Split-Klima - Heizpause in der Nacht vs. Durchheizen - Datenbeispiel mit COP

Während bei Luft-Wasser-Wärmepumpen häufig von einer Heizpause oder Absenkung bei Nacht abgeraten wird, so wird dies bei Split-Klima-Geräten häufig anders gesehen.

Auch ich war oder bin der Meinung, dass bedarfsgerechtes Heizen und eine ausgiebige Heizpause zu den Zeiten wo man Räume nicht nutzt definitiv Heizkosten einspart.

ABER:
Gilt das wirklich immer und für jeden Anwendungsfall?

Ich habe im Haus 4x das identische Daikin Perfera-Modell verbaut.
(Eine 5te Anlage hatte ich leider in Onecta vergessen zu registrieren, daher keine Daten)
Konkret: 2KW (RXM20A + FTXM20A)

Die Anlagen hängen in den besser isolierten Wohnräumen “Schlafzimmer” und “Küche”
Zieltemperatur 21°C

Sowie den schlecht isolierten Räumen “Waschküche” und “Marc”.
Zieltemperatur 16°C

In allen Räumen habe ich bedarfsgerecht geheizt.
Küche/Schlafzimmer zu ca 14h am Tag
Waschküche/Marc zu ca 10h am Tag

Folgendermaßen hat sich der Tages-COP seit 1.Dezember entwickelt.

Auffallende Beobachtung:
Im November und ersten Hälfte des Dezembers bei hohen Außentemperaturen laufen alle Anlagen laut den Onecta-Daten mit einem sehr guten COP da alle Anlagen einen sehr niedrigen Heizbedarf haben.
(Wie sehr man Onecta vertrauen kann muss denke ich jeder selbst wissen. Auf Tagesbasis gesehen wirken die Werte oft abstrus, die Werte sind in der Übersicht stärker geglättet, da wirkt es plausibel und durchaus konsistent)

Ab der Kaltphase zu Weihnachten hin wo die Heizlast steigt und die Anlagen Waschküche und Marc bedeutend härter arbeiten müssen bricht der COP bei diesen beiden Anlagen gravierend ein.

Um einen Eindruck zu bekommen wie hart die Anlagen gearbeitet haben könnt ihr in der folgenden Übersicht den Stromverbrauch pro Stunde sehen basierend auf den Stunden wo die Anlagen wirklich gelaufen sind.

Beobachtung:
Waschküche und Marc sind ab der Kaltphase sehr häufig wirklich bei Volllast gelaufen weil der Heizbedarf der kalten Tage dies so ergab. Volllast führt natürlich nicht nur zu schlechterer Effizienz sondern auch vermehrt Abtauvorgängen.
Rein für den fast Dauer-Volllastbetrieb finde ich den COP sogar noch erstaunlich gut.
(Ausblastemperaturen waren aber wegen niedriger Raumtemperatur auch noch sehr human)

Dennoch stellt sich bei dieser Art von gravierendem COP-Einbruch die Frage.
Lohnt sich das bedarfsgerechte Heizen in diesem Szenario überhaupt?
Ich hatte am bedarfsgerechten Heizen festgehalten weil es sich bei den Räumen nicht um Aufenthaltsräume handelt, maximale Lüfterdrehzahl dort nicht stört und die erreichte Temperatur noch akzeptabel war.
Aber vielleicht ist dies ein Trugschluss.

Man kann bei Räumen mit einem Dämmstandart der 1970er-Jahre (unser Fall bei den 2 Räumen die nach unten ausbrechen) davon ausgehen, dass eine 12-Stündige Heizpause ungefähr 15-17% Energiekosten einsparen kann.
Es ist davon auszugehen, dass die Heizkostenersparnis bei einer Split-Klimaanlage in einem ähnlichen Bereich liegen könnte, jedoch von 2-3 Faktoren abhängt

Vorteil bedarfsgerecht Heizen:
Heizstunden verschieben sich in wärmeren Tagesbereich

Nachteil bedarfgerecht Heizen:
Aufheizzeitraum fällt in die kalten Morgenstunden.

Praxis:
Haben die Räume eine geringe Heizlast und der Aufheizzeitraum ist schnell erledigt bzw. kann in einem Effizienzten Watt-Bereich passieren, dann dürfte Bedarfsgerecht heizen immer Strom sparen. Vielleicht sogar mehr als 15-17%.
Das ist zumindest mein Eindruck.

Je härter und länger der Aufheizzeitraum wird, desto mehr kehrt sich dies jedoch ins Gegenteil.
Dies zeigen in meinem Beispiel die Anlagen Waschküche und Marc eindrucksvoll.

Hier der COP-Verlauf der 4 Anlagen in Relation zur Außentemperatur

Beobachtung: ab 3°C und Kälter ist ein gravierender Knick im COP zu erkennen was sowohl an der oft nötigen hohen Last durch die schlechte Isolierung als auch den daraus verstärkt auftretenden Abtauvorgängen zu begründen ist.

Meine Annahme:
Wenn ich den COP durch Umstieg auf konstantes Heizen bei den beiden kritischen Anlagen um MEHR als 15-17% verbessern kann.
Dann werde ich bei konstantem Heizen statt bedarfsgerechtem Heizen Energiekosten einsparen.
Vor allem wenn man die Zieltemperatur bei Konstant-Heizen vielleicht noch 0,5-1°C absenkt.

Da Konstant-Heizen statt 10h-Heizen den Stromverbrauch pro Stunde auf ähnliche Werte wie die der Anlage von Küche/Schlafzimmer senken KÖNNTE, halte ich diese Effizienz-Verbesserung auch für mehr als nur möglich.
Wenn auch die niedrigere Nachttemperatur natürlich immer ein bisschen des Vorteils fressen wird.

Denn hier jetzt nochmal meine COP-Übersicht zusammen mit der AVG-Wattleistung in den COP-Punkten die die Annahme durchaus deutlich bestärkt.

Diese Annahme muss jetzt nur noch in der Praxis belegt werden.
Ob mir das gelingt kann ich noch nicht sicher sagen.
Um Onecta als Fehlerquelle auszuschließen werde ich die Anlagen Marc und Waschküche gegeneinander testen und Küche/Schlafzimmer als Referenz dazunehmen.
Sollte ich die Zeit finden, gibt es möglicherweise in März/April ein Update.

—————————
Da aber jetzt nicht nur ich hier schreiben und reden will;

Was mich brennend interessieren würde.
Wie handhabt ihr euer Heizprogramm? Heizt ihr durch? Oder heizt ihr bedarfsgerecht?
Oder habt ihr für euch Außentemperaturen festgelegt, ab denen ihr von einer bedarfsgerechten zu einer konstanten Heizweise wechselt?

