Split-Klima: Wie gut funktioniert bei Euch die Abtau-Funktion?

Ist im Moment ein Sauwetter für Wärmepumpen - feuchte Luft, Schnee/Regen um den Gefrierpunkt. Hört man auch bei den Leuten, die im LWWP haben, die tauen derzeit sehr oft ab. Bei niedrigeren Temperaturen wirds oft besser. Erinnere mich an den letzten Winter bei -7 Grad, da ist die oft 4-6 Stunden durchgelaufen und erst dann ein Abtauzyklus.

Viel hängt auch davon ab, wie viel Leistung man dem Gerät abfordert. Unsere Anlage im Süden läuft heute den ganzen Tag bei 200-300 Watt. Die hat heute vielleicht erst 3-4 mal abgetaut. Die Anlage im Norden hat den ganzen Tag um die 500 Watt gezogen und taute alle 90 min ab, bestimmt schon 7 mal heute. Mittlerweile ist sie zum Glück bei 340 Watt runter, weil der Raum warm ist. Da werden die Abtauzyklen weniger.

Alles schön und gut. Aber jetzt kommt der Abschuss:

Nach weiteren ~45 Minuten Heizbetrieb seit dem letzten Abtauzyklus hat das Gerät den nächsten Abtauzyklus gestartet.

Neugierig wie ich war, habe ich mich nach draußen begeben und musste feststellen, dass der Wärmetauscher so dermaßen eisfrei war, dass es eisfreier praktisch nicht geht. KOMPLETT ohne Eis! Das Aluminium der Lamellen frei sichtbar.

Abschalten per Fernbedienung brachte nix, das Gerät führt dann munter den Zyklus fort (meine Panasonic geht dann AUS). Also habe ich dieser Drecksau den Stecker gezogen (Spannungsversorgung), wieder rein und dann angeschaltet. Jetzt ist der Kasten nach ein paar Bedenkminuten wieder im Heizbetrieb.

So etwas regt mich unglaublich auf. KOMPLETT eisfrei bedeutet für mich: das, was die Anlage da macht, ist komplett sinnfreier Stromverbrauch, Komfortverlust und auf Effizienz gepfiffen.

Habe schon öfter geschaut, ob der Wärmetauscher wirklich vereist ist. Ergebnis: unterschiedlich. Beim vorletzten Mal war alles mit einer weißen Eisschicht überzogen, also Abtauen in Ordnung.

Weiß vielleicht jemand, wie so eine Anlage das versucht festzustellen und wo sich Sensoren befinden? Auf der Rückseite ist ein Sensor im oberen Bereich des Wärmetauschers, hängt dort frei rum im Abstand von 2-3cm zum Wärmetauscher. Der misst wohl die Eingangstemperatur. So kann das jedenfalls unmöglich bleiben...

Vor ca. 5 Minuten startete wieder ein Abtauvorgang. Bin wieder raus gegangen und habe nur kleinste Spuren von Vereisung gefunden. Eigentlich stehe ich doch eher auf wertige Technik...

Habe dann einfach wieder den Stecker gezogen und wieder rein. Wenn man vorher nicht mit der Fernbedienung abschaltet, dann nimmt das Gerät den Betrieb relativ schnell wieder auf. Für mich bedeutet das jetzt: Ich darf jetzt abends öfter mal die Hand ausstrecken und dem Gerät den Stromstecker ziehen. Einen Trost gibt es: Ich muss glücklicherweise nichtmal vom Sofa aufstehen dazu, weil die Steckdose in greifbarer Nähe ist. Eine richtige Lösung wäre mir aber lieber.

Bekanntes Problem. Bei manchen Geräten ist der Abtau-Algorithmus einfach so blöd gemacht wie's nur geht: Abtauen in festen Zeitabständen, vollkommen egal, ob da Eis dran ist oder nicht. Das hatte ich ein paar Seiten weiter vorne schon mal bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beschrieben, die einfach alle 90 min abtaut.

