Solarthermie funktioniert auch im Winter

Hallo,

ich habe mir vor 27 Jahren die ST selbst gebaut und mit Hilfe des Solarverein Triers die komplette Förderung eingestrichen. Damals führte es dazu, dass mir das Material komplett vom Staat gezahlt wurde. (Mit einem legalen Trick und der zeitlich versetzten Anmeldung von zwei unterschiedlichen Kreisen ließ sich 2x die Grundförderung kassieren) Ich habe zwei Felder a 24 m² die mir primär Brauchwasser erwärmen. In der nächsten Kaskada wird ein 1000 l-Speicher aufgeheizt wodurch prmär die Rücklauftemperatur der Heizung angehoben wird oder je nach Temperatur auch über WT Brauchwasser erwärmt wird. Was dann noch an Wärme übrig ist wird in einen 40m³ Wasserspeicher unter dem Haus “eingelagert”. Im Spätsommer sammelt sich hier schon mal 45°C+ Dieses Wasserreservoir dient mir zur Speisung einer WWWP. Bis in den November rein speise ich die WP noch mit 20° wärmen Vorlaufwasser. Wenn es dann kälter als 12° wird schaltet sich alles auf die Standby-Ölheizung (Brennert) um.

Gegenüber dem was ich vor dem großen Umbau an Energierkosten für das Dreifamilienhaus hatte, hat sich mein Einsatz mehr als halbiert. Ursprünglich 5-6T Liter Heizöl auf jetzt ca. 1000-1300 l Heizöl + 2500 KWh für die WP die fast komplett über PV-Anlage mit Akku gespeist wird. Bei einem sonnigen Wintertag, auch bei Frost reicht die Sonneneinstrahlung, um über die Rücklauftemperaruranhebung das Haus zu heizen. Weiter optimiert habe ich den Zulauf zur WP mit einem Wärmetauscher der das (zu) kalte Wasser aus dem Speicher vorwärmt. Wenn es ausreichend warm ist, wird automatisch von Öl auf WP umgeschaltet. Diese tollen Effekte und Einsparungen sind natürlich größenabhängig. Man muss wissen, wohin mit der Wärme im Sommer. Sonst dampft die Anlage dauernd aus und ist schnell hinüber.

Wenn man selbst baut, lohnt sich ST noch eher als PV. Die eigene Arbeit steht außen vor. Wie momentan die Fördersituation aussieht weiß ich nicht. Der Solarverein Trier hat sich leider letztes Jahr aufgelöst. Es gibt aber noch eine Beratungsstelle http://www.solarfreunde-trier.de/

Durch Selberbauen war die Anlage sofort profitabel.

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Wenn man selbst baut, lohnt sich ST noch eher als PV.

Du kannst ja den Einbau der PV auch selber vornehmen. Bei vielen Wärmeabnehmern evtl. Ansonsten eher nicht. Also EFH/MFH eher weniger als wenn es mehr Haushalte sind oder eben ein Pool oder eine sonstige Verwendung der Wärme im Sommer.

Heute ein typischer Wintertag, bewölkt und 0°C und das sind leider die meisten Tage im Winter, nicht wie gestern mit viel Sonne, darüber rede ich nicht.

Hier habe ich ein Bild vom Nachbarn aufgenommen, 11 Uhr die Anlage ist noch vereist, irgendwie glaube ich nicht, dass die gerade Wärme produziert…

Und hier zum gleichen Zeitpunkt meine PV Anlage, hat schon 1,5kWh produziert…

Soll aber nur als Beispiel dienen, das Thema heißt ja ST funktioniert auch im Winter?

Ich denke, ja ST funktioniert, aber nur an wenigen sonnigen Tagen.

OK, das ist schon heftig, was du hier umgesetzt hast, aber 1300l Öl+ 2500kWh ist nicht wenig. es sind ca 15.000kWh an Energie die du verbrennst, dh. dein Haus braucht über 20.000kWh an Energie im Jahr.

Wir verbrauchen für unser 200m^2 Haus ca. 7.000kWh inkl Warmwasser und Haushaltsstrom. Die Wärme kommt von einer Gastherme, und der Strom von einer Selbstgebauten :winking_face_with_tongue: PV Anlage.

Ich bin nicht der Threadersteller. Insoweit ist Deine Annahme also grundfalsch.

In Bezug auf was und für welchen Zweck?

Das ist eine Reaktion auf den Beitrag von @assa13. Und unter diesem Gesichtspunkt ist hier alles nach ungefähr dem fünften Beitrag OT. Dann begann sofort der aus meiner Sicht unzulässige Vergleich mit weitaus moderneren PV-Anlagen.