Wenn ja, anhand welcher Parameter habt ihr dies entschieden?
Komfort kann ein Grund sein.
Mich würden aber vor allem die Leute brennend interessieren, die sich auch über den Gesamtverbrauch ihrer Anlage bei dieser Frage Gedanken gemacht haben!

Alle Erfahrungen sind hier sehr willkommen.
Mich würde wirklich interessieren ob man vielleicht besser zusammen festmachen und eingrenzen kann wann welche Heizform die Effizienteste ist.

Ich denke mein Beispiel zeigt gut.
Bedarfsgerecht heizen in Küche und Schlafzimmer ist bei mir immer super effizienz vom COP wegen der geringen Heizlast. Selbst bei sehr niedrigen Temperaturen.

In den Heizintensiveren Räumen schlägt dies wenn es in Richtung Frost geht jedoch gravierend ins Gegenteil um und die mutmaßlich “sparsamere” Heizform wird vermeintlich nicht nur die gravierend ineffizientere sondern sehr wahrscheinlich am Ende sogar auch teurere.


13.Januar 2026:
MINI-UPDATE nach harten Frosttagen am 10/11-Januar.

Die Räume Waschküche/Marc heizen bei Frost nicht mehr Bedarfsgerecht sondern dauerhaft.
Resultat der beiden sehr kalten Tage mit -5°C avg

→ Die Dauervolllastorgien konnten vermieden werden.
Durch längeren Heizzeitraum beim Dauerheizen konnten die Anlagen dauerhaft in einem Betriebsfenster mit maximal 400-430 Watt Stromaufnahme gehalten werden wo die Anlagen noch gut und effizient arbeiten.

Mit meinem Datenpool von 5.November-7.Januar habe ich eine Prognose aufgestellt wie der Stromverbrauch auf Basis des Datenpools am 10/11-Januar hätte ausfallen müssen.

Resultat:
Kontrollgruppe Küche/Schlafzimmer lag der Real-Verbrauch 1,5% unter der Prognose.

Marc/Waschküche wo ich auf Dauerheizen umgestellt habe haben 23% weniger verbraucht.
Ein 2-Tageszeitraum ist natürlich noch nicht mega belastbar, rechnet mal 5-10% Toleranz.
Aber man erkennt schon eine Tendenz.

Eine erste vorsichtig gesicherte Erkenntnis daher und das mit Volllast meine ich auch so:

Das Verlängern des Heizzeitraumes scheint auf Basis des Mini-Updates besonders dann sehr sinnvoll zu sein, wenn man damit wirklich lange andauernde Zustände (mehrere Stunden!) bei oder sehr Nahe Volllast verhindern kann.

Bitte nicht vergessen.
Das Szenario in diesem Mini-Update war jetzt das schlimmste Szenario das beim Bedarfsheizen bei mir auftreten kann. Bzw. das Szenario, wo das Dauerheizen am Meisten bringt.

In allen weiteren Szenarien wird der Vorteil des Dauerheizens kleiner ausfallen bis es ins Gegenteil umschlägt.
Wie es sich genau wann verhält werden wir rausfinden mit den Daten der nächsten 6-10 Wochen. Und die Prozentangaben werden dann auch belastbarer sein.

To be continued.

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Wir halten alle unsere Anlagen grundsätzlich immer auf Leistungen <500 W, also im effizienten Bereich. Insofern ist das mit bedarfsweisem Heizen sehr viel sparsamer. Allerdings kompensieren wir das häufig mit Komforteinbußen. Wenn ich morgens ins Homeoffice komme, schalte ich die Split-Klima an. Dann ist es dort 13 Grad und die heizt dann langsam hoch. Die Luft ist recht schnell deutlich wärmer, so dass ich so gut arbeiten kann. Ich komme so gut klar, aber das ist natürlich weit entfernt von der Situation, morgens in ein 21 Grad temperierten Raum zu kommen.

Bei uns ist das aber ganz schnell im Bereich Gewohnheit, darüber denken wir nicht mehr nach, leiden nicht darunter, es spielt gar keine Rolle irgendwie. Es ist einfach so, genauso wie das Wetter draußen nicht immer Wohlfühltemperatur hat. Vieles ist einfach Gewohnheit und der Körper passt sich an.

Wenn es wie bei dir ist, dass die Anlagen auf Volllast laufen müssen, kann ich mir gut vorstellen, dass man dadurch die Einsparungen wieder aufbraucht und es ungünstiger sein kann.

Grundsätzlich gilt auch: Je besser ein Haus gedämmt, um so geringer ist die Einsparung durch Nachtabsenkung oder Nachtabschaltung.

Ich habe mal einen unserer "schlechtesten" Tage rausgesucht:

Insgesamt über den Zeitraum 12:00 bis 23:00 Uhr mit Raumsoll=21,5°C fünf Abtauvorgänge, Heizpause von 00:00 bis 08:00 Uhr. Wenn ich die Leistungsaufnahme von 720W im Mittel zwischen 12:00 und 18:00 zu Grunde lege, habe ich in der Zeit von 00:00 bis 08:00 Uhr
8h * 720W = 5,76 kWh nicht verbraucht. Nehme ich die 500W von 22:00 bis 23:00 Uhr, sind es immer noch gesparte 8h * 500W = 4 kWh. Gehe ich vom günstigsten Fall, dass die Raumtemperatur über Nacht mit 270W Leistungsaufnahme gehalten werden kann, aus, sind es immer noch 2,16 kWh nicht verbrauchter Strom.

Um im ersten Heizschritt von Nachttemperatur=18°C auf Raumsoll=20°C zu kommen, benötige ich über ca. 90 Minuten 550W elektrische Leistung, um die Temperatur dann mit 270W halten zu können.
Mehrverbrauch Aufheizphase 1: (550W - 270W) * 1,5h = 0,42 kWh

Raumsoll=21,5°C wird um 12:00 Uhr geschaltet. Tatsächlich fährt die Anlage aber erst um 12:23 Uhr die Leistung hoch und die Abtauvorgänge führen dazu, dass Raumsoll erst um 15:38 Uhr tatsächlich erreicht wird. Der Zeitraum 20:00 bis 21:00 Uhr zeigt, dass auch für das Halten von 21,5°C eine Leistungsaufnahme von 270W ausreichen würde.
Mehrverbrauch Aufheizphase 2: (720W - 270W) * 3,25h = 1,46 kWh.

In der Summe komme ich durch die Nachtabsenkung zu einem Mehrverbrauch wegen Auskühlung von 1,88 kWh. Dem steht im günstigsten Fall eine Einsparung durch Nachtabsenkung von 2,16 kWh gegenüber, im ungünstigsten sogar 5,76 kWh.

Ganz ohne Zahlen lässt sich das auch herleiten. Je geringer die Raumtemperatur, desto geringer die die Transmissionsverluste, da die Differenz zwischen Raum- und Außentemperatur Bestandteil der Formel zur Verlustberechnung ist.
Das heißt: ein durchgeheizter Raum über die Zeit X einen höheren Wärmeverlust als ein langsam auskühlender Raum über denselben Zeitraum.

