Absorption time wie kritisch?

Hallo zusammen,

Ich habe einen 16kWh Speicher in Verbindung mit einer Victron MP2 Anlage.
Der Speicher nutzt ein Batrium BMS. Nun gibt das Batrium über das Victron DVCC ja die Ladespannung vor und setzt die Absorption / Float Spannungen des MP2 außer Kraft und auch die Absorbtion Time.

Das BMS selbst hat keine Möglichkeit hier eine Absorbtion Time zu setzen. Dadurch wird bei gutem Wetter der Akku auch gerne mal für 3-4h auf der Absorption Voltage von 3,45V pro Zelle gehalten und geht nicht in einen Float über.

Ich habe schon Lösungen via NodeRED-Flows gesehen die in diesem Falle die DVCC-Spannung nach Zeit X auf eine Float-Spannung herabsetzen können. Aber hier meine Frage. Wie schädlich ist es für die aktuellen LiFePo4 Zellen über einen längeren Zeitraum (bei schönem Wetter auch mal 5h) auf 3,45V gehalten zu werden?

Mein Wohnmobil Akku wird bei Anwesenheit immer auf 3,42 V/Zelle geladen, solange genug Energie dasteht.

Ich sehe das garnicht kritisch. Die Wohnmobil Akkus auf 12 V Basis werden in das Spannungssystem eines Bleiakkus eingebunden. Das bedeutet Ladespannung 14,4 V ( 3,65 V/Zelle) während Motorlauf ohne Float.

wird in der Zeit möglicherweise balanciert?

Naja, es kommt auch auf den Ladestrom an. Wenn der Strom bei 3,45V/Zelle sehr gering ist (kleiner als 0,01C) dann kann es schon zu einer leichten Überladung kommen. Wobei 3,45V aus meiner Sicht noch kein wirkliches Problem darstellt. Ich lade auch eher sehr konservativ, im Sommer hat man meist eh genug Strom, schwieriger wird es im Winter. Da stelle ich die Absorptionsspannung gerne etwas höher, allerdings selten höher als 3,45V (3,5V haben meine Zellen noch nie gesehen).

Kritisch wird es, wenn einige Experten hier ihre Zellen über viele Stunden und gar Tage bei 3,6 oder gar 3,65V halten und meinen, erst dann seien sie voll.

P.S. Kannst Du bei Batrium nicht die Ladesteuerung den MPPTs überlassen? Die machen das m.E. besser und sind eigentlich für die Ladung zuständig. Das BMS soll eigentlich nur die letzte Instanz der Überwachung sein und nicht die Ladung steuern.

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Den Satz müsste man eigentlich unter jeden Beitrag schreiben.

Das BMS soll eigentlich nur die letzte Instanz der Überwachung sein und nicht die Ladung steuern.

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Ich glaube bei der Frage wird man hier eine Glaubensdiskussion lostreten.

Manchmal kommt mir das so vor als würde man so sagen “Das haben wir schon immer so gemacht”. Ich persönlich finde die DVCC-Integration von Batrium eigentlich echt nicht schlecht. Und warum sollte das System, was den Akku am besten “kennt” nicht per DVCC die Spannung und den Strom vorgeben. Dort habe ich imho auch viel bessere Einstellmöglichkeiten wie am Multiplus / MPPT RS.

Aber die Diskussion möchte ich eigentlich nicht lostreten weil sie auch nicht zur ursprünglichen Frage passt :slight_smile:

@paddy72
Mit dem Ladestrom hast du schon recht. Der sinkt in der Konstellation ja sobald das Balancing fertig ist auf fast 0. Quasi gerade soviel, dass die Zellen nicht auf ihre Ruhespannung sinken. Über 3,45V waren meine Zellen nur ein einziges mal zwecks TopBalancing bei 3,6V

Die läuft schon längst ;-).

Weil das nicht seine Aufgabe ist. Seine Aufgabe ist es, auschliesslich über den Akku zu wachen, als komplett getrennte 2. instanz. Unabhängig.

Durch die Kopplung geht die Unabhängigkeit verloren.

Wur haben gerade die Pylontech Diskussion. Da und genau da ging die gut gemeinte Regelung schief.

Du kannst sagen: das war schlechte Implementation. Kann sein.

Damit hast du aber genau den Fall: EIN Fehler hat den Akku gekillt.

Woher weisst du, ob die von “dir” verwendete kopplungs- oder ESS funktioniert fehlerfrei ist?

Hier und weiterfolgendend noch eine Diskussion dazu. Bitte schau auch noch davor für den Kontext.

