Sinnhaftigkeit meines PV-Vorhabens

Moin,

nachdem ich letztes Jahr die WP installiert habe, will ich dieses Jahr noch schnell PV aufs Dach haben um noch die Einspeisevergütung mitzunehmen. Die WP hat mir gezeigt, dass ich das mit drei kleinen Kindern lieber nicht auch noch selber machen sollte. Grundsätzlich würde ich gerne selber ran, aber geht gerade nicht.

Weil ich ein extremes Sparbrötchen bin, hab ich schon mal alles durchsimuliert: Ich habe meine stündlichen Verbräuche mit der WP diesen Winter getrackt und den stündlichen Ertrag mit PVGIS für meinen Standort (bei Paderborn, exakt Ost-West ca 60m2 Ost, 120m2 West, jeweils 26,5°) dagegen gerechnet. Außerdem hab ich gerade einen Skoda Enyaq gebraucht gekauft und eine Go-e Gimini Flex, weil ich schon eine CEE Dose in der Garage habe. Ich hab hier Home Assistant am laufen und will die ganze Steuerung offen und lokal haben und auch viel selbst optimieren (bin Software-Heini). Ich hab das EV mit 5kWh (inkl. Ladeverluste) Bedarf pro Tag angenommen, das entspricht unserer jährlichen Fahrleistung OHNE Urlaubsfahrten, weil die hauptsächlich extern geladen werden. Ich habe simuliert, dass das EV zufällig 0% bis 200% des Durchschnittbedarfs pro Tag lädt. Den Haushaltsverbrauch (2200 kWh/a) hab ich mit der typischen Tagesverteilung angenommen und auch stundenweise eingerechnet. Dann habe ich verschiedene PV Anlagengrößen, Wechselrichter und Akkus durchgerechnet, basierend auf einem Angebot, was ich für alles hier lokal bekommen habe. War teuer, aber nicht übertrieben teuer. Dabei kam raus: Mit Einspeisevergütung ist mehr kWp immer besser. Ich würde trotzdem auf 15 kWp beschränken, weil ich nicht so ultra viel investieren kann gerade. Akku lohnt sich so gut wie gar nicht, höchstens so ein billiger Balkonkraftwerkakku, z.B. der Marstek Venus für 1000€. Sobald es irgendwie in den Hochvoltbereich geht, ist es absolut unwirtschaftlich. Ich habe bei der Berechnung natürlich auch DOD, Ladeverluste beim Laden und Entladen sowie Degradation berücksichtigt und den Akku einfach durchsimuliert, also 1h, so und so viel Energie rein/raus, auf Vollzyklen runtergerechnet und Degradation hochgezählt. Ich hab vereinfacht immer erst den Akku vollgemacht und dann das EV.

Meine Essenz aus dem ganzen:

Elektriker bietet PV in Kooperation mit Dachdecker an.

15kWp möglichst gleichmäßig auf die Dachflächen verteilen
Fronius String Wechselrichter, damit ich das gut einbinden kann
Wielandstecker legen lassen mit ordentlich Puffer im Anschluss damit ich den mit Unterverteilung auf bis zu drei Stück erweitern kann bei Bedarf.
Smart Meter: Shelly? Fronius? Da bin ich unschlüssig, was ich brauche
Erst mal einen Marstek 5kWh kaufen und einstecken
Wallbox in die bestehende CEE Dose

Alles steuern mit HA, EVCC, EOS öÄ muss ich noch mal genauer schauen.

Macht das Sinn? Hab ich was wichtiges vergessen? Danke im Vorraus! :slight_smile:

Noch kurz Ergänzunz zum EV: Die Nutzung wird so sein, dass es zwei Tage die Woche bis Nachmittags an der Arbeit steht. Ansonsten ist es hier und kann laden und wir sporadisch genutzt.

Dach maximal belegen...

WR mit Speicher - Akku ab 32kWh

BKW Kram 5kWh - seinlassen
Wieland - irrelevant

Und wieso?

Mit meiner 10kWp PV hatte ich jetzt im April 1.030kWh erzeugt und 740kWh Eigenverbrauch (heizen mit Klimas + seit März E-Auto). Bei unseren 27ct Strompreis war das eine Ersparnis von 200 Euro. Dazu kommen gerade mal 28 Euro Vergütung. Im Winter sowieso keine Einspeisung, da fehlt einfach vorne und hinten PV. Ich baue jetzt gerade nochmal 4kWp aufs Dach, aber das ist immer noch zu wenig fürs heizen oder gar E-Auto im Winter.

P.S. der Venus E ist nicht so schlecht. Ich habe einen, weil die PV ohne HybridWR zuerst da war. Würde ich neu bauen, dann gleich mit Deye HybridWR o.ä.

Das Bild zeigt den April26, der VenusE hat 16,2% zum Eigenbedarf beigetragen, ist aber auch kaum einmal leer geworden. Ein grösserer Speicher würde mir momentan leider nichts bringen..


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Elektriker bietet PV in Kooperation mit Dachdecker an.