Durch Abtauvorgänge in der Nacht wäre der Verbrauch beim Durchheizen nochmal entsprechend höher, so dass (im konkreten Fall) eine Nachtabsenkung sinnvoll erscheint.

Das stimmt schon, aber es geht eher darum: Wenn man nicht durchheizt, kann es eher passieren, dass die Anlage dann längere Zeit außerhalb der zu dem Zeitpunkt maximal möglichen Effizienz laufen muss. Also ist der COP schlechter. Beudeutet dann: Selbst wenn die Anlage dann in der Nacht Strom spart (weil aus) - könnte sie tagsüber wegen dem schlechteren COP mehr verbrauchen.

Aber das wird eben sehr individuell sein - wie @leon596 hier sehr gut aufzeigt. Danke dafür :+1:

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Diese Möglichkeit wird doch immer unwahrscheinlicher, je länger die Heizpause ausfällt. Wenn es überhaupt relevant ist.
Wenn man täglich 16 Heizstunden und 8 Ruhestunden annimmt, die Aufheizzeit mit 4 Stunden bei COP=2 und 12 Stunden Heizzeit mit COP=4, landet man rechnerisch bei einem COP von 3,5 über 16 Stunden.
Könnte man die Anlage mit COP=4 über 24 Stunden durchlaufen lassen, dürfte die Anlage in den 8 Ruhestunden nicht mehr verbrauchen als die COP-Differenz von 4,0 zu 3,5 an Leistungsaufnahme ausmacht.

Isolation der Gebäudehülle und konkrete Leistungsaufnahme kann man bei dieser Überlegung vernachlässigen. Es kommt allein auf das Zeitverhältnis Heizzeit zu Ruhezeit an. Da gibt es dann irgendwo den Break-Even-Point, ab dem ein Abschalten nicht lohnt, weil die Stromersparnis geringer ist als der Wert des thermischen Verlustes. Diesen Punkt muss man allerdings (neben den ganzen COP-Werten für die verschiedensten Witterungsbedingungen) ganz konkret für sein Gebäude kennen.

Das man eine Nachtabsenkung aus Kostengründen nicht für eine oder zwei Stunden fährt, setze ich bei meinen Überlegungen einfach mal voraus.

Wenn der Wärmebedarf so “hoch” ist würde ich anstatt abzuschalten nachts auf die niedrigste Leistungsstufe gehen. Würde also versuchen die unterste Modulationsgrenze weiter laufen zu lassen. Das sorgt dafür, dass der Raum nicht komplett auskühlt, dann muss auch morgens nicht mit mehr Leistung gegenreguliert werden. So ab 10:00 sollte auch draußen die Temperatur wieder höher sein, sodass der COP höher ist. Dann kann man auch mal höher heizen.

Ich kann den COP nicht berechnen, kann das also bei mir nicht eindeutig testen.

Aber mein Gerät hat kaum Leistungsreserven im Erdgeschoss. Wenn ich es nachts mit Silent Mode (begrenzt auf etwa 400 Watt Leistungsaufnahme) laufen lasse, sinkt die Temperatur um mehrere Grad. Morgens dann wieder auf Temperatur zu bekommen ist extrem langwierig. Das kann dann weit bis in den Mittag hinein brauchen, bei 1500 Watt Leistungsaufnahme. Ich glaube nicht dass das effizient ist.

Und es ist nicht angenehm. Ich bin recht froh, das Haus durchheizen zu können, und trotzdem gegenüber der alten Ölheizung (die ich nachts abgeschaltet hatte) die Hälfte zu sparen.

In Räumen wo die LLWP massiv überdimensioniert ist (es gibt halt nichts kleineres als 2,5kW, und manche Räume sind eigentlich zu klein dafür), kann man bedarfsweises Heizen sicher gut machen. Aber nicht in Räumen wo die LLWP gerade so ausreichend dimensioniert ist.

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Das glaube ich nicht. (bedeutet aber auch, ich weiß es nicht :laughing: )

Ich denke das spielt schon sehr mit rein, ebenso die Bauweise. Massivbau wird sehr viel Wärme speichern, gut isoliert dann noch mehr. Ergo kühlt es sehr wenig aus = der COP wir auch nach Heizpause nicht so schlecht ausfallen.

Viel mehr denke ich spielen überhaupt ALLE Faktoren mit rein, auch die genutzen Geräte und deren Leistung! Wenn sich eine Anlage bei tiefen AT schon im “Normalfall” plagen muss - ohne “Aufheizphase” - so wird das Ergebnis mit Heizpause wohl deutlicht schlechter ausfallen, als wenn die Anlage ohnehin eher überdimensionert ist oder es einen “Verbund aus Anlagen” gibt etc.

Ich denke man muss das wirklich im Einzelfall betrachten, pauschal geht hier gar nix denke ich.

Das es - tendenziell - natürlich immer Energie sparen wird wenn man einfach eine Zeit lang nicht heizt, liegt in der Natur der Sache.

Der “Abstand” könnte aber denke ich SEHR klein werden wenn bestimmte Voraussetzungen dafür vorliegen.

Außerdem geht es am Ende ja auch um bewohnte Gebäude = Komfort.

Ich rüste bei mir jetzt u.a. noch Anlagen nach - 1 davon nicht weil unbedingt nötig, aber in der Hinsicht sinnvoll (denke ich)

Genau das habe ich in meinem Beitrag ja ebenfalls erwähnt und ich denke dieser Gedanke hat einen kleinen Fehler den ich auch gemacht habe.
Bei 0°C Außentemperatur lassen sich die Energieverluste zwischen einer 12h-Heizpause und einem konstanten Durchheizen ja zumindest näherungsweise beziffern.

Du hast bei der Heizweise eine Heizbedarfserparnis von vielleicht 5% bei einem sehr modernen Gebäude. Und 15% bei einem schlechter isolierten Gebäude wie z.b der 60er bis 70er Jahre.
Und haben die Fenster teilweise Löcher wie in manchen Räumen unsere 1960er-Jahre-Holzrahmen. Dann sinds vielleicht auch eher 20-25%.

Das ist erstmal das, was sich physikalisch so ungefähr ergibt.
Wie sich das in Verbrauchsunterschiede ergibt wird dann vermutlich schwanken.

Wer Bedarfsweise heizt verschiebt halt die Heizlast wie ich auch sagte in die wärmeren Tagesstunden. Die Rechnung geht garantiert perfekt auf, solange die Anlage nicht so viel Leistung benötigt heißt weiterhin in einem einigermaßen effizienten Bereich läuft.
Das könnte bei dir selbst am schlechten Tag noch zutreffen.
Ich denke mal bei den meisten Anlagen ist der COP zwischen 150-550 Watt ja noch recht stabil.
Und darüber wirds dann erst spannend.
Ich wäre da sogar recht sicher, dass man da sogar mehr sparen kann, als man Heizlast reduziert eben weil der COP sogar besser werden könnte nur durch den Tagestemperaturverlauf.