Ein "schlauer" Abtau-Algorithmus misst den Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Verdampfer. Sinkt letztere Temperatur deutlich unter die Außentemperatur, zeigt das Vereisung an und startet einen Abtauzyklus. So ist es bei fast allen modernen Geräten gelöst. Abgetaut wird dann, wenn wirklich Eis dran ist. Es gibt im Bestand aber leider auch noch Exemplare, bei denen das nicht so ist und die einfach sinnlos Energie verballern.

Du hast glaube ich eine ATXD, richtig? Würde mich wundern, wenn die einen schlechten Abtau-Algorihmus hat. Was ich bisher bei meiner ATXF gesehen habe, sah vernünftig aus. Muss ich aber auch noch genauer herausfinden.

Was ich aber keinesfalls machen würde, ist die Sache mit Stecker ziehen. Das tut den Anlagen nicht gut, wenn die nicht kontrolliert runtergefahren werden.

Besser mal genauer beobachten, nach welchem Algorithmus die Anlage genau funktioniert.

Nachtrag: Hab gesehen, dass du wohl eine Panasonic HZ25XKE hast. Geht es um die?

Also bei meiner ATXD scheint das schon gut geregelt zu sein,in den abendstunden jetzt um die 0grad ca alle stunde ,am tag 3-4 grad oft 3-4 std durch ohne abtauen.

@Win: ich hab auch noch die Panasonic HZ25XKE, um die geht es hier aber nicht. Die läuft bisher was die Abtauvorgänge angeht vorbildlich: erst wenn der Wärmetauscher sichtbar vereist ist, wird da abgetaut.

Probleme macht jetzt meine Daikin ATXD35A ARXD35A. Ich habe auch schon einen Abtauvorgang gesehen, da war das Gerät schön vereist. Aber nach den heutigen Beobachtungen war das möglicherweise reiner Zufall.

Das mit dem Stecker ziehen ist immer noch besser als mit dem dicken Hammer rauszugehen ? Wenn kaputt, dann kaputt. Ich lege keinen Wert auf minderwertig funktionierende Technik, bin und war aber aber immer schon bereit, Zeit zu investieren, bis irgend ein Gerät gescheit läuft. Habe hier nur ein recht großes Sammelsurium an Geräten und Maschinen, die ich verwalten darf. Derzeit streikt oder spackt Vieles rum und das geht ziemlich an die Nerven. Aber hilft ja nix. Jetzt erstmal beobachten.

Bis gestern war das bei meiner Anlage auch so. Heute ist es hier kälter und der Spuk beginnt. Aber das ist auch völlig gleichgültig: Wenn die Anlage versucht, einen furztrockenen und komplett eisfreien Wärmetauscher abzutauen, dann ist das eine massive Fehlfunktion und der gute SCOP reine Theorie.

Wäre auf jeden Fall interessant, ob die ATXD generell ein ungünstiges Abtauverhalten hat, ob es ein Einzelphänomen nur bei deiner Anlage ist oder ob es bestimmte Betriebszustände gibt, wo das passiert.

Im Bereich intelligentes Abtauen gibt es jedenfalls große Unterschiede bei den Anlagen. Ich erinnere mich an einen Thread in einem anderen Forum zu einer Mitsubishi Electric, die auch sehr ungünstige Abtauzyklen hatte und wo es schon Bastellösungen mit Mikrocontroller gab.

Unsere Mitsubishi Heavy SRC/SRK machen das wirklich sehr gut. Die warten teils sehr lange, bis die mal abtauen. Da wundere ich mich immer, wie da noch Luft durchgeht, so stark vereist sind die. Und wenn die dann abtauen, dann haben die eine wirklich gute Erkennung, wann das Eis weg ist.

Nachtrag: Hier der Thread mit der Mikrocontroller-Lösung:

https://www.kaelte-treffpunkt.de/viewtopic.php?p=157549

@ ilibilly

Wäre schön, wenn du das bei deiner Anlage auch beobachten könntest, wie die sich verhält und vor Allem: ob der Wärmetauscher beim Starten des Abtauvorgangs wirklich vereist ist.

