Sammelthread: Gasheizung optimieren

Ausschlaggebend ist Differenz der mittleren Temperatur (VL minus RL) zur Raumtemperatur. Je größer die Temperaturdifferenz, desto größer der Energieübertrag. Wenn der RL = RT ist, gibt der untere Teil der Heizung gar nichts ab, deshalb muss der obere Teil dafür deutlich wärmer sein. Mit geringerer Speizung nutzt man mehr Heizkörperfläche.

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Wenn der Rücklauf = RT+ganz wenig hast Du zwar fast alles an Wärme an den Raum abgegeben, aber die Einstellung des Volumenstroms wäre extrem gering, um das zu erreichen, d.h. auch die Wärmemenge, die in den Heizkörper und von da in den Raum fließt.

Soll umgekehrt die Rücklauftemperatur nahezu gleich der Vorlauftemperatur sein, müßte der Volumenstrom so extrem sein, daß die durchfließende Wärmemenge deutlich über der abgegeben Wärmemenge sein, die maximal wäre, da der Heizkörper an allen Stellen maximal Wärme abgeben kann.

Dem Volumenstrom sind natürlich Grenzen gesetzt: Strömungsgeräusche und Energieaufwand um den nötigen Druckunterschied aufzubauen und das Wasser umzupumpen.

Ich spreche nicht von Thermostat Reglern, sondern von Hand Reglern. Mit denen kann man den Durchfluss am HK ohne Temperatur Einfluss runter regeln

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@exiloesi @jensdecker Danke für die Erklärung.

Ich hätte nach meiner Denke die Rücklauftemperatur mit einem RTL begrenzt. So dass die Heizkörper quasi immer auf (nahe) Raumtemperatur abkühlen.

Was ist ein RTL? Hätte wie gesagt zur Folge, daß Du den Volumenstrom dafür abwürgen mußt, um das zu erreichen und dann gar keine Wärme mehr ankommt und abgegeben werden kann.

Rücklauftemperaturbegrenzer

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Meine Viessmann von 2014 macht das. In der sog. Codierebene kann man für das Umschalten vom abgesenkten Modus auf Normalbetrieb eine Überhöhung in % und eine Zeitdauer einstellen. Außerdem habe ich extra eine Fernbedienung dazugekauft, weil mit der dort gemessenen VL-Temp die VL Temperatur ebenfalls beeinflusst werden kann. Erst damit wird es zur Regelung. Der größte Nachteil, man braucht einen relevanten Führungsraum. Wenn bei uns der Ofen an ist, muss ich das deaktivieren, weil sonst der Rest des Hauses nicht mehr warm wird. Bei Sonne ins WZ kann letzteres auch passieren.

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Damit sorgst du nicht dafür, dass der Heizkörper mehr Wärme abgibt, sondern du minderst nur stark den Durchfluss, so dass die Leistung des Heizkörpers stark absinkt. Du holst sozusagen viel Energie aus einem Schluck Wasser, aber du bist weit weg vom Leistungsmaximum des Heizkörpers.

Die Leistung des Heizkörpers steigt, wenn du so viel Wasser durchfließen lässt, dass das Wasser fast gar nicht abgekühlt wird. Und genau das möchte man bei Wärmepumpen, um mit der Vorlauf runter zu kommen.

ach das hatte ich schon geschaut. Meine gb112 ist leider so alt das sie nicht kompatibel ist.

Aber das ist für mich auch etwas konträr bzw nicht so ganz verständlich. Wenn das Wasser nur so durch den hk rauscht dann schafft er es ja nicht die Wärme abzugeben. Wo ist mein Denkfehler?

Ich glaube, das könnte daran liegen, dass diese Aussage etwas irritierend ist:

Es stimmt natürlich völlig, dass man bei Wärmepumpen so hohen Volumenstrom - also Durchfluss durch das Heizsystem haben möchte, wie möglich. Das will man aber hauptsächlich deshalb, weil die Vorlauftemperatur hier so klein wie möglich sein soll / muss um einen geringen Temperaturhub und somit auch möglichst effizienten Betrieb zu gewährleisten.

Sehr viel mehr wie der höhere Durchfluss wirkt sich aber höhere Vorlauftemperatur auf die “Leistung des Heizkörpers” aus. Deshalb ja auch die häufigen Probleme, wenn einfach eine altes Heizsystem mit Heizkörpern auf LWWP umgebaut wird.