Nur die absolute Preisfrage ist halt, wie man das wirklich sicher berechnet.
Denn wenn du jetzt bei deinem Raum den aktuellen Verbrauch beim Aufheizen und den aktuellen Verbrauch beim halten der Temperatur heranziehst und nur daran versuchst zu berechnen was die Nachtabsenkung spart hat die ganze Sache leider einen Fehler.
Und genau den habe ich auch gemacht.

Eben weil das bedarfsweise heizen eine geringere Gesamtraumtemperatur ergibt (dein Bild zeigt ja auch einen Temperaturabfall bei Nacht der mehr als nur 0,5-1°C ist) so gilt dies natürlich auch auf die aktuelle oder generelle Durchschnittstemperatur der Wände.

Weil aber Wände als thermische Masse eben sehr träge sind und viel Energie binden, ist dein mutmaßlicher “Halteverbrauch” den du annimmst aber eben nicht der Halteverbrauch.
Streng genommen wärmt man zu den Stunden trotzdem weiterhin noch die Wände auf.
Eigentlich ist der angenommene Halteverbrauch weiterhin ein Aufwärmverbrauch der in der Regel erst nach 24-48h Durchheizen wirklich normalisiert und dann konstant wird.
Und eigentlich müsste man mit den Werten dann rechnen die man nach 24-48h erreicht wenn man so nur an Hand des reinen Verbrauches ohne weitere Parameter bestimmen wollen würde ob Bedarfsheizen oder Durchheizen gerade günstiger ist.

Und an genau dem Punkt wird es halt dann wirklich kompliziert weil es fast komplett unmöglich wird das “mal eben so” irgendwie noch rauszufinden.

Zumal dann ja noch Spiereien dazu kommen, dass sich bei wirklich konstanter Heizweise eben durch die andere Temperatur der Wände zwar ein höherer Energiebedarf ergibt.
Aber dann z.b die Raumtemperatur bei 0,5°C weniger Luft z.b gleichermaßen komfortabel empfunden werden kann und dies als nochmals zusätzliche Variable dazu kommt die die oben genannten physikalischen Prozentwerte nochmal verändern kann.

Ich bin bisher exakt von der gleichen Annahme wie du ausgegangen und wenn ich mir so die Daten ansehe wie du, dann müsste bei mir das Bedarfsweise heizen eigentlich auch günstiger sein.
Wenn ich aber sehe, dass der COP 30% eingebrochen ist… der Wärmebedarf eines Raumes bei einer 12h-Pause aber eigentlich nicht 30% sinkt, es sei denn irgendwer hat das Fenster eingeworfen ist dann halt die spannende Frage wo liegt man richtig und wo liegt man falsch.

Um aber bei deinem Fall zu bleiben.
Da du auch am schlechtesten Tag nicht wirklich über 700 Watt kommst schätze ich, dass du bei dir beim Bedarfsheizen trotzdem die Trümpfe auf deiner Seite haben könntest.
Ich glaube nur die Rechnung kann man so wie du sie gerechnet hast aber nicht rechnen eben weil der Halteverbrauch bei dir weiterhin der Aufheizverbrauch ist.
Nicht mehr der der Luft, aber der deutlicht trägere der Wände.
Ich finde die variable macht die Story wirklich kompliziert weil echt schnell unterschätzt wird wie viel Energie die Wände puffern.

Um vielleicht mal eine Relation reinzubringen. Bei mir sieht der Leistunbsbedarf an den schlechten COP-Tagen dann halt tatsächlich eher so aus.
Und die 1.200-1.400 Watt sind bei der 2KW-Perfera dann in der Tat Volllast

Meine theoretische Überlegung wäre jetzt:
Ich habe 2 Räume die dieses “Problem” haben.
Ich könnte jetzt in den nächsten 2 Monaten die Räume jeweils im Wechsel für eine Woche Bedarfsgerecht oder konstant heizen.
In der Hoffnung, dass es in Relation zur Außentemperatur möglich wird eine Relation des Gesamtenergieverbrauches zu ziehen. Ich bin mal gespannt, ob das möglich wird.

Wenn die Onboard-Onecta-Daten aber so halbwegs stimmen, dann müsste in meinem Fall bei dem brutalen COP-Knick aber eigentlich bei 3°C Außentemperatur der Cross-Over-Punkt sein, wo bei 2 von 4 Anlagen das durchheizen eigentlich besser sein muss. Während das bei den anderen 2 Anlagen ganz definitiv nicht der Fall ist.

Das denke ich nicht (weiß es aber auch nicht sicher). Wir betrachten ja nicht verschiedene, sondern ein und dasselbe Gebäude. Da müssten sich in der Berechnung die gebäudespezifischen Parameter alle rauskürzen.
Egal, ob das Gebäude gut isoliert und die Anlage deshalb mit einem guten COP läuft, oder eben schlecht isoliert mit einem durchgehend schlechten COP, das betrifft immer auch die Ersparnis in den Heizpausen.

Nein. Wenn sich die Anlage "plagt", plagt sie sich mit einem schlechten COP. Deshalb ist die Ersparnis in der Heizpause auch höher. Läuft die Anlage unter gegebenen Bedingungen mit einem guten COP, fällt die Ersparnis in der Heizpause zwar geringer aus, das Durchlaufen würde aber auch weniger Energie verbrauchen.

Das hatte ich ja schon erwähnt. Der entscheidende Faktor ist die Dauer der Heizpause.

Komfort kostet immer extra, meistens ohne zusätzlichen Nutzen. @win ist da ein (für meine Komfortansprüche) extremes Beispiel. Was er macht, dürfte aber durchaus sehr effizient sein.

Dieser "Fehler" (ich sehe das eher als zu vernachlässigende Ungenauigkeit) spricht aber zu Gunsten der Heizpause. Wenn mein angenommener "Halteverbrauch" tatsächlich noch aufheizt, läge der reale "Halteverbrauch" noch unter dem angenommenen und die Ersparnis in der Heizpause wird zwangsläufig größer.(Knoten im Hirn!!!)
Außerdem pendelt sich auch bei Nachtabsenkung eine mittlere Wandtemperatur ein. Die wird, zugegebenermaßen, niedriger sein als wenn man permanent durchheizt, dafür geht aber auch (wegen der geringeren Temperaturdifferenz) weniger Wandwärme nach draußen.

Wenn es um centgenaue finanzielle Ersparnis oder mWh-genaue Energieersparnis geht, hast Du recht. Aber mit allen Ungenauigkeiten ergibt sich eine klare Tendenz, die allein von der Dauer der Heizpause abhängt.

