Batteriepolpaste - Polbehandlung - Noalox

Hui hier gehts ja ab. Erinnert mich an die Diskussionen der 70 /80 ziger Jahre des letzten Jahrtausends (man bin ich alt) als es um die Länge von Kupferatomen in Lautsprecherkabeln ging und ob die Anzahl der Übergänge die Musik verfälscht. Da haben das angeblich Experten gehört :slight_smile:

Nun zu diesem Thema. Ob Kontaktpaste notwendig ist oder nicht lässt sich ganz einfach daran sehen, wie viele High Quality Hersteller diese Paste verwenden. Wenn in Tesla oder anderen Akkus diese Paste zum Einsatz käme wäre ich sofort überzeugt. Ich kann falsche Informationen haben, aber angeblich wird dort nichts dergleichen eingesetzt.

Bei CU/CU Verbindungen halte ich jegliche Paste für Humbug. Das ist eher kontraproduktiv. Wenn zwei Kupferteile per Schraubverbindung verbunden werden und das entsprechnede Drehmoment angewendet wird ist das die sauberste Lösung. Kupfer wandert unter Druck oder Zug und die Verbindung wird sich unter normalen Umständen (keine schädlichen Umwelteinflüsse) nicht verbessern lassen. Da Kupfer wandert, macht es Sinn die Schrauben nach einer Zeit auf das Drehmoment zu kontrollieren.

Bei Alu Kupfer oder Alu Alu sieht das wie oft geschrieben wegen der Oxidation anders aus.

Für mich sind diese Hilfsmittel aber viel häufiger Grund für Ausfälle oder Verschlechterungen, wie man in diesem Thread auch sieht, da eine falsch aufgebrachte, zu dick aufgebrachte oder eine falsche Paste mehr Schaden anrichtet, als die richtige Nutzen bringt.

Auch wenn Carolus das hier vehement vertritt, klingt das für mich nach Perfektionismus oder Glaubenskrieg. klar kann man alles optimal gestalten, um dann 0,000000000x mohm Verbesserung zu bekommen. Danach werden dann Batterie Schalter eingebaut oder noch besser Trenner, die Lastwiderstände jenseits von Gut und Böse einbringen und im dümmsten Fall abrauchen.

Für den "normalen" Betrieb sehe ich keinerlei Notwendigkeit irgendwas zwischen die Verbindungen zu schmieren, sondern schön das Drehmoment einhalten, sauber arbeiten (ich stelle mir schon vor wie die Paste mit irgendwas aufgetragen wird und es ein bissl staubig ist, aber was solls.) und gut ist.

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung und keine Wertung oder Handlungsanweisung. ICH vertrete nach jahrzehntelangen Erfahrungen die Meinung je einfacher die Systeme, je weniger Komponenten, je klarer der Aufbau umso sicherer ist das alles. (daher liebe ich autos mit Vergaser und möglichst keiner Elektronik, die laufen auch nach 50 Jahren noch).

Stefan

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Stefan, ohne Groll für das was du sagst: ich vertrete die Anwendung der richtigen Paste in der richtigen Weise. Grund sind eigene Versuche an gelieferten Zellen, erst ohne, dann mit.

Ergebnis: Halbierung des Widerstands bereits bei geringerem Drehmoment. Das ganze hat eine physikalische Erklärung, warum das so ist.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

@carolus

Hi Carolus. Es war auch nicht als Angriff gemeint. Ich glaube dir, dass mit der Paste in der richtigen Art und Weise angewendet geringere Widerständer bei Alu mit anderen Verbindungen zu erreichen sind. Da der Widerstand bei meinen CU /CU Verbindungen schon vernachlässigbar ist, sehe ich dort Pasten eher als Schmutzfänger und störend. Aber wie gesagt, das ist ausschließlich meine Meinung genauso ist deine ok.

Für mich stellt sich immer die Frage, warum soll ich ein geringeres Drehmoment aufbringen. Wenn die Paste dabei hilft. Gut. Aber wenn bei vorgeschriebenem Drehmoment der Unterschied vernachlässigbar ist, ist die Paste eine Fehlerquelle.

Wie gesagt richtig angewendet mag es was bringen. Ob sich das was es bringt lohnt, wage ich zu bezweifeln solange es um Hausanwendungen geht. Auf Booten oder in aggessiven Umgebungen sieht das wieder alles anders aus.

