Während bei Luft-Wasser-Wärmepumpen häufig von einer Heizpause oder Absenkung bei Nacht abgeraten wird, so wird dies bei Split-Klima-Geräten häufig anders gesehen.
Auch ich war oder bin der Meinung, dass bedarfsgerechtes Heizen und eine ausgiebige Heizpause zu den Zeiten wo man Räume nicht nutzt definitiv Heizkosten einspart.
ABER:
Gilt das wirklich immer und für jeden Anwendungsfall?
Ich habe im Haus 4x das identische Daikin Perfera-Modell verbaut.
(Eine 5te Anlage hatte ich leider in Onecta vergessen zu registrieren, daher keine Daten)
Konkret: 2KW (RXM20A + FTXM20A)
Die Anlagen hängen in den besser isolierten Wohnräumen “Schlafzimmer” und “Küche”
Zieltemperatur 21°C
Sowie den schlecht isolierten Räumen “Waschküche” und “Marc”.
Zieltemperatur 16°C
In allen Räumen habe ich bedarfsgerecht geheizt.
Küche/Schlafzimmer zu ca 14h am Tag
Waschküche/Marc zu ca 10h am Tag
Folgendermaßen hat sich der Tages-COP seit 1.Dezember entwickelt.
Auffallende Beobachtung:
Im November und ersten Hälfte des Dezembers bei hohen Außentemperaturen laufen alle Anlagen laut den Onecta-Daten mit einem sehr guten COP da alle Anlagen einen sehr niedrigen Heizbedarf haben.
(Wie sehr man Onecta vertrauen kann muss denke ich jeder selbst wissen. Auf Tagesbasis gesehen wirken die Werte oft abstrus, die Werte sind in der Übersicht stärker geglättet, da wirkt es plausibel und durchaus konsistent)
Ab der Kaltphase zu Weihnachten hin wo die Heizlast steigt und die Anlagen Waschküche und Marc bedeutend härter arbeiten müssen bricht der COP bei diesen beiden Anlagen gravierend ein.
Um einen Eindruck zu bekommen wie hart die Anlagen gearbeitet haben könnt ihr in der folgenden Übersicht den Stromverbrauch pro Stunde sehen basierend auf den Stunden wo die Anlagen wirklich gelaufen sind.
Beobachtung:
Waschküche und Marc sind ab der Kaltphase sehr häufig wirklich bei Volllast gelaufen weil der Heizbedarf der kalten Tage dies so ergab. Volllast führt natürlich nicht nur zu schlechterer Effizienz sondern auch vermehrt Abtauvorgängen.
Rein für den fast Dauer-Volllastbetrieb finde ich den COP sogar noch erstaunlich gut.
(Ausblastemperaturen waren aber wegen niedriger Raumtemperatur auch noch sehr human)
Dennoch stellt sich bei dieser Art von gravierendem COP-Einbruch die Frage.
Lohnt sich das bedarfsgerechte Heizen in diesem Szenario überhaupt?
Ich hatte am bedarfsgerechten Heizen festgehalten weil es sich bei den Räumen nicht um Aufenthaltsräume handelt, maximale Lüfterdrehzahl dort nicht stört und die erreichte Temperatur noch akzeptabel war.
Aber vielleicht ist dies ein Trugschluss.
Man kann bei Räumen mit einem Dämmstandart der 1970er-Jahre (unser Fall bei den 2 Räumen die nach unten ausbrechen) davon ausgehen, dass eine 12-Stündige Heizpause ungefähr 15-17% Energiekosten einsparen kann.
Es ist davon auszugehen, dass die Heizkostenersparnis bei einer Split-Klimaanlage in einem ähnlichen Bereich liegen könnte, jedoch von 2-3 Faktoren abhängt
Vorteil bedarfsgerecht Heizen:
Heizstunden verschieben sich in wärmeren Tagesbereich
Nachteil bedarfgerecht Heizen:
Aufheizzeitraum fällt in die kalten Morgenstunden.
Praxis:
Haben die Räume eine geringe Heizlast und der Aufheizzeitraum ist schnell erledigt bzw. kann in einem Effizienzten Watt-Bereich passieren, dann dürfte Bedarfsgerecht heizen immer Strom sparen. Vielleicht sogar mehr als 15-17%.
Das ist zumindest mein Eindruck.
Je härter und länger der Aufheizzeitraum wird, desto mehr kehrt sich dies jedoch ins Gegenteil.
Dies zeigen in meinem Beispiel die Anlagen Waschküche und Marc eindrucksvoll.
Hier der COP-Verlauf der 4 Anlagen in Relation zur Außentemperatur
Beobachtung: ab 3°C und Kälter ist ein gravierender Knick im COP zu erkennen was sowohl an der oft nötigen hohen Last durch die schlechte Isolierung als auch den daraus verstärkt auftretenden Abtauvorgängen zu begründen ist.
