Entweder du hast einen Erd- oder Kurzschluss der den LS oder RCD auslöst (den kann die Gerätezuleitung ab) oder du hast Ptot im Gerät. Das Gerät mit C14 zieht keine 16A, weil sich bis dahin längst eine Sollbruchstelle verabschiedet hat. Im einfachsten Falle eine Leiterbahn als Schmelzsicherung, aber auch aufgelötete Schmelzsicherungen, Sicherungssockel, rückstellbare Geräteschutzschalter oder selbstrückstellende Sicherungen möglich.
Was sollte denn auf dem Stecker stehen? Das ist der, der von AEG fest mit dem Backofen verbaut wurde. Wenn der nicht dauerhaft den vom Backofen ziehenden Strom verkraftet, dann hat AEG ein ziemlich großes Problem am Hals.
Auf der Steckdose - die habe ich selbst gekauft und eingebaut, und die wurde zusammen mit meiner gesamten Elektroinstallation auch von einem Elektiker abgenommen - steht klar und deutlich “16A”. Davon, dass die 16A nur für kurze Zeit gelten und nicht dauerhaft, steht nix dran.
Vergleiche das mal mit den Bremsen Deines Autos. Was, wenn VW Dein Auto für 200 km/h ausgelegt hätte, aber auf den Bremsscheiben steht “Bremswirkung nur bis 100 km/hgarantiert”? Und natürlich leiern die Bremsen im Lauf der Benutzung aus, und erfüllen irgendwann gar keine Bremswirkung mehr. Das ist nicht anders als bei der Schukosteckdose, die für 16A Dauerstrom ausgelegt ist, aber nach 20 Jahren so ausgeleiert ist, dass sie sich durch den entstandenen Übergangswiderstand stark erwärmt. Beim Auto gibt es einen TÜV, bei der Elektroinstallation nicht. Da bist Du dann als Eigentümer/Benutzer selbst gefordert
Diese Seite ist ein schönes Beispiel, wie hier falsch argumentiert wird.
Zitat: “Dort ist definiert, dass Steckdosen ihren Nennstrom von 16A für eine Stunde ohne Überhitzung aushalten müssen. Es ist also nicht gewährleistet, dass eine Steckdose den vollen Nennstrom für eine längere Zeit aushält. Hier droht akute Brandgefahr.”
Hatten wir hier ja schon mehrfach benannt: Eine Steckdose ist nach vielleicht nach 10-15 min in einem Temperaturgleichgewicht. Auch nach 20 Stunden wird es da nicht wärmer. Was also 1 Stunde immer wieder verträgt, verträgt auch 20 Stunden am Stück die 16A. Also keine Überhitzung und keine erhöhte Brandgefahr ab Minute 61.
Leider ist es oft so, dass viele voneinander abschreiben, ohne mal zu reflektieren, wie valide so eine Argumentation ist.
Die Gründe sind vielmehr ausgeleierte Steckdosen und korridiertes oder verschmutztes Kontaktmaterial. Auch sind Kontakte oft vernickelt und diese dünne Schicht nutzt sich ab, darunter z.B. Messing, was viel stärker korrodiert, wenn erstmal Luft dran kommt.
Faszinierend ist ja, wie manche Forsisten sich das denn vorstellen, wie ein Gerät überhaupt auf dauerhafte Belastung mit 16 A getestet und geprüft werden könnte. Wie stellen die sich das vor? Dass man eine Steckdose mit 16A belastet und dann solange wartet, bis die Sonne zum Roten Riesen wird und die Erde verschluckt?
Man stellt solche Prüfregeln so auf:
man macht verschiedene Experimente, bei denen man so eine Steckdose in den unterschiedlichsten Einbausituationen, gerne auch mal in Dämmung eingepackt usw, mit einem sogar noch höheren Strom von z.B. 20A testet, und die Zeit misst, bis sich dabei dann ein Temperaturgleichgewicht einstellt.
Die schlechteste dieser Zeitdauern, nach denen sich das Temperaturgleichgewicht einstellt, verzehnfacht man dann auch noch zwecks Sicherheit, und schreibt dann vor, dass Hersteller ihre Geräte so lange testen müssen, und dass sich die Temperatur während des Tests nicht über einen Wert XY erhöhen darf.
Und da ist man mit einem Test über 1 h eben ganz weit auf der sicheren Seite.
Aber wie beispielsweise bei den Bremsen für Autos auch ist so ein Test keine Garantie für dauerhaftes Funktionieren. Genau so wie die Autobremsen verschleissen auch die Steckdosenkontakte. Bremsen können irgendwann versagen, und die Schukokontakte ebenfalls. Im einen Fall gibt es den TÜV, im anderen sind Eigentümer/Anwender selbst gefordert.
Das steht Dir ja auch frei. Jeder darf jede beliebige Empfehlung abgeben.
Nur: die deutsche Industrie sieht das anders als Du. Die bauen Geräte, die dauerhaft über einen Schukostecker 16A ziehen. Aber ich bin sicher, Du weißt es auch diesmal besser …
Ihr habt beide recht. Zusammengefasst heißt das: “es kommt darauf an”
Daher würde ich persönlich keine generelle Aussage machen, wie “16A dauerhaft sind an einer (x-beliebigen") Schuko-Steckdose kein Problem”. Denn das könnte ein Laie wörtlich nehmen…
Damit hast Du völlig recht. Es gibt auch Schukosteckdosen/Stecker die nur für 10A ausgelegt sind. Deshalb geht es hier ausschließlich um Schukosteckdosen/Stecker, die durch Kennzeichnung ganz explizit für 16A ausgelegt sind. Und wie mein eigener Backofen mit 3,8 kW Leistungsaufnahme (bei Pyrolyse deutlich über 1 h) mit ab Werk fest verbautem Schukostecker beweist, ist sowas durchaus üblich.
