Sammelthread - Erfahrungen zum Heizen mit Klima Splitanlagen

@Jogobo

Die Wärmezufuhr findet aber auf einem anderen Niveau statt. Das ist wie mit einer Brauchwasserwärmepumpe anstatt 45°C eine Endtemperatur von 60°C einstellen. Das hatten wir nämlich hier im Forum einmal. Dort wurde von immensen Verlusten gesprochen. Im Endeffekt war es aber daran geschuldet, dass zwar zum erhitzen des Wassers von 10°C auf 65°C ein COP erreicht werden kann, der gemittelt bei um die 3 liegt, wenn man aber nur Energieerhaltung betreibt ist der COP schlechter. Weil das Niveau höher ist.

Deswegen versucht man bei Wärmepumpen mit Fußbodenheizung auch, die Vorlauftemperatur zu senken und den Durchfluss zu erhöhen und nicht die Vorlauftemperatur zu erhöhen und den Durchfluss zu senken.

Wo du Recht haben könntest wäre das modulieren des Außengerätes. Das wird wohl von jedem Gerät anders durchgeführt werden. Das sieht dann nach Zufall aus, liegt aber am Hersteller der Geräte....

Die Effizienz steigt, wenn der Temperaturhub sinkt. Das gilt für jede Wärmepumpe. Je höher der Temperaturhub, um so mehr muss der Verdichter leisten, die Effizienz sinkt.

Das ist auch der Grund, warum bei höheren Außentemperaturen der COP so stark steigt.

Ich glaube, da liegt der Kardinalfehler. Vielleicht sollten wir erst einmal klären, warum die Ausblastemperatur sinkt? Nach Deiner und auch @win Auffassung liegt es an einer besseren Effizienz.

Ich denke folgendes:
Wenn ich mit langsamem Lüfter die Raumluft innerhalb von 60 Minuten einmal komplett am Wärmetauscher vorbeiführe und dadurch eine konstante Raumtemperatur erreiche, muss ich bei Verdopplung des Luftdurchsatzes innerhalb von 30 Minuten die Hälfte der Wärmeenergie vom Wärmetauscher auf die Luft übertragen und auch nur die Hälfte des Wärmeverlustes ausgleichen. Das heißt, die Ausblastemperatur ist niedriger, weil dieselbe Luftmenge weniger Wärmeverluste ausgleichen muss. In 60 Minuten muss ich trotzdem auch bei hoher Lüfterstufe die Wärmeverluste von einer Stunde ausgleichen.
Wenn ich die Luftmenge im IG gegen unendlich erhöhen würde, würde die Ausblastemperatur immer näher an die Lufttemperatur angeglichen und bei einem stabilen System nur noch an der millionsten Nachkommastelle abweichen. Trotzdem müsste ich immer noch denselben Wärmeverlust ausgleichen.
Wärmeverluste ausgleichen kann ich nur, indem ich Wärme zuführe. Wenn sich die Zusammensetzung der Wärmeenergie aus elektrischer Leistung und Umweltwärme nicht massiv ändert, verbrauche ich nicht weniger elektrische Energie.

Die wirklich interessante Frage ist also: Ändert sich die Wärmeaufnahme über den Wärmetauscher am AG, wenn ich am IG die Lüfterstufe ändere?

Interessante Erklärung. Tatsache ist aber, dass der Energiebedarf, um einen Liter Wasser um 1K zu erwärmen, immer bei 1,16 Wh liegt, egal ob ich von 10 auf 11 oder von 59 auf 60°C erwärme. Und die Senkung der VL-Temperatur zusammen mit der Erhöhung des Durchflusses macht man deshalb, weil man Spannungsrisse im Fußboden durch zu große Temperaturunterschied an Vor- und Rücklauf vermeiden möchte, weil die "Wärmetauscherfläche" einer Fußbodenheizung ungleich höher ist als bei einem Heizkörper und weil 50°C Vorlauftemperatur in der Fußbodenheizung weder für den Bodenbelag noch für die Füße wirklich gesund wären.

Der COP ist in dem Beispiel schlechter, weil die Wärmedämmung des Brauchwasserspeichers zu schlecht ist und die Temperaturdifferenz von Umgebung und BW-Speicher zu groß. Hätte ich einen perfekt gedämmten 300l Wasserspeicher, kostet mich jedes K Temperaturerhöhung 348 Wh. Egal, ob ich den Speicher von 30 auf 40, 50 auf 60 oder 70 auf 80°C erhitze.

