Sicherungshalter im GAK fast Abgefackelt, Ursachenfindung, Verbesserungen, viele Bilder

@saugnapf : tja das würde wohl nur ein Gutachter rausfinden... den ich sicher nicht beauftragen werde, ist ja nix weiter passiert.

@splity : ja von denen habe ich viel Zeug gekauft, auch in diversen Sammelbestellungen für das Forum. Die Qualität ist meiner Meinung nach sehr ordentlich, sonst hätte ich das auch nicht eingebaut. Ich hab auch die TÜV-Zertifikate, ist alles zugelassenes Zeug und keine übelster Billigkram!

Mal sehen, wenn morgen die Sonne zur Mittagszeit voll reinballert, dann guck ich mal den offenen GAK mit der Wärmebildkamera an und poste das dann auch hier.

Für mich sieht das aus, als ob die Sicherung der Übeltäter ist. Schlechter Übergangswiderstand oder sogar oxidiert. Oder innen schlecht gelötet. Da sie mit Sand gefüllt ist fackelt die auch nicht so schnell ab (ich nehme an die auf dem Bild ist die, die drin war)

Klemme und Crimpung sehen für mich normal aus. Ist natürlich nicht zu erkennen, ob nicht eventuell die Klemme oxidiert war.

Stefan

Vielen Dank für die Bilder und das teilen mit uns!

Ich werde auch mal mit denn wärmebild Kamera schauen ob ich was erkennen kann.

Ich denke das der Übergang vom sicherung zum Halter/ schnapper das Problem gewesen ist .

Ich würde auch sagen, diese Sicherungshalter sind suboptimal für einen GAK, besser diese Automaten, da sind die Übergangswiderstände kleiner und brauchbare Geräte haben auch eine Funkenlöschstrecke um die notfalls mal unter Last wegzuschalten oder im Überstrom Modus. Wobei der durch die Module alleine eher nie vorkommen kann.

Jetzt aber ernstgemeinte Frage: bei Käfigklemmen darf man doch auch ohne Aderendhülsen arbeiten. Warum dann Crimpen?

@eugenius

Wenn beides erlaubt ist nach der Angabe auf dem Bauteil oder laut Datenblatt, kann man wohl eine Münze werfen. Ich kenne Elektriker die auf jede überflüssige Crimpung verzichten. Ich gehöre zum Lager pro Crimpung, da ich meist ein Kabel doch auch nach dem Abisolieren nochmal um ein anderes Kabel herumführe.

Technisch sehe ich keine zwingende Begründung um die eine Variante auszuschließen.

Wenn die Klemme nach Drehmoment angezogen wird, dann verformt sich auch die Variante mit Endhülse genug, um für eine ordentliche Kontaktoberfläche zu sorgen.

1 „Gefällt mir“

Mein DC-LSS ist an der Minus-Klemme angeschmolzen. Daher vermute ich einen Kontaktfehler.

Aber alle meine 3 LSS werden an den Klemmen warm.

Die Idee mit dem Plattmachen kam mir auch schon, habe aber noch auf den Hammer verzichtet, da ich wahrscheinlich nicht eine gerade Oberfläche zustande bringe. Aber allgemein gefragt, würde es helfen?

Vielen Dank fürs Teilen

Wieviel Module hast du an den betroffen String? Also welche Spannung und Strom treten am Sicherungshalter auf?

Ich habe mich für die DC-LS Automaten von OEZ entschieden (6 Module 3S2P, 150V, 25A).
Bei 6mm^2 sollte man Aderendhülsen nehmen, da die Klemme am LS viel größer ist.

Die gleichen Automaten nutze ich auch für die Absicherung des Multiplus (25mm^2). Da habe ich auf Aderenhülsen zu gunsten der besseren Leitfähigkeit verzichtet. Solange die Klemme die einzelnen Kupferlitzen umschließt und zusammenpresst, ist keine Aderendhülse notwendig. Nur bei Schraubklemmen, die von einer Seite auf Adern drücken, sind sie Pflicht.

Den Sicherungshalter mit Schmelzsicherungen traue ich bei höheren Strömen nicht. Die Sicherung ist dort häufig nur reingesteckt, wodurch der Übergangswiderstand größer ist.

Genau so ist das. Und NUR so.

Es handelt sich hier um Schraubkammeranschlüsse für Litze. Aderendhülsen haben hier nichts verloren. Sie haben in der Kammer eine viel zu kleine Kontaktfläche und dadurch einen zu großen Übergangswiderstand.

Glaube ich nicht, solche Anschlüsse sind in der Regel freigegeben für 1.) starre Leiter, 2.) Flexible Leiter mit Aderendhülse, 3.) Flexible Leiter ohne Aderendhülse.