Der lineare Zusammenhang zwischen COP und Wärmebedarf, den Du hier erstellst, erschließt sich mir nicht. Der COP hängt primär von der Modulation der Anlage ab. Wenn die Anlagensteuerung beschließt, die Kompressorfrequenz deutlich hochzufahren, weil sie möglichst schnell eine um 1K höhere Auswurftemperatur erreichen will, ändert sich der COP deutlich, obwohl sich alle anderen Parameter (Wärmebedarf, Wärmeverlust, AT, Raumtemperatur) nicht geändert haben. Du mischst hier Äpfel und Birnen, erwartest als Ergebnis aber Apfelmus.

Da hast Du Dich doch schon selbst widerlegt. 24-48 Stunden, um die Wandtemperatur bei konstanter Beheizung anzuheben gegenüber ca. einer Stunde höherer Leistung, um die Lufttemperatur um 0,5K anzuheben. Und das ist nur eine Frage des persönlichen Komforts. Der ist einem etwas Wert, egal ob effizient oder nicht.

Das siehst Du falsch. Meine Anlage geht, wegen max. Bedarfssteuerung = 95%, nicht über 800W. Ich könnte die Räume vermutlich deutlich schneller Aufheizen, wenn ich die Anlage ohne Bedarfssteuerung fahren würde. Mir reicht aber das langsame Aufheizen ab 12:00 Uhr, um während der Raumnutzung eine angenehme Raumtemperatur zu haben.

Um es etwas vergleichbarer zu machen, hier mein Büro von gestern:

Im Büro hängt auch eine Perfera mit 2kW. Heizzeit von 07:30 bis 17:00 Uhr. Zieltemperatur 21°C. Kommend von 19,3°C Raumtemperatur war die Zieltemperatur um 08:36 Uhr erreicht. Abtauvorgang von 09:08 bis 09:16 Uhr. In der Zeit ist die Raumtemperatur um 0,2K gefallen. Danach im Prinzip nur noch Temperatur halten mit den zusätzlichen Effekten des Aufwärmens von Wänden und Möbeln. Ab 12:00 Uhr geringere Leistung zum Halten der Temperatur, weil nun auch die andere Anlage unser Wohnzimmer beheizt hat.
Ergänzend dazu die ganzen Nachregelungen, die zur oben gezeigten Verbrauchskurve führen:

Nach 14:00 Uhr musste das Büro dann nicht weiter über die Klimaanlage beheizt werden.

Daran habe ich allerdings massive Zweifel. Über Zwischenzähler betrug der Energieverbrauch fürs Büro gestern 2,02 kWh, laut Onecta 2,4 kWh. 20% Abweichung liegt für mich außerhalb der Fehlertoleranz und der Wert aus der Onecta-App ist daher unbrauchbar.

Vielleicht, um mal von der anderen Seite zu kommen...
Das Büro wurde von Weihnachten bis zum 04.01. wenig bis gar nicht genutzt und deshalb blieb die Klimaanlage in der Zeit auch in der "Nachtabsenkung". Das Aufheizen am Montag hat dann auch 3,37 kWh benötigt, während der normale Heizbetrieb gestern nur 2,02 kWh benötigt hat (in der Grafik der dunklere Teil der Balken). Heißt also, nach zwei Wochen Nachtabsenkung benötige ich am ersten Heiztag 65% mehr Energie, um wieder in den Normalbetrieb zu kommen. Auf der anderen Seite habe ich allerdings in den zwei davor Wochen pro Tag zwischen 1,1 und 1,8 kWh eingespart.

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Nein, ich mische da nix.

Ein Raum hat ja nun immer einen bestimmten Wärmebedarf wenn man seine Temperatur haben möchte. Der ist gegeben.
Physikalisch kann man davon ausgehen, dass man 15% weniger Wärmemenge in den Raum einbringen muss bei durchschnittlicher bis schlechter Isolierung wenn man es für 12h warm haben möchte und den Rest der Zeit gar nicht heizt. Das ist gegeben und halt erstmal Thermophysik.
Und resultiert wie du selbst sagt aus der geringeren Tagesdurchschnittstemperatur, weniger Wärmeverlusten weil auch die Wände kälter sind.

Wenn der COP weil die Anlage in der Zeit wo geheizt wird aber durch den ungünstigen Betriebspunkt um 30% einbricht (wie bei mir bei 2 Räumen), dann liegt auf der Hand, dass mit dem gleichen Einsatz von Strom jedoch bereits 30% weniger Wärmemenge in den Raum gebracht wird.

Oder umgekehrt muss man bei 30% schlechterem COP für die gleiche Wärmemenge tatsächlich 42,9% mehr Strom aufwenden.
Und wenn der Raum einen gewissen Wärmebedarf hat um eine Temperatur zu erreichen muss dieser ja auch eingebracht werden. Das ist schlicht erstmal Mathematik.

In Szenarien wo der COP so gravierend einbricht liegt daher auf der Hand, dass es einen Cross-Over-Punkt geben muss wo das Durchheizen irgendwann eben doch effizienter werden wird.
Dieser Cross-Overpunkt muss und wird aber nicht exakt da liegen wo es Mathematisch der Fall ist weil die Tagestemperaturverläufe auch noch mit reinspielen und es erschweren.

Aber es wäre ja interessant zu wissen wo er liegt.

Nein, habe ich nicht.
Wenn man Durchheizen mit Bedarfsheizen vergleicht muss man einen Vergleich z.b in einem Wochenblock ziehen und kann keinen Tagesvergleich machen.
Denn im Tagesvergleich ist die Variable der Wände einfach viel zu hoch um Stromverbräuche zwischen Bedarfs-Heizen und Durchheizen vergleichen zu können da sich die Wandtemperatur zwischen beiden Heizarten langfristig unterscheiden wird.

Und mit deinem Büro-Beispiel hast du auch den perfekten Beleg geliefert warum das so ist.
Wenn man von Bedarfs- auf Dauerheizen umsteigt wird man den gleichen Anpassungszeitraum haben weil die Wandtemperatur sich langfristig eben ändert.

Aber genau das normalisiert und stabilisiert sich erst nach 1-3 Tagen.
Natürlich liegt der Bedarf dann trotzdem höher.
Genau das ist ja der Unterschied zwischen Bedafs- und Konstantheizen ja auch.
Aber bei weitem nicht so viel höher wie an Tag 1

Und darum kann man wenn man es vergleicht erst mit den Werten arbeiten, die man DANACH erhält. Und dann ist die große Preisfrage, ist die bessere Durchschnittseffizienz der Anlage um so viel besser, dass der Vorteil größer ist als der größere Wärmebedarf. Oder auch nicht.

