Sammelthread: Gasheizung optimieren

Das ist schon klar. Es geht darum, dass man bei bedarfsweisem Heizen nicht knapp auf Kante optimiert und es da gar nicht aufs Grad genau ankommt. Man muss einen Kompromiss finden, um schnell genug aufheizen zu können. Und natürlich, je kälter es wird, um so mehr muss die Vorlauftemperatur über die Heizkurve angehoben werden.

Es ging mir eigentlich darum, dass du diese Justage der Heizkurve als ein recht komplexes Ding beschrieben hast, wo du über Monate ständig am Nachregeln bist, bis du die perfekte Kurve gefunden hast. Und da wollte ich nur sagen, dass das bei bedarfsweisem Heizen so nicht nötig und sinnvoll ist. Da braucht man keine gradgenaue Heizkurve, die genau den Wärmebedarf abdeckt, sondern muss deutlich über dem normalen Bedarf sein, um eben schnell aufheizen zu können. Das ist in diesem Fall sehr viel einfacher einzustellen.

Am sinnvollsten wäre es wohl, wenn die Heizung bei gewünscht schneller Reaktion für eine gewisse Zeit die VL über die Standardheizkurve hinaus erhöhen würde und danach wieder auf den Steady-State Wert absenkt. Die abgenommene Leistung ist ja bekannt.

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Was mich bei meinen Beobachtungen gerade bei meiner Buderus GB112 mit RC35 Steuerung irritiert, ist dass ich aus Heizkurve NAT -11 und VL 40 stehen habe. aktuell fährt die Anlage bei 0C mit etwa VL 38C. Bei kälteren Temperaturen geht die VL auch über 40C. ich dachte meine Heizkurve begrenzt das bei 40C.

Wieviel geht es drüber?
Oft ist da noch bisschen Toleranz mit drinnen.

Mit der längeren Zeit ca. 3 Monate deckt man eigentlich alle Szenarien ab, die da wären:

Heizung springt an, heizt aber nicht komplet durch, Temperaturbereich zwischen 5 - 15 Grad.

Heizung läuft regelmäßig durch, Temperaturbereich -5 - 5 Grad.

Heizung läuft auf Maximum, Temperaturbereich -20 - -5 Grad.

Und kompliziert ist das nicht, ist ein bischen probieren, man kann da eigentlich nicht viel verkehrt machen, es kann nur mal zu kühl oder kalt sein, mehr nicht.

Hier noch mal eine Anleitung von Viessmann:

Praxis-Anleitung: Heizkurve Schritt für Schritt optimieren und testen

Die Heizkurve lässt sich nicht an einem Tag perfekt einstellen. Gerade bei wechselhaftem Wetter braucht es Geduld. Die wichtigste Regel lautet: kleine Schritte machen – und jeder Änderung ausreichend Zeit geben.

1. Protokoll führen

Ein Heizungsprotokoll hilft, den Überblick zu behalten und Zusammenhänge zu erkennen. Notieren Sie regelmäßig:

  • Datum

  • Außentemperatur (morgens und abends)

  • eingestellte Werte für Neigung und Niveau

  • gefühlte Raumtemperatur in den wichtigsten Räumen

2. Neigung anpassen

Die Neigung bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur auf sinkende Außentemperaturen reagiert – sie ist die zentrale Stellgröße der Heizkurve. Die Neigung kann sehr steil oder sehr flach ausfallen und hängt unter anderem von der gewünschten Raumtemperatur und dem energetischen Zustand des Gebäudes ab.

  • Gut gedämmte Gebäude benötigen meist eine flache Neigung, da sie wenig Wärme verlieren.

  • Unzureichend gedämmte Häuser brauchen oft eine steilere Neigung, um Komforteinbußen zu vermeiden.

  • Änderungen nur an kalten Tagen mit unter 5 °C Außentemperatur vornehmen.

  • Faustregel: Wird es nicht warm genug: Neigung leicht erhöhen. Wird es zu warm: Neigung schrittweise absenken.

3. Niveau einstellen

Erst wenn die Neigung passt, folgt die Feineinstellung über das Niveau. Es verschiebt die gesamte Heizkurve gleichmäßig nach oben oder unten.

  • Anpassungen sind sinnvoll in der Übergangszeit bei 5 bis 15 °C Außentemperatur.

  • Ist es in den Räumen grundsätzlich kühler als erwünscht, ist das Niveau der Heizkurve anzuheben.

  • Ist es hingegen zu warm, ist eine Absenkung der richtige Schritt.

