Welche Split-Klima für mein Projekt?

Du musst das ganze “historisch” verstehen. So wird ja heute nicht mehr gebaut.

Unser Haus wurde z.b. direkt nach der Ölkrise gebaut. Da wurde in Schweden radikal von Fossil auf Strom (erneuerbar; wasserkraft, nuklear) umgestellt. Raus aus der Abhängigkeit. Unser komplettes Haus wurde dann von den 70ern bis in Anfang 2000er Jahre vollständig mit Stromdirektheizung geheizt. Billig und sauber. Ja, billig.

Dann kommt auf einmal jemand und sagt: ich hab hier was. Nennt sich in Asien airconditioner, wir nennen das jetzt einfach mal Luft-Luftwärmepumpe. Hängst Du Dir in den Flur und das halbiert Dir Deine Heizkosten. (Ja, halbieren! Von der damaligen staatlichen technischen Prüfanstalt gemessen, für 4 Klimazonen in Schweden und 3 Hausgrössen).

Macht man natürlich sofort.

Die Anlagen waren ja Anfangs wirklich “nur” die normalen Anlagen wie sie weltweit vertrieben wurden. Nach und nach wurden diese dann auf die skandinavischen Verhältnisse, sowohl klimatisch, als auch bautechnisch, optimiert.

Dann kamen aber die “Einschläge”. (kurz , unvollständig und ohne Wertung) EU Freihandel für Strom, DE Atomausstieg, Vorbereitung (2021) und Invasion (2022) Ukraine.

Für uns in Schweden wurde 2021, also ein Jahr vor der Invasion das Thema Strompreis überhaupt aktuell. Aufeinmal kostete es Geld die Bude warm zu bekommen. Nachdem ich eine Strom-Rechnung von 600 Euro für einen Monat bekommen habe, habe ich im März ‘21 alle Stromradiatoren ausgeschaltet. Nicht wenige Leute haben Rechungen von 800 oder sogar 2000 Euro für einen Monat bekommen. (Smartmeter werden monatlich nach tatsächlichen Verbrauch abgerechnet, also nicht Jahresnachzahlung oder ähnliches)

Entsprechend negativ ist hier übrigens die Wahrnehmung des “deutschen Weges” in diesem Zusammenhang. Zuletzt hat die schwedische Regierung übrigens den Bau einer weiteren Stromtrasse nach Deutschland verboten. Obwohl das wegen des EU Freihandels nicht so einfach ist.

Also: historisch war die Stromdirektheizung vor der Klimasplit da, die Klimasplit also eine Verbesserung.

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Achso ok, danke für die Erklärung.

Aber das erklärt dann ja dennoch nicht, weshalb man die Split Klima gerade dort hin baut - wo man sie am wenigsten braucht :thinking:

Bzgl. Atomausstieg sehe ich auch eher sinnfrei - macht grundsätzlich sicher Sinn. Aber nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen (vorher 100% erneuerbar realisiert) und vor Allem auch ALLE mitmachen. Was nützt es, wenn vergleichsweise gut gewartete, sichere Anlagen abgeschaltet und demontiert werden - gleichzeitig aber Schrottreaktoren in unmittelbarer Nähe (teilweise ja sogar näher, als “eigene” Anlagen) weiterlaufen und oft sogar im “Neuzustand” meinem Vernehmen nach desolater sind als “alte” westliche Anlagen…

Man muss nur nach Kernkraftwerk Saporischschja – Wikipedia sehen…

Da wissen alle ganze genau, was zu den Kernschmelzen in Tschnobyl und Fukushima geführt hat. Und nun wird dieses riesige AKW nur durch die Diesel Generatoren vor einer Kernschmelze bewahrt (die in Fukushima sofort abgesoffen waren…)

Wenn das Ding hochgeht, dann viel Spass…

Ich würde sagen unterschiedliches Konzept das Haus zu bewohnen, bzw zu nutzen. Insbesondere in einem dunklen, langen Winter.

Es wird das ganze Haus bewohnt und beheizt. Eine zentral plaziert Klima gibt dann am meisten “bang for the buck”.

Als ich noch als Single dieses Haus bewohnt habe, habe ich auch ganz anderes geheizt. Jetzt Frau und zwei Kinder später …

Ok, ja klar - macht auch Sinn.

Das würde ich eher da sehen, wenn das Innengerät genau dort ist - wo man sich am meisten aufhält…

Was mich immer noch wundert:

Dieses “heat boost” wird auch bei der “normalen Perfera” beworben:

Hat es jetzt nur die Nepura oder doch auch die normale?

Weisst du, was heat boost ist? Wofür willst du es einsetzen?

Besorg dir doch einfach einen Katalog, da sind alle features aufgeführt.

Ok… angenommen Wohnzimmer ist rechts vom Flur und Wohnküche ist links vom Flur. Mann sitzt im Wohnzimmer und sieht TV, Frau und Kinder sitzen in der Küche und machen Hausaufgaben.