Du brauchst keine 3,6V zum Balancing, das geht prima schon bei 3,45V, sogar schon ab 3,4V. 3,6V sind Stress für die Zellen und bei wenig Ladestrom sind sie mit Sicherheit überladen! Und gerade beim Balancing darf der Ladestrom nur gering sein, max. so hoch wie der Balance-Strom! Wenn du das über längere Zeit betreibst, schädigt du deine Zellen! Und wenn du sie nicht verpresst hast, verpasst du ihnen gleich zum Anfang einen Blähbauch!

Ich glaube, er meinte das allererste Balancing.

Aber auch dafür hast du recht: muss man nicht so hoch machen.

Um die erste Frage zu beantworten:

Ich rede wirklich nur vom initialen Laden einmalig wie @carolus es schon bestätigt hat. Ob es nun sinnvoll oder nicht war ist mal außen vor aber wenn ordentlich verspannte Zellen die Spannung nicht einmalig mitmachen wo EVE sie sogar bis 3,65V freigibt weiß ich auch nicht.

Und die 3,45V die das Pack jetzt nur noch sieht halte ich für akkuschonend bis zu dem Grad wo das hier im Forum diskutiere physikalische Altern der Zelle eher kommt wie der Zelltot durch Zyklen bzw. Spannungen.

Und zum Thema 2te Instanz:

Für mich ist (Für Batrium gesprochen andere BMS-Systeme kenn ich nicht) es keine Sicherheitskompromittierung wenn das BMS die Lade/Endladeparameter vorgibt. Wie schon angesprochen kennt das System ja den Akku am besten. Wenn wir eine zweite Sicherheitsleine suchen (Um beidem Beispiel in dem anderen Thread zu bleiben) ist dies für mich die Maximum Charge Voltage die du im Cerbo setzt. Diese steht über allem.

Dann könnte es nur noch zu einem GAU kommen wenn eine Zelle aus irgendeinem Grund ausbrechen sollte auf >3,65V. Hier würde dann zuerst das BMS den Ladestrom verringern wenn wir über 3,45V sind (Über die Charge Parameter) und bei 3,65V spätestens (Über die Critical Parameter) den MCCB auslösen wenn aus irgendeinem Grund der MP2 oder der MPPT nicht auf die verringerten Ladeparameter hören sollte.

Gehen wir davon aus das dat BMS nicht sauber reagiert und einen Zelldrift nicht feststellt.
Da die Ladespannung ja auf 55,2V im Cerbo festgelegt ist, kann dies nur passieren, wenn eine Zelle sich vorab überläd. Würde hier das BMS nicht funktionieren würde das System es auch nicht sehen und die Zellen überladen egal was ist. Aber diese Gefahr besteht bei so Systemen ja immer. Da bräuchtest du dann redundante BMS für :wink:

Um zu meiner eigentlichen 3,45V frage zurück zu kommen:
Ich habe gerade mal im BMS-Log geguckt von Sonntag:


Sobald das Pack “voll” ist (Balancen musste er da sogut wie nichts) sinkt der Strom auf unter 1A ab und dümpelt dann immer zwischen +0,5A und +0,5A rum bis nicht mehr genug PV da war und der Akku wieder entladen wird.
Tut dies den Zellen schaden oder nicht. Das fehlende Float ist nämlich aktuell (für micht) das einzige was gegen die DVCC-Lösung von Batrium spricht.

PS: Diese Diskussion wollte ich eigentlich gar nicht lostreten :sweat_smile: :sweat_smile:

wenn das BMS will dass die Batterie balanciert wird, stellt sich jetzt die Frage was “sogut wie nichts” bedeuten soll. Wenn da balanciert wurde, ist es ein Argument nicht auf float zu reduzieren.

Es ist freigegeben, aber gilt als Lebensdauer schädlich. Dazu gibt es azsreichend wissenschaftliche Untersuchungen. Das das heutzutage , angesichts von 3000 + zyklen überbewertet wird, sehe ich längst.

Die Wohnmobilfritzen rödeln in dem Bereich dauernd rum (14,4 V Ladespannung ist der level von Bleigewohnten Autosystemen).

Ich gehe ohe Sorge in den Bereich 3,42 bis 3,45, balancerspirzsn kurzzeitig eben daruber bis 3,65. Das geht eben nicht anders, das muss sein.

Ich las Mal eine genauere Beschreibung dazu. Bei 3,37 V Ruhespannung sind 99,5 % der vorhanden chemie umgesetzt. Lebensdauerschadlich ist es, wenn alles umgesetzt ist. Die Chemie kriegt da irgendwelche Schwierigkeiten.

Bezuglich der Datenverwendung werden wir wohl verschiedener Meinung bleiben. U.a deswegen, weil der aktuelle Garantiefall faden Pylontech wohl genau suf dem Problem beruht, was ich sehe.

Und bezüglich deines Charts: ich schaue es mir nochmal an. Aber ich sehe das Problem mit float nicht. Da bin ich anderer Meinung als andere.