Ich denke, der Temperaturhub sinkt nicht, nur weil die doppelte Luftmenge mit derselben Energie erwärmt wird. Das hat zwangsläufig ein sinken der Ausblastemperatur zur Folge, obwohl der Wärmetauscher immer noch mit derselben Heißgastemperatur versorgt wird.

Er hat recht, der COP wird an beiden Enden ruiniert, an der Quelle, wenn man die Wärme nicht schnell genug liefert, an der Senke, wenn man sie nicht schnell genug abholt.
Der Kompressor braucht mehr Druck für dieselbe Energiemenge. Das Optimum zu finden ist nicht leicht, bei dem der Kompressor und die Windmühlen (bei Wasser die Pumpen) das beste Verhältnis von eingesetzter Elektroenergie zur erzeugten Wärmemenge bringen.
Ich habe ne WP mit Konstanter Quelle, bei mit konstanter Modulation laufendem Kompressor braucht er mehr Energie je höher die Zieltemperatur ist,
das sieht man, es ist kein esoterisches mehr. Das siehe man bei jeden Grad. Es hat nichts mit der Wärmemenge zu tun, die ist beim mir konstant.
Im Moment überheize ich meine Hütte etwas, der COP ist dadurch mies, aber wenn die WP taktet ist er auch mies.

Also für mich ist es einleuchtend, dass die Effizienz am besten ist, wenn man die vorhandene Wärme vom Innengerät bestmöglich abtransportiert, also maximale Lüfterdrehzahl.
Weiterer Vorteil ist, die Luft wird maximal weit in den Raum gepustet.

Und bei meinen Messungen war es immer so, dass die Stromaufnahme sofort steigt, wenn man die Lüfterdrehzahl reduziert.
Nicht erst, wenn das Luftvolumen im Raum ausgeglichen ist oder durch "Zufall".
Das war reproduzierbar.

Also 2 Gründe die für maximale Drehzahl sprechen

Grüße Jochen

Die Temperatur des Wärmetauschers sinkt ganz deutlich und das ist der Gewinn. Deshalb muss der Kompressor für die gleiche Wärmeleistung weniger arbeiten.

Das ist ein ganz zentraler Punkt bei Wärmepumpen bei der Effizienzoptimierung, dass man den Temperaturhub zwischen äußerem und innerem Wärmetauscher so klein wie nur möglich bekommt. Bei LWWP ist das noch viel offensichtlicher, weil man es hier direkt an der Vorlauftemperatur sieht. Geht die hoch, sinkt der COP, so die Theorie und wurde auch unzählige Male im Internet aus praktischen Erfahrungen geteilt. Die ganzen LWWP Optimierer kämpfen um jedes Grad bei der Vorlauftemperatur. Und gerade die Leute mit Fußbodenheizung sind da ganz vorne mit dabei, weil man hier die Vorlauftemperatur durch die große Fläche sehr weit absenken kann.

Genau, und wenn du die Luftmenge ins unendliche erhöhen würdest und wir die Leistung des Lüfters vernachlässigen, bist du dort im Optimum für die Wärmepumpe, weil die dann nur noch bis auf Zimmersolltemperatur hochpumpen muss. Damit ist der Verdichter im Optimum, weil er mit minimalen Druck das Ergebnis erreichen kann. Für jedes Grad mehr am Wärmetauscher muss er den Druck erhöhen, was mehr elektrische Leistung nötig macht.

Auch noch interessant für diesen Zusammenhang ist der Carnot-Wirkungsgrad:

Daran siehst du schon, dass der Temperaturhub entscheidend für den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe ist.

Der praktisch erreichbare Wirkungsgrad liegt eher so bei 50% des theoretischen Maximums.

@Jogobo

Richtig. Du benötigst dieselbe Wärmemenge, aber wenn du den Speicher auf 30 aufheizt benötigt die Wärmepumpe weniger Strom, also hat sie einen höheren COP. Je höher die Temperatur wird die gefordert ist, desto schlechter der Wirkungsgrad, umso mehr elektrische Energie benötigt die Wärmepumpe.