Für mich auch.

Das würde mich brennend interessieren... Untermauere doch mal.

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Das rein realistisch betrachtet jetzt auch kaum mehr als gar nix…

Oliver

Scroll mal nach oben. Genau das habe ich gemacht. Das Maximum der Einspeisevergütung gab es 2004. Da lag sie bei 57,4 ct/kWh. Insofern ist meine Berechnung für 2006 noch sehr nah am Maximum.

Ich produziere mit meiner PV-Anlage in den Monaten Dezember, Januar und Februar rund 4,5% meines Jahresertrags. Meine ST produziert im selben Zeitraum rund 7% der jährlichen Pufferladung. Da in dieser Zeit der Pufferspeicher geladen wird, landet automatisch auch Ertrag direkt im Heizkreis, den ich aber nicht quantifizieren kann.
Relativ gesehen ist meine ST also im Winter sogar ertragreicher als meine PV.

Ein BYD HVM Speicher mit 22 kWh kostet aktuell rund 6.000€. 6.000€ entsprechen bei einem Strompreis von 30 ct/kWh 20.000 kWh. 20.000 kWh sind für einen 22 kWh großen Speicher (ohne Berücksichtigung von Lade- und Entladeverlusten sowie Zellalterung) 909 Vollladezyklen.
Nun kann man sich locker ausrechnen, wie lange man bei seinem persönlichen Verbrauchsprofil braucht, bis sich selbst die günstiger gewordenen Speicher rechnen. Bei mir wären es ungefähr 15 Jahre.

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Bis 11 Uhr 1,5kWh an einem komplett grauen Tag und vereisten Paneelen ist wenig? Am Ende des Tages werden es laut Prognose ca.11kWh sein, und die ST bleibt bei 0, weil die Sonne nicht rauskommt. Und 11kWh in einer “hochwertigen” Energie ist viel mehr Wert als 11kWh in Wärmeenergie. Aber die hast ja auch nicht, weil die ST bei 0 bleibt.

Er schrieb von einem 3-Familienhaus. Lässt sich so also gar nicht vergleichen mit deiner Situation.

Ok, hab vermutlich überlesen :wink: wenn es 3x 150m^2 sind, dann ist OK, da hast du Recht...

Jeder von euch beschreibt seine eigenen Erfahrungen, sein eigenes Vorhaben oder Ziel, seine eigenen Ergebnisse und seine eigenen Schlussfolgerungen.

Und da herrscht Meinungsfreiheit. Und wenn verschiedene Meinung, dann begründet und respektvoll.

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1,5kWh sind 1,5kWh sind 1,5kWh. Umgerechnet 45cent oder 90 Pfennige (für die „früher war alles besser“ Fraktion).

Hast du eine reine West-Anlage?

Oliver

Nein leider Ost /West

Um das mal mit ein paar Daten zu hinterlegen:

Meine 12qm thermische Solaranlage hat 2025 knapp 3200kWh nutzbare Energie in den Puffer geliefert, gemessen mit Wärmezähler am Puffereingang. Davon 150kWh im November und 60kWh im Dezember. Der aktuelle Januar steht bei gut 100kWh. Erzeugt hat die Anlage im ganzen Jahr sehr viel mehr, das, was nicht genutzt werden kann, geht im Sommer nachts zurück aufs Dach. Der beste Monat war der April mit 500kWh genutzter Energie, da ging einiges in die Heizung.

Die 6,1kWp PV hat 7000kWh erzeugt, wovon 3500kWh ins Netz gingen. Bleiben 3500kWh für den Eigenverbrauch. November 343kWh, Dezember 184kWh, aktueller Januar bisher 290kWh.

Gekostet haben beide Anlagen in etwa das gleiche, allerdings war das Geld vor 20 Jahren für die thermische Solaranlage halt deutlich mehr wert.

Nach den Daten bringt die PV in den Wintermonaten also ca. das dreifache der Solarthermie. Solarthermie bringt auch im Winter nicht gar nichts, aber heutzutage stellt sich die Frage, ob Solar oder PV nicht mehr.

Dazu kommt. daß die gelieferten kWhs der Solarthermie nicht so ganz 1:1 auch nutzbar sind. Da geht einiges durch Verluste in der Anlage verloren. Mir fehlen leider die Ölverbrauchswerte des Hauses ohne Solarthermie, aber ich schätz daß die Anlage ca. 400 Liter Öl im Jahr spart. Bei 20 Jahren und einem mittleren Ölpreis von vielleicht 65 cent ergäbe das eine Einsparung von 5200 Euro. Da wäre das Geld selbst auf dem Sparbuch besser angelegt gewesen. Nun ja, so ist das Leben.

