtig. Die von dir geschlussfolgerten Schäden sind imho deutlich übertrieben.
3,65 V sind formal lebensdauerschädlich, aber nicht in dem Maße wie du schreibst.
Und vor allem ist es lebensdauerschädlich bezüglich Kapazität und/oder Zyklenzahl, aber nicht bezüglich Totalversagen durch Becherleck.
Solche Schäden ergeben sich nicht durch Spannung bis 3,65 V, und ich kenne Berichte dass auch Spannung bis 4 V sowas nicht hervorruft. Wurde vor zig Jahren im Photovoltaikforum probiert.
Was die Nordkyn Studie beschreibt ist der Zusammenhang zwischen Ladespannung und Abschaltstrom, der zum genau gleichen Ergebnis des SOC führt: genau wie 3,37 V mit 0 A.
Nordkyn beschreibt also nicht den Zwang zum Abschalten wegen Schadensgefahr, sondern Verschiedene Ladeverläufe mit gleichem Ergebnis. Welches vor allem darin besteht, dass man schneller zum Ergebnis voll gleich 100 % SOC kommt, verbunden übrigens damit dass man kaum noch vernünftig balancieren kann.
Das ist richtig, die meisten Zellen halten das eine zeitlang aus. Wenn man sie aber 3 Wochen an 3,65V hält, dann werden sie eben MASSIV überladen und das kann zum Aufblähen oder gar Aufplatzen führen. Wenn man sie nur für einige Minuten oder Stunden bei 3,65V sein, ist das sicher deutlich weniger schädlich. Und es kommt auf den Restladestrom (Schweifstrom) an und die Temperatur bei der geladen wird. Wann genau welche Schäden eintreten (können) ist mir nicht bekannt und dazu kenne ich auch keine Studie. Aber ich (wir?) wollen ja alle möglichen Schäden an den Zellen vermeiden und eine möglichst lange Lebensdauer erreichen - nehme ich an.
Die Angaben in den Datenblättern beziehen sich m.E. immer auf die Bulkphase, also Laden mit möglichst hohem Ladestrom, so dass die Zellen schnell voll werden. Das ist ja im Winter durchaus erwünscht, wenn es mal kurze Sonnenabschnitte gibt. Im Sommer mit 14 Stunden Sonne pur braucht es das nicht. Und auch ein kleinerer Ladestrom ist für die Zellen sehr viel schonender als das Laden mit max. möglichem Ladestrom. Deswegen habe ich den Ladestrom für meine 315Ah-Zellen derzeit auf 30A beschränkt, obwohl sie 156A dauerhaft und 200A kurzfristig problemlos verkraften. Aber was nützt es mir, wenn die Batterie schon um 9.00 oder 10.00 voll ist? Ich möchte erreichen, dass sie erst am Abend voll ist, kurz bevor wieder etwas entladen wird. Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht täglich den Ladestrom auf die Wetterprognose anpassen - das wäre sicher übertrieben. Aber mit 30A komme ich auch bei teilbewölktem Himmel und einigen Gewittern gut über den Sommer. Ggf. muß ich hin und wieder etwas nachjustieren. Das muß man nicht so machen - ist vermutlich übertriebener battery-care, aber so sammelt man auch Erfahrungen. Klar - die meisten wollen eher ‘plug-and-play’ and never care…
Dazu hätte ich gerne eine Quelle. Ich kenne keine.
Stattdessen gabs im PV Forum jemanden, der eine alte Zelle als gartenlicht benutzt, die per PV vollgehalten wurde. Im Sommer also quasi dauernd 3,65 V. Jährlicher Kapazitätstest, das war Absicht. Zur zeit als ich das las schon 10 Jahre.
Deswegen glaube ich NICHT, dass die 3 Wochen 3,65 V solchen Schaden verursachen.
Ich kenne Becherplatzen nur im Rahmen elektrischer Verbindung der Becher. Oder als Einzelfall bei mörderischer Misshandlung, ggf deutlich über 3,65 V.
Das sie massiv überladen werden, geht m.E. aus der Nordkyn-Studie hervor - ohne Beschreibung der Details wie aufblähen o.ä. Aber klar ist, dass sie dann dauernd überladen werden und Schaden nehmen. Mit welchen Effekten, das sei dahin gestellt.
P.S. Muss mich korrigieren:
habe nochmal in der Studie nachgelesen, dort steht u.a. wörtlich:
(S. 12 der Studie)
‘We sometimes see claims that charging at 3.60 or 3.65V/cell ruined a
bank and caused the cells to swell, but a smooth DC voltage at that level
is insufficient to decompose the electrolyte. The problem comes from
overcharging and poor power quality’
Also, die 3,65V führen i.d.R. allein nicht zum Aufblähen, sondern eine schlechte Ladespannungsqualität mit höheren Spannungsimpulsen. Wenn die Ladespannung in diesem Bereich nicht sauber gefilert ist, führen kurze Spikes zum Zersetzen des Elektrolyten ab einer inneren Zellenspannung von 4,2V. Oft gibt es am Charger-Ausgang einen Ripple (aus mangelhafter Glättung), deren Amplitude gar die 4,2V überschreiten (nur mit dem Oszilloskop sichtbar). Dies kann dann zum Aufblähen führen.
Klar ist aber auch: selbst exakte 3,65V über längere Zeit führen zu massiven Schäden, auch wenn sich der Elektrolyt noch nicht zersetzt. Ggf. gibt es Lithiumplating oder andere Effekte - das ist jetzt aber nur meine Vermutung. Ich verzichte bewußt auf solche Experimente… zumindest bei meinen guten, neuen Zellen.