Wie geschrieben bei der BWWP. Eigentlich sollte die BWWP mit einem COP von 3 laufen. Da aber nur der letzte Hub nach oben erwärmt wird, kommt dabei 2 oder sogar darunter heraus. Würde man den Speicher vollständig leeren und von Kaltwasser 10°C auf die Endtemperatur erwärmen, kommt man dann auf einen COP von 3. Am Anfang sehr hoch, am Ende sehr niedrig.

[quote data-userid="8074" data-postid="180282"]Auch noch interessant für diesen Zusammenhang ist der Carnot-Wirkungsgrad:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carnot-Wirkungsgrad

https://home.uni-leipzig.de/energy/energie-grundlagen/13.html

Daran siehst du schon, dass der Temperaturhub entscheidend für den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe ist.[/quote]

Vielen Dank für die Links. Das hilft mir insoweit weiter, als dass ich nun erklären kann, warum wir über verschiedene Dinge sprechen. Ich spreche nicht über den reinen Wärmeerzeugungsprozess innerhalb des geschlossenen Kältekreislaufs einer Split-Klimaanlage. Bezogen darauf ist alles was Du und die anderen Diskussionsteilnehmer geschrieben haben, vollkommen korrekt.

Ich war aber gedanklich beim Heizen eines Raumes und versuche meinen gedanklichen Ansatz mal durch eine fiktives Fallbeispiel klar zu machen:

Gegeben sei ein Raum mit einem Rauminhalt von 50m³ Luft, der bei einer konstanten Außentemperatur einen Wärmebedarf von 500W hat. Installiert ist eine LLWP, die unter den gegebenen Bedingungen mit einem COP von 4,0 und einer elektrischen Leistungsaufnahme von 125W die mittlere Temperatur des Wärmetauschers im Innengerät auf einem konstanten Wert hält. Das Luftvolumen, das am Wärmetauscher vorbei geführt wird, liegt bei 500m³/h.

Damit dieses Fallbeispiel sinnvoll wird, müssen wir uns über folgende Dinge einig sein:

  • Ausblastemperatur ist nicht gleich der Temperatur des Wärmetauschers
  • Dem Raum müssen, egal welche Einstellungen geändert werden, immer 500W Wärmeenergie zugeführt werden

Um die Zahlen meines fiktiven Beispiels vergleichbar zu machen, rechne ich das ganze mal runter. Jeder m³ Raumluft verliert pro Stunde 10Wh Wärmeenergie. Da die Raumluft 10 Mal pro Stunde am Wärmetauscher vorbei geführt wird, muss jedem m³ Luft am Wärmetauscher 1Wh Wärmeenergie zugeführt werden. Die spezifische Wärmekapazität von Luft sagt, dass man 0,33Wh/m³ benötigt, um die Temperatur um 1K zu erhöhen. Also muss die Raumluft am Wärmetauscher um 3K erhöht werden, um die benötigte Wärmemenge in den Raum zu bringen.

Jetzt stellen sich folgende Fragen:

  • Welche Temperatur muss der Wärmetauscher im IG haben, damit der vorbeigeführten Luft die benötigte Wärmeenergie zugeführt werden kann?
  • Wie verändert sich die Temperatur des Wärmetausches im IG, wenn ich den Luftvolumenstrom verdopple?
  • Bei doppeltem Luftvolumenstrom kommt jeder m³ Raumluft nun 20 Mal am Wärmetauscher vorbei. Theoretisch eine Erhöhung der Lufttemperatur um 1,5K. In welchem Verhältnis kann die Temperatur des Wärmetauschers am IG gesenkt werden? Darf sie überhaupt niedriger sein?
  • Wie viel Wärmeenergie wird der Raumluft bei doppeltem Luftvolumenstrom und unveränderter Wärmetauschertemperatur zugeführt?
  • Wie verändert sich die Ausblastemperatur bei Verdopplung des Luftvolumenstroms und a) angepasster Wärmetauschertemperatur b) unveränderter Wärmetauschertemperatur?
  • Und die entscheidende Frage: Was ist der Sweetspot von Luftvolumenstrom und Wärmetauschertemperatur bei vorgegebener zu übertragender Wärmemenge?

