Strompreisanalyse 2024

Das hier vergleicht die Preise der USA mit Europa. Gas war eigentlich immer schon teuerer bei uns. Weil nix mehr aus Russland bezogen ist das Verhältnis zunehmend schlechter. Edit: und ja das ist ein Problem

https://www.statista.com/statistics/673333/monthly-prices-for-natural-gas-in-the-united-states-and-europe/

@anon3105789 : Von mir wurden auch viele Beiträge angezeigt. Auch die von denen ich fand das sie eine schöne humorige Seite hatten - Schade.

das sieht man nur mit einem Accout oder? Der Unteschied ist klar, war "schon immer". Das mit dem Trend nach Russland aus - ist so klar noch nicht zu erkennen. In Deiner Grafik oben schwankte der Preis schon länger zwischen 2 und 5 cent pro kwh nehme ich mal an ist die Einheit. Letztes Jahr sagt die Grafik 2 Cent.

Das Gas aus Russland mag finanziell günstig sein, aber wir müssen es andersweitig sehr teuer bezahlen...

Beim Gaspreisrennen gegen die USA werden wir nicht gewinnen, außer mit permanenter Förderung.

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Ich hab gegoogelt und den link bekommen. Funktionierte bei mir, dachte das wäre für alle so.

@WernerderChamp ja stimme zu. Einzige Option die ich sehe wie wir das verbessern könnten ohne den Preis an Russland zu zahlen wäre fracking. Aber will man das? Weiß nicht

Fakt ist jedenfalls auch das die USA im verarbeitenden Gewerbe jetzt in der Vergangenheit nicht so gut war. Trotz niedrigen Energiekosten und der Abhängigkeit dieses Zweigs davon.
Dienstleistungen waren zum Beispiel stärker. Und da spielen die Löhne eine stake Rolle.

Ich glaube wenn man die Wirtschaftskrise darauf verkürzt das es nur an den Energiekosten liegt übersieht man vieles:

  • Wir haben eine niedrige Anzahl von Produktivstunden pro Jahr
  • Wir verteilen viel Geld um. Das steht nicht mehr für Investitionen zur Verfügung
  • Wir haben zu viel Bürokratie
  • Wir sind nicht mutig genug und nicht innovativ genug und klagen zuviel
  • Unser Kapitalmarkt stützt Innovation zu wenig weil wir da keine Gelder für die Altersvorsorge umleiten

Ja es ist auch Energie, aber nicht nur. Für manche ist es aber bequem das als primäres Argument zu nutzen. Bei allen anderen Punkten muss man nämlich mit Widerspruch rechnen

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Das mit dem "Rennen muß man vielleicht etwas relativieren. Die USA haben fast den doppelten Primärenergieverbrauch pro GDP wie D. Also ist der Abstand in Bezug auf das Ergebnis "nur" noch halb so groß. Zweifellos immer noch groß genug und wettbewerbsverzerrend.

Beim Strompreis hatte ich mal für Industrieunternehmen folgende Rechnung aufgemacht: Ca. 1-2% der Gestehungskosten sind Stromkosten. Wenn in den USA an 2 Tagen im Geschäftsjahr der Strom ausfällt, (ist dort bei der wackeligen Infrastruktur Gang und Gebe) dann ist der Stromkostenvorteil gegenüber produzierenden Unternehmen in D schon wieder aufgebraucht, denn in D sind wir im 1x pro Jahrzehnt Wahrscheinlichkeitsband des Stromausfalls. Aber eben alles bei aktuellen Preisen.

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Ich glaube das wir das nicht wollen. Gibt ein recht hohes Risiko, das es ein Draufzahlgeschäfft wird. Zumal wir ja eh vom Erdgas wegwollen - warum also jetzt die Weichen für die nächsten Jahrzehnte in diese Richtung stellen? https://energiesysteme-zukunft.de/publikationen/stellungnahme/fracking

An der Stelle frage ich mich, ob das wirklich ein gesetzliches Problem ist. Die max 48h/Woche gelten europaweit. In D muss für max. 40h/Woche binnen 24 Wochen ausgeglichen werden - viele Industrien liegen aber darunter.

