Die Frage wird vermutlich die meisten hier irritieren, weil es mich auch irritiert hat. Bei mir sind meine beiden Singlesplit hinter Steckdosen direkt angeschlossen, also Unterputz. Ich finde es nicht einmal schlecht, wenn ich dann nicht die Anlage stromlos machen kann, wenn ich den Raum nicht komplett stromlos mache. Der Klimatechniker, der auch Elektriker ist, meinte, dass so ein Gerät nicht mit einem Stecker an die Steckdose anschließen darf, weil man die Pole nicht vertauschen darf. Ich habe unzählige Klimaanlagen mit Stecker gesehen und sehr viele Betriebe, wo kein Elektriker da ist, installieren mit Steckdose.
Nun ist es bei mir so und ich kann damit leben. Ich möchte aber auch tatsächlich wissen, ob da was Wahres dran ist. Es werden höchstwahrscheinlich weitere Geräte folgen und da möchte ich zumindest Bescheid wissen, was Sache ist.. Sollte es so stimmen, wäre es nett, wenn man mir kurz erklären könnte, warum man die Pole nicht vertauschen kann, was bei AC-Geräten kein Problem darstellt. Danke im Voraus.
Man könnte auch einfach den Stecker markieren. Vorher Phase an der Steckdose ermitteln und dann den Stecker passend reinstecken und mit "Oben" markieren oder so. Grundsätzlich sollte da aber auch vertauscht nichts passieren. Habe 2 Anlagen über Schuko und habe dabei nicht auf die Polung geachtet. Der Rest ist fest verdrahtet.
Die Elektronik hat üblicherweise einen N Bezug wo vermutlich auch die Daten übertragen werden. Falsch angesteckt könnte sie auf Störungen stärker ansprechen oder auch mehr stören.
Dazu kommt ein Sicherheits Faktor daß man möglichst nicht die Phase großflächig durch die Anlage zieht. Z.B. dürfte z.B. ein externes Wifi oder Draht Steuer Modul oft ohne Trennung versorgt werden? Auf N harmlos, sollte da jemand ins Kabel beisen, auf L fallweise tödlich.
Ein anderer Punkt ist bei dauerhaft hohen Strömen. Das gilt aber viel stärker bei einem 2 kW Heizkörper. Auch wenn 16 A auf der Steckdose steht, dauerhaft schauen sie bei 10 A gelegentlich verkohlt aus. Zusätzlicher Leistungsverlust bis Brandgefahr. Glücklicherweise war ich nie E Installateur als Schwachströmer
Ublicher Weise wird Elektronik weder auf N noch L gelegt.
Insofern vorhanden, aber auf PE. Über den PEN dann auf den N.
Das hat genau gar nichts mit der Steckerposition zu tun. Geräte bei denen N und L nicht vertauscht werden dürfen, sind mit entsprechender Steckvorrichtung ausgestattet. Es gibt mehr als nur eine Variante nach CEE......
Für Verpolungsschutz und Strombelastbarkeit gibt es ja auch bessere Lösungen als Schuko. CEE 16 blau bekommt man auch als Unterputzausführung, z.B. CEE-ANBAUDOSE GERADE 16A3P WALTHER 417306 : Amazon.de: Baumarkt
Dann muß nur der Stecker am Klimagerät passend gemacht werden.
Bei mir wurde eine Daikin Perfera von einem Fachbetrieb angeschlossen. Mit Schukostecker.
Natürlich ist es am besten, wenn eine Split Klimaanlage "fest" angeschlossen wird. Über Schukostecker und Steckdose geht aber auch, so viel strom zieht eine normale split klimaanlage nicht, dass es zu übergangswiderstände kommen kann. Auch die frage, Phase und Null gedreht kann man mit : " das kann auch gedreht angeschlossen werden" beantworten.
Die Hersteller fordern oft einen korrekten Anschluss von N und L. Insofern kann man das bei DIY einfach kennzeichnen und ist auf der sicheren Seite. Man steckt nicht in den Schaltungsdetails und weiß deshalb nicht genau, ob es ungünstige Folgen hat, wenn man verpolt anschließt. Die praktischen Erfahrungen bei vielen Anlagen zeigen aber, dass es wohl auch verpolt funktioniert. Und die Dinger müssen in so vielen Ländern funktionieren, wo da niemand drauf achtet, ich denke, da werden die Entwickler schon drauf geachtet haben, dass es zumindest nahezu egal ist.
Wer das allerdings professionell macht, geht ein gewisses Risiko ein, die Dinger per Schuko anzuschließen. Da kann man ja auch nicht sicher stellen, dass die Leute wirklich den Stecker wie gekennzeichnet einstecken.