Am Wochenede sind wir eher mehr im Wohnzimmer, unter der Woche mehr in der Wohnküche.

Wo kommt das Innengerät hin?

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In die Wohnküche natürlich, da wird man sich im Schnitt öfter / länger aufhalten und im WZ beim Tv sehen kann auch eine Decke helfen. Was in der Wohnküche eher weniger praktikabel ist :wink:

Jetzt erinnern wir uns daran, dass das Innengerät im Flur unten uns zusätzlich das gesamte OG und auch unten das Bad, die Waschküche und das Spielzimmer der Kinder warm macht. Also 2.000 Euro Investment für fast das gesamte Haus warm. Jetzt eine kleine billige 400 Euro Anlage in die Wohnküche und wir sind bei mir zuhause.

Habe ich mal in einem anderen thread geschrieben. Ich habe es so gemacht, dass die beste Anlage als Hauptanlage das gesamte Haus beheizt, ggf als reduzierte Grundwärme. Dann zusätzlich günstige “budget” Anlagen in die Zimmer, wo es Sinn macht und dass man auf die notwendige Heizkapazität kommt wenn es kalt ist (meinetwegen NAT). Die kleinen zusätzlichen Anlagen kann man dann je nach Saison und Bedarf laufen lassen.

Aber @redhot ich stimme Dir zu. Deine Grundüberlegung ist korrekt. Aber jedes Haus, jede Famile ist unterschiedlich.

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Ich dir ebenso zu 100% :+1:

Deine Überlegung ist so gesehen natürlich ebenfalls völlig richtig - es kommt immer darauf an WAS und WOMIT man es erreichen möchte - natürlich.

Wenn die Vorgabe ist: “Immer gesamtes Haus heizen” und die Einschränkung “idealerweise mit EINER Anlage” - dann ist das die perfekte Strategie denke ich.

Eine einzelne Anlage hat ja eben sehr viele Vorteile… Alleine, dass die sehr wahrscheinlich fast nie takten muss - ist einer davon. Weniger Kosten, weniger Platzbedarf, weniger Probleme…

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In dieser operation manual wird die heat boost Funktion nicht beschrieben.

Was mir noch zu einfällt in Sachen "Tür offen lassen, damit andere Räume geheizt werden." Wenn wir das im Altbau machen und die Tür vom Wohnzimmer offen lassen, dann gibts nach wenigen Sekunden starken Protest. Dann zieht es nämlich stark, können wir so also gar nicht machen.

Allerdings gehts hier auch um stärkere Temperaturunterschiede. Im Wohnzimmer 19 Grad, im Flur 12 Grad.

Im Neubau, wo es überall 18 Grad hat, wird man es deutlich weniger bemerken. Wenn man es aber im Wohnzimmer 24 Grad haben will und im Flur sind es 18 Grad, dann wird man auch hier ordentlich Zug bemerken. Und Zug empfinden viele Menschen als recht unangenehm.

Wobei dieser ja eben durch den Temperaturunterschied entsteht - da sich die Luftmassen mischen und die Temperatur angleicht. Wenn aber die Tür natürlich dauerhaft bzw. sehr lange offen steht, dann ist dieser Effekt ja vergleichsweise kaum noch vorhanden. Dann ist nat. (bei unveränderter Heizleistung) der Raum in dem die Heizung ist kühler, aber eben auch der / die anderen Räume wärmer. Der Raum mit der Heizung bleibt dann nat. immer noch wärmer, wie viel hängt dann von vielen Faktoren ab.

Das wäre ev. auch meine Strategie: Wenn die Heizung mit Wärmepumpe so viel billiger ist, dass ich damit dann auch alle Räume ganz oder tw. IMMER beheize. Wie sich das im Detail auswirkt, dürfte dann ja wieder sehr individuell sein… (Denn die beheizten Räume benötigen ja für die selbe Temperatur weniger Energie, wenn auch der Nachbarraum - Raum darüber bzw. insbesondere darunter beheizt ist etc.)

Da sind wir auch wieder bei der Heizstrategie. Wir heizen extrem bedarfsweise. Also nur dort Wärme, wo wir sie brauchen. Deshalb überall ausgekühlte Wände, wo wir nicht heizen. Und wenn man da mal 4 Stunden die Türen offen lässt, gleicht sich noch nichts an.

Wir müssen es aber trotzdem immer mal wieder machen, damit die unbeheizten Bereiche nicht zu stark abfallen.

Im gut gedämmten Haus kann man das ganz anders angehen, einfach durchheizen und überall Türen offen lassen, wann und wo es geht. Dadurch verbraucht man zwar insgesamt auch mehr, aber der zusätzliche Komfort ist es dann einfach wert. Macht man es im ungedämmten Altbau, wirds einfach sehr viel teurer.

