Genau da ist meine praktische Erfahrung, dass solche Dinge sehr häufig vorkommen. Da werden wg. Steckdosenmangel zahlreiche Mehrfachsteckdosen in Reihe geschaltet und dicke Verbraucher angeschlossen.
Und wie schon geschrieben, ein VDE kann sowas keinesfalls ignorieren. Jede Möglichkeit der Überlastung muss selbstverständlich mit einbezogen werden. Das ist eine ganz selbstverständliche Vorgehensweise, wenn man die Sicherheit von Systemen bewertet und entsprechende Vorgaben definiert.
Die einzige Möglichkeit, die der VDE hat, ist die Einbeziehung solcher Überlastungen und eine Prüfung, ob das die Leitungen und Steckverbinder trotzdem aushalten.
Genau dieser Nachweis muss vom VDE geführt werden, und zwar nicht nach Bauchgefühl, sondern mit Fakten, Versuchen und Berechnungen.
Unwissenheit schützt vor Schaden nicht.
Das Kaskadieren und Überbelegen von Mehrfachsteckdosen ist grober Unfug.
Steht doch immer drauf: z.b. maximal 3600 Watt
Da könnte man ja auch Verbraucher mit einer Leistung von mehr als 1300Watt verbieten, weil drei solche in eine Dreifachsteckdose passen.
Durch das Balkonkraftwerk wird die Situation nicht verschärft.
Der LS mag später auslösen, zu der Zeit fehlt aber auch der Anlass.
Der VDE wird doch keine Position beziehen bevor er Versuche und Berechnungen anstellt?
Was weiß der normale Laie von Watt? Genau, gar nichts. Nützt also auch nichts, wenn da 3600 W drauf steht.
Braucht es ja nichts, dafür gibts ja die Leitungsschutzschalter, die ab einer bestimmten Überlast auslösen.
Die zentrale Frage ist, ob man ein Problem über Belehrungen und Wissensvermittlung hinreichend vermeiden kann oder ob es technische Schutzmaßnahmen braucht. Und bei Netzstrom hat man sich - nicht ohne Grund - für eine technische Absicherung entschieden. Ohne so eine Absicherung geht einfach zu viel schief.
@win
Warum dann draufschreiben?
Wenn der Unfug unvermeidlich ist, dann brauchen wir binäre Leitungsschutzschalter.
Solche die sich wie die hier diskutierten, idealisierten „Geht-Geht nicht“ verhalten.
Wenn das 40-50-60 Minuten später, möglicherweise einen Effekt zeigt werden sie den kausalen Zusammenhang nie erkennen.
Dabei spielt das Balkonkraftwerk eigentlich keine Rolle.
Nur der Defekt bleibt ein Kurzschluss egal ob mit oder ohne: „Geht nicht“
Weil du den Kunden über alles aufklären musst. Da kommst du als Hersteller gar nicht drumherum. Und es gibt ja auch Endverbraucher, die sich sowas durchlesen und danach handeln. Aber ein Großteil wird es nicht tun und für die muss dann der Leitungsschutzschalter auslösen.
Das ist nicht nötig, weil die Charakteristik eines Schutzschalters genau so gewählt wurde, dass er die Leistung sicher schützen kann. Also auch, wenn der erst 30min später auslöst, reicht das, weil ja auch die Erwärmung der Leitung und der Umgebung der Leitung ein langsamer thermischer Prozess ist. Alles wurde aufeinander abgestimmt und auch hinreichend getestet. Es wurde aber nicht für 2-3 A mehr getestet. Wenn man das also sauber machen will - und nur so wird der VDE arbeiten - dann muss das für die höheren Ströme auch nachgewiesen werden, dass es sicher ist.
Und da bin ich auch heilfroh, dass beim VDE nicht jemand sitzt, der nach Bauchgefühl sagt: "Passt schon, macht einfach mal." Das muss schon wissenschaftlich abgesichert werden.
