Strompreisanalyse 2024

ja klar, aber alles andere kostet meist mehr. Immer Rohstoffe einzukaufen im Gegensatz zur einmaligen Investition...
Wenn alle Bundesländer mitgezogen hätten und eine verteilte dezentrale Energieerzeugung aufgebaut hätten, müssten wir nicht den Strom von Nord nach Süd bringen in diesen Dimensionen.

Das kann ich nicht bestätigen, meine Großeltern hatten keinen großen Garten und immer genug Kartoffeln bis zur nächsten Ernte.

Warum? Grundstücksgröße?
Wollte ja nur aufzeigen, man kann jedes Jahr extern einkaufen oder selber was anbauen. EE kosten nicht Unsummen jedes Jahr für Treibstoff... der ist einfach da.

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Auch die einmalige Investition hat fortlaufende Kapitalkosten :wink:
Und alles im Bereich der EE unterliegt Verschleiß, muss also ersetzt werden.

Ich fand das ganz lesenswert: https://www.tech-for-future.de/kosten-kwh/
Keine Ahnung ob jede Zahl stimmt aber Tendenz scheint plausibel

Der Aufbau der Industrie lohnt sich aber nicht, wenn man das 20 Jahre später zwecks Klimaneutralität wieder stoppen will. Zudem sind 10% auch eher ein Tropfen auf den heißen Stein - und da wäre noch das Preisrisiko. Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass die Förderstätten hier in Deutschland schwerer zu erschließen sind - selbst wenn man den Umweltschutz komplett streicht.

Der Rückgang der deutschen Förderung ist meines Wissens, weil die Felder wo aktuell gefördert wird schlicht und einfach erschöpft sind. Wie viele rentable Förderstätten noch in deutschen Gebieten sind weiß ich nicht.

Das ist meines Erachtens das größere Problem. Auch wenn wir einige Vorkommen an Öl und Gas haben, reichen sie bei weitem nicht aus, um unsere Nachfrage zu decken. Der einzigen wettbewerbsfähigen Energieträger, der auf deutschem Staatsgebiet ausreichend vorhanden ist, ist Braunkohle.

Wir können hier keine nennenswerte Unabhängigkeit erreichen. Auf Erneuerbare zu setzen ist daher auch geopolitisch eine gute Idee.

Die Umweltschutzrichtlinien in D sind eine absolute Katastrophe und fernab von irgendwelcher Verhältnismäßigkeit. Ich bin ja sehr pro Naturschutz, aber der wird hier in Deutschland immer mehr misbraucht.
Generell müssen wir das Baurecht mal massiv entschlacken. Ich hab mich neulich mal zur Umrüstung von Bahnstrecken auf digitale Technik informiert. Da müssen teils Kabelschächte neben der Strecke neu gebaut werden, weil die alten zu eng sind. Und dann geht das nicht wegen Eidechsen.

aus dem Fenster spring

Tech for future ist ein pro AKW Blog und bei den Kosten für AKW sehr optimistisch.

Da in Westeuropa in den letzten Jahrzehnten so wenig AKW gebaut worden sind, ist viel Erfahrung verloren gegangen und man hat eine sehr dünne Basis für eine Vorhersage der Kosten von Neubau. Im Prinzip ist nur der EPR da, wenn man einen westeuropäischen Lieferanten nehmen will, der nicht komplett bei Null mit dem Design anfangen muss.

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Die gefrackten Lagerstätten selbst haben eine sehr kurze Produktionsperiode von wenigen Jahren. Den Expertise Aufbau, den wir da in Europa brauchen bei Bohrtechniken, hat eine weitere Anwendungsmöglichkeit, Geothermie und unterirdische Wärmespeicherung. Von daher ist das keine verlorene Investition.

