Ich mache mal eine vereinfachte Rechnung für Überschuss an 50 Sommertagen für 3 Stunden.
Erstmal nehme ich 1500 Euro pro kWel an Kosten für die Elektrolyse und rechne das grob in einen jährlichen Wert um. Dafür teile ich durch 10 um Ersatzinvestitionen und laufende Kosten grob einzurechnen.
Das sind 150 Euro pro kWel und Jahr. Für das Netz nehme ich ähnliche Kosten an.
Macht also 300 Euro, um 150 kWh Überschuss in Wasserstoff umzusetzen, das sind 2 Euro pro kWh Strom Input.
Wenn wir jetzt noch etwa 2/3 Wirkungsgrad von Strom zu Wasserstoff und etwa 40% für Spitzenlast Gasturbinen annehmen, haben wir Strom zu etwa 7 Euro die kWh für die Dunkelflaute mit Überschuss produziert.
Damit es sich vage lohnt, kann man Offshore Windstrom nehmen mit 4000 Stunden im Jahr zu 6 Cent die kWh. Aber auch da haben wir von 4000 kWh am Ende für Spitzenlast nur vielleicht 30% übrig, also pro kW Wind 1200 kWh.
6 Cent mal 4000 = 240 Euro, dazu noch 150 für 1 kW an Elektrolyseur gibt 390 Euro. Das gibt dann Backup Kosten nur mit Elektrolyseur, Wirkungsgraden und den 6 Cent Offshore Wind gerechnet von 32,5 Cent die kWh.
Wirklich günstig bekommt man grünen Wasserstoff eigentlich nur, wenn gleich drei Bedingungen unterstellt werden:
- Deutliche Kostenreduktionen bei Elektrolyseuren und der daran hängenden unterstütztenden Infrastruktur
- Hohe Auslastung
- Sehr niedrige Strompreise
Nur Punkt 3 reicht nicht. Bei sehr wenig Betriebsstunden kommen trotz Strom Input zum Nulltarif, beim ausgespeicherten Strom absolut unbezahlbare und unwirtschaftliche Preise raus.
Ich bin bei Punkt 1 auch eher pessimistisch, weil es etwas danach aussieht, dass die Infrastruktur um den eigentlichen Elektrolyseur herum (Kompressoren, Druckbehälter etc.) wenig Kostensenkungspotenzial hat und deren Anteil an den Gesamtkosten schwer zu reduzieren scheint.