100% Zustimmung.
Leider beschäftigen sich viele nicht mehr mit den Themen sondern hören einfach den Fake-News Schleudern zu, die einfache, aber falsche, Erklärungen liefern.

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Danke euch das hier unten wieder mehr lesenswertes steht. Macht mal weiter.

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Ergänzend als Punkt Deiner Liste

China ist nicht mehr so sehr Hauptabnehmer von Produkten, wo Deutschland traditionell Stärken hat(te) wie Maschinen, Autos, höherwertige Chemie, sondern stellt das jetzt selber her und ist ein wichtiger Konkurrent in Drittmärkten geworden

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Glaub schon. Rente mit 63, Mütterrente, Recht auf Teilzeit setzen Anreize nicht / weniger zu arbeiten. Vermutlich gibt es auch weitere Beispiele.
Bei der Migration holen wir uns die Leute auch zu langsam in den Arbeitsmarkt.
Es geht darum die durchschnittlich gearbeiteten (produktiven Stunden) pro Kopf zu steigern. Damit kann auch gemeint sein statt 35 Stunden 40 zu arbeiten. Aber ich glaube das ist nicht der Kern des Problems

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Da stimme ich zu

Edit: wobei...
Es ist ein Stück weit auch ein Symptom. Hätten wir z.Z. bessere und billigere Produkte wäre das evtl. anders.
Jedenfalls sehe ich nicht das wir an China etwas ändern können.

Um das Jahr 2000 hat Deutschland noch 20% des eigenen Erdgasbedarfs produziert, inzwischen sind es nur noch etwa 5%.

Bisher ist es so, dass die Gasproduktion in Deutschland und Westeuropa tendenziell schneller fällt als der Erdgasverbrauch.

2035 auf 20% des heutigen Bedarfs runterkommen erfordert schon einiges und dann wäre es doch schön wenn wir nicht von diesem Restbedarf 90% importieren müssten, sondern nur 50% (bzw. Null weil für die andere Hälfte biogene Gase aus eigener Produktion es tun müssten)

10% des heutigen Bedarfs 2035 ist einigermaßen realistisch mit Fracking machbar.

Fracking hat übrigens eine relativ kurze Produktionsperiode. Wenn man aufhört zu bohren geht die Produktion ganz schnell zurück.

Ich verfolge den Gas und Ölmarkt schon sehr lange, etwa seit dem Jahr 2000 sehr intensiv, und es gab eine Zeit, da war Gas in den USA nicht substanziell billiger als in Westeuropa.

Da hat man sich auch in den USA große Sorgen gemacht und da gab es auch Diskussionen um LNG, aber um die Notwendigkeit von LNG Importen in die USA!!! Diskussion ist sogar etwas zu mild formuliert, da wurden aktiv Import Terminals für LNG gebaut. Wie gesagt, Import in die USA nicht Export aus den USA.

Das hat man natürlich nur gemacht, weil 2005 die Gaspreise in den USA stark gestiegen waren und damit hoch genug waren, um LNG Importe anzuziehen. Deutschland hatte 2005 nach meinem Überschlag sogar etwas billigeres Gas als die USA.

https://naturalgasintel.com/news/2005-a-look-back-at-the-year-in-natural-gas/

Ja das habe ich in dem Statistika Link gesehen. War im betrachteten Zeitraum aber nur kurz der Fall und hat sich zu unseren Ungunsten verändert.
Will sagen: hilft ja nix das es mal anders war :confused:

Ich denke, beim Vergleich der Energiepriese (Gas/Öl/Strom) wird Deutschland und Europa immer schlechter aussehen, da wir nunmal keine eigenen Vorkommen von Öl oder Gas haben.
Der eigentliche wirtschalftliche Vorteil Deutschlands war schon immer die Ingenieurskunst - leider ist diese mitlerweile etwas "unter die Räder" gekommen. Wir beschäftigen uns mit sehr vielen Themen (Migration, Gendern, Krieg, soziale Gerechtigkeit, ...). Das sind zugegebenermassen alles wichtige Themen. Aber leider liegt u.a. dadurch der Fokus in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) zu wenig auf Innovation und unserer Ingenieurskunst. Hier sollte unsere Politik umdenken.

