Naja wenn man schon so spitzfindig bei den Begrifflichkeiten ist (was ich auch sehr gerne manchmal bin) dann sollte der Richtigkeit halber eher auf die max. Ladeschlusspannung geschaut werden. Warum? Weil die Nutzer unterschiedliche Ladeschlussspannungen eingestellt haben und sich z.B. bei 55,2V * 70A eben nicht 4kW ergeben. Auf die 4kW Ladeleistung pro Multiplus kommt man nur mit (viel zu) hoher Ladeschllussspannung.
Bleiben wir also bei dem Beispiel mit den 55,2V (3,45V Zellenspannung) * 70A = 3,86kW und im dreiphasigen System dann 11,59kW. Mehr Spitzenleistung darf die PV dann also nicht haben. Jetzt könnte man noch hergehen und von einer Grundlast im Haushalt ausgehen. Wenn die also bei 250W liegt und IMMER da ist dann könnte man 11,84kWp aufs Dach schnallen - bzw. AC gekoppelt anbinden.
Jetzt ist allerdings die Frage, was wäre wenn man sich 25kWP samt passendem WR aufs Dach schnallt und die im AC WR auf 45% Maximalleistung drosselt
da geb ich dir recht, wobei Henkelalex oben schrieb reelle Peak Leistung kann bis zu 25 kW betragen. Insofern ist nicht klar, ob er echte 15 ankommende kW Leistung in die Insel nehmen will oder 15 kWp Module.
Whatever, der MP2 Verbund regelt in der Insel die Netzfrequenz superschnell hoch. Nach 6 Sekunden hab ich bei einem Test als Peak 52 Hz gesehen. So lange brauchte ich aus dem Keller zum Rechner…
Ab 50,3 sollten moderne WR den Betrieb einstellen.
Sorry für die Verwirrung, ich hab hier schon mit der realen Leistung gerechnet, durch verschiedene Ausrichtungen ist die kWp Zahl nie ganz erreicht.
In die Insel nehme ich im Umschaltfall dann auch nicht exakt 15kW ankommende Leistung, aber ich bin schon im worst-case zumindest auf einer Phase dann bei den 5kW.
Das ist nicht richtig. Nach VDE ARN4105 beginnt die lineare Leistungsreduzierung ab 50,2 Hz und bei 51,5Hz wird auf 0W abgeregelt. Sofern der WR Hersteller die Forderungen nach der VDE auch so umgesetzt hat.
Bei unseren SOLAX stelle ich fest, dass leider kein linearer Kurvenverlauf von 50,2Hz bis 51,5Hz umgesetzt ist. Allerdings lassen sich alle Netz- und Anlagenschutz Parameter nachträglich über die Konfiguration anpassen.
Die 1:1 Regel ist dafür da, dass der Laderegler des Wechselrichters nicht überlastet wird. Das passiert, wenn der Akku nicht voll ist, bei Starkladung. Dann nimmt der Wechselrichter was er kann von den bkw wechselrichtern, die am Ausgang angeschlossen sind. Da gibt es keine Begrenzung. Bei den Solarpanel ist das über den Arbeitspunkt begrenzt.
Das abschalten (hochziehen der frequenz) der bkw Wechselrichter passiert dann, wenn der Akku voll ist, wenn keine Leistung mehr aufgenommen werden kann. Vielleicht kann man auch eine überlasung des Ladereglers verhindern, wenn man den maximalen Ladestrom begrenzt.
Die 1:1 Regel muss erfüllt sein damit die AC gekoppelten WR und ggfs. an AC hängende Verbraucher nicht durch Überspannung hopps gehen. Der Ladeteil der Multiplusse kann nur einen bestimmten Ladestrom (also auch eine max. PV Leistung) umsetzen (wegladen) und wird durch Strombegrenzung auch nicht signifikant höher gehen (von bedingten, kurzen Stromspitzen mal abgesehen), analog zu den Smart MPPT Ladern (Bei Overpaneling steht ja auch mehr PV Leistung zur Verfügung als die Smart MPPT in CCL x CVL wegladen können). Beim MP2 5000 sind das z.B. die bekannten 70A.
Nehmen wir an wir haben eine Ladeschlussspannung von 55,2V, dann entsprechen die 70A Ladestrom des MP2 5000 eben 3864Watt. Wenn die AC gekoppelte PV Leistung nun aber mehr als 3864Watt liefert (Verluste lass ich hier mal weg), der MP2 das aber nicht wegladen kann würde die AC Spannung auf unzulässig hohe Werte steigen da AC gekoppelte WR immer alles an Leistung loswerden wollen, quasi pushen, was sie auf PV Seite bekommen. Hier kommt dann aber das Frequenzshifting ins Spiel.
Der Theorie nach würde der MP2 die Frequenz z.B. auch dann anheben, wenn mehr PV Leistung zur Verfügung steht als er weg laden kann. So lange der Akku noch aufnahmefähig ist, passiert hier auch nichts weiter. Ist der Akku jedoch voll, ist die Frequenz soweit anzuheben dass die AC gekoppelten WR ihre Ausgansleistung auf zu 0 fahren haben. Machen sie das nicht schnell genug, lädt der MP2 auch dann noch weiter wenn der Akku “voll” ist. Hier ist also bei der regulären CVL ein ausreichend großer Puffer zum OVLP mit einzurechnen damit das BMS in diesem Fall auf gar keinen Fall wegen Überspannung den Akku trennt. Würde das BMS Trennen gäbe es wieder eine Überspannung im AC Netz/Hausnetz und da die Energie aus dem AC WR ja irgendwo hin muss kann dies zu Defekten führen.
Solange man sonnentechnisch, sowie auch lasttechnisch stabile Bedingungen hat, also die Sonne scheint konstant und die Last im AC Netz/Hausnetz ist auch konstant gibt es kein Problem. Wenn aber instabile Verhältnisse vorherrschen wie z.B. ein Sonne/Wolkenmix und/oder eine taktende Last vorhanden ist, dann kann es zu hohen Spannungsspitzen im AC Netz/Hausnetz kommen wenn der AC gekoppelte WR nicht schnell genug auf die Frequenzanhebung reagiert.
Es gibt also immer ein gewisses Delay zwischen Frequenzanhebung und entsprechender Reaktion der AC gekoppelten WR. Der Multiplus selbst regelt die Frequenz progressiv sehr schnell hoch, aber die AC WR müssen eben auch entsprechend schnell reagieren.