Der VDE hat bei mir einen zweifelhaften Ruf: Die positive Seite, dass er sinnvolle Richtlinien entwickelt an denen ich mich gut orientieren kann. Auf der anderen Seite muss man ihm auch wirtschaftliche Einflußnahme durch die Industrie unterstellen, gibt dazu gute Beispiele wie der Wieland-Stecker. Man stelle sich vor, es gäbe ein Pendant zum Autofahren. Dann gäbe es vielleicht auch keine Verkehtstoten mehr (was natürlich zu begrüßen wäre), die Karren wären dann unbezahlbar oder unbenutzbar (z.B. allg. Tempolimit auf 30km/h, damit auch ja nichts passieren kann).
Anstatt wieder elendig über 600, 800, 1000 zu diskutieren, soll man das Ventil ganz öffnen und sagen: 600,800 ohne Elektriker und gerne darüber hinaus(3,6-4,2 KW) , dann aber unter Berücksichtigung von zusätzlichen Sicherungen wie z.B.:
> Steckdosen schließen => Endkreis herstellen
> LS runterregelln
> Subnezte einziehen => Quasi-Endkreis herstellen
> Telemetrische Überwachung & Steuerung
gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten. Ingenineursdenknen heißt nicht Regelungswut, sondern Lösungen!
[quote data-userid="6441" data-postid="139353"]wie der Wieland-Stecker.[/quote]Es gab noch nie einen Wielandsteckerzwang. Das einzige, was gefordert wurde, war ein berührungsgeschützter Einspeisestecker. Wieland ist da nur ein Vertreter unter mehreren und die anderen (z.B. powerCon) waren/sind genauso zulässig. ?
[quote data-userid="8074" data-postid="139449"]Fänd ich auf jeden Fall begrüßenswert, wenn auch oberhalb von 800 W was von Laien installierbar wäre, wenn sie sich an bestimmte Vorgaben halten.[/quote]Das 800 VA-Tempolimit ist ja nur deswegen drin, damit, falls irgendwann die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, nicht künftig tausende BKWe in einem Stadtviertel gleichzeitig anfangen, Strom einzuspeisen und das auf Mittelspannungsebene tatsächlich schwierig werden könnte. Stopften sie den Energieüberschuß alle in irgendwelche Akkus (Inselanlagen), wär's kein Problem. Der Knackpunkt ist halt, daß unser Netz für eine bestimmte Durchschnittslast ausgelegt ist und daß der VNB das so kalkuliert, daß nicht alle auf die Sekunde genau pünktlich zur Mittagszeit den E-Herd einschalten, was nämlich genauso kritisch wäre. Den Hintergedanken, die gleichzeitige Einspeiseleistung passend zu den Leitungen unter der Straße zu begrenzen, kann ich also durchaus nachvollziehen.
Mit Akkus (aber keine Inseln) ließe sich das Einspeisen vermutlich um einige Stunden strecken (im Idealfall natürlich 24h), wobei der Strom statistisch gesehen zu einem bestimmten Zeitpunkt t sänke, allerdings wird man dann natürlich auf den Investitionskosten sitzen bleiben, denn die Akkus bügeln ja nur die Spitzen ab, erzeugen aber keine Energie.
Ich kann also die Begehrlichkeiten der BKW-Betreiber verstehen, aber ich verstehe auch die Sorgen der VNB.
Lösungsansatz:
Gäbe es im Handel ein preislich attraktives Komplettpaket mit Akku, bei dem man die Einspeisung durch Programmierung zu solchen Zeiten verschieben könnte, wenn der Bedarf am größten ist, könnte man in Zukunft die PV-Energie im Tagesverlauf besser ausnutzen. Aber im Winter wird es ohne Gaskraftwerke bis auf weiteres nicht gehen, da sollte man sich keinen falschen Hoffnungen hingeben. Und die Finanzierungsfrage des Akku-Komplettpakets wäre natürlich auch noch offen. Alles nicht so einfach!