Bei meiner Panasonic HZ25XKE Nordic Flagship scheint das auch so zu sein. Sie steht direkt vor einem Werkstattfenster in Sichtweite mit der Rückseite zu mir gerichtet. Daher kann ich das bei dieser Anlage immer recht einfach und zuverlässig beobachten. Bei meiner Daikin ATXD35A ARXD35A muss ich dazu immer raus gehen. Und so stark vereist wie die Panasonic habe ich sie noch nicht gesehen.

Ich werde mir die Beiträge zu den Mitsubishi Anlagen heute Abend mal anschauen, vielleicht lässt sich daraus auch was für die Daikin ableiten.

Wird wohl am Besten werden gleich eine Überwachungskamera zu positionieren um dann im Nachhinein schauen zu können.

Hier mal noch eine gaaanz schlaue Abtaufunktion: Bei einem GREE-Klima-Splitgerät Typ LOMO GWH09ACC-K6DNA1F messe ich ab einer Außentemperatur von weniger als 2ºC einen kontinuierlichen Stromverbrauch von 80 W, und zwar völlig unabhängig vom Betriebszustand der Anlage (Heizbetrieb / Aus / 8º-Heizen / ... ). Hier ist wohl eine Heizwendel in Betrieb.

Das ist insofern ärgerlich, als dass es sich um ein Wochenendhaus handelt, das die meiste Zeit garnicht geheizt, sondern lediglich frostfrei gehalten werden soll. Dafür reicht es bei 0ºC, etwa einmal täglich für 1,5h einzuschalten (Verbrauch: ca. 1 kWh / Tag). Durch die Frostschutz-"Automatik" kommen nun nochmal 22,5h* 80W = 1,8 kWh obendrauf, ohne dass diese Energie als Wärme im Inneren des Hauses ankäme.

Die Bedienungsanleitung schweigt sich über diese Funktionen aus ...

Nun frage ich mich, ob es wohl "safe" ist, die Anlage bei Nichtbenutzung einfach über einen SmartSwitch vom Netz zu nehmen, und nur bei Unterschreiten der kritischen Innentemperatur wieder anzuschalten, dann eben mit einer Abtauphase vorneweg? Das Kältemittel friert ja erst bei -132º C ein ...

Ich habe keine Ahnung ob meine Panasonic Heatcharge jemals schon abgetaut hat, jedenfalls habe ich nichts davon mitbekommen :slight_smile:

Grüße Jochen

Was da Strom zieht, wird die Ölsumpfheizung sein, evtl. auch noch ein zusätzlicher Heizdraht in der Bodenwanne. Gibt viele Anlagen, die sowas haben, allerdings eher so um die 30-50 Watt. 80 Watt ist schon viel.

Grundsätzlich ist es kein Problem, eine Anlage vom Netz zu nehmen, wenn die vorher ausgeschaltet war. Allerdings solltest du nach der Netzeinschaltung evtl. noch 1 Stunde warten, bis du die Anlage dann einschaltest. Wenn es nämlich eine Ölsumpfheizung ist, dann braucht die Anlage das vorgewärmte Öl und sollte nur in Betrieb gehen, wenn sich das wieder aufgeheizt hat.

Warum es Anlagen gibt, die ein Ölsumpfheizung brauchen und andere, die das nicht brauchen, erschließt sich mir technisch noch nicht ganz. Meine Anlagen brauchen das alle nicht, die MHI zieht 2,5 W Standby, die Daikin 0,9 W.

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Komisch das hier jetzt keiner mehr Fragen hat :wink:

Trockene Kaltluft?!!! :blush: Da sieht man mal was ne Klima so alles kann :grinning:

Abtauen und Takten ist dann kein Thema mehr und das Teil heizt problemlos :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Ja, super Wärmepumpenwetter. So kann ich auch endlich mal testen, wie die Effizienz bei niedrigen Temperaturen ist, wenn man keine Abtauzyklen hat.

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Jetzt haben wir hier Abtauwetter. Temperatur war so 0 bis -1 Grad. Taupunkt genauso hoch wie Außentemperatur, die Luft ist also gesättigt. Teils gab es leichten Sprühregen.

