Ich plane hier ein 3-phasiges Victron Setup mit Multiplus II 5000 im USV Betrieb, also direkt nach dem Zähler das ganze Haus durch die Victrons schleifen.
Leider habe ich zu viel PV (reelle Peak-Leistung kann bis zu 25kW betragen) für die 1:1 Regel der Victrons. Da die 10.000er Victrons bei mir nicht sinnvoll sind (Ausgangsleistung ist anmeldepflichtig, deutlich teurer, etc) käme das Setup bei mir nur in Frage, wenn es eine Möglichkeit gibt im Inselfall (Notstrom) automatisiert vom Cerbo GX einige der Wechselrichterleistungen zu begrenzen oder ganz abzuschalten (Hoymiles via OpenDTU und SMA Tripower mit Modbus ist hier im Einsatz). Das ganze könnte ich auch im Selbstbau mittels Homeassistant realisieren, insb. die Hoymiles liesen sich wohl gut per API abschalten.
Die Frage ist, hat das schonmal jemand hier gemacht, bzw. geht die Regelung in so einer Automatisierung schnell genug? Bzw. ab wann würde so ein Victron durchbrennen? Gibt es hier ggf. kleine Zeitfenster wo auch mal eine Spannungsspitze ausgehalten wird? In meinem Fall könnte die (Kurzzeit)belastung schon mal knappe 10kW im worst-case betragen (das ist Faktor 2 der 1:1 Regel).
Die Alternartive wäre den Inselmodus nur manuell zu aktivieren, geht das im 3-phasen Setup bei Victron ohne aufwändige VEConfigure Konfiguration (z.B. über den Cerbo, bzw. eine MQTT Signal das ich senden kann)? Dann könnte ich beim Stromausfall einfach ein paar Wechselrichter offline nehmen und dann den Notstrom starten.
Warum packst Du nicht einen ordentlichen Teil der Leistung über einen AC Wechselrichter an den AC-IN?
So mache ich das, hatte den Eindruck dass das auch oft empfohlen wird da die Leistung dann auch mit viel weniger Verlusten in die AC Verbraucher oder ins Netz geht.
Hier meine Planung mit Aufteilung auf AC-IN und AC-OUT:
Sehr cooles Projekt, inkl Grafana und EEL!
Das ist ne gute Idee, wäre tatsächlich sehr einfach umzuklemmen für den SMA, und die Hoymiles allein sollten die 5kVA Grenze nicht überschreiten. Danke!
Ich kann die Hoymiles leider nicht so einfach an AC-IN klemmen, die wären weiter an AC-OUT, aber ich vermute mit Überschuss an AC-OUT kann der Victron gut mit umgehen?
Noch eine weitere Frage: Du hast zwischen Victron und Hauptnetz keine Sicherung außer den SLS? Das ist nämliche eine Frage die ich mir stelle, ich hab keinen Weg gefunden eine (selektive) Sicherung für 50A nach dem SLS50 einzubauen, allerdings sollte der SLS50 ja vor Kurzschluss schützen und die Leitungen sollten mit 2x 5m 16qmm mehr als dick genug sein.
Der einzige Nachteil hier wäre, dass ich im Winter, wenn sowieso zu wenig PV da ist, ich den SMA nicht nutzen kann. Obwohl das im Katastrophenfall natürlich umklemmbar wäre.
wenn Du mit mehreren AC WR arbeitest könntest Du schauen den ein oder anderen durch einen Victron MPPT zu ersetzen, also diese dann DC gekoppelt anzubinden. Hätte dann den Vorteil, dass Du bei der Ladung des Akkus nicht 2fach wandeln müsstest.
Die grosse Flexibilität einzelner bkw, die man sehr leicht strategisch gut platzieren kann, ist nicht zu schlagen. Gerade wenn es sich um 2einzelne 450 W Solarpanel handelt, die man noch da und dort unter bringen kann. Die bkw sind sehr günstig. Das ganze mit mppt auf die DC Seite zu legen ist viel schlechter. Alleine leitungslänge, Strom, Leitungsverluste sind am Ende höher als doppelte umwandelverluste. Nicht zu vergessen, dass der Strom, den die bkw einspeisen, zuerst auf eingeschaltete Verbraucher gehen. Nicht immer erst über den Akku.
Stimmt; die einzelnen MPPT pro Modul ist die große Stärke. Zudem wie Du schreibst kurze Solarkabellängen. Mein Eindruck ist, dass die BKW bei Schwachlicht deutlich besser performen. Man ist halt begrenzt durch die 1:1 Regel und auch durch die Akkukapazität. Meine Erfahrung ist; der Mix machts. Sowohl in der Ausrichtung (senkrecht, angestellt,flach..) wie auch die Himmelsrichtung und die Anbindung DC/AC.
100% agreed - die bessere Schwachlichtperformance der einzelnen MPPT bei BKW liegt aber viel auch an (minimaler) Verschattung einzelner Module im String, was man sofort deutlich merkt.