Zu welchen Konditionen?
Prüfe gerade selber die Sinnhaftigkeit. Meine alte Dach PV (EEG läuft aus) gegen was neues und/oder Gas gegen WP tauschen.

Wenn ich dafür 30.000 € von meinen Depot nehme, muss die Ersparnis die 10 % Rendite ausgleichen.

Soviel Zahl ich auch ohne EEG nächstes Jahr nicht für Strom und Gas zusammen.

Naja, die 10% sind aber nicht gottgegeben. Ich habe in meiner Rechnung 4% angenommen. Wenn jetzt bald die Boomergenerationen in den Ländern mit fondsgedeckter Rente anfangen, Kapital abzuziehen, kann das auch noch weniger werden. Aber anderes Thema. Meine Meinung: PV ist weniger risikobehaftet als der Kapitalmarkt

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Ok, die Deye Kombi sieht auch nicht schlecht aus. Nehme ich mal rein in meine Simu

die 10% erwartete Rendite

Musst du WR und Batterie über deinen Eli kaufen? Würde an deiner Stelle rechnen 20er Deye LV plus 32er Batterie ca. 5000. Wenn Geld über ist, zweite dazu. Mit 2 x 12-14kWp aufm Dach ist schon ziemlich super. Wenn dann noch mal Geld über ist, Südwand falls möglich.

Batterie 1x32kWh kalkuliere 5000 Zyklen, 2 x 32kWh 10.000 reicht bis Pension :slight_smile:

Gegen 10% Nettorendite kommt der PV-Ertrag natürlich nicht an. Lass das Geld im Depot.

Oliver

kommt drauf an, meine Rechnung sieht hier anders aus, unser Verbrauch ist allerdings auch deutlich größer.

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Sehr schön! Hast du beim Eigenverbrauch reine Stromkosten gerechnet, oder Heizöl/Benzin? Meine DIY PV sollte auch nach ca. 5-6 Jahren amortisiert sein (reine Stromkosten). :grin:

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Ich kann mich nur anschließen, mach das Dach voll.

Auch wenn du erstmal keinen Speicher dazu baust, im Winter bist du mit jeder KWh froh die die WP vom Dach bekommt.

Bei O/W kannst du auch ordentlich überbelegen.

Dabei spricht nix gegen die Symo von Fronius.

Solange du nur einspeist brauchst du eigentlich kein Smartmeter. Evtl einen IR Leser auf den Stromzähler und mit HA verwerten.

So lange du kein Not- oder Ersatzstrom willst kannst du später auch was Einphasiges oder kleines Dreiphasiges Netzparallel nachrüsten. Evtl in der Stringplanung jetzt schon vorsehen und später nur umklemmen. z. B. jetzt zwei parallele Strings die später aufgeteilt werden können.

AC Kopplung kannst du natürlich auch machen, nur nicht mit 5 KWh :speak_no_evil_monkey:

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Das klassische Milchmädchen…

Oliver

jo, erst nach 6 Jahren gibt es Dividende- wenn dann nicht schon wieder etwas kaputt, nachgerüstet,…. wird.

Rein wegen Geld ist das alles nicht besonders; wenn man keine anderen Zielsetzungen hat, dann sollte man es bleiben lassen. Zudem ist auch mittelfristig absehbar, dass Einspeisung zu Zeiten wo die BKW einspeisen und damit Strom schenken, man mindestens für 0 einspeist- uU sogar am Stromanbiedern an Abnehmer mittels Gutschriften, bald bis zu 60ct pro kWh zur Netzstabilisierung uU auch mit zur Kasse gebeten wird- als Mitverursacher

Dividende ist Gewinnausschüttung auf Aktien - .....

Demnach sind Eure PV Anlagen an der Börse - das geht ?

Was meinst du damit?
(Verständnisfrage)

@Mittelhesse
die Rechnung enthält keine Afa, abschreiben auf 20 Jahre wäre sachgerecht. Sie enthält auf der Seite der Einnahmen = ersparte Kosten des Stromeinkaufes keine Kostensteigerungen für die nächsten 20 Jahre (Afa Dauer). Was da an "Steigerungen" zu erwarten wäre, will ich nicht vorhersagen, aber billiger wird es gewiss nicht werden. Daher finde ich die Berechnung zwar "verkürzt" aber durchaus sachgerecht. Und die reine BWL Sicht ist ohnehin bedenklich, denn wenn die Afa Dauer abgelaufen ist, wird die Anlage immer noch produzieren.

@Vavuu

die gibt es hier nicht. Der Gewinn ist
a) ein Beitrag zur Umwelt und
b) die ersparten Stromrechnungen. Und darauf fallen keine Steuern an, also quasi "Netto Gewinn". Dividenden werden bei uns mit 25% besteuert. Und
c) ist die Investition in PV auch "altersgerecht". Im Rentenalter sind die Einkünfte aus aktiver Tätigkeit geringer. Wenn dann kaum noch Kosten für Energie anfallen, wird die "Rentenlücke" gut ausgeglichen.

PV als Zusatzbaustein der Altersvorsorge sollte staatlich gefördert werden :grin:

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