In der Praxis nutzt man auch deshalb gerne Aderendhülsen, weil man sich so sicher sein kann, dass man keine Litzendrähte daneben steckt und abknickt oder sogar irgendwo Kurzschlüsse produziert. Das ist in der Praxis immer eine gewisse Gefahr, dass man nicht alle Litzendrähte in eine Klemme bekommt.

Bei den Strömen, um die es hier geht (10-25A) kann das nicht sein, dass Aderendhülsen aufgrund der kleineren Kontaktfläche heiß werden. Zumal die Aderendhülse sich beim Festziehen noch zurechtdrückt.

1 „Gefällt mir“

Der Meinung bin ich auch, 10A bei 6mm2 da spielt es keine Rolle, mit oder ohne Hülse.

Ich ziehe immer alle! Schrauben nach nach dem ich im Verteiler gearbeitet habe, und es sind immer mehrere Schrauben dabei die sich etwas nachziehen lassen. Es liegt daran, dass man beim Arbeiten die Kabel bewegt und dadurch setzen sich die Adern/ Litzen (platzieren sich neu) und die Schraubverbindung wird locker. Ihr könnt es selbst testen. Zieht eine Schraube fest, dann bewegt Ihr einwenig die Leitung in der Klemme und dann zieht wieder nach, die Schraube lässt sich wieder einwenig festziehen...

Bei neuen Verteilern Imme die Schrauben nach ein Paar Tagen nachziehen, quasi wie mit den Winterrädern am Auto...

Und anstatt sich eine teure Wärmebild Kamera zu kaufen, einfach einmal jährlich einen kleinen Check vom Verteiler machen...

2 „Gefällt mir“

Das erscheint mir fragwürdig....

Setzen sich die Litzen, bewegt die Leitung, war das gar nicht ausreichend fest angezogen.

Es erscheint mir als Aberglauben und realitätsfern alle elektrischen Verbindungen erneut zu kontrollieren.

Auto und Felgen...

Das ist aus versicherungstechnischen Gründen. Die Werkstatt wird damit aus der Haftung genommen, wird da nicht erneut kontrolliert und eine Rad löst sich während der Fahrt. Der Klassiker - Verantwortung weitergeben.

Das hat nichts damit zu tun, daß sich Schrauben lösen - die lösen sich nicht und werden auch nicht bei Kontrolle fester angezogen - nach 29x Kontrolle Bolzenbruch :joy:

Als Laie könnte man diese Meinung haben, eine Elektrofachkraft erlebt täglich, das Klemmen nicht fest genug angezogen sind, dass Klemmen sich nach einiger Zeit erstaunlich weit nachziehen lassen.

Eines der wichtigsten Elektriker-Werkzeuge das so gut wie niemand hat und benutzt ist ein Drehmoment-Schraubendreher.

Es ist nicht relevant, was andere nicht können oder falsch machen......

Das mit dem Drehmoment wird immer schlimmer, ist für die notwendig, die das nicht können.

Es ist für den Profi fest im Handgelenk gespeichert, wo mit wie viel Druck. Das funktioniert.

Der Schrei zum Drehmoment ist der schlechten Ausbildung oder Montagearbeit von Hilfskräften geschuldet.

Satire bitte kennzeichnen :clown_face:

2 „Gefällt mir“

Dem muss ich widersprechen.

Ich habe das vorgegebene Drehmoment beim Verschrauben meiner 6mm² Lapp PV-Leitung (also kein China-Plagiat) in den sekundären "Fahrstuhlklemmen" der DC LSS mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel eingehalten.

Ein paar Tage später wurde nun die Ölflex 7G6 Leitung aus der Garage kommend in den KV 9336 eingeführt und auf der primären Seide der DC LSS angeschlossen, also auch hier mit vorgegebenem Drehmoment verschraubt. Dazu ist der Deckel der Unterverteilung nun, ich lgaube zum dritten oder vierten Mal, montiert/demontiert worden. Der Deckel drückt leider geringfügig auf die in die Reihenklemmen eingeführten Einzeladern - bewegt sie also.

PV Leitung sowie auch die Ölflex 7G6 sind mit Aderendhülsen mit Isolierkragen versehen. Übrigens: Ich hab drei fertige GAKs von Phoenix Contact gekauft da diese günstiger waren alls die Einzelkomponenten zu beziehen. Wenn hier bereits ein namenhafter Hersteller von Reihenklemmen mit Aderendhülsen in seinen Fahrstuhlklemmen der SPDs arbeitet, dann lass ich mich als Elektrofachkraft davon gern inspirieren und mache es genauso.