Und der Mix ist in meinen Augen sehr sinnvoll. Einiges kann ohne Umweg über die Batterie direkt verbraucht werden, der Rest wandert in die Batterie. So hat man das Beste aus beiden Welten
Ich hab im Sommer zu viel bkw Leistung, geht über die 1:1 Regel. Ich Regel die bkw ab, so dass keine zu hohe Leistung Auftritt. Die maximale Leistung wird im Sommer auch nicht benötigt. An den bkw mppt hängen dann noch Solarpanel parallel. Die bkw sind vornehmlich für übergangszeit und Winter. Es gibt Solarpanel die im Winter wegen tief stehender Sonne mehr verschattet sind. Im Vergleich Akku und benötigte Tagesleistung habe ich wegen der schwachen Jahreszeit eine Solarpanel überbelegung im Sommer. Der Punkt ist nicht unbedingt die 1:1 Regel. Ich brauche x kWh pro Tag. Schraube im Sommer die Leistung der bkw runter, so dass das passt. Der Akku puffert ja was. Ich schalte keine Wechselrichter komplett ab, ich nehme alle bisschen runter.
bei mir auch; hab die BKW heruntergeregelt; denn wenn da mit 4 Modulen 800W produziert werden, dann hat auch der DC Rest ordentlich Saft.
Zudem ist meine Erfahrung, dass die eher hochvoltigen Trinas im String mit den eher kleinen Victron MPPTs die Anzahl begrenzen und damit nicht optimal sind. Wohingegen sie an den BKW MPPT auch ihre gute Schwachlichperformnce gut ausspielen können..
Das sind zwei Sachen. Wenn die Leistung der bkw Wechselrichter nicht mehr abgenommen werden kann, zieht mein victron Wechselrichter die Frequenz hoch und stoppt so die Produktion der bkw Wechselrichter.
Die andere Sache ist die, dass der victron Wechselrichter nur 4.000 W vom Lastausgang zurück verarbeiten/aufnehmen kann. Da muss man aufpassen, das die gesamte Leistung der bkw nicht drüber liegt. Und das löse ich dadurch, dass ich die einzelnen bkw begrenzen, deren Leistung drossle. Das mache ich manuell.
Benötigst du denn die volle PV-Peak-Leistung? Oder könntest du den SMA nicht einfach softwareseitig limitieren? Damit wäre zwar weniger Spitzenleistung gegeben aber durch das dann indirekte Overpaneling stünde die niedrigere Maximalleistung länger zur Verfügung.
Weiterhin fällt mir noch ein, wenn man unter DVCC den Ladestrom begrenzt erhöhen die MP2 automatisch schon mal offsetartig die Frequenz, ansteigende AC Lasten werden aber weiterhin voll bedient. Bedeutet, wenn die AC gekoppelte PV-Leistung auf einen gewissen Wert gedrosselt wird, die AC Last aber soweit ansteigt das ein Entladen des Akkus anstünde, wird die Frequenz wieder soweit gesenkt dass die Last vollständig aus PV bedient wird.
Letzter Absatz ist eine live Beobachtung mit unserer Anlage.
Danke für die Antworten, ich schalte meine Micro’s am AC-Out 1 einmal mit Frequenzverschiebung, wobei ich nicht weiß, ob das ständige Ein- und Ausschalten des Mikrowechselrichters durch das Frequenzshifting, ein vorzeitiges Lebensende einläutet. Einen anderen Micro schalte ich vor Frequenzanhebung per Blockly SOC-abhängig.
Danke auch für die vielen Hinweise und Tipps! Ich werde wohl die über die 5kW pro Phase rausgehende PV auch einfach an AC-OUT2 anschließen, dann werden sie automatisch disconnected beim Failover. Anschließend kann ich (z.B. im Winter) die PV manuell über einen 3phasigen Umschalter wieder mit AC-OUT1 verbinden wenn es nötig ist.
So wie ich das verstanden habe besteht das Risiko vorallem dann, wenn schlagartig extrem viel PV Last nicht abgefangen werden kann (also bei Sonne fällt das Netz aus und unter Volllast wird umgeschaltet).
Die Programmierung mit 90% SoC im Inselfall ist auch schlau, obwohl ich hier annehmen würde, dass die Frequenzanhebung das regelt.
Ich habe es über einen Schütz gelöst, welcher aus der Netzspannung versorgt wird (also AC-in Seite).
Sobald das Netz wegfällt, schaltet der Schütz einen der zwei PV Wechselrichter weg, sodass die 1:1 Regel wieder erfüllt ist.
Das ist super simpel, reagiert in Millisekunden und ist nicht abhängig von irgendeiner Software.
Nachteil: Falls beim Stromausfall nur einzelne Phasen wegfallen und die Schütz-Versorger-Phase nicht, dann geht der WR in den Inselmodus, aber die Abschaltung funktioniert nicht. Meines Erachtens nach aber ein vernachlässigbar kleines Risiko.
ja, das regelt sie auch; schon vorher. Wenn zB die Grenze des max. Ladestroms erreicht wird werden einzelne DC Laderegler heruntergereglet und auch AC angebundene gebremst oder gekappt. Das ist nur ein Sicherheitselement meinerseits.
ich lese hier immer kW. Die 1:1 Regel besagt aber kWp, also die max mögliche Leistung der PV.
Beim MP2 5000 kann das Ladegerät Dauer 4000 Watt bei 25 Grad