Die Wärmetauscher waren schon nach ein paar Minuten Betrieb weiß. Abgetaut wurde aber erst nach etwa 1,5 Stunden. Das war recht gleichmäßig, also im Bereich 1:20 h - 1:40h.

Was kam an Wasser raus? Habs mal aufgefangen, waren 0,92 Liter bei einem Abtauzyklus. Wenn die Anlage 24 Std durchläuft, wären es um 15 Liter.

Um 1 Liter Eis wieder flüssig zu bekommen, braucht es 344 KJ, das sind etwa 0,1kWh. Wenn die Anlage 1kW Wärme in den Wärmetauscher schaufelt, braucht sie etwa 6 Minuten. Weil es etwas schneller ging, werden es über 1kW gewesen sein. Logisch, bei etwa 700 W Aufnahme, werden wohl mindestens 1,4kW ankommen.

Weil ein Teil der Wärme ja auch aus dem Raum gezogen wird, ist schon interessant, die Größenordnung zu kennen. Bei mir läuft die Anlage oft mit 480 Watt. Bei COP von vielleicht 2,5 sind das 1200W Wärme, also nach 1,5 Stunden 1,8kWh. Wenn dann 0,1 kWh rausgezogen werden, sind das 5 % von dem, was vorher reingesteckt wurde. Weil die 0,1 kWh nicht komplett aus dem Innenraum kommen, sondern auch Kompressorleistung dazukommt, sind es real vielleicht nur 3%.

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Hallo zusammen,

Ich habe mich gerade hier registriert, lese aber schon eine Weile mit. Ich habe seit letztem Jahr eine TCL TAC-09CHSD im Schlafzimmer (primär zum Kühlen) und heize das Zimmer seit November auch damit.

Heute kam ich nach Hause, sie machte ein Geräusch als ob der Ventilator irgendwo gegen rattert. Hochgeklettert (ist etwas schwer zugänglich) und siehe da: Riesiger Eispanzer mindestens 4cm dick, innen und außen am Wärmetauscher. Definitiv null Luftdurchsatz und das schon seit Stunden - oder gar seit Tagen? Die Stromaufnahme lag bei ca. 900W, hab sie jetzt erstmal ausgemacht.

Hatte das schonmal jemand? Hat sie das Abtauen verlernt/vergessen? Es war heute natürlich absolutes Schietwetter für Wärmepumpen, vielleicht ist das einfach so das Billiggeräte bei ungünstigen Bedingungen nicht mithalten können?

Bin gespannt, welche Erfahrungen ihr gemacht habt!

Gruß

Simon

Hatte es letzten Heizsaison bei einer Mitsubishi Heavy, dass sie auch gerattert hat, weil irgendwo Eis in den Ventilator reingewachsen ist. Das war dann aber zum Glück beim nächsten Abtauen wieder weg. Die Gefahr, dass die Anlagen ungünstig zufrieren und die Abtauung das nicht packt, ist gegeben, auch bei Markenanlagen. Es kann z.B. passieren, dass zwar das Eis zwischen den Lamellen schmilzt, dann aber Eis übrig bleibt, was keinen Kontakt mehr mit den Lamellen hat. Das bekommt dann kaum noch Wärme und kann nicht schmelzen.

Ist aber gut möglich, dass manche Billiganlage nicht gut abtaut und so solche Probleme gehäuft auftauchen.

Hab mal bei Wärmepumpen gelesen, dass die sogar eine Heizung in den Blech-Ring einbauen, der um das Lüfterrad gebaut ist. Weil dort auch mal gerne das Eis reinwächst. Sowas hab ich noch von keiner Split-Klima gehört. Nordic/Cold-Region Geräte haben teils noch zusätzliche Heizsysteme, um Vereisungsprobleme in den Griff zu bekommen.

@simon
Ist ein Ablaufschlauch am Außen Gerät montiert dann weg damit !

Außerdem kann es hilfreich sein das Außen Gerät minimal nach hinten zu neigen damit das abtauende Wasser sich nicht vorne im Gerät sammelt und dort wieder einfriert.

So zumindest meine Erfahrung .. hab bisher nie wieder Probleme mit Vereisung gehabt!