ich hatte gestern eine interessante Diskussion mit einem Eletriker. Nach seiner Erfahrung sieht er öftes in Haushalten verschmorte Leitungen, wenn da dauerhaft höhere Lasten drankleben, auch wenn die 3,6/4 KW Grenze eingehalten wird. Ich verweis ihn auf die Referenztabellen und die Vorschriten, worauf er erwiderte, dass das nun mal seine Erfahrungen sind.
Verwundert mich jetzt wirklich. Es könnten ja noch weitere Umstände dazu geführt haben. Das die 3,6 KW nur für eine kurze Zeit, er sagte so 2 h, gut gehen, finde ich komisch. Auf der anderen Seite habe ich das praktisch noch nie vermesssen, wäre aber leicht durchzuführen das Experiment. Die Frage ist wie warm /heiß wird eine 1,5er Leitung, wenn da den ganzen Tag die 3,6 KW dranhängen, wobei ist ja auch leicht auszurechnen.
In den VDE habe ich nachgelesen, dass Verbraucher wie Waschmaschien und Trocknet mit 2,5 anzuschließen sind, das deckt sich mit der Aussage des Elektrikers.
Ich müsst eine einzelne Strippe ordentlich einwickeln und 2 Heizlüfter dranhängen und dann einfach mal messen. Nach meinen Erfahrungen im DC-Bereich, wo ich mit 60 Ampere gearbeitet haben, merkt man die Erhitzung sehr schnell, wenn die Leitung zu knapp ist. Wenn ich bei einer 1,5er und 3,6 KW nach 15 Min keine deutlich Erhitzung feststelle, werde ich die auch nach 2h nicht feststellen.
Hängt alles sehr stark von den Umgebungsbedingungen ab. Die Normen sind für den Worst-Case gemacht. Worst-Case ist z.B. 32 Grad Innentemperatur und Verlegung der Leitung in thermisch sehr gut isolierter Umgebung, z.B. Holz oder sogar Dämmstoffe. Wobei je nach Verlegeart auch unterschiedliche Strombelastungen definiert wurden.
Der Normalfall zeigt, weit man bei den meisten Leitungen entfernt ist: Eine typische Leitung, die unter Putz liegt, wird bei 16A nur lauwarm, vielleicht 10 Grad wärmer als Umgebungstemperatur.
Ich habe einen zu Neudeutsch Quick & Dirty-Test gemacht, kein wissenschaftlicher Anspruch. Das Experiment wie folgt:
Raumtemperatur 30 Grad (gemessen). Billigste Mehrfachsteckdose, daran drei Heizlüfter, die zusammen ca. 3,5 KW auf die Waage bringen (nachgemessen). Die Dinger wurden vors Fenster gestellt, damit sie dauhaft auf volle Pulle laufen. Das ganze Setup lief jetzt 15 Min und ich konnte über die Hand keine wirkliche Temperatur
fühlen, dann einen IR-Temp-Messgerät geholt und ca. 35 Grad gemessen. Mehr wurde es nicht. Dann alles wieder aus, 1h gewartet und erneut gemessen mit
25 Grad. Warum 5 Grad unter Raum ist mir jetzt auch nicht erklärbar, ggf. unterschiedliche Verteilung der warmen Raumluft.
In einer Wand müsste die Leitung doch wesentlich besser die Abwärme weggeben können, denn Luft ist ein sehr guter Isolator. Wie dem auch sei. 10 Grad mehr
oder 5 Grad über Raum (mit Vorsicht zu genießen) und dass bei einer billigen Mehrfachdose mit flexiblen Kabel ist doch überhaupt kein Thema. Eine starre Leitung
würde ja besser abschneiden.
Ich will das Experiment noch mal mit 4 KW wiederholen bei einer 1h Laufzeit mit der gleichen billigen Mehrfachdose.Die soll max. 3.6 KW abkönnen, da wird aber
nicht unterschieden zwischen Kurzfrist- oder Dauerlast. Wenn ich das irgendwie hinkriege würde ich den Raum auch noch höher aufheizen. Und dann würde ich gerne die Phase direkt mesen und nicht den Kabelmantel.
vielen Dank, das wäre momentan auch meine Meinung, die sich aber auf Theorie und Büchern stüzt. Ich verlege meine Waschmaschine und Trockner in einen anderen Raum und muss dafür auch eine Leitung ziehen und da ich das selbst mache und die Mehrkosten für eine 2,5er nicht der Rede wert sind, verlege ich auch diese Leitung, nicht weil ich das als notwendig erachte sondern dem Prinzip folge "Haben ist besser als brauchen".
Es gibt noch einen weiteren Grund, warum 2,5mm²: Der maximale Spannungsfall bei Volllast darf nicht zu hoch werden. Einerseits, damit man noch in der Norm mit der Spannung liegt und Geräte funktionieren. Andererseits darf der Schleifenwiderstand nicht zu hoch werden, weil sonst die Sicherung bei Kurzschluss nicht schnell genug auslösen würde.
1,5mm² ist durchaus auch bei 16A erlaubt, aber nur für eine bestimmte Leitungslänge.
Früher bei meinen Großeltern konnte man immer an der Beleuchtung sehen, wenn ein Großverbraucher eingeschaltet wurde, die Lampen wurden dann dunkler. Die hatten recht dünne Leitungen und 110 V.
[quote data-userid="8074" data-postid="143101"]Früher bei meinen Großeltern konnte man immer an der Beleuchtung sehen, wenn ein Großverbraucher eingeschaltet wurde, die Lampen wurden dann dunkler. Die hatten recht dünne Leitungen und 110 V.[/quote]110 V? USA?