Und genau darum finde ich, dass dieser Vergleich so schwer wird wann es der Fall ist.
Wenn die Anlage mit 95% in einem Effizienten Bereich gehalten werden kann und der Raum damit warm wird, dann würde ich sehr sicher sagen, dass deine Effizienz garantiert gut genug ist damit Bedarfsheizen immer im Vorteil ist.

Wenn die Anlage aber 5 Stunden Dauervollgas läuft bis die Zieltemperatur überhaupt mit etwas weniger Leistung gehalten werden kann sieht die Geschichte aber zügig anders aus.

Was ich sagen will;
Wenn man es nur auf Tagesbasis vergleicht wird man keine akkuraten Ergebnisse erhalten.
Je nach thermischer Masse sogar wirklich gravierend falsche Ergebnisse.
Direkt beim Umstieg brechen die Werte stark nach oben aus.
Aber man kann die Werte ja erst nutzen, nachdem es sich wirklich richtig stabilisiert hat.


Das Büro-Beispiel habe ich übrigens auch.
Wir haben vom 23.12 bis 1.1 nicht geheizt.

Man erkennt gut, ab dem 3.Januar ist das Büro warm.
Bis heute sinkt der Stromverbrauch weiterhin jeden Tag weiter ab trotz sinkender Außentemperatur eben weil die Wände so eine gravierende Speichermasse aufweisen.

Und diese Variable der Speichermasse muss man als Messfehler unbedingt ausschließen.
Denn das hat nur in den ersten 1-3 Tagen eine abweichende Auswirkung.
Wird sich danach aber stabilisieren und dann eine konstante Abweichung verursachen.
Und wenn man eine Strategie auf 90 Tage vergleicht, dann muss man auch mit den Werten arbeiten die an 87 der Tage gelten. Und nicht den Abweichenden Werten von Tag 1-3 denn das wird immer zu falschen Ergebnissen führen.

Aber das macht es finde ich halt mit dem Vergleichen dann auch so schwer.

Wo kommt diese These her? Die erscheint mir nicht stimmig so als allgemeine Regel.

So aus praktischer Erfahrung ist das bei unserem ungedämmten Bau auch sehr viel mehr.

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Das ist ungefähr das, was eine Innenplanerin für mich ausgerechnet hat mal für einen Raum hier im Haus. Das deckt sich vom mathematischen Weg auch ungefähr mit dem, was die KI ausspuckt.

Das der Unterschied im Stromverbrauch aber größer sein kann glaube ich dir sofort und ist denke ich bei dir auch sehr plausibel.
Du heizt Bedarfsgerecht UND Effizienz mit guter Wattzahl und dein COP verbessert sich dadurch, dass du zur wärmeren Tageszeit heizt.

Wenn du 15% weniger Wärmebedarf hast und gleichzeitig durch die Heizzeit den COP auch nochmal 10% verbessern kannst ist der Unterschied natürlich schnell auch mal in Richtung 25%.
Je schlechter die Isolierung ist, desto deutlicher natürlich solang du von der Wattzahl unten bleibst.

Mein Problem ist, dass die Anlagen aber beim Bedarfsheizen in Stundenlange Dauervolllastblöcke rutschen die nicht nur für sich ineffizienter sind sondern zusätzlich auch eine gravierend häufige Abtauhäufigkeit triggern.

Aber ihr habt mich jetzt angefixt.
Ich habe hier ja auch alle Daten komplett geloggt mit allen Temperaturen und allen Werten in Home-Assistant. Ich werde die beiden “Problemräume” die nächsten 2 Monate vergleichen und ich denke dann kann man eine deutlich bessere Auswertung machen die dann weniger auf Spekulation basiert. :slight_smile:

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Das stellt sich bei uns ganz anders dar: Wir heizen ja stark bedarfsweise relativ kleine Räume (10-16m²). Dadurch ist die Temperatur der Bausubstanz durchgängig deutlich niedriger.

Beim Aufheizen geht es nicht darum, diese Bausubstanz auf Temperatur zu bringen, das schafft man eh nicht, weil das sehr viel Wärmemenge ist, die man auch gar nicht in kurzer Zeit in die Bausubstanz bekommt.

Es geht vielmehr nur darum, die Luft im Raum auf Wunschtemperatur zu bringen. Und das erreichen wir bei den recht kleinen Räumen dann mit mittlerer Leistung auch. Die Anlage muss deutlich mehr leisten gegenüber einem Raum, wo die Bausubstanz auf Soll-Temperatur wäre. Je mehr ausgekühlt, um so mehr Leistung braucht man, um die Luft auf Temperatur zu bringen.

Es geht aber gar nicht mehr darum, nach Heizpausen die Bausubstanz auf Temperatur zu bringen, das ist eher der nicht vermeidbare Nebeneffekt. Die Bausubstanz bleibt bei uns dauerhaft auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Und das macht vermutlich viel Ersparnis aus.

Man merkt das immer schön, wenn ich Abends die Anlage abschalte: Dann ist die Temperatur im Raum nach 30 min von 19 Grad z.B. auf 15 Grad runter. Hab ich hingegen mal 2-3 Tage durchgeheizt, hab ich nach 30min noch 18,5 Grad.

Was leidet, ist der Komfort. In gewissem Maße ist es reine Gewohnheit und stört nicht. Aber je kälter es draußen wird, um so schwieriger wird es, irgendwann stört es dann auch.

Bei uns ist es so: Bei Temperaturen bis 2 Grad ist das alles ganz easy und der Komfort ist hoch genug. Jetzt bei -3 Grad kühlen die Räume stark aus, da hab ich Morgens im Homeoffice nur noch 9 Grad. Und die ersten 4 Stunden ist es noch recht ungemütlich. Da müssten wir eigentlich auch anfangen, in der Nacht durchuzuheizen mit zumindest 14 - 16 Grad.

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Kann so sein, muss aber nicht. Solange Du neben dem COP nicht die elektrische Leistung oder die Wärmeleistung angibst und die damit verbundene Änderung des Raumklimas, steht da nur das Verhältnis von elektrischer zu Wärmeleistung.

Nein, der Wärmebedarf des Raumes richtet sich nach seinen thermischen Verlusten, die wiederum abhängig sind von a) der Außentemperatur und b) der gewünschten Raumtemperatur. Als "gegeben" könnte man hier die Faustformel von 6% mehr Energieverbrauch für 1K mehr Raumtemperatur ansehen.

Das ist auch nur eine Annahme, die ich weder widerlegen noch bestätigen kann. Ohne Quelle und Definition von "durchschnittlich" und "schlecht" nicht nachprüfbar. Nebenbei: Wenn sich der Dämmstandard aller Wohngebäude verbessert, ist dann die heute "durchschnittliche" Dämmung in der physikalischen Annahme immer noch duchschnittlich?

Das ist simpler Dreisatz, hilft aber bei der Beantwortung der Frage nicht weiter. Ein 30% schlechterer COP kann genauso heißen, dass bei gleicher Strommenge 30% weniger Wärme produziert wird.