Ich bin in der Großrechnertechnik zu Hause, war früher mal Schwachstromelektriker und habe über die Jahre einfach viel zu viele kaputte Systeme gesehen, als man fröhlich übertaktet hat und alles mögliche an Zaubermitteln zur Wärmeabfuhr verwendet hat. Und fast immer waren es falsche Pasten oder falsche Anwendung.

Wie gesagt. Wenn man weiß was man macht ist meist alles gut. Wenn nicht ......

Stefan

Ich habe es auch nicht als Angriff verstanden. Es ist wichtig, richtig und gut wenn wir verschiedene Meinungen haben und uns sachlich austauschen. Jeder soll und muss zu dem stehen und stehen dürfen, was er gesagt hat.

Zum verringerten Drehmoment, ich glaube dass die üblichen 5 Nm für das bisschen Laserschweißen schon eine heftige Belastung ist. Auf Alu. Immerhin haben hier Leute von abgerissenen Studs berichtet. Du kannst ja mal berechnen, welche Scherkräfte auf dem Torus der anzunehmenden Schweißfläche auftreten, um 5 Nm zu halten.

Daher benutze ich bei mir weniger. Das ist aber nicht sachlich diskutierbar als "richtig" hinzustellen, deswegen mache ich es garnicht.

Ich habe es mittlerweile auch aufgegeben, gegen immer neue einlaufenden Wellen von YT Gelehrten anzugehen, die Polfett benutzen, das ganze auch bei cu cu, die goldene wago für cucu, die richtige Alu wago auch für cucu, das einschleifen mit noalox, Paste bringt garnix usw usw.

Das was ich für richtig halte und selber mache steht mit technischer Begründung hier im noalox Thread, da sollen die Leute lesen.

Wie gesagt, zu dir kein schlechtes Gefühl, so können wir diskutieren.

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@carolus

Danke. Das finde ich sehr angenehm.

Stefan

Ich glaube ich bin in diesem Topic hier gelandet, weil ich von einem Link kam, der mir eine Bewertung und Anleitung zur Anwendung von Kontaktpasten versprach ? und definitiv von Wago abriet - aber ich glaube ich habe den Überblick verloren.
Ich habe vermutlich folgende Kombination: Alustifte - verzinkte Kupfer Polverbinder - Edelstahlschrauben A2-70

Ist nun ein vorheriges Polieren (mit Feinbohrschleifer, dessem beigefügtem Fett und Polieraufsatz) oder einfaches Aufrauen mit einem Schleifwamm notwendig?
Anschließend mit Isopropanol entfetten.
Natürlich wird eine Kontaktverbesserung angestrebt, aber hauptsächlich Korrosionsschutz.
Ist hierzu in obiger Materialkombination doch die Wago oder eher die Noalox zu beziehen?
Auftrag hierzu direkt, aber dünn auf den Pol, unter Polverbinder. Oder unter die Schraube noch eine 2. Schicht?

Ist nur meine Meinung aber wenn man es Schafft eine Kontaktstelle weniger zu haben oder die Auflagefläche zu vergrössern dann wird sich das mehr bringen als all diese Pasten. Langlöcher sind so ungefähr das blödeste was man haben kann wenn man sich Gedanken macht über minimalen Übergangswiderstand. Da fehlt die sofort mal so 25-50% der möglichen Fläche, so gut kann keine Konmtakpaste sein dass sie den Rückstand aufholt. Der Durchmesser der Bohrung sollte gerade mal so groß sein dass das Gewinde durch geht, meistens ist es aber mehr. Schau dir mal die Flex. Zellverbinder genau an, das Langloch ist gestanzt, sprich du hast eine Materialverformung und somit Radiendie dir falsch rum aufgelegt auch Kontaktfläche wegnehmen.

Ich habe bei mir z.B. eine NH Sicherung, die steckt aber nicht in einem NH Trenner sondern ich hab die Schwerter durchbohrt und da Angeschlossen = 2 Kontaktstellen weniger.

Ich bin auserdem hergegangen und habe ALLE Klauke Kabelschuhe Plangeschliffen auserdem auch die Kontakte im DEYE Wechselrichter (ordentliche Hackn, die waren nämlich alles andere als Plan).

@mobilesinmobile Bei den Batterien selber waren auch Polverbinder ohne Langloch dabei. Allerdings fehlen dort die Bohrungen für die BMS Kabel. Mit Langloch waren Teil des EEL Kits.

Ich kann die Langlöcher auch mit Lot füllen ?

Aber wie gesagt. Mir gings eher um Korrosionsschutz.