Man könnte den Schraubfall hier als weich oder zumindest mittelhart bezeichnen. Das schließt m.E. die Sicherheit aus, zu sagen "auf Nenn-Anzugsmoment" anziehen und Fire & Forget.

Ich konnte nun also nachdem einige weitere Leitungen quer durch die Unterverteilung gezogen werden mussten und damit bereits verlegte Leitungen mehrfach hin und her bewegt wurden feststellen, dass ich die Schraubklemmen aller (!) Fahrstuhlklemmen der SPDs sowie einiger DC LSS auf Nenndrehmoment (!) nachziehen konnte. Meiner Meinung nach kann ich auch 100x auf Nenndrehmoment nachziehen und die Schraube darf nicht abreißen.

Das kenne ich aus der Praxis auch. Auch wenn es hinsichtlich Dauerstandfestigkeit nicht gerade ein gutes Gefühl vermittelt zu wissen, dass da anscheinend etwas einem gewissen Setzverhalten unterliegt. Irgendwie.... unschön.

1 „Gefällt mir“

@vavuum oh je, schade dass du so denkst und solche Meinung hier im Fred verteilst, wo eine Unterverteilung wegen schlechtem Kontakt fast abgetaucht ist.

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun ?

Es ist der im Alltag von Profis angeeignet Sachverstand, der Dinge funktional und sicher werden lässt.

Unfähige Unbegabte Ungeübte benötigen vermutlich Kontrolle und Kontrollwerkzeuge.

Handwerklichkeit, Können und Geschick sind offenbar nicht mehr aktuell.

AR gestützt und Akkuschrauber mit Drehmomentvorgabe, wo jeder Handgriff protokolliert nach ISO gespeichert wird, benötigt auch nur noch dressierte Affen.

Ich bin kein Affe - das überlasse ich Anderen....

Da überschätzen sich viele völlig, weil sie es noch nie überprüft haben. Wir haben das mal in der Lehre gemacht und die meisten Profis, die seit vielen Jahren geschraubt haben, haben tendenziell viel zu fest angezogen. Und auch die Wiederholgenauigkeit war schlecht.

Da gibts so viele falsche Vorstellungen. Profis brauchen auch nie eine Maske bei staubigen Arbeiten zu tragen und Schutzeinrichtungen an Maschinen sind auch überflüssig. Dann stehen sie irgendwann da mit abgesägten Fingern und kaputter Lunge...

Im Elektrohandwerk ist der Drehmomentschraubendreher aber extrem selten vorzufinden. Die ziehen fast alle einfach deutlich fester an, als nötig und die Schrauben verkraften das auch. In der Industrie sieht es aber anders aus. Wenn da Schaltschränke gebaut werden, dann fast immer mit Drehmomentschrauber. Die haben einfach durch gutes Qualitätsmanagement herausgefunden, dass Ausfälle so deutlich seltener werden. Und wo es wirklich drauf ankommt, im Flugzeugsektor, wird sowieso immer und überall grundsätzlich mit Drehmo gearbeitet.

Nebenher: Wie hat ein Profi jemals gelernt, was genau das richtige Drehmoment ist? Viele Profis haben nie einen Drehmomentschrauber in der Hand gehabt und wissen schlicht nicht, was sie sich über die Jahre angewöhnt haben.

Wenn einmal fest, würde ich auch sagen, bleiben die fest. Aber wenn man während der Installation die Kabel hin und her bewegt, können sich Verschraubungen durchaus wieder lockern. Das hab ich sogar mal mehrfach reproduziere können, gerade bei diesen Käfigklemmen. Ordentlich fest gezogen, dann Kabel ein paar mal hin und her bewegt und auf einmal konnte man das Kabel leicht herausziehen. Vor allem bei dickeren Leitungen, so ab 6-10 mm².

1 „Gefällt mir“

Einen Maschinenbauer gruselt es immer wenn er mit Schrauben und Gewinde aus dem Elektrobereich zu tun hat

Das fängt bei seltsamen Abmessungen an, geht über Materialien wie das berühmte Chinesium und endet an der kompletten Ignoranz von Bauelementen wie Unterlagscheiben und der Gewindesicherung.

Aber zurück zum Thema, ich habe mehrere Wiederholungsprüfungen von Elektroanlagen erlebt, und was da an Schraubverbindungen höchstens "Handfest" vorgefunden wurden war erstaunlich. Das eine Elektrofachkraft alle Schrauben bei einer Überprüfung kontrolliert und oft auch einige nachziehen muss ist die Realität die Gründe stehen oben.

3 „Gefällt mir“