Du hast natürlich recht. Es ist ein immenser Aufwand das herauszufinden. Es scheitert schon an den von dir vorgegebenen Konstanten, da eben ein Raum nicht kontinuierlich stark erwärmt werden muss sondern es Fluktuationen gibt. Draußen wird es wärmer, Sonne scheint, es wird kühler und die eine Wand ist gedämmt die andere nicht, dann was über die Hüllfläche des Raumes von anderen Räumen absorbiert wird etc. etc.

Und wenn du das Testszenario fertig hast, müssten dann alle Split-Geräte damit getestet werden, denn ob die wirklich die Temperatur am Innengerät senken während der Luftstrom erwärmt ist, wissen wir nicht.

Genauso ist es schwer den genauen Wärmewert herauszufinden. Der Hersteller gibt zwar einen COP vor, aber kontrollieren kann man das nicht. Wärmemengenzähler gibt es dort wohl nicht, bei denen mit Volumenstrom und Wärmezufuhr sowie Wärmerückführung und Umkehrung bei Defrosten ausgerechnet wird, wie hoch der COP eigentlich ist. Das wäre für den Kunden besser weil man nachsehen könnte, wann einmal ein Defekt vorliegt.

So würde es mich wirklich beim "Turboloch" interessieren. (also von +3°C - ca. -1°C wenn viel abgetaut wird) Denn wenn viel abgetaut wird, steht keine Leistung innen im Raum zur Verfügung weil der Prozess umgekehrt wird. Wäre interessant, ob in dieser Schwelle der COP drastisch absinkt. Wenn man sich Schaubilder von Wärmepumpenleistungen ansieht, dann gibt es dort keinen Ausreißer. Aber eigentlich müsste es diesen geben.

Da muss man aber ganz tief einsteigen, wollte man diese Fragen konkret beantworten. Dafür fehlt mir die Zeit und auch der Ehrgeiz.

Zur letzten Frage, wo das Optimum liegt: Wenn man mal die Effizienz von Wärmepumpen völlig außen vor lässt und einfach nur von einem erwärmten Wärmetauscher ausgeht und sich fragt, wo das Optimum liegt: Es dürfte dann fast egal sein, ob man einen sehr warmen Wärmetauscher mit wenig Luftstrom oder einen eher lauwarmen Wärmetauscher mit viel Volumenstrom hat. Das "fast" rührt daher, weil bei allen Technologien immer irgendwelche Verluste reinkommen. Bei Gasheizungen z.B. konnte man noch mit recht wenig Verlusten hohe Temperaturen fahren. Deshalb sind die Heizkörper recht klein. Dieser Kompromiss war hier gut. Bei Wärmepumpen kommt es hingegen auf jedes Grad weniger an, deshalb tendiert man hier zu sehr großen Heizkörpern, Fußboden- Wand- oder Deckenheizungen.

Den Energiebedarf eines Lüfters muss man auch als Verlust sehen, weshalb aus dieser Sicht interessant wäre, möglich geringes Luftvolumen zu bewegen.

Zur vorletzten Frage: Da kann man zumindest allgemein sagen: Je größer der Luftvolumenstrom, um so stärker sinkt die Temperatur am Wärmetauscher. Es gibt ja einen Wärmefluss von der Wärmequelle (Kältemittel) bis zum Blechende des Wärmetauschers und in diese Richtung dann eine kontinuierlich fallende Temperatur, weil das Material einen Wärmewiderstand hat.

In diese Richtung zielte ja mein Extrembeispiel mit dem unendlich großen Luftvolumenstrom. Die Ausblastemperatur hat als unteren Grenzwert die Ansaugtemperatur. Das sagt aber nichts darüber aus, welche Temperatur der Wärmetauscher am Einlass hat. Nur für den Auslass ist klar, dass auch hier der untere Grenzwert die Ansaugtemperatur ist.

Deswegen gilt die pauschale Aussage "die Anlage ist effizienter, je niedriger die Ausblastemperatur ist" aus meiner Sicht nicht. Es gibt irgendwo einen Sweetspot. Der liegt möglicherweise in einem Bereich, der für jede konkrete Heizsituation außerhalb der Anlagenparameter liegt und deshalb innerhalb der Betriebsparameter die Aussage stimmt. Das hat aber noch niemand von uns verifiziert und deshalb melde ich leichte Zweifel an.

