Wenn man keine Ahnung hat

Wenn man keine Ahnung hat, wie kommt man dann zu einem sinnvollen Balkonkraftwerk?

Es waere schoen, wenn ich mehr als die mickrigen 800W ins Haus einspeisen koennte, die man ins Netz einspeisen darf. Auf eine Netzeinspeisung kann ich verzichten, denn warum soll ich meinen Strom ggf. verschenken.

Den Strom kann ich durch Router, Server, Switche, USVs und Computer weitgehend selber verbrauchen. Daher wuerde ich zunaechst keinen Stromspeicher vorsehen. Allerdings soll einer bei Bedarf nachgeruestet werden koennen.

Ich kann im Garten beliebig Solarmodule aufstellen und ausrichten. Es gibt eine 400V Leitung zu einem Schuppen, die zur Einspeisung genutzt werden koennte. Ob diese direkt zum Zaehlerkasten geht und ob man sie nutzen koennte weiss ich leider nicht. Ein Elektriker koennte das vermutlich pruefen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, duerfte ich nur — bzw. immerhin — Solarmodule bis max. 2kW Leistung verwenden. Die 2kW und mehr koennte ich ggf. ebenfalls verbrauchen, indem ich die Waschine etc. zur passenden Zeit einschalte.

Allerdings moechte ich Daten der Anlage auf meinem Server speichern. Mit Programmen fuer Telephone kann ich nichts anfangen. Damit fallen anscheinend alle fertig kaufbaren Balkonkraftwerke aus der Auswahl.

Was kann man unter diesen Umstaenden machen? Es gibt zu viele Vorschriften, die sich staendig aendern, als dass ich mich damit auskennen koennte. Welche Wechselrichter oder andere benoetigte Geraete lassen sich abfragen bzw. liefern Daten, damit ich sie auf meinem Server speichern kann?

Wenn Du noch gar keine Ahnung hast, empfehle ich dieses Buch von Andreas:
https://akkudoktor.net/pub/balkonsolar-buch

Wenn Du einen offenbar erhöhten Stromverbrauch hast, ist ein Akku erst recht sinnvoll. Damit kannst Du dann die kurzfristig maximal 2 kW der Module auch nutzen, wenn Du "nur" maximal 800 Watt ins Hausnetz einspeisen kannst. Der Rest geht dann in den Akku und von da über den Tag und die Nacht verteilt ins Hausnetz. Zusätzlich bieten solche Plug&Play Akkus typischerweise eine extra Steckdose, wo Du nochmal bis zu 1200 Watt abgreifen kannst und da z.B. ggf. irgendwelchen Computerkram anschließen kannst.

Mit der neuen VDE 4105 Norm soll es wohl (künftig) möglich sein, bis zu 7 kWp zu installieren und selber anzumelden, so lange nur 800 Watt dann allerdings fest angeschlossen ins Hausnetz gehen. "Der Kanal" ist da auf youtube und auch hier aktiv. Ich hab mich da selber noch nicht mit beschäftigt.

Etwas Bereitschaft, Dich mit der Materie auseinander zusetzen wirst Du schon mitbringen müssen. Den perfekten Tip kann Dir sicherlich niemand im Netz geben. Kannst natürlich auch einfach mal mit vier Modulen und einem 800 Watt WR anfangen und den ggf. einfach wieder verticken, wenn Du bischen Erfahrung gesammelt hast.

Wenn ohnehin ein Server läuft, und es Interesse an einer Auswertung gibt, würde ich mal einen Shelly Pro 3EM verbauen und dazu evtl. Home Assistant aufsetzen. Das kostet erst mal kaum Geld, und dann lannst du mal den tatsächlichen Stromverbrauch ansehen. Anhand der Daten kannst du dann wahrscheinlich informiertere Entscheidungen für Akku und PV treffen.

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Schließe mich dem Tip von Frank an. Den Shelly kannst Du später auch mit den meisten Akkusystemen nutzen.

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Auch da würde ich recherchieren, für welche es Home Assistant Integrationen gibt.

Ohje, ich wollte doch jetzt nicht gleich ein ganzes Buch dazu lesen …

Derzeit versuche ich, genauere Daten zu zu gewinnen. Zudem moechte ich den Stromverbrauch reduzieren, sodass dieser sich im Laufe diesen Jahres voraussichtlich noch aendern wird. Erst wenn Daten vorliegen, wuerde die Anschaffung eines Akkus ggf. Sinn machen. Wenn er zu klein waere oder tagsueber nicht wieder voll wuerde, wie wuerde er sich dann amortisieren?

