Wärmepumpen in DE zu teuer? Ich möchte es mit Zahlen nachweisen oder widerlegen. Aber wie?

Am 1. Tag haben die drei das Fundament für die WP gelegt.
Am 2. und 3. Tag habe sie davor gesessen und darauf gewartet das das Fundament ausgehärtet ist
Am 4. Tag hat einer die WP angeschlossen und die zwei anderen Leute haben das überwacht.

Auch aus meiner Praxis: 1 Mann und eine Ehefrau haben in 2 Tagen Material besorgt, ein Fundament ausgehoben, Beton gegossen, Kies aufgefüllt und WP installiert (Elektrik und Verrohrung). Insgesamt hat das 6+x Stunden gekostet und 4 Tage für die Aushärtung des Fundaments. Kosten 50€ für den Beton + 4 Schaalungssteine, ohne das Hydraulikmaterial. Das ist dann DIY. +X Stunden weil wir noch ein kleines Leck am Flexrohranschluß nachträglich beseitigen mussten.

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Eigenes Beispiel: 140 m2 Endreihenhaus von Gas auf Wärmepumpe umgerüstet.

  1. Wärmepumpe von Panasonic 3500€
  2. Fernwärmeleitung 1000€
  3. Heizkörper 3800€
  4. SHK Meister für Anschluss an Bestand 2600€

Eigene Arbeitsleistung ca. 40 Stunden plus Recherche

Vorhandene Rohre des Bestands konnte vollständig genutzt werden.
Für die Bereitstellung von Warmwasser rechne ich nochmal 2000€

Ich war nicht dabei, aber nach Erzählung haben die fleißig gearbeitet und sich nicht gelangweilt.

Man darf das auch nicht unterschätzen. Ich hab beruflich viel Zeiten erfasst, also welcher Zeitaufwand für welche Arbeitsschritte nötig ist. Fast alle unterschätzen den Aufwand gewaltig und sind überrascht, was herauskommt, wenn man mal genauer die Zeiten erfasst. Der ganze Kleinkram, den man überall machen muss bei einer Wärmepumpe, der zieht sich.

Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass einfache Installationen in 2 Tagen (6h pro Tag) mit 2 Personen machbar sind.

Und natürlich sind 3 Personen nicht in jeder Minute immer voll beschäftigt. Da ist es dann auch mal so, dass einer ausschachtet und der andere mal 15 min zuguckt und man sich dann abwechselt.

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Ich sag mal, da hat jeder so seine Erfahrungen.

Wenn in den 4 Tagen die Entsorgung der alten Ölheizung mit Öltanks sowie der Fundamentbau und alle Kernbohrungen mit dabei waren, und im Rahmen des Umbaus überhaupt nichts von der alten Installation weiter verwendet wurde, dann kann das schon hinkommen.

Ist halt die Frage. hätte man das auch einfacher haben können?

Oliver

Super YT Video von Andreas :+1:

Unsere Nachbarn haben auch dieses Jahr eine LWWP einbauen lassen. Da waren die Heizungsbauer eine komplette Woche da. Soweit ich weiss wurden keine Heizkörper getauscht, also nur Arbeiten im Heizraum. Ausserdem macht das Ding (Vaillant) bei kalten Temperaturen einen erschreckenden Lärm, Gott sei Dank nicht in unsere Richtung. Selbst meine lauteste LLWP ist in ein paar Metern Entfernung nicht hörbar.

Ich spiele schon auch mit dem Gedanken, noch eine Monoblock LWWP selbst aufzubauen, für die Fussbodenheizung.. aber ich möchte andererseits nicht alle Heizungen mit Strom betreiben. Vielleicht mit Umschaltmöglichkeit auf Scheitholzkessel.. mal sehen.

Ist genau das was ich schon seit Jahren schreibe. Nur teure Hersteller, was auch klar ist, mehr Support auch vom Hersteller an den Heizungsbauer, der muss sich also nicht durch alles kämpfen. Teilweise wird es auch so sein, dass Schulungen gesponsort werden von Herstellern. Dazu dann Partnerschaften mit den Handwerksbetrieben. Also eine Entlastung. Da baut man dann gerne was teureres ein.