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Die Decarbonisierung wäre ein gewaltiges Innovationsthema gewesen, das unseren Unternehmen etliche Chancen geboten hätte. Die Politik hatte das verstanden, das Problem ist der Teil der Bevölkerung, der sich zu leicht von den Bremsern vereinnahmen ließ. Die haben recht geschickt soziale Themen wie Gendern, Gleichbrechtigung etc. in ein Bündel mit den technischen Zukunftsthemen gepackt und als grüne Hölle vermarktet. Da muss man sich endlich mal ehrlich machen.
Ohne die Bremser, besonders im Süden, hätten wir schon eine vernünftige Strominfrastruktur.

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Bis auf den Punkt mit der Mütterrente würde ich Dir (in diesen durchaus politischen Punkten) zustimmen.
Mütterrente honoriert eine Leistung, die nicht gegen Entgelt erbracht wurde / wird.
Das diese Erhöhung der selbst erarbeiteten Rente nennenswert zum früheren Ausscheiden motiviert, das kann ich kaum glauben. Der Beitrag der Mütterrente ist dafür mMn. nicht hoch genug. Falsch finde ich allerdings, wer dafür bezahlt, aber das wird noch stärker politisch, daher nix weiter dazu. Ist eh schon deutlich OT.
@carbo
Ich glaube ein Stück weit sind wir alle Bremser, in der ein oder anderen Hinsicht. Und die Bremser haben z.T. zu viele Möglichkeiten durch Klagen Dinge zu verhindern die Sinn machen, bzw. wir haben zu viele Vorschriften, die da bremsen. Fiktiv:
Da hat neulich einer im Ausbaugebiet einen rosagefärbten Hühnerwürger gesehen, die sind total selten, da können wir nicht bauen. Da müssen wir jetzt erstmal drei Jahre beobachten, ob und wo der genau brütet. Dann stiefeln gefühlt 1000 Bürger los und suchen Hühnerwürgernester oder Köttel.
Bis feststeht, der Hühnerwürgersichter hat ne Meise (gesehen :rofl:), ist das Projekt wg. Kostensteigerung tot.
Ich zitiere noch einmal:
PV auf der denkmalgeschützten Schule geht nicht wg. Denkmalschutz, Verwaltung.
Wir können auch in Schönheit sterben, grünes Ratsmitglied der Stadt.

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Wir waren bei vielen Produkten gegenüber China in einer ähnlichen Position wie Saudi Arabien gegenüber uns bei Öl:

Das Produkt ist knapp und begehrt und der Handelspartner kann es faktisch kaum selber herstellen / ersetzen.

Jetzt ist dieser (wir haben etwas, dass ihr nicht habt) Faktor in vielen Bereichen gegenüber China weg.

Und daran etwas zu ändern ist sicher nicht einfach, so einen Vorsprung bei Innovation wieder aufbauen, da wird billiger Strom alleine kaum reichen.

Da würde ich schon ergänzen, dass sich Westeuropa teilweise aktiv gegen Gewinnung von Öl und Gas entschieden hat.

Bei der Ingenieurskunst würde ich auch etwas ergänzen: Lern-, Netzwerk- und Skaleneffekte. Oft ist es nicht der einzelne Ingenieur, das einzelne Produkt alleine, es ist ein ganzes Geflecht an spezialisierten Firmen und spezialisierten Fachkräften, die gemeinsam Erfahrung aufgebaut haben.

Das kann man von Null aus oft kaum replizieren.

Mir ist nicht bekannt, dass wir in Deutschland Ölvorkommen haben und die Gasvorkommen sind sehr klein und nicht wirklich wirschaftlich nutzbar.

Da stimme ich zu.

Von Öl spricht selbst die BVEG nicht. Gas ist das größte Potential beim Fracking - und das halte ich umwelttechnisch für nicht sinnvoll.

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