Meine Annahme:
Wenn ich den COP durch Umstieg auf konstantes Heizen bei den beiden kritischen Anlagen um MEHR als 15-17% verbessern kann.
Dann werde ich bei konstantem Heizen statt bedarfsgerechtem Heizen Energiekosten einsparen.
Vor allem wenn man die Zieltemperatur bei Konstant-Heizen vielleicht noch 0,5-1°C absenkt.
Da Konstant-Heizen statt 10h-Heizen den Stromverbrauch pro Stunde auf ähnliche Werte wie die der Anlage von Küche/Schlafzimmer senken KÖNNTE, halte ich diese Effizienz-Verbesserung auch für mehr als nur möglich.
Wenn auch die niedrigere Nachttemperatur natürlich immer ein bisschen des Vorteils fressen wird.
Denn hier jetzt nochmal meine COP-Übersicht zusammen mit der AVG-Wattleistung in den COP-Punkten die die Annahme durchaus deutlich bestärkt.
Diese Annahme muss jetzt nur noch in der Praxis belegt werden.
Ob mir das gelingt kann ich noch nicht sicher sagen.
Um Onecta als Fehlerquelle auszuschließen werde ich die Anlagen Marc und Waschküche gegeneinander testen und Küche/Schlafzimmer als Referenz dazunehmen.
Sollte ich die Zeit finden, gibt es möglicherweise in März/April ein Update.
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Da aber jetzt nicht nur ich hier schreiben und reden will;
Was mich brennend interessieren würde.
Wie handhabt ihr euer Heizprogramm? Heizt ihr durch? Oder heizt ihr bedarfsgerecht?
Oder habt ihr für euch Außentemperaturen festgelegt, ab denen ihr von einer bedarfsgerechten zu einer konstanten Heizweise wechselt?
Wenn ja, anhand welcher Parameter habt ihr dies entschieden?
Komfort kann ein Grund sein.
Mich würden aber vor allem die Leute brennend interessieren, die sich auch über den Gesamtverbrauch ihrer Anlage bei dieser Frage Gedanken gemacht haben!
Alle Erfahrungen sind hier sehr willkommen.
Mich würde wirklich interessieren ob man vielleicht besser zusammen festmachen und eingrenzen kann wann welche Heizform die Effizienteste ist.
Ich denke mein Beispiel zeigt gut.
Bedarfsgerecht heizen in Küche und Schlafzimmer ist bei mir immer super effizienz vom COP wegen der geringen Heizlast. Selbst bei sehr niedrigen Temperaturen.
In den Heizintensiveren Räumen schlägt dies wenn es in Richtung Frost geht jedoch gravierend ins Gegenteil um und die mutmaßlich “sparsamere” Heizform wird vermeintlich nicht nur die gravierend ineffizientere sondern sehr wahrscheinlich am Ende sogar auch teurere.
13.Januar 2026:
MINI-UPDATE nach harten Frosttagen am 10/11-Januar.
Die Räume Waschküche/Marc heizen bei Frost nicht mehr Bedarfsgerecht sondern dauerhaft.
Resultat der beiden sehr kalten Tage mit -5°C avg
→ Die Dauervolllastorgien konnten vermieden werden.
Durch längeren Heizzeitraum beim Dauerheizen konnten die Anlagen dauerhaft in einem Betriebsfenster mit maximal 400-430 Watt Stromaufnahme gehalten werden wo die Anlagen noch gut und effizient arbeiten.
Mit meinem Datenpool von 5.November-7.Januar habe ich eine Prognose aufgestellt wie der Stromverbrauch auf Basis des Datenpools am 10/11-Januar hätte ausfallen müssen.
Resultat:
Kontrollgruppe Küche/Schlafzimmer lag der Real-Verbrauch 1,5% unter der Prognose.
Marc/Waschküche wo ich auf Dauerheizen umgestellt habe haben 23% weniger verbraucht.
Ein 2-Tageszeitraum ist natürlich noch nicht mega belastbar, rechnet mal 5-10% Toleranz.
Aber man erkennt schon eine Tendenz.
Eine erste vorsichtig gesicherte Erkenntnis daher und das mit Volllast meine ich auch so:
Das Verlängern des Heizzeitraumes scheint auf Basis des Mini-Updates besonders dann sehr sinnvoll zu sein, wenn man damit wirklich lange andauernde Zustände (mehrere Stunden!) bei oder sehr Nahe Volllast verhindern kann.
Bitte nicht vergessen.
Das Szenario in diesem Mini-Update war jetzt das schlimmste Szenario das beim Bedarfsheizen bei mir auftreten kann. Bzw. das Szenario, wo das Dauerheizen am Meisten bringt.
In allen weiteren Szenarien wird der Vorteil des Dauerheizens kleiner ausfallen bis es ins Gegenteil umschlägt.
Wie es sich genau wann verhält werden wir rausfinden mit den Daten der nächsten 6-10 Wochen. Und die Prozentangaben werden dann auch belastbarer sein.
To be continued.