Die Wärmeabgabe am Heizkörper ist dann am besten, wenn dieser den jeweilig höchsten in dem Moment möglichen Temperaturunterschied zur Raumtemperatur hat. Wenn also nun die Vorlauftemperatur nur 35° ist, die Raumtemperatur 22° ist, so ist die Spreizung ohnehin nur 13° zwischen Raum und Vorlauftemperatur.

Wenn nun diese 35° Vorlauftemperatur noch deutlich abkühlen wenn sie als Rücklauf wieder an der WP ankommen, dann bedeutet dass:

  • höherer Temperaturhub nötig für die WP = weniger Effizienz
  • geringere Leistung = Wärmeabgabe der Heizkörper, da die ja dann nicht die “max. möglichen” 35° erhalten - sondern entsprechend weniger. Wenigstens teilweise.

Wenn aber nun die gewählte Vorlauftemperatur ohnehin schon kaum ausreicht um die Räume warm zu bekommen, dann verschlimmert sich das dann dadurch weiter.

Bei den fossilen Heizungen ist das grundsätzlich kein Problem, sind doch hier 60° Vorlautemperatur oder sogar noch mehr üblich. (Verschlechtern aber auch hier die Effizienz).

Das ist dann auch der Grund, weshalb Flächenheizungen wie Fußbodenheizung, Wandheizung, Deckenheizung etc. ungleich besser geeignet sind für wassergeführte Wärmepumpen. Hier hat man sehr große Wärmetauschergrößen (= Leitungslänge im zb. Boden) und kann hohen Durchfluss realisieren (= geringe VL Temperatur und geringer Abfall von VL zu RL)

@win Völlig klar, dass du das auch gemeint hast - es liest sich nur komisch in dem Satz :wink:

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Andersrum denken, vom Heizkörper her: Wenn der bei gleicher VL mehr Wasser bekommt, ist er zu einem größeren Teil auf VL Temperatur und gibt mehr Wärme in den Raum ab, als wenn das nicht der Fall ist. Für die abgegebene Wärmemenge bei hohem Volumenstrom wäre bei niedrigem Volumenstrom eine höhere VL nötig = geringere Effizienz.

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Ok das hab ich insofern denke ich nun verstanden. also auch bei HK höherer Volumenstrom bessere Wärmeabgabe. Das passt auch zu meinen Messungen. Ich habe die Umwäzpumpe aktuell auf hächster stufe stehen und es wird wärmer bei gleichem VL. Danke euch, m,an kann hier so viel lernen :slight_smile:

Übrigens ist das Messen bei mir nivcht sooo einfach, da man so schlau war den AT fühler auf die Ost Seite zu bauen. konsequenz bei heutiger sonne. AT ist -6C aber da die sonne auf den Fühler ballert denkt die therme es ist 6C…. Also manchmal denk ich mir was ist mit den leuten los…. warum haben die den nicht paar CM um die ecke auf die Nord seite gepackt….. da hat jemand mitgedacht…nicht

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Geht vielen so, kommt einem erstmal paradox vor.

Der Wärmeleistung des Heizkörpers hängt einzig an der Temperatur, die sich auf der Heizkörperfläche einstellt. Schnell vorbeilaufendes Wasser kühlt sich zwar weniger ab, gibt aber trozdem mehr Wärme ab, weil das Temperaturniveau über den kompletten Heizkörper hinweg höher ist.

Mal als ein Vergleich: Ein Brief soll von A nach B transportiert werden, nehmen wir mal 10km. Würde da ein Postbote joggen, wäre er am Ende der Strecke ziemlich kaputt, hätte viel seiner Energie vebraucht. Würde auch über die Strecke immer langsamer werden. Insgesamt braucht er 1 Stunde. Im anderen Fall haben wir alle 100m einen Postboten aufgestellt. Jeder läuft nur 100m und übergibt dann den Brief dem nächsten. Jeder dieser Postboten sprintet also die 100m. Hat danach wenig Energie verloren, war aber sehr schnell. Der Brief kommt so in einer halben Stunde beim Empfänger an, aber jeder der 100 Postboten ist noch topfit, hat also wenig Energie verloren. Insgesamt aber haben die 100 Postboten deutlich mehr Energie freigesetzt.

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Der Außenfühler gehört eigentlich auf die Nordseite auf halbe Traufenhöhe :slightly_smiling_face: So wie der da montiert ist verhagelt ja jeder Sonnenschein die Heizkurve. Aber was solls, mit 22kW wirds eh immer warm :grin:

Mein reden. So wie neulich. Es waren -6C und durch die Sonne waren es 6C auf dem Fehler. Entsprechend ist dann die VL…