Wo wuerde ein Akku denn aufgestellt werden wenn nicht in der Naehe der Solarmodule bzw. des Wechselrichters? Wie lang koennen die Stromkabel von den Modulen ausgelegt werden? Wie wuerde der Blitzschutz realisert werden, wenn sie draussen ueber etwas laengere Stecken verlegt werden wuerden? Weder die Waschmaschine und aehnliche Geraete, noch den Computer kann ich an einer 1200W Steckdose eines Akkus betreiben. Fuer Router, Server und Switche sind 800W mehr als ausreichend. Der Strom muss schon ins Hausnetz und ggf. ergaenzt werden durch Strom aus dem externen Stromnetz.

Was soll es bringen, 7kWp zu installieren, wenn man davon nur 800W nutzen kann? Vielleicht kann man sich einen 20kW oder groesseren Akku dazustellen, der nach drei Stunden voll ist und erst im Winter wieder leer wird, doch wie soll sich das bezahlt machen?

Auseinandersetzungsbereitschaft ist vorhanden, doch die beschraenkt sich weitgehend auf die einmalige Anschaffung und danach die Programmierung fuer das Speichern und Auswerten der Daten. Morgen gibt es schon wieder neue Bestimmungen, neue Module, neue Wechselrichter, und in drei Monaten sieht der Markt komplett anders aus. Da endlos hinterherzulaufen und sein Geld in den Sand zu setzen, indem immer wieder neue Dinge angeschafft werden und sich mit dem Verkauf der alten — die dann eh keiner mehr haben will — herumzuschlagen mag eine Option fuer Enthusiasten sein, jedoch nicht fuer jemanden, der im Grunde einfach seine Stromrechnung verringern und die Daten des Balkonkraftwerks sowie ggf. insgesamt seinen Stromverbrauch erfassen will.

Anscheinend gibt es keine aussagekraeftigen Daten darueber, wieviel Strom eine PV-Anlage bzw. ein Balkonkraftwerk tatsaechlich liefert, egal wieviele Videos und Webseiten man sich dazu anschaut. Dazu sind die Anlagen, Voraussetzungen und Bedingungen zu unterschiedlich. Insofern muss man schon selber experimentieren und Daten fuer sich gewinnen. Nur habe ich stark den Eindruck, dass es mir nichts bringt, mir ein vorgefertigtes Teil in den Garten zu stellen, von dem ich nichtmal die Daten erhalte und mit dem nur laecherliche 800W eingespeist werden koennen.

Vielleicht scheitert die Idee auch einfach an der deutschen Bueraukratie und den Interessen der Energielieferanten, die um ihre Gewinne besorgt sind.

Deshalb ich ja hier. Allerdings kann ich mit vorgefertigen Dingen wie homeassistent nichts anfagen. Ich brauche die Kommunikationsprotokolle, damit ich die Daten so abfragen kann, wie ich es will. Welche Geraete gibt es da?

Naja das Verbauen kostet halt schon, weil ein Elektriker beauftragt werden muesste. Vorher wuerde ich erst wissen wollen, wievel Strom erzeugt und eingespeist werden kann. Falls es nur 800W sind und das auch nur fuer ein paar Monate im Sommer und das dann nur ein fuer paar Stunden am Tag wo die Sonne scheint, dann mag die Einspeisung gegenueber den Kosten und dem Stromverbrauch so verschwindend gering, dass es vielleicht keinen Sinn macht.

Den Verbrauch sollte ich ab Morgen genauer sehen koennen, weil der Stromversorger den Verbrauch alle 15 Minuten angeben kann. Dummerweise musste man diese Option erstmal aktivieren; das habe ich heute zufaellig entdeckt und sie aktiviert. Bloederweise kann man anscheinend sich nur eine Graphic angucken und die Daten nicht runterladen :frowning: Zudem kann man die aktuellen Daten nicht bekommen und nur alte. Es ist aber besser als keine Daten.

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Sorry, daß ich so direkt bin: Wenn Du weiter kommen willst, solltest Du mal Deine ganzen Vorurteile hinterfragen ... So ein kleines Balkonkraftwerk mit bis zu 4 Modulen amortisiert sich, wenn es nicht ganz blöde Umstände sind, so in 4-5 Jahren. Im Detail kannst Du das für Deine Bedingungen hiermit rechen: PVTool Rechner - Akkudoktor Forum

Auch von den fertigen Akkulösungen gibts zumindest bei Marstek welche, die MQTT sprechen, das kannst Du dann auch selber verwurschteln, wenn Du es Dir mehr ums Basteln als die Ergebnisse geht.

klingt ehrlich gesagt so, als ob du nicht noch nicht wirklich damit beschäftigt hast.