Da Deutschland ein Teil des westeuropäischen Marktes ist, ist ein bisschen Produktion hier kein großer Faktor beim Preis. Aber, das sehe ich als Argument so ähnlich wie beim deutschen Anteil an den CO2 Emissionen. In Westeuropa sind schon einige Entscheidungen getroffen worden, die mehr Abhängigkeit bedeuten, so zum Beispiel die Schließung des Groningen Felds in den Niederlanden aufgrund der vermeintlich zu hohen Schäden an Gebäuden durch Bodenabsenkung.

Nur auf Deutschland bezogen sind 10% des heutigen Verbrauchs sehr viel, wenn man nicht auf den heutigen Verbrauch sieht sondern den 2030 oder 2035. Da macht es dann den Unterschied, ob man immer noch von fern weg importieren muss (LNG / Russland) oder nicht. Da kannst du natürlich drauf hoffen, dass man ganz schnell Erdgas ganz los wird in den 30ger Jahren und damit die Übergangszeit, wo es einen großen Unterschied machen könnte, hoffentlich nicht zu viele Jahre andauert.

Klimaneutralität heißt übrigens nicht unbedingt Null Erdgas, da könnten weiter Restbedarfe für stoffliche Anwendungen, bei denen der Kohlenstoffanteil als zum Beispiel Plastikrohr gebunden wird, bedient werden. Und es gibt auch noch CCS als Option für Anwendungen, bei denen es schwer fallen sollte Restemissionen zu vermeiden.

Für Restbedarfe kann man Biomethan einsetzen, aber auch da gibt es Grenzen.

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Was soll man dazu noch schreiben? Ansich spricht das alles für sich. Ist aber genau das, was viele immer wieder schreiben. Theoretisch ist der Strompreis gesunken. Theoretisch müssten die Leute weniger bezahlen. Aber praktisch läuft da dasselbe wie an der Tankstelle zu Ferienzeiten....

Na ja, das können die Fossilen aber nur in der Dunkelflaute machen...

Ich weiss nicht. Wenn den Unternehmen auch große EE-Anlagen gehören können die das immer machen. Egal wie das Wetter ist.

Ich mache mal eine vereinfachte Rechnung für Überschuss an 50 Sommertagen für 3 Stunden.

Erstmal nehme ich 1500 Euro pro kWel an Kosten für die Elektrolyse und rechne das grob in einen jährlichen Wert um. Dafür teile ich durch 10 um Ersatzinvestitionen und laufende Kosten grob einzurechnen.

Das sind 150 Euro pro kWel und Jahr. Für das Netz nehme ich ähnliche Kosten an.

Macht also 300 Euro, um 150 kWh Überschuss in Wasserstoff umzusetzen, das sind 2 Euro pro kWh Strom Input.

Wenn wir jetzt noch etwa 2/3 Wirkungsgrad von Strom zu Wasserstoff und etwa 40% für Spitzenlast Gasturbinen annehmen, haben wir Strom zu etwa 7 Euro die kWh für die Dunkelflaute mit Überschuss produziert.

Damit es sich vage lohnt, kann man Offshore Windstrom nehmen mit 4000 Stunden im Jahr zu 6 Cent die kWh. Aber auch da haben wir von 4000 kWh am Ende für Spitzenlast nur vielleicht 30% übrig, also pro kW Wind 1200 kWh.

6 Cent mal 4000 = 240 Euro, dazu noch 150 für 1 kW an Elektrolyseur gibt 390 Euro. Das gibt dann Backup Kosten nur mit Elektrolyseur, Wirkungsgraden und den 6 Cent Offshore Wind gerechnet von 32,5 Cent die kWh.

Wirklich günstig bekommt man grünen Wasserstoff eigentlich nur, wenn gleich drei Bedingungen unterstellt werden:

  1. Deutliche Kostenreduktionen bei Elektrolyseuren und der daran hängenden unterstütztenden Infrastruktur
  2. Hohe Auslastung
  3. Sehr niedrige Strompreise

Nur Punkt 3 reicht nicht. Bei sehr wenig Betriebsstunden kommen trotz Strom Input zum Nulltarif, beim ausgespeicherten Strom absolut unbezahlbare und unwirtschaftliche Preise raus.