Nur am Ende, da stehts wieder. Jemand der gerne WÜRDE, der KANN nicht. Das schreibe ich schon ewig lange. Die Dinger sind in der Beziehung zu teuer. Was hier fehlt sind so Leute wie hier im Forum derjenige, der sich selbstsändig gemacht hat mit nem Schein und als Elektriker nun PV-Anlagen abnimmt und Zählerkästen macht. Es fehlen Leute die die selbstgebastelten Wärmepumpen anschließen und Feinschliff machen. Und ganz klar transparent darlegen warum sie soviel die Stunde kosten, weil sie eben am Material nichts verdienen. Und wenn was an Material fehlt? Ich würde mal dreist sagen: Pech gehabt.

Die WP selbst ist das Geringste würde ich sagen. Bissl Betonarbeit, die Kernlochbohrung ist was, dann den Anhang dranschrauben. WP 4000€ , Kleinzeug 1000€. Der Rest ist an der Heizung schon vorhanden. Einstellen. Hydr. und th. Abgleich.

Wenn wir soweit sind, ich freu mich drauf. Später? Wasserführender Kaminofen, aber dafür müssen wir im Erdgeschoss wohnen. Ich schlepp kein Holz mehr….

Bei Heise ist zu dem Thema auch ein Artikel:

https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-Warum-Waermepumpen-in-Deutschland-teurer-sind-als-in-Nachbarlaendern-10624108.html

  • Die Preise für Wärmepumpen sind in Deutschland höher als in vielen Nachbarländern.

  • Es werden aber oft Äpfel mit Birnen oder gar Rosinen verglichen: Die billigeren Systeme in anderen Ländern sind meist wesentlich einfacher.

  • Bürokratie, Vorgaben und Fachkräftemangel verteuern Heizungen weiter (nicht nur Wärmpepumpen, alle Heizungen).

  • Milde Besserung für die Zukunft ist absehbar durch Skaleneffekte und Modularisierung."

und

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Heizung, wie sie Octopus GB vorschlägt, dürfte in Deutschland nicht installiert werden, denn sie wäre zu laut, ihre Jahresarbeitszahl wäre in kälteren Gegenden nicht förderfähig (mindestens 3 sind verlangt), es fehlt die Rohrdämmung, die Elektroinstallation würde der VDE-Präsident persönlich (unter Ausführung der richtigen Riten) abreissen, und ja: selbst das Kältemittel wäre bei uns bald illegal. Die andere Seite besteht aber darin, dass in Deutschland viel mehr in Haustechnik investiert wird und deutsche Haushalte den britischen Standard schlicht nicht akzeptieren würden.

kann den gesamten Artikel leider nicht lesen, war das R32?

Klingt irgendwie insgesamt alles etwas übertrieben in meinen Augen, sooo hinterm Mond leben die Briten auch nicht.

ich sehe das eher so wie Andreas in dem YT Video.

Also haustechnisch gesehen ist in England wirklich vieles einfacher, das muss man so sagen. Gerade bei “Otto Normalverbraucher”.

Hier ist die Studie dazu:

In dem Fazit von dieser Studie ist aber kein Wort zu der von heise behaupteten:

die Elektroinstallation würde der VDE-Präsident persönlich (unter Ausführung der richtigen Riten) abreissen

und

dass in Deutschland viel mehr in Haustechnik investiert

Das ist doch mal wieder so ein typisch deutscher Phantomschmerz, dass bei uns mit viel besserem Wasser gekocht wird.

Tatsächlich finde ich das Fazit aus der RWTH Studie sehr gut und glaubwürdig. Das sind ja genau die gleichen Punkte wie aus dem Video von Andreas.

Ich glaube der Grund der Teuerung bei Wärmepumpe inklusive auch Klimaanlagen ist die Monopolstellung der Handwerksbetriebe. Da die absolute Mehrzahl der Bevölkerung nicht in der Lage ist solche Geräte durch Freunde oder selber einzubauen kommt Angebot und Nachfrage ins Spiel. Natürlich hilft hier der Staat durch Regulierung und Verbote kräftig mit.

In südlichen europäischen Ländern hängen Klimaanlagen zu hauf an den Häusern. Die sehen bei weitem nicht aus als wenn die jährlich gewartet werden oder das sie von Fachfirmen installiert wurden. Warscheinlich kümmern die sich nicht so stark um das Klima wie der deutsche Staat.