Ich konnte das gestern Abend wieder testen: Meine ATXD35A lief nach dem Aufheizen (den ganzen sonnigen Tag über! Der Raum war also vollständig aufgeheizt) abends dann auf Lüfter im Auto-Betrieb. Gegen 17 Uhr habe ich dann den Lüfter in den Silent-Modus gestellt. Es erfolgte keine Änderung in der Leistungsaufnahme.

Was noch dazu kommt: die Außentemperatur war nach Sonnenuntergang sogar noch etwas am Sinken. Also selbst wenn eine erhöhte Leistungsaufnahme beobachtbar gewesen wäre, hätte die nicht von der niedrigeren Lüfterdrehzahl kommen müssen.

Was die ganze Sache auch noch verfälscht: Die Außentemperatur war später irgendwo um die 0 bis -2°C und das Außengerät wollte wieder etwa jede Stunde den völlig eisfreien Wärmetauscher abtauen, die Anlage läuft dann also nicht gleichmäßig durch. Ich habe immer sofort wenn ich gehört habe, dass der Lüfter aus geht (ein Zeichen für den Start des Abtau-Vorgangs) auf den "FAN ONLY"-Modus geschaltet und nach ca. 20 Sekunden wieder in den Heizbetrieb. Die Anlage umgeht dann das Abtauen und die Heizpause ist kürzer. Sollte man natürlich nur machen, wenn man sicher weiß, dass der Wärmetauscher nicht vereist ist.

Ich werde die Sache noch einmal beobachten, wenn es wieder wärmer wird. Mit Abtauzyklen (auch unterbrochenen) ist der Unterschied in der Leistungsaufnahme nicht zuverlässig feststellbar.

Wenn ein Raum eine bestimmte Heizleistung braucht, dann hat ein Innengerät mit einem langsam laufenden Lüfter eine geringere Heizleistung. Dieses gibt als weniger Wärmemenge bei einer bestimmten Kältemitteltemperatur in den Raum. Deshalb muss es so sein, dass die Kältemitteltemperatur bei einem langsam laufenden Lüfter deutlich höher sein muss gegenüber einem Innengerät mit schnell laufendem Lüfter. Das ist ein fester Zusammenhang.

Ganz ähnlich wie bei einem wassergeführten Heizkörper: Kleine Heizkörper brauchen höhere Vorlauftemperatur, um die gleiche Wärmemenge in den Raum zu bringen. Und Lüfter können die Leistung eines Heizkörpers erhöhen, womit man dann die Vorlauftemperatur wieder absenken kann.

Niedrigere Kältemitteltemperatur bedeutet effizientere Wärmepumpe. Auch das ist ein recht fester Zusammenhang, siehe Carnot-Wirkungsgrad.

Einziger Gegenspieler ist die erhöhte Leistungsaufnahme des Lüfters, der die bessere Effizienz wieder etwas schmälert. Wenn man sich hier dann anschaut, um welch geringe Leistung es dabei geht, ist es sehr wahrscheinlich, dass das kaum eine Rolle spielt. Der Lüfter des IG wird irgendwas um Min-Max bei 5-20 Watt liegen.

Aus der Praxis kann ich das bei meiner MHI auch recht gut beobachten. @Gullideggl hingegen beobachtet keine Leistungsveränderung bei der Daikin. Unklar, warum das so ist.

Das stimmt, muss man bedenken: Wenn eine Anlage bei niedriger Lüfterdrehzahl z.B. 35 Grad warme Luft auswirft und bei hoher Drehzahl dann 30 Grad, kann man noch keine Aussage darüber treffen, ob diese Temperaturreduzierung aufgrund niedrigerer Kältemitteltemperatur kommt oder ob es nur die stärkere Abkühlung des Wärmetauschers durch mehr Luft ist bei gleicher Kältemitteltemperatur.

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Für die Heizleistung in den Raum ist maßgeblich, wie viel Wärmeenergie über den Wärmetauscher an die durchströmende Luft abgegeben wird. Neben der Wärmetauscherfläche spielt die Temperaturdifferenz und die Luftmenge eine entscheidende Rolle. Um das zu prüfen, müsste man jetzt doch in meinen Fragenkatalog einsteigen und entsprechende Berechnungen anstellen.