Ich bin bei Punkt 1 auch eher pessimistisch, weil es etwas danach aussieht, dass die Infrastruktur um den eigentlichen Elektrolyseur herum (Kompressoren, Druckbehälter etc.) wenig Kostensenkungspotenzial hat und deren Anteil an den Gesamtkosten schwer zu reduzieren scheint.

Gibt doch ein paar Grossprojekte in die Richtung. Statt offshore Wind als Strom an Land zu transportieren wird Wasserstoff produziert. Rohre legen statt Kabel. Wenn Wasserstoffpreise hoch sind wird sich das rechnen

Fürn Speicher zuhause aber eher nicht

Warum sollte das Verlegen von Rohren so viel günstiger sein, als das Verlegen von Kabeln? Auch wenn vielleicht die Materialkosten bei Rohren niedriger liegen sollten.
Und die Kosten für Elektrolyseure hat hger ja schon mal beleuchtet.

Bei Pipelines und Leitungen im GW Maßstab ist das Invest pro GW für die Pipeline deutlich günstiger als für das Stromkabel in GW.

Grüße,
ich bin auch einer der Altverträgen verantwortlichen.
Ich habe zum ersten Mal den Stromanbieter gewechselt.
Bis Ende 2024 hatte ich an die Stadtwerke Weimar 0,41 c/kWh gezahlt.
Seit 2025 zahle ich nur noch 0,29 c/kWh an octopusenergy.
Gas konnte ich auch von 0,18 c/kWh auf 0,10 c/kWh durch den Wechsel reduzieren.
Ich spare nun im vierstelligen Bereich.

Fazit:
Ich hätte viel früher wechseln sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Noch zur Ergänzung eine etwas detailliertere Betrachtung

Beim ersten Post wurde ich unterbrochen. Die Kurzfassung ist: ja die Pipeline sieht auf den ersten Blick günstig aus, aber eher nicht, wenn man realistische Szenarien und Systemgrenzen nimmt.

Also ist die Rohrverlegung günstig, in Kombination mit dem Elektrolyseur und dem restlichen erforderlichen Geschnodder dann doch wieder nicht?

Ich bin mit Wechsel wieder am 1.9. dran. Da man meist mit (max.) 6 Monaten Vorlauf abschließen kann, bin ich jetzt echt am überlegen, ob ich aktuell abschließen soll (zw. 32...35cent) - oder tatsächlich noch warte, mit der Hoffnung, dass die Preise im Sommer wieder etwas nachlassen.... Der Schuss kann natürlich auch nach hinten losgehen - wie seht ihr das? Welche Entwicklung in 2025 erwartet ihr?

Aktuell bin ich auf 24 cent... letztes Jahr zum Tiefpunkt fix gemacht :wink: , aber die Zeiten sind wohl vorbei...

32-35 ist schon recht teuer. Hast mal bei grüüün.de geschaut? In manchen Versorgungsgebieten haben die 25 ct/kWh, allerdings etwas höhere Grundgebühren.

Man sagt ja, dass es im Juni/Juli oft etwas günstiger ist. Aber das kommt auch alles sehr auf die Marktentwicklung an, bleibt Spekulation.

Bei uns sogar 24 Cent - und 10 Jahre Preisgarantie. Das spricht eher, dafür dass man davon ausgeht, dass der Preis generell sinkt. Das wäre bei dem aktuellen politischen Umfeld auch meine Annahme.

Hier hat doch jeder ne eigene pv Anlage. Der strompreis spielt doch bei den meisten hier keine grosse Rolle. Die amotisierung verkürzt sich sogar bei steigendem strompreis.
Durch die hohe grundgebühr ist der preis pro kwh auch nicht das mass der dinge.

Gespart wird oft auch nur, wenn ein wechselbonus mit rein gerechnet wird. Ich sehe das locker, ich erweitere lieber meine inselanlage bevor ich ein fass aufmache und jedes jahr den stromversorger wechsle.

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