Von der Strombelastung sollte es bei den kleineren Anlagen 2-3,5kW überhaupt kein Problem sein. Mehr als 1600 W ziehen die nicht, das kann jede Schuko, wenn sie nicht gerade uralt und abgenutzt ist.
Stelle dir folgenden Aufbau vor: Ein Stecker geht zu einem Lichtschalter, der eine Glühbirne schaltet. Üblicherweise trennt ein Lichtschalter nur die Phase, N wird ununterbrochen zum Sockel geführt. Wenn ich den Stecker nun falschrum einstecke und die Pole vertausche, wird plötzlich N geschaltet und die Phase bleibt durchgängig. Wenn ich nun die Glühbirne wechseln möchte, steht der Sockel immer unter Spannung, unabhängig von der Position des Lichtschalters und erhöht nun die Gefahr beim Wechseln.
Da wir die innere Schaltung der Geräte nicht kennen, kann man nicht ausschließen, dass sowas ähnliches innerhalb des Gerätes passieren könnte. Ein Relais, das den Kreis trennt, lässt evtl. die falsche Seite unter Spannung, wenn andere Teile des Geräts davon ausgehen, dass diese Seite gerade spannungsfrei sein sollte.
Dass manche Geräte L und N unterschiedlich behandeln, ist mir bei Midea aufgefallen. Von der Versorgung wird N im AG direkt an die Elektronik gegeben, L wird nur ans IG weitergegeben, dann versorgt das IG das AG mit der Spannung. Hier habe ich das genauer erklärt: Elektr. Leistung Split Innengerät (ATXD)? - #10 von redsunfx
Ansonsten werden international viele Geräte mit Stecker betrieben. Wobei man beim Vergleich aufpassen muss, da der deutsche Schukostecker tatsächlich eine Ausnahme ist und dir die Polungsfreiheit auch für geerdete Stecker bietet. Statt der Feder in der Steckdose ist es sonst üblich, dass Erde einen eigenen Stift hat, der dann die Pole vorgibt (ähnlich wie bei der CEE Steckdose).
Praktisch gesehen betreiben auch in Deutschland genügend Leute ihre Geräte per Steckdose und mobile Klimaanlagen funktionieren auch mit Stecker ohne Macken. Prinzipiell macht es wohl keinen nennenswerten Unterschied bei 99% der Geräte.
Größere Anlagen, die mit mehr als 16A abgesichert sind, mal ausgenommen. Für diese Lasten sind normale Steckdosen nicht mehr vorgesehen.
Dauerlast normaler Schuko sollte nicht mehr als 10A sein. Deswegen sind alle Heizlüfter mit Stecker auch so maximal 2kw. Andere Möglichkeit ist noch eine Festanschlussdose.
Habe ich auf Reisen schon sehr oft gesehen, dass bei Single Splits das Stromkabel vom AG zurück über das IG nach innen, und dann in eine Steckdose ging . Funktioniert wohl durchaus, schaut aber mMn vor allem etwas doof aus
Vorschriften in vielen Ländern verlangen eigentlich einen Trennschalter direkt neben dem AG.. für easy & safe Service. Ich überlege mir gerade so was bei allen meinen AGs auch nachzurüsten..
Im Grunde ist es das einzige, was mich an der Lösung stört. Ich kann das Gerät nicht einzeln stromlos machen, denn sonst ist es eine saubere Geschichte. Es ist aber auch kein Problem den Schalter im Stromkasten zu betätigen, denn so oft kommt es ja nicht vor.
Ja.. mein ältestes AG wird bald 10 Jahre alt. Hat etwas Rost und Schmutz angesetzt hier und da, aber es läuft wie am ersten Tag. War ein recht günstiges Gerät und hat noch nie einen Service gesehen.. ich denke mir mal "never touch a running system", zumal was man so auf Reisen sieht, sind die Dinger relativ simple und zuverlässige Technik.
Wüsste jemand einen geeigneten Trennschalter für aussen? Bei neue Geräten würde ich so was trotzdem gerne installieren
In der Schweiz ist es möglich einen kleinen Trennschalter im Sicherungskasten zu verbauen. Macht wenig Sinn, da ich dort auch über den LS (und über den Shelly 2PM) abschalten könnte. Ist aber deutlich schicker, als die grossen Aussentrennschalter.
Als Techniker würde ich mich mit einem Trennschalter allerdings wesentlich sicherer fühlen als wenn der Hausbesitzer sagt er hätte das per App Stromlos geschaltet