In deinem ersten Post geht es um ein Balkonkraftwerk. Damit hast du bereits die Antwort: Eingespeist werden können 800W. Mit Akku kann evtl. mehr erzeugt und zwischengespeichert werden.

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Offensichltich ist dies aber in deinem Fall nötig, das lässt sich relativ leicht anhand der Anzahl deiner Fragen und dem Inhalt deiner Fragen festmachen. Es ist ja auch überhaupt nicht schlimm zu der Thematik eine Vielzahl von Fragen zu haben, ich würde behaupten ein Großteil aller Forumsteilnehmer hat klein oder sehr klein angefangen. Dann schlage ich allerdings doch den Tipp mit dem Buch nicht aus, oder muss mich eigenverantwortlich mit viel lesen und meinewegen einer Menge YT Videos in die Thematik einarbeiten. Oder, ich stelle ganz gezielt zwei, drei Fragen und fange erst mal klein an.

Du möchtest kein Buch lesen, stellst hier aber so viele Fragen udn das zum Teil auch noch ziemlich vorurteilsbehaftet, dass dann eben hier ein Buch entsteht - das macht den Lese- und Einarbeitungsaufwand nicht wirklich kleiner.

Beispiel Ertrag. Als Faustformel kann man erst mal ganz grob sagen Nennleistung in kWp der PV Module x 2,5 x 365 ist der überschlägige und ganz grobe Jahresertrag (ohne Besonderheiten wie Ost-Westaufteilung, Nordbelegung usw.). Damit kommen bei PV-Generatorgrößen folgende, überschlägige Erträge zusammen:

0,9kWp = 821kWh

2kWp = 1825kWh

7kWp = 6387kWh

Die Kunst ist es dann, diesen Ertrag auch selbst zu nutzen. Aufgrund einer womöglich relativ geringen Grundlast macht ein Speicher immer Sinn.

Das ist nunmal Gesetzeslage - wenn man mit einem steckerfertigen Balkonkraftwerk und deren Derivaten hantiert. Man kann natürlich auch 10k€ in die Hand nehmen, eine “richtige” PV aufs Dach bauen- anmelden- und einspeisen lassen.

Wie viele Videos hast du denn zu der Thematik schon konsumiert? Mir zwängt sich allmälig der Eindruck auf, noch nicht sonderlich viele.

Prognosedaten zum Ertrag erhält man hier:

Kann ich nicht bestätigen. Allein wenn man es schafft 75% des theoretischen Jahresertrags eines 900Watt Balkonkraftwerks selbst zu verbrauchen spart man rund 246€ pro Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von (all In) 0,40€/kWh.

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Ich habe mal die ki gefragt: "zeige mir grafiken, was ein bkw im jahr geleistet hat"


Man muss nicht jedes jahr was neues kaufen. Man kauft was, installiert das und macht ggf. Schöne auswertungen. Ich habe auch home assistant, das kann alles, kostet nix. Allerdings muss man sich einarbeiten, auch wenn man viel über copy and paste übernehmen kann. Jedes gerät hat schon jemand in home assistant eingebunden und stellt den code im internet zur verfügung.
Die sache ist die, seit ich viel pv Anlage habe, achte ich nicht mehr auf stromverbrauch. Klar, man kauft stromsparende geräte, lässt auch in der nacht kein licht brennen. Aber ich bin nicht mehr wie ein luchs hinterher strom zu sparen. Mit vollen hosen ist gut stinken. Da sind wir aber gleich bei der frage, wie viel pv anlage man machen sollte. Antwort: so viel wie man platz hat, solarpanel in guter ausrichtung installieren zu können.

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Viel Ahnung habe ich nicht, aber ich weiß, daß belastbare Daten für eine sinnvolle Zusammenstellung braucht.

Fang mit einem Shelly 3EM oder so im Zählerschrank an, kann man später für eine “Nulleinspeisung” nutzen. Um eine Monitoringsoftware wie Home Assistant oder ähnliches wirst du nicht rumkommen.

2kW PV und 800W Einspeisung sind zwei paar Schuhe. Ohne Zwischenspeicherung gehen dir immer kW verloren, auch wenn deine Grundlast hoch ist. Besorge dir klare Daten, dann kannst du rechnen. Es gibt kein 08/15 Sorglos-Paket, es muß schon an deine Bedürnisse angepaßt werden.