Das ist sicher so, wobei gerade in England Elektroinstallationen auch ziemlich reguliert sind. Da muss z.b. eine Hausinstallation im Privatbereich mind. alle 5 Jahre vom Fachmann überprüft werden. Und auch Klimaanlagen werden in anderen EU Ländern teils eher mehr reguliert und überprüft.

Die Gründe, warum WPs in DE so teuer sind, sind eher keine gut erklärbaren..

P.S. hier ein Einblick in WPs in England

Entsorgung des alten Ölers hat eine andere Firma gemacht, die Zeit war da nicht mit drin. Ansonsten alles, was für die Installation der WP nötig war, also Kernbohrungen, Ausschachtung für das Gestell der WP, Kiesbett, Elektrik, Verrohrung, Einweisung des Kunden in die App. Heizkörper wurden keine getauscht, aber etwa 5 Heizkörperventile, die irgendwie fest/zu alt waren. Von hydraulischem Abgleich hab ich nichts gehört, obwohl ja eigentlich nötig.

Verbaut wurde auch ein 100l (vermutlich) Parallelpuffer und ein 300l Brauchwasser-Speicher.

Das ist eine Forderung aus der EnSimiMaV diese Verpflichtung steht mittlerweile im GEG §60 a,b,c….
Die Fördernebenbedingung fordert den hydraulischen Abgleich oder gleichwertiges, wie einen thermischen Abgleich, der in manchen Fällen auch besser ist, aber nicht immer.

Punkt 1 Pflicht zum hydraulischen Abgleich oder gleichwertig?
Thermischer Abgleich oft besser als hydraulisch, aber nicht immer geeignet. Bspw. bei wechselnder Heizlast, Tür auf Tür zu, Kaminofen an, Kaminofen aus.

Aber selbst in diesen Fällen mit thermischem Abgleich über Smarte Thermostaten brauchst du die Heizlastberechnung Nach Verfahren B. Was besser ist, als Verfahren A, aber in einem Raumverbund, der über mehr als ein Stockwerk geht trotzdem vollständig versagt.
Wenn zusätzliche eine Wärmequelle vorhanden ist, wie Klimaanlage oder Kamin versagt sie ebenfalls.
Ja man könnte Sachen einsparen oder besser machen.

Meines Wissens ist die Heizlastberechnung in GB kein Teil der Förderbedingung hinterher im Nachweis, sondern deine Eintrittskarte zu Beantragung. Bedeutet wenn du keine hast, kannst du den Antrag gar nicht erst stellen. Heißt weiter wenn du sie hast, dann sind alle Angebote die du daraufhin einholst automatisch vergleichbar, weil alle Anbieter die gleichen Annahmen treffen.

Heizlastberechnung ist keine Raketenwissenschaft, wird aber extrem oft falsch gemacht indem in einem beliebigen Programm Default-Werte durchgeklickt werden und tatsächlich stattgefundene Sanierungen nicht eingepflegt werden.

Punkt 2
Die Heizkurve richtet sich im Idealfall nach dem schlechtesten Heizkörper. Alle anderen Heizkörper drosseln dann den Volumenstrom, und du musst hydraulische Kopfstände machen, um das Regelverhalten der Wärmepumpe auf die Kette zu kriegen. Trennpuffer, hydraulische Weichen, hastdunichtgesehen. Würde man sicherheitshalber zu niedrig fahren und stattdessen in den Räumen in denen es dann nicht reicht, die Heizkörper tauschen, aktivieren, um eine Klimaanlage ergänzen, Fenster tauschen um Heizlast zu senken, Pulli anziehen, dann wäre die Wärmepumpe im Gesamten effektiver, besser geregelt und billiger. Aber nein unsere Installationen müssen ja immer so gemacht werden wie man vor 100 Jahren eine Ölheizung eingebaut hätte.

Punkt 3 Netzdienlichkeit. Ursprünglich ging es um die SG-ready-Schnittstelle. Die hat nie einmal jemals ein Netzbetreiber auch nur in Erwägung gezogen anzusteuern. Trotzdem geistert sie immer noch durch die Fördernebenbedingungen und machen bspw. Klimaanlagen teurer. Das mittlerweile der EnWG14a dazugekommen ist und mehr oder weniger über dieselbe Zusatzplatine ihre Information ausspielt, sei dahingestellt. Für Anlagen <4,2kW elektrisch wäre das kein Argument etwas extra teuer einzukaufen. Für Anreizsysteme reichen Api-Schnittstellen da braucht es keine dezidierten teure und oft verkabelte Komponenten.