Es liegt nichts auf der Hand, solange der Grund für den Einbruch nicht bekannt ist. Es kann doch durchaus sein, dass die Anlage versucht, mit einem optimalen Betriebspunkt zu starten und die Regelung feststellt, dass mit dem optimalen Betriebspunkt das Ziel nicht erreicht werden kann. Dann war der COP im Startzeitpunkt zwar besser, aber nicht zielführend. Der Einbruch zeigt letzten Endes nur, dass die anfängliche Leistung nicht zum Ziel gepasst hat.

Ich hatte es "Break-Even-Point" genannt und allein von der Dauer der Heizpause abhängig gemacht.

Es ist sogar noch schlimmer. Du müsstest für die Heizpause eine Temperaturvorhersage machen, um zu ermitteln, ab welcher Dauer der Heizpause diese tatsächlich mehr einspart als in der Folge zum Erreichen der Wunschtemperatur zusätzlich an Energie aufgewendet werden muss. Dazu musst Du aber auch eine Temperaturvorhersage für das nachfolgende Heizfenster machen.
Bei rückwirkender Betrachtung fallen diese Vorhersagen weg. Man kann mit hinreichender Genauigkeit feststellen, wie viel Energie in einer Periode bestehend aus Heizfenster und Heizpause verbraucht wurde und kann das vergleichen mit der minimalen Leistung der Anlage, die bei gleicher AT zum Halten der Raumtemperatur erforderlich war und daraus die eingesparte Energie in der Heizpause berechnet. Natürlich müsste man auch noch die Temperatur des Kältemittels im Verdampfer und die Luftfeuchtigkeit berücksichtigen, um die Abtauzyklen vorherzusagen.
Man kann dass nahezu unendlich weit treiben, kommt an Ende aber nur dazu, dass unter Berücksichtigung aller denkbaren Parameter allein die Dauer der Heizpause maßgeblich für eine mögliche Ersparnis ist. Natürlich ist bei "günstigen" Randbedingungen die erforderliche Heizpause kürzer als bei "ungünstigen", es bleibt aber eine Frage der Dauer.

Kennt man den Wärmebedarf des Raumes, braucht man keinen Wochenblock. Da geht es auch in einem Stundenblock.

Wenn die Wände 1-3 Tage brauchen, um sich bei Dauerheizung anzupassen, dann ist der Faktor Wand zu vernachlässigen. Im Zweifel lässt sich die Wärmeaufnahme der Wand genauso berechnen wie alles andere.
Und die Nachtabsenkung profitiert ja genauso von der Wandtemperatur. Wenn ich meinen Raum tagsüber auf 21°C heize und die Wände dadurch 19°C erreichen, braucht man bei der Nachtabsenkung auf 18°C weniger Wärmeeintrag, bis die Wände unter 18°C gesunken sind. Man speichert tagsüber mit besserem COP Wärme in den Wänden, die man in der Nachtabsenkung nutzt, um den Raum nicht zu stark auskühlen zu lassen. Tagsüber 0°C AT und nachts -5°C macht sich im COP stärker bemerkbar, wenn nachts die Raumtemperatur auch 21°C betragen soll.

Dann verhält sie sich nachts doch auch nicht besser, insbesondere wenn die AT niedriger ist als tagsüber.

Wir sind uns aber darüber einig, dass ein oder zwei Abtauvorgänge einen deutlich größeren Impact auf den COP haben als die Speichermasse der Wände, oder?
Und den sinkenden Stromverbrauch einzig und allein den Wänden zuzuschreiben, ist ebenfalls zu kurz gesprungen. Viel prominenter sind da Raumluft, Möbel, Nachbarräume, ...

Wie gesagt, die kann man berechnen. Das wird aber erst dann sinnvoll, wenn man genaue Werte zum Wärmeeintrag hat. Ich halte die Messungenauigkeiten in der Onecta-App für sehr viel gravierender als die Wände, um zuverlässige Berechnungen durchführen zu können.

Das ist doch auch der komplette Kern der ganzen Sache.
Der Heizbedarfes der Räume ist unter 3°C Außentemperatur so hoch, dass die Anlage nahezu bei Volllast laufen muss um den Heizbedarf noch bedienen zu können.
Zumindest in den ersten 4-6 Stunden.
Volllast ist nie der beste Betriebszeitpunkt und sorgt bei den Temperaturen zusätzlich zu deutlich vermehrten Abtauvorgängen.

Aber genau das ist doch der Punkt.
Wenn ich bedarfsgerecht heize habe ich so viel Last, dass ich diesen besseren COP sehr wahrscheinlich schlichtweg tagsüber einfach nicht erreichen kann. Im Gegenteil.
Die Anlage läuft 6 von 10 Stunden bei Vollast und taut bis zu 20x in 10 Stunden ab.

Eben schon. Weil die Durchschnittsleistung im Betrieb deutlich absinken wird wenn die Heizperiode sich von 10h auf 24h verlängert.
Auch wenn mehr Wärmemenge eingebracht werden muss.

Mein COP-Graph bezieht sich auf COP nach Außentemperatur.
Und der zeigt anhand der anderen Anlagen ja, dass der COP bei niedrigen Wattwerten auch bei deutlich kälterer Temperatur noch bedeutend besser sein kann.
Und das obwohl die anderen Anlagen in wärmeren Räumen hängen und einen schlechteren Temperaturhub haben.

Ich habe das leichte Gefühl, dass wir aneinander vorbeireden.

Der Grund ist nicht nur bekannt sondern ausführlich beschrieben. Im Eingangsbeitrag bereits. Der mRaum hat so viel Heizbedarf, dass die Anlage bei Volllast laufen muss beim bedarfsgerechten Heizen um diesen Heizbedarf überhaupt bedienen zu können.
Und Volllast ist nun bei Wärmepumpen nie besonders effizient vor allem wenn es zusätzlich dann diverse Abtauvorgänge verursacht.
Dass die Effizienz bei den Einsatzbedingungen einbricht ist bei Wärmepumpen ja bekannt und das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache sein :slight_smile:


Aber vielleicht mal eine Frage an dich.
Soll ich Waschküche und Marc gegeneinander vergleichen so wie ich es vorgeschlagen habe?

Oder soll ich vielleicht beide Anlagen jetzt mal testweise die nächsten 2 Wochen auf Dauerheizen umstellen und dann mit Küche und Schlafzimmer vergleichen?

Das Wetter die nächsten 2 Wochen wird vermutlich relativ ähnlich zu den letzten 2 Wochen und auch dadurch könnte ein guter Quervergleich möglich werden.