Auch dafür würde ich mir diese Aussage verkneifen. “Es kommt darauf an” endet nicht mit der Zertifizierung, sondern beginnt mit dem Einbau und wird mit dem Alter immer relevanter.
Ist das die spezifizierte Anschlussleistung, oder ein gemessener Wert? Falls letzteres, würde ich dem Verkäufer das Ding an den Kopf werfen.
Beides. Und nein, da brauchst Du niemandem was an den Kopf zu werfen. Steckdose und Stecker sind für 16A ausgelegt, und darauf darf sich der Anwender auch verlassen. Er muss das auch, wenn er den Backofen bestimmungsgemäß verwenden will.
Der Backofen ist von AEG. Er zieht beispielsweise bei Ober-Unterhitze nur maximal 2,8 kW. Aber es gibt eine Funktion zum Schnellaufheizen auf bis zu 300°, und die Pyrolysefunktion. In beiden Fällen zieht er planmäßig 3,8 kW.
Ich kenne übrigens auch noch etliche andere Haushaltsgeräte, die zeitlich unbegrenzt betrieben werden können und dabei zwischen 3,6 und 3,8 kW ziehen. Da gibt es z.B. auch dieses Induktionskochfeld.
Hallo,
die rege Diskussion nahm ich zum Anlass, mal einige meiner Steckdosen zu betrachten. Keine hat eine Kennzeichnung, ob man dort dauerhaft 16 A entnehmen darf. Wenn ich mir ein Geräte mit 16 A und angepresstem Stecker kaufe, kann ich mich gewiss darauf verlassen, dass dieser Stecker für 16 A geeignet ist. Ob das aber die Steckdose auch leisten kann, das ist nicht einfach heraus zu finden. Daher haben die Ladeziegel, die ich kenne, einen Temp.- Wächter im Stecker verbaut und in den Anleitungen steht, dass man keine Verlängerungen zwischen Netz und Ladeziegel verwenden darf (dann mit der Wächter an der falschen Stelle). Das Problem schwacher Steckdosen (vielleicht auch nur verschmutzte Kontakte) ist den Herstellern der Ladeziegel offenbar bekannt.
L.G.
Da bin ich voll bei dir, dass es diese Geräte gibt. Die meisten davon takten in den üblichen Anwendungsfällen zum Glück. Wenn du nicht gerade einen Topf Wasser nach dem anderen möglichst schnell zum Kochen bringst zieht selbst dieses Kochfeld den Strom nicht dauerhaft.
Ich kenne einige Häuser in denen ich die Pyrolysefuktion deines Backofens auf gar keinen Fall unbeaufsichtigt starten würde. Vermutlich steht es auch so in der Bedienungsanleitung, damit sichern sich die Hersteller ab.
Von da kommen dann Sonntags Anrufe wie dieser:
Kannst du bitte mal vorbei kommen und nach meiner Steckdose schauen?
Mittwoch hätte ich Zeit.
Geht es auch gleich? Die Steckdose hat gequalmt und stinkt verbrannt.
Das sind alles hochwertige Steckdosen, ordentlich installiert.
Aber noch aus den 80ern und älter. Oder eben in einer feuchten Außenwand / Ecke, dazu verstaubt, oft benutzt und ausgeleiert…
Daher meine Weigerung dies als pauschal sicher zu bezeichnen. Ich kenne keine einzige private Installation, in der nach der Inbetriebnahme noch einmal die Sicherheit der Anlage kontrolliert wurde.
Jeder weiß, dass nichts ewig neu bleibt - aber bei diesem Thema wird das komplett ignoriert.
Der Entwickler hatte wohl praktische Erfahrung, oder zu viele verkohlte Steckdosen (Reklamationen)
Ich habe in den letzten Jahren mein Haus saniert, und habe - mit Zustimmung und späterer Überprüfung des Elektrikers - auch die Elektroinstallation komplett erneuert. Die zahlreichen neuen Steckdosen habe ich in Baumärkten erstanden, alle sind für 16A ausgelegt. Andere Steckdosen gab es in den von mir besuchten Baumärkten gar nicht zu kaufen. Hier ein Beispiel
Kurzzeitig kann vieles 16A Ohmsche Last.
(Bei Schaltern wichtig ob ohmsch oder induktiv/kapazitiv)
Ohmsche Last:
Ein 3600W Heizlüfter heizt oft auch dauerhaft.
Dabei hat man wohl die max erlaubte Last der Dosen (und sogar oft Elektrik im Haus wenn sie nicht in Ordnung ist ) und kann sie testen ob sie das aushalten (oder schmilzen / verschmoren / ...).
Sommer zu Winter macht noch ein Temperaturunterschied von gerne bis zu 30 Grad oder mehr aus. (Pralle Sonne...)
Mit einer ausgeliehenen Wärmebildkamera kann man sich gut ein Bild von der Sache machen.