Punkt 4 Erdarbeiten. Wer auch immer möchte oder nicht anders kann, kann das machen. Es sollte aber jedem Klar sein, dass eine Wandkonsole eine sehr gutes und sehr billiges Fundament ist, das extrem wenig Zusatzaufwand erzeugt. Wird leider auch dann nicht so gemacht oder angeboten wen es Problemlos möglich wäre.

Punkt 5. Es sollte bei Konsultationen mehr auf die Erfahrung in Foren gesetzt werden, als auf die von Industrie und Lobby. Selbst Verbraucherschutz hat einen Bias, weil die vermeintlichen Komfort oder Versorgungssicherheit oft hoch bewerten ohne den verbrauchern Selbst die Möglichkeit zu geben darüber zu entscheiden.

Punkt 6 Normative Einschränkungen. Wusstet ihr dass es eine Normfüllzeit für Badewannen gibt? Und wenn die Schüttleistung deines Speichers nicht ausreicht um diese Wanne in der geforderten Zeit zu füllen, dann muss der Speicher geändert werden statt die Füllgeschwindigkeit gesenkt. Das ergibt sich indirekt aus den Bedarfskennzahlen der DIN 4708 die eine 10 Minuten-Spitzenlast definiert. Zu kompliziert? Anderer Meinung? Toucheé ! Normen dienen zwar dem Stand der Technik, werden aber auch zur Definition eines mängelfreien Werks herangezogen. Und dann dienen sie eben auch dazu eher etwa mehr als zu wenig zu verkaufen. Der Kunde kann das aber nicht sehen, weil die Normen nun mal nicht frei verfügbar sind. Er kann daher auch nicht darüber verhandeln, obwohl er Normabweichungen durchaus vertraglich vereinbaren könnte wenn es zu seinen Gunsten wäre.
So haben wir also Wärmepumpen die inkl. Heizstab (EnWG14a Relevanz) im Auslegungspunkt die Bude auf 20°C Heizen. Inklusive Treppenhaus, Partykeller und Schlafzimmer. // Und niemals nicht würde der Bewohner an diesem einen Tag einen Pulli anziehen, oder den Partykeller auskühlen lassen /ironie off/

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Was genau möchtest du mitteilen? Dass Wärmepumpen so teuer sind, weil der Abgleich gemacht wird?

Nein, sondern weil es es in Deutschland stark übertreiben und der Kunde eben nicht über vollständige Information verfügt. So jedenfalls verstehe ich @kurtschuele ‘s Ausführungen.

Was ist da übertrieben? Muss doch keiner machen.

Die Mitleser hier im Forum können darüber vermutlich bestens frei entscheiden

Bei Otto Normalverbraucher, der nur bauen lassen kann, ist schon bei Normaußentemperatur und Heizlast Ende Gelände. Der kauft die Blackbox.

Das ist wie Voodoo.

Mit etwas Glück gerät man wirklich an einen virtuosen Heizungsbauer .

Die Masse der WP Interessenten ist wehrlos. Weil die Basis für bewusste Entscheidung fehlt.

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Ich denke, dieser Punkt ist bei zb. LWWP nicht zu unterschätzen. So einem Gerät fehlen für möglichst optimale Regelung - zb. im Vergleich zu LLWP - einfach viele Informationen…

Die LLWP hat (in der einfacheren Form von Monosplit) ein klar definiertes IG. Hier kommunizieren IG + AG miteinander und somit ergibt sich eine sehr gute und effiziente Regelung.

Bei der LWWP gibt es diese Möglichkeit in der Forum nicht. Man versucht folglich mit dem hydraulischem Abgleich einen möglichst effizienten Betrieb zu gefährleisten - kann dann aber auf die sich ändernden Gegebenheiten in der Form nich reagieren.

Somit “kastriert” man sich seine Zentralheizung ein Stück weit… (Wer protestiert zuerst :thinking: )

Gleichzeitig muss man das aber natürlich, wenn man effizienten Betrieb erreichen möchte.