Dann würde ich die Akkus in eine möglichst Luftichte Kiste Packen und ein paar Sackerl Trockenmittel dazu geben + nen Indikator. Im ersten Jahr kontrollierst du Monatlich und wenn der Indikator beginnt sich zu verfärben weist du dass du das Trockenmittel erneuern (Im Backrohr Trocknen geht bei den meisten) must. In den weiteren Jahren weist du dann schon wie lange das ganze hält.

Wo keine Feuchtigkeit da keine Alu-Kupferkorrosion. Im Endefeckt kannst du hergehen nachdem alles verschraubt ist mit nem ner Fettschwarte )oder Pinsel und Öl) die Oberflächen einzustreichen. Hauptsache (Kondens)Wasser kommt nicht an die Verbindungsstelle zwischen Al-Cu

Hallo,

ich bin kein Kenner von Polfetten oder Kontaktpasten, weiß aber, dass es da für verschiedenste Zwecke und Materialien etwas gibt.

Ich denke, man kann einen guten Effekt auch durch gründliches Reinigen, ggf. leichtes Anschleifen mit 300/400er Korn und einer dünnen Schicht säurefreien Mineralöls (Nähmaschinenöl, Weißöl etc.) erreichen, wenn man dann die aufzuschraubenden Busbars oder Kabelschuhe kräftig schmirgelnd aufdrückt, so dass möglichst kaum noch ein Lufteinschluß besteht. Wenn dann überwiegend blankes Metall auf Metall trifft dürfte der Übergangswiderstand gering sein und bleiben. Bei Alu macht es ggf. Sinn das schon mit Öl benetzte Metall ganz leicht anzuschleifen bzw. den Busbar reibend anzudrücken (ihr versteht sicher was ich meine).

Hat das schon mal jemand ausprobiert und gegen die div. Kontaktpasten getestet?

@mobilesinmobile Das war tatsächlich der Plan ? Um das EEL Case komm nochmal ein DIY-Holz-Case mit Dämmung, in das ich so einen Sack lege.

Ziemlich abenteuerlich was man hier so alles zu lesen bekommt.
Da wird an den Polen und Busbars herumgeschliffen und Bauteile manipuliert etc. Das Wichtigste ist eine saubere Kontaktfläche und diese realisiert man durch Reinigung. Korrosionsprobleme zwischen Alu und Kupfer treten nur auf wenn ein Elektrolyt hinzukommt zB. Wasser/Feuchtigkeit.

Wenn man also keine Feuchtigkeit zu erwarten hat, dann muss man auch nicht mit irgendwelchen Pasten herumhantieren. Viel wichtiger ist da eine regelmäßige Thermografie. Wenn man keine Thermografiekamera zur Hand hat, dann genügt auch die Sicht- und Fühlmethode bei Belastung.

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Sehe ich auch so.

Besonders bei Neulingen.

Wie machen das eigentlich die Hersteller von fertigen Akkus?

Vielleicht grenze ich das noch ein auf solche, die keine regelmäßigen Brände zu vermelden haben :stuck_out_tongue:

Erzähle doch mal was von den regelmässigen Bränden... hast du da fakten ?

Ich mache da gar nichts mehr an die Pole. Mein Versuch mit der Wago Paste war ernüchternd. Die Zellspannung waren stark am schwanken. Zeug wieder abgewischt, alles top. Ich schmier da jetzt gar nicht mehr drauf! Oxidschicht Schleife Ich mit 600 schmirgel ab, daß wars.

Gute Akku Hersteller schweißen.

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Je nachdem welche der Wagos du verwendest hast, ist das auch nicht verwunderlich.

Gegen Wago hab ich mich oft genug ausgesprochen.

Hallo zusammen,

ich hatte mal Äronix Paste ausprobiert und kann auch nur abraten, nicht besser als ohne und wie vorher schon jemand schrieb, wenn keine Feuchtigkeit und sauber gearbeitet wurde, gibt es keinen Bedarf für so was.

Gruß

Der Argumentation möchte ich für den Fall Kupfer zu Alu klar entgegen treten.

Die Begründung dafür und die Funktionsweise der guten Pasten stehen oben im Faden und müssen nicht wiederholt werden.

Moin, habe mir auch mal NOALOX gekauft.. aufgrund von Mindestbestellwert musste ich 3 Tuben ordern. Ich kann also noch 2 (je 14g) abgeben. Bei Interesse einfach via PN oder auf der gängigen Plattform schauen.