Oliver

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Musst halt eine Nummer kleiner kaufen und keinen BYD sondern vll. einen Dyness Tower oder als Niedervolt ein NKON ESS Eco. Die sind günstiger.

Dafür hätte ich 3 Jahre gebraucht, damit wäre das Teil jetzt armortisiert.

Leider waren die Speicher damals noch sündteuer, mir fehlen daher noch ~5 Jahre. Verkürzt sich aber ggf. da ab 2027 evtl. auf einen Smartmetertarif mit günstigerem Nachtstrom umgestiegen wird.

380 m² Wohnfläche inkl. Warmwasser. PV Ertrag ca. 7800 kwh. (Eigenbau aus 2013, 7,5kwp) D.h. die WP läuft z.T. umsonst.Mit drei Parteien wird im Jahr nochmal ca. die gleiche Menge zugekauft. Ab November letzten Jahres mit Akku,- Die Menge von Zukauf und Einspeisung sollten sich noch etwas verschieben.

Besser geht immer. Mir hat es die Energiekosten mehr als halbiert.

Ich muss gar nichts kaufen. Ich habe auch nicht nach einer Kaufempfehlung gefragt. Du hast die Preise für Batteriespeicher in die Diskussion geworfen. Ich habe Dir nur vorgerechnet, wie lange es dauert, bis sich bei aktuellen Preisen die Investition amortisiert.

Du lädst und entlädst 6.700 kWh/a in und aus dem Speicher? Was betreibst Du? Einen Flux-Kompensator?

Das ist bei mit ähnlich. Meine pv Anlage ist mehrere 100 prozent besser als brauchwasser solar. Wir haben das damals gemacht. Ich werde nicht reich und nicht arm mit den beiden Anlagen. Man kann keinem empfehlen, solarthermie zu installieren, sollte stattdessen solarpanel nehmen. Wenigstens ein bkw statt solarthermie.

Ich habe meinen wasserspeicher voll verkabelt, sehe genau, wan wie lange die solarthermie was wie hoch in den wasserspeicher gibt. Sehr sehr bescheiden. Auch habe ich die benötigte heizölmenge für brauchwasser über tankfüllstand sehr gut ermitteln können. Dadurch kann ich eine Aussage treffen, wie viel öl gespart wird.

Freuen wir uns, dass unsere pv Anlagen, wärmepumpen und split klimaanlagen so gut und effizent sind. Ohne diese Anlagen und Geräte würden wir wahrscheinlich feiern, dass wir mit solarthermie 4 monate im jahr bischen was sparen.

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Dann muss man aber auch das zur Auslastung passende System zur Berechnung verwenden.

Bei geringer Auslastung darf es halt kein Hochvoltsystem vom teurem Premiumhersteller werden. Eine 2 Zimmerwohnung mit BKW wird sich etwas anderes hinstellen als ein Mehrfamlienhaus ggf. mit Kleingewerbe, aber das kann sich ja jeder selbst anhand seiner eigenen Zahlen ausrechenen.

Die Diskussion führt zu nichts. Insbesondere nicht in Bezug auf das Thema des Threads.

Meine Erfahrung zum Thema:
ST liefert von Dezember bis Februar 7% des Jahresertrags
PV liefert von Dezember bis Februar 4,5% des Jahresertrags

Eine vor 20 Jahren installierte PV mit fünf Modulen à 200 Wp hätte in meinem Fall einen Jahresertrag von ca. 700 kWh. 4,5% von 700 kWh = 31,5 kWh.
Die vor 20 Jahren installierte ST hat einen Bruttoertrag von 3.780 kWh. 7% von 3780 kWh = 264 kWh.
Da bräuchte es dann einen Wärmeerzeuger mit einem COP von 8,4, damit der Energieertrag zur Raumheizung gleich wäre.

Deshalb bestätige ich den TE, dass Solarthermie auch im Winter funktioniert. Was nicht funktioniert, ist, eine aktuelle PV-Anlage ertragsmäßig mit einer 20 Jahre alten Entscheidung zu vergleichen und daraus den Schluss zu ziehen, dass schon damals die Entscheidung pro PV die sinnvollere gewesen wäre.
Heute würde vermutlich auch der TE sich für PV entscheiden und ST links liegen lassen.

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