PS: ich denke das Verfahren “float” stammt von den bleiakkus . Irgendwer scheint irgendwie azs den o.g. Gründen geglaubt zu haben, das man das nun 1:1 auf life übernehmen muss oder kann. Mit Hinsicht darauf, das manche Zellen zngeladen auf 3,37 V absinken, manche aber auch nicht: ich trsu mich nicht, mich dagegen zu stellen, aber ich sehe die strikte Notwendigkeit nicht.

Man hört immer noch von den gruseligsten Ladespannungen im Dauerbetrieb, aber von frühzeitigem lebensdauerende sehr wenig. Der ajtuelle pylontech fall ist wohl das erste richtige Beispiel. Da gehts aber auch um Spannung uber 3,65 V.

Das wird im Datenblatt leider häufig falsch verstanden: die 3,65V sind keine zugelassene Ruhespannung - auf der man die Zellen beliebig lange halten kann, sondern es ist die max. Ladeschlußspannung bei einem vorgegebenen Mindestladestrom. Dieser beträgt 0,05C, also 14 A bei einer 280Ah-Zelle. Wenn die 14A unterschritten werden, dann ist die Ladung abzustellen, sonst werden die Zellen überladen. Dann sinkt die Ruhespannung sehr schnell auf 3,4V und darunter ab, denn das ist die Ruhespannung bei 100% SoC (genau etwa 3,37V lt. Nordkyn-Studie u.a.). 3,6V und darüber müssen die Zellen also niemals sehen und erreichen sie auch nicht, wenn der Ladestrom noch hoch genug ist. Zum Balancen reichen 3,4 - 3,45V völlig aus - auch beim initialen Balancen.

Diskutieren ist doch gut. Wenns Stil hat.

Damit habe ich am meisten gelernt im Leben.

Wenn das BMS nicht zwischen Absorptions- und Floatspannung unterscheiden kann und keine Parameter wie max. Absorptionszeit oder Schweifstrom (kleinster Strom, bei dessen Unterschreitung die Absorptionsphase beendet wird) kennt, dann ist es schlicht als Laderegler wenig geeignet! Genau deshalb gibt es spez. Laderegler (wie die Victron MPPT), wo man solche Werte optimiert für LiFePO, einstellen kann.

Jede Floatspannung über 3,4V halte ich für unnötig hoch, definitiv ab 3,45V. Wie schädlich das ist kann ich nicht sagen, aber wenn eine Zelle länger bei 3,45V gehalten wird - als Ruhespannung - dann wird sie überladen! Sie kann sogar schon mit 3,4V überladen werden, habe ich gelesen, aber das scheint mir schon ein grenzwertiger Fall. Man gewinnt durch die höhere Spannung praktische keine Energiereserven (Kapazität), riskiert aber eine erhöhte Zelldegradation - was sich letztlich in schnellerem Kapazitätsverlust zeigt. Und dies alles, weil viele Leute die Angaben im Datenblatt falsch verstehen!

Die 3,65V (ich wiederhole mich) beziehen sich auf die sog. Bulk-Phase, wo mit möglichst hohem Strom so schnell wie die Sonne es erlaubt, geladen wird. Es ist keinesfalls die angestrebte Ruhespannung oder Floatspannung. Die Floatspannung ist bei LiFePO m.E. dazu da, den nahezu 100% SoC-Level zu halten (95…100%) ohne dabei die Batterie ständig zu beanspruchen, d.h. es wird hauptsächlich der Wechselrichter bzw. die angeschlossenen Lasten versorgt, aber nicht geladen oder entladen. Dieses Spannungsniveau muß so eingestellt sein, dass es den Zellen keinesfalls schadet. Bei mir steht es meist auf 27V (bei 8S, also 3,375V/Zelle) - im Sommer gehe ich da oft noch weit drunter (26,6… 26,8V), da bleibt der Akku auch zu 80% gefüllt.

Ich widerspreche dir nicht.

Was ich in Betracht ziehe ist, wieviel Schaden diese Überladung anrichtet. Und da kenne ich keine belastbaren Informationen uber schwerwiegenden Einfluss.

Kenne da auch keine konkreten, wissenschaftlichen Studien dazu. Was ich gelesen habe ist, dass selbst bei 3,4V Ladespannung eine Zelle überladen werden kann, wenn sie lange genug an dieser Spannung verbleibt. Der Schaden ist hier vermutlich gering. Ab 3,5V sieht das aber schon ganz anders aus, wenn da der Mindestladestrom unterschritten wird. Ist das nur für eine Stunde, wird auch nicht viel passieren, aber bei 24Std. ist die Zelle vermutlich irgendwie geschädigt. Von 3,6 oder gar mehr will ich gar nicht reden.

Man kann die Schäden schwer beziffern, aber immer wieder tauchen aufgeblähte Zellen auf und keiner weiß woran es liegt …

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