4. Wartezeit einhalten

Nach jeder Veränderung heißt es warten. Nur so wird sichtbar, wie die Räume auf die neue Einstellung reagieren.

  • Faustregel: mindestens 12 bis 24 Stunden abwarten.

  • Bei Fußbodenheizungen dauert es durch die Trägheit des Systems deutlich länger – manchmal mehrere Tage.

Bitte gerne.

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Das klingt schon ein wenig merkwürdig. Ich habe aktuell 45c bei NAT -12 und liege bei 0c auf einer VL Temperatur von 37c

Ist bei mir ähnlich. Bei mir läuft der Brenner auch bei minus 8 auf der minimalen Brenner modulierung. Und das ergibt dann eine VL Temperatur von 40 Grad. Wenn wir kleinere Brenner hätten, könnte der die Kurve darstellen. Kann er aber nicht, weil Brenner zu groß

Das verstehe ich nicht. Dafür gibt es doch Mischer. Bei +5 liefert er doch auch eine Vorlauftemperatur unter 40c. Egal wie viel Leistung dein Brenner hat. Die Räume benötigen wenn du die Heizungen nicht zudrehst, eine bestimmte VL Temperatur um die gewünschte Temperatur zu halten. Das ist dann bei -12 z.B. 45c, bei 0c 37c und bei +5 34c bei + 10 vielleicht 30c. Klar ist, wenn du die Temperatur nicht abgenommen bekommst, steigt die Kesseltemperatur und die Heizung muss Takten.

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Klar gibt es eine gewisse Hysterese. Aber ich spreche voll sollwert welche die Therme laut Heizkurve vorgibt.

Ich habe auch noch eine min VL 5 und Max. VL 55 stehen. Das habe ich nicht geändert.

Heizkurve ist bei NAT 11 wie gesagt bei 40C.

Die Räume werden damit zwischen 20 und 21° warm. Ein Raum, wo ich vermute, dass dieser der nächste an der Therme ist, wird etwas wärmer.

Kann ich hier was einstellen ohne thermostat Kopf?

Heute bei -3C aktuell ist der VL SOLL bei 40 und IST 44. RL liegt bei 39. Eine gewisse hysterese halt. Aber wenn es halt nochkälter wird dann geht die VL SOLL ja über die 40C die eingestellt sind.

Ich hab hier im BJ 1998 120qm Haus auch einen Buderus GB112 24kw Brenner der laut Typenschild bloß bis min 7,4KW modulieren kann. Auf dem RC35 steht das ding läuft immer auf 35%.

Leicht über dimensioniert also…

Die umwälzpumpe habe ich aktuell auf höchste stufe stehen für den größtmöglichen volumenstrom. sind 5C Spreizung hier ein guter wert?

Nein, das ist kein voreinstellbarer Ventileinsatz. Damit taugt das auch nicht für einen hydraulischen Abgleich. Was du aber versuchsweise machen kannst, unten am Rücklauf sollte hinter der Abdeckkappe eine SW8 Madenschraube drin sein. Damit könnte man indirekt den Volumenstrom etwas drosseln. Ist aber nur ein “schmutziger” Kompromiss, einen Versuch jedoch wert.

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An der Stelle spielt doch auch noch die Ausschaltdifferenz mit rein. Die Heizung versucht die 40°C VL-Temperatur zu erreichen und moduliert dann so weit runter, dass sie die 40°C halten kann. Steigt die VL-Temperatur trotz minimaler Leistung immer noch an, wird nicht direkt bei 41°C abgeschaltet. Bei mir (zwar Vaillant und nicht Buderus) geht die VL-Temperatur bis 5K über VL-Soll, bevor der Brenner abgeschaltet wird.

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Wir haben eine GB162 ebenfalls mit RC35 und ich lese die gesamten Heizungsdaten mit einem Gateway aus, lege sie in einer Datenbank ab und werte die Daten mit Grafana aus - dies nur zum Background.

Vermutlich hast du einen 22kW Kessel? Der Modulationsbereich liegt zwischen 30 - 100% also kann sie minimal mit 6,6kW Heizen. Ist die Heizlast geringer gehts ins Takten. Der Heizkurve sind standardmäßig relativ weite Toleranzen (relativ große Hysterese) gegeben. Ich meine ab Werk darf die VL Temperatur +6K/-6K sein. Wenn die Kurve also Sollwert 38°C ausspuckt darf der Istwert bis auf 44°C ansteigen ohne das es zum Takten kommt. Allein diese Tatsache kann einem empirische Versuche schon mal ordentlich verhageln :slightly_smiling_face: Bei uns hab ich die Hysterese auf +3K/-4K gestellt. Ich möchte nicht das der Kessel im Grenzbereich stundenlang mit eigentlich viel zu hoher Vorlauftemp läuft, das ist Verschwendung. Dann lieber takten, ich kann ja am Ende nichts dafür dass der Kessel vom Vorbesitzer vollkommen überdimensioniert war.