Das kann nicht stimmen. Wenn wir die Wärmepumpenseite als Konstante betrachten (konstante elektrische Leistungsaufnahme, konstante Einlauftemperatur am Wärmetauscher des IG, konstante Strömungsgeschwindigkeit des Kältemittels), dann wird die mittlere Temperatur des Wärmetauschers im IG ansteigen, da durch den geringen Luftvolumenstrom weniger Luft erwärmt wird. Diese Luft wird aber stärker erwärmt, da die mittlere Wärmetauschertemperatur höher wird. Gleichzeitig sinkt das Delta zwischen Einlass und Auslass des Wärmetauschers am IG. Hier kommt es darauf an, wo die maximale Effizienz des Wärmetauschers liegt.
Ein Delta von 5K zwischen Lufteinlass und Luftauslass bringt trotzdem mehr Wärme in den Raum als ein Delta von 2K bei doppelten Luftvolumenstrom.

Eigentlich müsste es genau umgekehrt sein. Wenn ich einen Durchlauferhitzer mit konstanter Leistung betrachte und die Durchflussmenge des Wassers immer weiter steigere, dann wird das Wasser immer kälter, weil dasselbe Volumen immer weniger Zeit im Bereich der Wärmeübertragung "verbringt". Genauso ist es mit der durch den Ventilator bewegten Luft. Je schneller die Luft durchströmt, desto weniger Zeit bleibt für den Wärmetauscher, bezogen auf das Volumen, die Wärmeenergie zu übertragen.
Um beim Beispiel mit dem Durchlauferhitzer zu bleiben: Für einen großen Bereich reicht die Leistung des Durchlauferhitzers aus, um das Wasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Damit wird der Durchlauferhitzer mit steigender Durchflussmenge immer effizienter. An irgendeinem Punkt kippt das Ganze aber.
Wo dieser Punkt nun bei einer LLWP liegt, dazu muss man viel rechnen und viele Parameter kennen.

Das kann man getrost vernachlässigen. Die entscheidenden Gegenspieler sind die Größe des Wärmetauschers (deshalb hat die Perfera20 zwei und die größeren drei) und das durchströmende Luftvolumen. Da der Wärmeenergiegehalt der Luft sich linear zur Temperaturdifferenz zwischen Einlass und Auslass verhält, kommt es am Ende nur auf die Wärmeübertragung durch den Wärmetauscher an. Dabei spielt, soweit ich mich eingelesen habe, das Material des Wärmetauschers eine untergeordnete Rolle, weil die Wärmeleitfähigkeit von Luft so dermaßen schlecht ist.
Alles andere kann man bestimmt mit Hilfe des Fourierschen Gesetzes und der spezifischen Wärmekapazität von Luft irgendwie ausrechnen. Das sprengt aber schon wieder mein Verständnis der ganzen physikalischen Größen und Zusammenhänge.

Meine Beobachtungen dazu sind noch zu ungenau. Sicher ist bisher nur eins: wenn bei niedrigerer Lüfterdrehzahl die Effizienz schlechter wird (davon gehe ich aus) und mehr Strom verbraucht wird, ist das im nicht wirklich relevanten Bereich. Zumindest wie bei mir im unteren Leistungsbereich.

Das Problem ist, dass man das nicht wirklich vergleichen kann. Der Durchlauferhitzer kennt so etwas wie Effizienzverlust durch größeren Temperaturhub nicht. Er wird höchstens weniger effektiv, weil er das Wasser nicht mehr warm genug kriegt. Aber mit Effizienz hat das erstmal nichts zu tun. Bei der Wärmepumpe ist das ja prinzipbedingt anders.

Ich bin mir ja nach wie vor sicher, dass entweder größere dimensionierte Wärmetauscher oder schneller laufende Lüfter mehr Effizienz bringen. Ich glaube daran gibt es nix zu rütteln. Aber wenn die Unterschiede im überwiegenden Normalbetrieb (= geringe Leistung wird gefordert) nicht nennenswert sind, dann kann ich das vernachlässigen und schalte lieber ne Stufe runter und habs ruhiger im Raum anstatt ein paar kWh im Jahr zu sparen. :sunglasses:

Das hatte ich auch immer gedacht. Aber ist dem auch so? Kann man z.B. (nur beispielhaft) bei der Panasonic Jeisha davon ausgehen, dass die Effizienz der 5KW Version besser wäre, wenn außen der Wärmetauscher größer wäre oder mit 2 Lüftern? Irgendwo muss auch da ein Limit sein, da muss doch Kältemittel durch... Was soll man da noch herauskitzeln, wenn man knapp an der unteren Modulationsgrenze herumwerkelt?