Ja, ich bisher mit Gas eben auch. Sonst hätte ich sicher den doppelten Gasverbrauch;)

Und es ist - so denke ich - sicher auch eine gute Strategie, sofern sie möglich und praktikabel ist.

Wenn in einem Haus immer alle Zimmer bewohnt sind, sieht die Sache ja schon wieder völlig anders aus. Denn dann beschränkt der Bereich wo man ohne oder fast ohne Heizung auskommt ja plötzlich nur mehr auf Flure, Stiegenhaus, Keller. Ob es dann noch groß eine Ersparnis gibt oder man einfach den Komfort “mitnimmt” und direkt alles heizt ist dann die Frage… Somit die Strategie von @nordicbynature in dem Szenario völlig einleuchtend…

Die Temperatur der Wände nat. nicht direkt, aber die Lufttemperatur schon. Ich spüre regelrecht, wie kalte Luft ins WZ strömt vom Stiegenhaus wenn die Tür offen steht… Ist ja auch klar, ist ja nichts anderes als wenn man ein Fenster öffnet. Der Temperturunterschied lässt die warme Luft dort hin strömen wo es kälter ist und kalte kommt herein.

Ich habe vorhin mal - neben dem Entsorgen von einem gigantischen Haufen Blätter - eine Kernbohrung in die Betondecke vom Balkon versucht für die Rohrdurchführung… Mit einer normalen Schlagbohrmaschine eine sehr langwierige Angelegenheit. Aber leider ist es so, dass vom Keller weiter hinausreicht als vom EG, deshalb wäre ich mit der (halben) Kernbohrung innerhalb der Isolierung… Das ist doof, denn ich mag eig. weder die Isolierung aufschneiden - noch eine Durchführung 10cm von der Wand entfernt… Keine Ahnung wie ich das machen werde… Ev. montiere ich die Inneneinheit aber auch einfach an eine andere Wand (die kurze) im WZ. Das wäre bzgl. Luftverteilung in dem Raum sicher sogar besser - aber die möglichkeit durch die geöffnete Tür in den Flur zu pusten fällt dann weg…

Dann würde dieses Problem wegfallen, ich müsste dann aber dennoch noch sehen wie ich am besten durch den Beton komme. Denn durch muss ich dann dennoch - ev. aber seitlich und nicht von oben…

Das Aussengerät würde ich ev. dort montieren:

Hier würde mir gefallen, dass:

  • Sehr gut Wettergeschützt
  • Laufgeräusche im Haus wohl überhaupt nicht wahrnehmbar
  • Massiver Beton für die Montage
  • Sehr einfach erreichbar für Montage und ggfs. Wartung
  • Mehrere Geräte übereinander möglich, 2-3
  • Dennoch kurze Leitungslänge ins WZ, schätze so max. 6-7m jedenfalls unter 10

Vielleicht könnte ich hier aussenrum die Rohre legen

Oben beim AG musst du deutlich mehr Platz lassen. Da ist ein Deckel oben drauf, den man herunternehmen können muss und dann evtl. von oben auch arbeiten. In der Not geht zwar alles, aber wenn man Platz hat, würde ich über dem Gerät eher 30cm Platz lassen.

Du musst immer aufpassen nirgendwo zu bohren, wo Bewährungsstähle drin sind. Also nicht tragende Konstruktionen anbohren, gilt auch für Fenster- und Türensturz.

Ja danke, der Platz wäre aber sonst perfekt - oder?

Ja, sollte i.O. sein - die räume sind hoch und ausreichend Platz oberhalb vom Fenster.

Was denkst du bzgl. Position Innengerät?

Ist eben nur schade, dass es dann nicht zur Tür raus in den Flur pusten kann… (Auch wenn ich nicht weiß, ob ich es machen würde…)

Ja, solche überdachten Orte finde ich gut. Und unten ist ja auch alles offen, so das kein Kältesee entstehen kann.

Da bist du aber über dem Fenster, musst also auf den Fenstersturz aufpassen. Ein IG Richtung Langseite des Raums blasen zu lassen, ist günstig. Hängt natürlich alles davon ab, wo du deine Couch hinstellst und dass du nicht angeblasen wirst. Über der Couch geht zwar vom Wind her, aber da hast du die Geräusche recht nahe. Besser ist da mehr Abstand zu den Sitzplätzen.

Ja, wäre unmittelbar über der Couch dann.

Wäre aber denke ich kein Problem, da dort auch ein Beamer ist über dem Fenster ums Eck und der ist auch nicht lautlos. Dürfte etwa gleich laut sein wie die Klima auf Flüstermodus.

Da bist du in einem Bereich, der sehr individuell ist. Und es ist auch die Frage, welche Lüfterdrehzahl die Maschine fypisch fährt. Grundästzlich machen kann man das so.