Meine Alternative zu dem Dauervolllast-Gekloppe bei kalten Temperaturen wäre:

Durchheizen mit “Nachtabsenkung”
Tagsüber 95% Demand erlauben. Nachts 40% Demand erlauben.
Halt mit Overrule, dass tagsüber 100% Demand erlaubt werden wenn Soll-Temperatur sonst nicht ereicht werden kann. Das wäre meine Herangehensweise die ich jetzt probieren würde um den besseren Tages-COP mitzunehmen den man bei 95% haben wird, aber Volllastsitationen eben wenn möglich zu reduzieren indem Nachts mit niedrigster Last weitergeheizt wird. :slight_smile:
95% bei der Anlage sind 430 Watt. 40% sind 180 Watt.

(Das hatte ich gestern testweise mal so eingestellt bis ich dann die Idee hatte die ganze Auswertung hier mal zu machen und zu posten)

Bei mir lief die letzten 3-4 Jahre noch keine Anlage auf Volllast. Selbst im Büro nicht dass im Urlaub bis teilweise auf 9Grad abgekühlt war. Und nach spätestens 2 Stunden ist das auch wieder auf 19Grad. Die Wände vermutlich nicht, was auch nicht interessiert. Weil dort nur 4-5 Stunden geheizt wird. heute wurden z.B. knappe 3kwh verbraucht für die Zeit. Es schwankt gerade immer zw. 2,4-2,8kwh am Tag (aktuell um die -8 Grad bis -11Grad nachts). Das Büro hat 25qm.

Werden hier zum Erstellen des Vergleichs bzw. der Vergleiche eigentlich laborähnliche Räume mit immer gleichen Bedingungen hergenommen oder handelt es sich um standard Wohnraum der alltäglich genutzt wird? Was ist mit Störquellen wie Elektrogeräten und vor Allem auch Personen und Lüftungsverhalten?

All die Mühe da Vergleiche anzustreben und Schlussfolgerungen zu bilden sind meiner Meinung nach vertane Zeit und Liebesmüh wenn die Bedingungen unklar und/oder dynamisch sind und die Messstellen extreme Ungenauigkeiten aufweisen.

Was die möglichen Störquellen angeht stelle ich z.B. bei uns im 28m² Wohnzimmer fest, wenn die Splitklima den mittlerweile nach aktuellstem Standard gedämmten 60er Jahre Wohnraum (Massivbauweise zweischalig v.A.n.I. Hochlochsteine - Luftschicht - Kalksandstein jeweils in den Mindestmaßen 11,5) ohne Störquellen (alle sind auf Arbeit bzw. in der Schule, der Raum wurde gute 10h nicht betreten und die Zimmertür war geschlossen) auf 20,5°C halten soll tut sie das auch zuverlässig und wenn wir dann nach Hause kommen und uns im Wohnzimmer vorm TV tummeln (LED TV, das ist in Sachen Heizleistung vielleicht nicht ganz unwichtig) dann steigt die Raumtemperatur locker um 1K oft auch um 1,5K, die Split ändert aber in den paar Stunden abends an ihrer Leistungsaufnahme nichts, möglicherweise auch weil die Außentemperatur dann schon wieder sinkt. Will damit sagen, es gibt hier große, z.T. sehr große Störfaktoren - und dann die dynamische Außentemperatur, da lassen sich wohl eher schwer wirklich verwertbare Vergleiche im Privatbereich anstellen.

Ich bin auch immer noch der Meinung, wenn der Speicher “Baukörper” ausgekühlt ist muss er zunächst wenigstens soweit wieder aufgeladen werden das die Wärmestrahlung ein Maß erreicht das einigermaßen für Behaglichkeit sorgt. Ich kanns nicht fachlich oder mathematisch untermauern, aber ich denke eine Nachtabsenkung - wenn die Fenster nicht gerade massiv undicht sind - ist kontraproduktiv. Was vor knapp acht Jahren (da war der Bau noch original 60er Jahre) auch ein empirischer Versuch mit programmierbaren Thermostaten in jedem Raum und entsprechender Sollwertabsenkung über Nacht gegen einen Versuch mit mit zwar reduzierter Solltemperatur aber konstanter 24/7 Heizweise deutlich gezeigt hat. Ja, die Zahlen sind mit größter Vorsicht zu genießen da es nur je eine Heizperiode pro Heizweise war, aber in der Heizsaison mit konstant 20,5°C als Sollwert, anstelle von 21,5°C den halben Tag, war der Gasverbrauch gut 18% niedriger.

Viel, viel mehr hat es Gebracht in ein Gateway zu investieren mit dem ich die Brennwerttherme via Iobroker auslesen- und via lokalem Webinterface in der Profiebene sinnvoll parametrieren konnte. Das hochsetzen der Totzeit zwischen den Taktungen des Brenners von 10min (so hatten wir das Haus mit der damals 5 Jahre alten Brennwerttherme gekauft) auf 45min senkte den Verbrauch erheblich und lässt nun auch den Glühzünder mind. 5Jahre am Leben :slightly_smiling_face: Das Herabsetzen der erlaubten Überschreitung der Vorlaufsolltemperatur von +4K auf +2K senkte den Verbrauch zusätzlich da kein stundenlanges Überschwingen in den Räumen mehr stattfand. Ein hydraulischer Abgleich ist hier natürlich Pflicht. Jeder Heizkörper darf immer nur die Energiemenge zugeführt bekommen die zu den jeweiligen Heizlasten passt - ausgenommen Störquellen, die werden durch das Thermostat ausgeregelt, nur dafür ist es da.

Worauf ich mit dem vorherigen Absatz hinaus möchte: Ich glaube mit einer feinstmöglich abgestimmten Regelung der Splits, einem geschlossenen Regelkreis mit externer BLE Temperaturmessung holt man das Bestmögliche aus den Splits heraus.

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Ich denke das ist noch ein Grund warum es Sinn macht langfristige Vergleiche zu machen weil sich die Einflussgrößen dann ja auch wieder ausnivellieren.

Der Idealfall wäre eigentlich wenn man 2 Winter vergleicht und zusätzlich zur Außentemperatur auch noch die Windrichtung und Geschwindigkeit loggen kann. Die fehlt mir in meinen Daten leider noch.
In einem langfrisitgen Vergleich verliert das zwar an Bedeutung. Bei einem kurzfristigen Bereich ist das denke ich aber auch sehr wichtig, vor allem bei älteren Häusern.

Dann ist dein Raum aber auch gut isloiert und die Auslegung der Anlagen mit ausreichend Reserve. :grinning_face:
Unser Büro braucht morgens schon 4kwh nur um aus der Nachtabsenkung raus wieder die Ziel-Temperatur zu erreichen damit die Mitarbeiter nicht in ein ungemütliches Büro kommen.

Unsere Anlagen sind so ausgelegt, dass die Räume bis -15°C die Temperatur halten können.
Das geht dann aber nur, wenn durchgeheizt wird. -15°C sind aber hier im Norden sehr selten, gabs zuletzt in der Nacht mal 2009 oder 2010