Darauf habe ich keine Antwort. Vermutlich keines.
Zu denken gibt mir, dass der gegebene Verbrauch um den Betrag der lokal erzeugten Solarenergie steigt.
[/quote] *Ironie ein *
Das sollte man allen sagen, die mit dem Gedanken spielen, sich irgend eine Photovoltaik zu installieren. Dass ihr Verbrauch steigt wenn die Anlage Strom produziert. Das hab ich auch noch net gehört. Am besten alle verschrotten ihre Solaranlagen, dann sinkt deutschlandweit der Verbrauch.
*Ironie aus. *
Die elektrische Ausrüstung eines Hauses ist seit mehr als einem halben Jahrhundert sehr gut. Es werden sehr viele Leitungen gezogen, fast jedes Zimmer hat eine eigene Leitung und Sicherung. Guckt euch doch die Grafiken von Shelly 3EM an. Was bitte ist das überhaupt un der nähe der Belastungsgrenze ?
Es gibt auch überhaupt keine Meldungen, dass wegen leitungsüberlastung hohe schäden entstanden sind
Wenn, dann geht ein gerät defekt, das fängt das brennen an, bevor die Sicherung, die korrekt die Leitung schützt, nicht das gerät, auslöst.
So gesehen wäre es sogar besser, wenn mehr Stromlast auf den Leitungen wäre, denn dann würde im Fehlerfall eines gerätes die Sicherung schneller kommen.
Ich halte diese ganzen Diskussionen, bei denen es darum geht, dass bei einem (in den Stromkreis installierten ) max. 2,5 A Bkw die Leitung überlastet werden könnte.
@docemmettbrown Das ist echt ein valider Punkt, der aber ebenfalls lösbar ist. Nennt sich Netzausbau. Ich hätte auch zukünftig keine Probleme ordentliche Netzentgelte zu bezahlen, die können auch gerne steigen, damit das Netz weiter ausgebaut ist. Das hat aber auch nicht ausschl. mit den BKW zu tun. Es werden auch so "normale" Anlagen errichtet und Windstrom installiert. Die müssen also so oder so da ran.
[quote data-userid="6441" data-postid="139596"]Das ist echt ein valider Punkt, der aber ebenfalls lösbar ist. Nennt sich Netzausbau.[/quote]Na, ganz so leicht lösbar scheint es eben doch nicht zu sein. In den letzten Jahren hat man ja jede Menge Fachkräfte ins Land geholt, die jetzt auch (fast) alle hier sind, aber Elektriker waren da wohl keine dabei.
Der nächste Punkt ist Geldmangel: Der Netzausbau kostet Geld und das nicht zu knapp. Da sagen die einen in den Talkshows <Zitat>Wir sind ja sooo reich...</Zitat> und die anderen fabulieren schon vom Lastenausgleich. (Auf die heutige Meldung mit 15,7 Mio. € für Sekt und Häppchen gehe ich mal besser nicht ein.) Also lange Rede, kurzer Sinn: Zumindest dort, wo das Geld gebraucht würde, isses jedenfalls nicht vorhanden - das kann man wohl festhalten.
Der letzte Punkt ist die Bürokratie. Wenn Du nur die bestehende Leitung gegen eine Doppelleitung am Hochspannungsmast tauschen willst und das Genehmigungsverfahren dauert sieben Jahre (!), also dann können wir das mit dem Netzausbau besser heute als morgen vergessen. So wird das nichts mehr. ?
@docemmettbrown Der letzte Punkt ist Spekulation. Ob das wieder sieben Jahre dauern würde ist unsicher. Die beklagte Bürokratie ist Ausdruck unseres Rechtsstaates.