Ich schalte sie tagsüber auf volle Möhre und abends auf leise. Am Tag schalten die Kisten dann auch öfters runter und ab weil die Wärmemenge überhaupt nicht benötigt wird. Ob sie mehr takten als bei niedrigen Touren weiss ich nicht. Wenn wir später ein Außentermometer mit Hygrometer haben werde ich Tests durchführen, ob diese Lüftergeschichten irgendwelche Auswirkungen haben. Hier ist es praktisch weil wir quasi 2 Innengeräte haben, die in die Räume pusten. In der Küche in den Gang sind es ca. 8m und vom Gästezimmer von der anderen Seite in den Gang sind es 6m. Die pusten also in entgegengesetzter Richtung weil im Gang ein Innengerät wäre quatsch gewesen. Wir haben aber auch eine Flucht von ca. 18m. Da verteilt sich alles viel besser wenn die Lüfter höher drehen. Ansonsten gibt es punktuelle "Hotspots".

Das aber auch alles nur bis die FBH inkraft tritt....

Ja da hast du wohl Recht, da ist nicht viel zu holen. Ich denke, dass größere Wärmetauscher / schnellere Lüfter schon die Effizienz fördern aber wahrscheinlich holt man mit der weiteren Optimierung nicht mehr viel raus.

Ich handhabe das so wie du: bei Abwesenheit heize ich mit höherer Lüfterstufe vor, bei Anwesenheit wird runtergeregelt. Das, was ich weiter oben schon angesprochen hatte (Effektivität vs. Effizienz) habe ich hier selbst nicht sauber auseinander gehalten. Der (für mich) wesentliche Vorteil eines größeren Wärmetauschers + Lüfters am Innengerät wäre, dass die Anlage das selbe Luftvolumen auf eine größere Fläche verteilt und dadurch mit geringerer Geschwindigkeit ausgeblasen wird, die Anlage wird leiser. Gleicher Effekt bei weniger Lärm, man könnte sagen effektiver bei gleicher Geräuschkulisse.

Das Selbe ist es ja, wenn ich meine Anlage im Silent-Modus laufen lasse. Das Aufheizen würde auch weniger effektiv funktionieren, wahrscheinlich bei tiefen Temperaturen gar nicht mehr klappen. Zum Halten der Temperatur kann es je nach Umständen locker ausreichen.

Ist hald nicht ganz einfach zu beurteilen, in welchem Maße sich das dann in der Energieeffizienz niederschlägt.

Wenn du sonst keine Parameter änderst, steigt mit der Lüfterdrehzahl auch die Wärmeabgabe in den Raum. Ist genauso, wei bei einer heißen Suppe. Pustest du mehr, wird sie schneller kalt, also geht mehr Wärme pro Zeit in den Raum.

Bei Heizkörpern ist das ja auch schön offensichtlich: Um die Wärmeabgabe (Wärmeleistung) zu erhöhen, baut man Lüfter drunter. Und je schneller der Lüfter dreht, um so höher die abgegeben Wärme bzw. die Wärmeleistung. Man entzieht dabei dem durchströmenden Wasser mehr Wärme.

Die Luft erwärmt sich weniger, nimmt in der Summe aber mehr Wärmeenergie mit. Wie bei der heißen Suppe. Puste ich mehr, wird die Luft (die vom Teller wieder weggeht) zwar nicht so stark erwärmt, aber insgesamt befördert sie mehr Wärme weg.

Der DLE passt seine Leistung an, je mehr Wasser, um so höher die Leistung, damit die Temperatur konstant bleibt. Bis zu dem Punkt, wo seine Maximalleistung erreicht ist. Steigert man dann noch mehr den Volumenstrom des Wassers, sinkt die Temperatur.

Das verstehe ich nicht: Ein Durchlauferhitzer hat immer nahezu gleiche Effizienz, weil er die komplette elektrische Energie als Wärmeenergie ins Wasser gibt. Also Effizienz nahe 100%. Ein wenig Wärme geht in die Luft, aber vernachlässigbar.

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