Daniel
PS: Ja, ich weiß, bis Anfang der 50er gab es in deutschen Landen einen ganzen Zoo voller verschiedener Spannungen, bis sich die (damals) 220 V 50 Hz langsam durchgesetzt hatten.
Nee, gabs auch in Deutschland noch lange. War in einem kleinen Dorf. Später ist 220V eingezogen, aber nur in der unteren Etage. Die obere Etage des Hauses war noch lange mit 110V. Es gab damals auch noch 110V Glühlampen zu kaufen.
[quote data-userid="8074" data-postid="143121"][quote data-userid="7192" data-postid="143118"]110 V? USA?[/quote]Nee, gabs auch in Deutschland noch lange. War in einem kleinen Dorf. Später ist 220V eingezogen, aber nur in der unteren Etage. Die obere Etage des Hauses war noch lange mit 110V. Es gab damals auch noch 110V Glühlampen zu kaufen.[/quote]Das ist ja noch kurioser. Also offiziell sollte die Umstellung in den 50ern schon durchgezogen worden sein, aber ich habe Artikel im Web gefunden, in denen sich das mindestens noch bis 1964 hinzog. 127 V gab es damals ja auch noch und dann auch noch mit verschiedenen Netzfrequenzen, z.T. auch mit 0 Hz (Gleichstrom). Beim Kauf eines Rundfunkgeräts mußte man in den wilden Jahren angeben, was für Strom man aus der Steckdose bekam, oder einen Allstrom-RX kaufen, bei dem man das rückseitig umstellen konnte.
Der Andreas hatte die Diskussion in seinem Video gestreift, die Erklärung auf einen Folgevid vertagt:
den Schnippsel hatte er wohl wieder entfernt, aber im Kommentar etwas erläutert(Zitat):
Sorry aber Kommentar mit der DC Leistung musste ich löschen. Der war nicht mehr zu retten, hier nochmal: Die DC Begrenzung kommt durch die Dauerlast.Mit höherer DC Leistung ist auch die Zeitdauer der hohen AC Leistung länger. Damit auch die Wahrscheinlichkeit für zu hohe Temperaturen in alten Leitungen. Warum zu lange 800W Einspeisung bei 1.5mm2 Kabeln zum Problem führen können, muss ich in einem Video erklären, das geht hier nicht. Ich denke, dass ich das nachholen werde. Hier besteht offensichtlich viel Bedarf.Möglich wären sowas wie einspeisewächter, die die Leistung intelligent regulieren. Dafür wird es sicherlich noch extra Regelungen geben, sobald sowas existiert Für normale Wechselrichter, die stumpf das Maximum einspeisen ist das Limit absolut sinnvoll. Eine mögliche Alternative wären maximale Zeiträume für die maximale AC Leistung anzugeben. Das wäre möglicherweise eine Option. Vermutlich aber in so kurzer Zeit nicht realisierbar. Ich gebe es aber mal weiterPs. Der Kommentar wird streng moderiert, bitte nur fachliche Dinge und Fragen. Alles andere wird gelöscht, damit es halbwegs übersichtlich bleibt. Nicht böse gemeint
Jetzt bin ich gespannt, ob da was neues kommt oder das Thema hier schon bereits diskutiert wurde. Kurz rekapitulierend: Ich speise mit 2,6 KW auf 1.5 mm^2 ein und habe damit kein Problem und sehe auch kein Risiko, das aus laut VDE existiert, SOLANGE (und das ist der springende Punkt) ich in SUMMME nicht mehr als 3,6 KW an Leistung beziehe (nein, ich meine wirklich nicht einspeisen, sondern beziehe). Ich bin immer noch der Meinung, dass NUR eine unglückliche Komibination aus GLEICHZEITIGEM Einspeisen und Bezug von deutlich größer 3,6 KW auf der GLEICHEN Leitung zum Problem führt.
Den Hinweis mit der alten Leitung verstehe ich nicht, 1.5mm^2 sind 1.5mm^2, egal ob gerade frisch aus dem Baumarkt oder noch aus den 50ziger.
Das ist einfach zu erklären. Am einfachsten für Mitteldeutschland (DDR).
Da habe ich, als Lehrling, damals noch Alukabel mit Schraubklemmen verarbeitet. Die sollte man alle paar Jahre nachziehen, was in der Praxis niemand macht.
Dadurch steigt im laufe der Jahre der Übergangswiederstand der Klemme und sie wird immer wärmer. Später kam dann Al-Cu Kabel, was zwar eine höhere Strombelastbarkeit hatte, aber bezüglich Schraubklemmen auch nicht viel besser war. Faktisch also noch gefährlicher.
In Altbauten sieht man gelegentlich kleine Schmorflecken auf Uralttapeten. Dahinter steckt dann oft eine uralte Abzweigdose mit fröhlich heizenden Klemmverbindungen.
Was mich auf der anderen Seite stört ist aber die Allgemeinheit der Modullbegrenzung.
Ziehe ich ein eigenes Kabel zum WR, z.B. ein 10m 2,5mm2 an einem 10-16A LS-B gibt es absolut kein Problem mit 800W Dauerbelastung.
Ein winziger Zusatz in den Regel, wie z.B. "bei separaten Zuleitungen zum WR gilt keine Wp Begrenzung der Modulleistung" und das Problem mit 920 Wp existiert nicht mehr.
Vielen Dank, wieder etwas gelernt. Dann bleibt noch die Kernfrage: Ich hatte ja schon im ersten Post die These aufgestellt: Bis ca. 3,6 KW sollte man ebenfalls ruhig schlafen können, wenn man nicht so blöd ist einen 5 KW Verbraucher dranzuhängen