Wenn Du Dich in Deinen Rechten beschnitten fühlst, dann beschreitest Du den Rechtsweg. Wenn das nicht mehr gewünscht ist, muss man Gesetze ändern. Dann muss man aber auch damit leben, dass im Einzelfall mal eine Entscheidung "durchgeboxt" werden kann, die einem selber so gar nicht passt.
Stichwort Neues GEG. Ein Abgeordneter fühlte sich und seine Kollegen in seinen Rechten beschnitten und rief das BVerfG an, dass ihm Recht gab. Ohne den entsprechenden Rechtsweg wäre das nicht möglich gewesen. Hat also Vor- und Nachteile so eine "Bürokratie".
Das ist die oft beklagte Bürokratie, die auch anderswo Blüten treibt:
Der Elektriktrik sagt: Ich glaube für ne PV brauchen sie ne neue Leitung zwischen HAK und ZK. Das muss 5*16² sein. Fragen Sie mal den Netzbetreiber.
Dessen Antwort auf meine Anfrage: Das können wir Ihnen nicht sagen. Ihr Elektriker muss die Anfrage an uns Online stellen.
Alter, an sowas platzt mir der sprichwörtliche S..k. ?
[quote data-userid="2378" data-postid="139777"]Der letzte Punkt ist Spekulation. Ob das wieder sieben Jahre dauern würde ist unsicher.[/quote]Also ich glaube nicht, daß es da sehr viele Bürgerinitiativen dagegen gibt, wenn der Netzbetreiber bei einer vorhandenen Überlandleitung ein einfaches gegen ein doppeltes Kabel tauscht. Ich bin fast sicher, daß der Genehmigungsantrag im Bauamt die besagte Zeit in einem staubigen Regal liegt, bis er endlich mal bearbeitet wird, bevor das Papier durch Alterung zerfällt. ?
Mich würde es mal interessieren, wie das bei unseren Nachbarn (z.B. Österreich, Schweiz, Niederlande, Frankreich, ...) läuft, ob das dort flotter funktioniert. Weiß da jemand etwas dazu?
Daniel
PS: Das mit den langen Genehmigungsverfahren ist keineswegs auf den Netzausbau beschränkt. Sowas habe ich auch schon gelesen z.B. bei der Erneuerung eines Bahnübergangs.
@docemmettbrown Für den Fall würde es helfen, wenn im entsprechenden Gesetz sinngemäß stünde:
Sofern keine Einwände vorgebracht werden, gilt der Antrag sechs Monate nach Stellung als genehmigt. Mit Einwände wären Bürger- oder Behördenbelange abgedeckt und die zeitliche Frist könnte ja ggfls. variiert werden, falls es um was richtig kompliziertes, den Neubau eines KKW ginge.
Ja stimmt, es steht generell drauf, aber wenn man keine Ahnung hat, dann weiss man das natürlich auch nicht. Aber dafür gibt es ja hier so ein Forum z. B.
Wenn ihr Argumente gg. den Netzausbau ins Spiel bringt, kann ich die nachvollziehen, das fällt für mich aber nicht unter technischer Machbarkeit, sondern selbst gemachtes Leid. Also Themen wie Genehmigungsfahren, bürokratische Vorschriften, Bürgereinwände blabal...das ist keine Physik, technisch ist auch der Netzausbau lösbar und an Geld dürfte es der immer noch 4. größten Volkswirtschaft nun auch nicht mangeln. Das fällt für mich alles unter mangl. Wilen
@franklolo87 mh...ich ging auf einer einfachen Dorfgrundschule und da wurde mir im Sachkundeunterbricht eindrucksvoll beigebacht, was mit einem Stück draht passiert, wenn ich da zu viel Strom durchjage (simple 9V Batterie).
Bei 9V-Batterie fällt mir nur diese Sorte hier ein:
Und die soll bei einem Stück Draht irgendwas anrichten? Die macht doch bestimmt nur 2A Kurzschlussstrom. Müsste schon ein extrem dünner Draht sein, damit der glüht.