Zudem ist auch die Totzeit, also die Zeit wie lange der Brenner keinen neuen Startversuch unternimmt, einstellbar. Standard sind 5min, bei uns habe ich das auf 45min erhöht.

Das bringt dich womöglich nicht wirklich weiter, aber wir haben bei 0°C eine VL Temperatur von 36°C bei einem 15kW Kessel der auf 3kW runter modulieren kann.

Ich konnte all diese Werte über das Gateway einstellen, das geht sicher auch am RC35 ich weiß jedoch leider nicht wie man in die enstsprechende Serviceebene kommt.

Unsere Werte gelten natürlich auch nur für unsere Wohn- und Heizbedingungen. Altbau von 1961 mit 116m² und beheiztem (Frostschutz) 55m² Nebengebäude - ungedämmt. Wohnhaus: Seit 2025 50% Fassade auf U-Wert ca. 0,22 gedämmt, seit 2019 neues Dach mit U-Wert 0,18. Heizkörper in 2016 alle gegen Typ33 getauscht und teilweise bis zu 40cm Breiter als die Fensterbänke (je links und rechts 20cm breiter). Um unsere aktuellen Randbedingungen etwas transparenter zu machen.

edit: unsere aktuelle Vorlauftemperatur bei 0°C liegt bei 36°C nicht bei 33°C, das war ein Typo.

Da er nur einen Heizkörper hat der deutlich zu warm wird sollte das über die Schraube am Rücklauf gehen. Alternativ, da er ja im testmodus ist, könnte er auch einen „ Handregler“ einsetzen wie ihn Win schon empfohlen hat.

Jap, schrieb ich ja im dritten Satz :slightly_smiling_face:

Ich hab jetzt endlich mal Wasserdampf aus meinen Brennwertabzugrohr (Schornstein?) gesehen.

Extra mal das Heißwasser angedreht und rausgegangen.

Da hat es an der Therme dann auch 80 Grad Vorlauf angezeigt :grin:

Das ist wenn der Brauchwasserspeicher kurz vor fertig ist, davor ist der Vorlauf kühler :grinning_face:

Kann ich probieren. Was genau passiert denn dabei?

Wie geht das mit dem auslesen? Also einstellen kann ich am RC35 ziemlich viel und ich bin auch in der Service Ebene. Aber die Hysterese ist da leider nicht einstellbar. Ich denke auch das die bei ±5C liegt.

Hier sind alles Typ 22. da würde mich auch interessieren wieviel man beim 33er gewinnt und ob das von den Kosten lohnt. Gerade Wohn was Bereich die beiden müssen viel Raum heizen.

Diese hand Regel Thermostate sind überall verbaut. Aber alle auf 5 zwecks testen. Ja ein Raum wird wärmer als der Rest. Ansonsten muss ich sagen passen die Temperaturen doch erstaunlich gut. Überall sonst zwischen 20-21C. Bad duerfte etwas wärmer sein. Dort wird mit FBH ueber RTL und handtuch HK geheizt. Das ist halt nicht ideal

Falls du das digitale Auslesen meinst, mit diesem Gateway das eine Weboberfläche bietet und seine Daten auch via MQTT z.B. an den Iobroker oder Homeassistant schicken kann.

Als wir das Haus gekauft haben stand eh eine Kernsanierung an und die alten Typ21 Heizkörper waren an den unteren Kannten schon z.T. ziemlich rostig. Und um auf die Nutzung einer WP vorbereitet zu sein haben wir uns schon damals für den Einbau reichlich überdimensionierter Typ33 Heizkörper entschieden um möglichst geringe Vorlauftemperaturen fahren zu können.

Wenn in diesem Jahr die zweite Haushälfte dann auch noch energetisch saniert ist rechne ich mit noch niedrigeren Vorlauftemperaturen.

Du meinst den Rücklauf drosseln?

Das will mir tatsächlich nicht in den Kopf.
Wenn die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur größer wird, wird doch auch mehr Wärmeenergie in den Raum abgegeben?
Wenn ich den Rücklauf so einstelle, dass er der Raumtemperatur entspricht, wird die komplette Wärmeenergie an den Raum abgegeben.
Wo ist mein Denkfehler?