Also wie ist dein Bedarf über den Tag verteilt? Wo hast du Spitzen, wie hoch, wie lange? Lohnt es sich die Spitzen abzudecken, oder lieber doch speichern und aquch ohne Sonne noch in das Haus einspeisen? Ist es dir egal, ob du dem Netzbetreiber unvergütete Energie gibst?

Ich spare im Jahr mit 2Modulen a 425Wp und einem 2,56kW Akku etwas über 200 €, die 4 Wintermonate brechen da kräftig ein.

Also werde dir im Klaren, was du brauchst und willst. Dann kannst du die Realisierung angehen.

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Ich wuerde ehr von Informationsmangel sprechen als von Vorurteilen. 4–5 Jahre sind schon recht lange. Leider funktioniert dieser PVTool Rechner nicht; er will immer eine Adresse und Neigung haben, obwohl ich beides angegeben habe.

Mir geht es nicht ums Basteln sondern darum, die Stromkosten zu senken. Nur wenn ich schon ein Balkonkraftwerk anschaffe, dann will ich die Daten haben und eine moeglichst sinnvolle Nutzung und nicht nur laecherliche 800W. Ohne Daten kann nie wissen, ob und wie sich das rechnet.

Wieviel Strom erzeugt z. B. eine 2kWp Anlage pro Stunde uebers Jahr? Gibt es dazu geeignete Angaben fuer die letzten drei Jahre? Machen 2kWp ueberhaupt Sinn, wenn man eh nur 800W nutzen kann?

Marstek scheint teure Balkonkraftwerke zu verkaufen, die in Deutschland nicht als solche zulaessig sind. Von Datenabfrage ist dort nichts zu sehen.

Du hast vermutlich vergessen "Ausrichtung zur Berechnung hinzufügen", kann man leider leicht drüber stolpern. Wenn Dir 4-5 Jahre zu lang sind, dann laß es halt.

Warum sind 800w lächerlich?

Wie hoch ist dein Stromverbrauch im Jahr

Wenn 800W lächerlich sind, wird ein BKW deine Stromkosten auch nur relativ wenig senken (bei 12h Einspeisung wären das 3504kWh/Jahr. Selbst mit 2kWp Modulen wird diese Leistung nur einen Bruchteil der Zeit tatsächlich erzeugt.

Nutze PVGIS, link weiter oben. Das kann dir prognostizieren, wie der Ertrag sein könnte.

Verbeiße dich nicht in die 2kWp, die wirst du bei idealen Bedingungen erreichen können. Sonnenhöchststang am 21.06. Und bei 2kWp sollte man schon einen passenden Akku haben.

Die lächerlichen 800W machen 19,2kWh am Tag. Aber nur wenn du 800W je Stunde den ganzen Tag verbrauchst. Nicht sehr wahrscheinlich.

Extra für dich:

Ist zwar mein Standort, bei dir kann es weniger sein.

Mit dem Buch magst Du wohl Recht haben.

Nach Deiner Rechnung muesste ich mit zwei Solarmodulen anfangen, da ich aufgrund zu geringer Grundlast den erzeugten Strom schon damit nicht ganz nutzen koennte, wenn ich nicht einen Speicher dabei haette. Und einen Speicher muesste ich einerseits so dimensionieren, dass er ueber Nacht die Grundlast abdeckt und andererseits tagsueber voll geladen werden kann. Je nach Hoehe der Grundlast und der Leistung der Module dauert das Laden entsprechend lange. Das Ganze ist limitiert durch die max. 800W Einspeisung und die max. 2kWp der Module.

Folglich brauche ich nur meine Grundlast zu kennen und kann mir den Rest ausrechnen. Oder ist das zu einfach gedacht?

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Es ist auf jeden Fall schon mal sinnvoll die Grundlast zu kennen. Welchen Stromzählertyp hast du?

Nö, Einspruch. Aufgrund der Temperaturdegradation wirds auch da nichs mit der Spitzenleistung :slightly_smiling_face: Ist aber auch für eine Gesamtertragsbetrachtung nicht wichtig.

Genau, damit könnte man schon mal die ersten rechnerischen Spielchen treiben (die allerdings ohne die dafür nötigen Randbedingungen zu kennen, leicht in die Irre führen können). Bei 19,2kWh pro Tag und das 365 Tage im Jahr könnten 7000kWh oder 2800€ eingespart werden.

Gar nicht schlecht für “lächerliche” 800Watt :slightly_smiling_face: