Sammelthread - Erfahrungen zum Heizen mit Klima Splitanlagen

Ich denke auch, es gibt einige Pfade, wie man diese Anlagen effizient betreiben kann. Und wenn wir die finden und dokumentieren, kann sich jeder das Passende heraussuchen. 24/7 ist sicherlich die einfachste Art, damit der Regler der Anlage sich gut stabilisiert und durchläuft.

24/7 ist vor allem für gut gedämmte Häuser interessant, weil da die Mehrkosten nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Im Altbau ist das meist Energieverschwendung.

@win >„Im Altbau ist das meist Energieverschwendung“<

Ich denke wenn der Altbau 24 Stunden am Tag bewohnt wird .. ist das voll OK mit Durchzuheizen!

Und selbst wenn nicht .. müsste man die Klimaanlage völlig überdimensionieren um die Räume kurzfristig aufzuheizen … kostet erstmal viel in der Anschaffung … und ob das am Ende wirklich viel sparsamer ist .. wage ich zu bezweifeln ..

Ich vergleiche das mal mit nem Wasserbett (hatte ich mal) wenn man da nicht die Temperatur hält .. dann wird das nix mit Schlafen .. dauert ewig (länger als eine Nacht) bis es wieder angenehm wird ..

Genauso ist es in meiner Hütte .. wenn die auf 15 Grad nach nem Urlaub runter gekühlt ist .. dann ist es auch nach 24 Stunden noch nicht angenehm .. selbst wenn die Pellet Heizung mit 16 kW da rein ballert!

Würde bedeuten .. ich bräuchte min. 5 Klimaanlagen um Zeitweise schnell aufheizen zu können :-/

Denke eher in gut gedämmten Häusern ist das zeitweise Heizen eher möglich und auch Energie sparender :wink:

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Im Schlaf braucht doch niemand 21 Grad im Wohnzimmer. Das kostet aber eine Menge. Je höher die Temperatur innen, um so größer der Wärmefluss nach draußen. Man heizt also vermehrt die Umwelt.

Mit dem Nachheizen und dem Einsparpotenzial hatte ich das hier mal wieder getestet:

https://www.akkudoktor.net/forum/heizungssysteme/sammelthread-erfahrungen-zum-heizen-mit-klima-splitanlagen/paged/57/#post-171542

0,8 kWh zu 3,0 kWh, wir haben als Faktor 3,75 eingespart!

Und was das Aufheizen angeht: Das ging ganz gemütlich mit niedriger Aufnahmeleistung innerhalb von 3 Stunden. Aber bereits nach 15 Minuten war die Temperatur für unser Empfinden völlig hinreichend.

Wohlgemerkt: Die Anlage lief auch beim Aufheizen fast nur an der untersten Modulationsgrenze und das bei 5 Grad Außentemperatur.

Würden wir durchheizen - das haben zahlreiche Experimente gezeigt - würde unser Verbrauch mindestens um Faktor 3 ansteigen! Das ist es mir nicht wert.

Außer wenn es draußen sehr kalt wird, dann lassen wir die Bude nicht mehr so stark auskühlen. Dann wird es wirklich schwierig mit dem Aufheizen und der langen Phase von unschöner Kälte im Haus. Letztes Jahr bei -10 Grad ist eine Anlage dann durchgelaufen.

Das wäre dann wieder das Thema Effizienz vs. Komfort. Da gebe ich dir völlig recht, je mehr man in Richtung Effizienz geht, um so unkomfortabler wird es. Da muss dann jeder wieder seine Balance zwischen den beiden Polen finden.

In der Hinsicht sind deine und meine Bedürfnisse glaube ich sehr verschieden, weshalb wir einen ganz anderen Punkt zwischen den Polen wählen. Das finde ich bereichernd, weil wir so mehr Vielfalt in die Diskussion bringen.

Da hast du aber kaum Einsparpotenzial damit. Die Verluste nach draußen sind einfach sehr klein. Und die Temperatur fällt innen auch nur wenig, wenn man eine Nacht nicht heizt. Damit spart man dann kaum was. Denn die Höhe der Verluste hängt direkt an der Temperaturdifferenz Innen zu außen. Wenn es innen kaum fällt, bleiben die Verluste nahezu gleich.

Ich habe da so meine Zweifel, ob ich mit zwei Singlesplit die Raumtemperatur mit 230W halten könnte.

Ab 20:30 Uhr wurden ca. 160W mehr biologische Heizleistung in den Raum gebracht :wink:

Ich habe in meinem (Ytong) Altbau mit neuen Fenstern intensiv mit Nachtabsenkung experimentiert. Selbst bei nur 1 oder 2° dauert es am Morgen ewig, bis die Temperatur wieder in den Räumen ist.

Eine nennenswerte Ersparnis gab es nicht dafür einen massiven Komfortverlust.

Da wir eh den ganzen Tag Zuhause sind läuft nun immer alles durch, nur im Urlaub fahre ich etwas runter.

Grüße Jochen

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Das ist genau einer der Gründe, warum ich eine nachgeschaltete automatische Regelung gebastelt habe. Das Standardverhalten der Daikin-Anlage passt nicht zu meinem persönlichen Wohlgefühl und ständige manuelle Nachregelung ist mir zu nervig.

Letzten Endes mache ich es ähnlich wie @indie. Nur nicht über eine statische %-Tabelle für die Bedarfssteuerung, sondern formelbasiert über die Differenz von AT zu Raumsoll und zusätzlich über die Änderung der Raumtemperatur in den letzten 5 Minuten. In der Aufheizphase ist das Ziel, die Raumtemperatur innerhalb von 5 Minuten um mindestens 0,2K steigen zu lassen. Bei 0,5K unter Raumsoll wird zurückgefahren auf 0,1K Steigerung in 5 Minuten. Anschließend geht es dann auf Temperatur halten = Delta Raumsoll zu Raum-Ist nahe 0K.

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@kartoffel Der Begriff "Pellet Heizung" war wohl etwas Irreführend. :frowning:

Bei meiner "Pellet Heizung" (wasserführender Pelletofen) gibt es gar keine Heizkurve :wink: Ballert rein bis 70 Grad Wassertemperatur erreicht ist und regelt dann erst runter .. Heizkörper um die Energie abzugeben sind genügend vorhanden :wink:

Bruchstein Wände brauchen ein wenig länger bis die wieder auf Temperatur sind :frowning:

Meine Erfahrung ist das genaue Gegenteil. Wir fahren mit einer Nacht- und Abwesenheitsabsenkung auf 18°C. Der Aufheizvorgang dauert, nicht zuletzt wegen automatischer Nachregelung, maximal eine Stunde.

grün=Raumtemperatur
orange=Leistungsaufnahme Klima

Ich arbeite zurzeit mit drei Stufen: morgens um 09:00 Uhr weg mit der Nachtkühle und heizen auf 19°C, um 12:00 Uhr auf 20°C und von 16:00 bis 22:00 Uhr auf 21°C. Da ich ca. 230W zum Temperaturhalten brauche und aktuell mit +/- 2 kWh pro Tag auskomme, spare ich durch die Nachtabsenkung 3 kWh pro Tag. Bei Frost mag das anders sein, aber die Daten bekomme ich bestimmt auch noch.

Das gilt umgekehrt aber genauso. Eine Nacht ohne Heizung kühlt die nicht vollständig aus.

Mit anderen Worten: Du bist abends ein massives Überheizen gewohnt. 70° C Vorlauftemperatur im Heizkreise würdest Du nicht einstellen, wenn es eine klassische Heizungsanlage wäre. Läuft in dieser Zeit eigentlich Deine Klimaanlage mit oder schaltet die ab und erst irgendwann nach Mitternacht, wenn die Hitze des Pelletofens weg ist, wieder ein?

@jogobo
Leider reicht es wenn die Wände um nur 3 Grad abkühlen .. dann braucht die Klima bis min. mittags bis sie annährend die eingestellte Temperatur erreicht :-/ Ich finde das sehr unangenehm !

Dadurch das ich erst Abends die Schlafzimmertür öffne .. ist es auch nicht zu warm zum Schlafen ..

Nachtabsenkung hab ich natürlich in der Klima Zeitsteuerung drin .. aber nur 1 Grad :wink:

Da wird nichts überheizt! Die Heizkörper haben Elektronische Thermostatköpfe die Zentral über die Raumtemperatur gesteuert werden. Die eingestellte Temperatur liegt unter der von der Klimaanlage! Darum sind die Heizkörper im WZ fast immer aus, im SZ drehen die zwischen 20 und 22 Uhr auf 22 Grad auf.. nach 22:30Uhr schaltet sich der Ofen incl. Pumpe komplett ab! Die Klimaanlage regelt abends je nach Wetterlage selbständig runter auf ca.180 Watt. Die Raumtemperatur erhöht sich je nach Wetterlage kaum bis gar nicht. Im Zweifel schaltet sich die Klima aber auch ab!

Mit solchen Temperatur Schwankungen wie du sie eingestellt hast würde ich nicht leben wollen .. ich brauche im WZ eine gleichmäßige Raumtemperatur von min. ca. 22 Grad um mich wohlzufühlen {green}:scared:

Ein manueller Eingriff ist nicht notwendig!

Bin zufrieden mit der Steuerung!

Ich denke, bei dir ist es die Situation, dass du noch keine Innengeräte in den Räumen, sondern nur im Flur hast. Die Wärmezufuhr durch die Tür ist da sehr begrenzt. Das braucht dann ewig. Wenn du direkt in den Räumen ein IG hängen hast, ist die Luft recht zügig auf Temperatur.

Wobei man bei 1-2 Grad Absenkung auch nicht mit so viel Ersparnis rechnen kann. Dann sind es vielleicht nur 10%. Da kann man durchaus fragen, ob sich das lohnt.

Ist sicherlich immer wieder ein spannendes Experiment, wenn man das mal direkt ausprobiert: 1 Woche durchheizen und 1 Woche nur bedarfsweise bei möglichst gleichen Außentemperaturen. Dann hat man eine gute Basis für seine Entscheidungen.

Hier mal ein Log, wie die Temperatur bei uns im WZ in der letzten Heizsaison geschwankt ist:

Die Schwankungsbreite zeigt, dass es oft über 5 Grad waren, wie es von Tag und Nacht geschwankt hat. Die mittlere Temperatur lag dann vielleicht bei 17 Grad. Würde man mit 21 Grad durchheizen, wären es 4 Grad mehr.

Was ich da noch nicht zusammenbekomme: Nach dem üblichen Daumenwert von 6% Einsparung pro Grad, wären es gerade mal 4 * 6 = 24 %. Aber wir scheinen viel mehr einzusparen. Entweder es gibt noch andere physikalische Effekte, die ich noch nicht so richtig durchdrungen habe oder es gibt Fehler in meinem Beobachtungen.

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Erklär mal, wo die 70°C Vorlauftemperatur hingehen, wenn die Heizkörper zu machen. Und mich würde auch interessieren, bei welchen Bedingungen Du innerhalb kürzester Zeit innen die Wände um 3K runtergekühlt bekommst.

Ich hatte selbst 5 Jahre lang ein 60m² großes Büro in einer alten Stadtvilla mit dicken Bruchsteinwänden (ob 80 oder 100 cm kann ich nicht sagen). Im Winter wurde die Hütte nicht richtig warm (alte Rippenheizkörper, 4m hohe Decken), kühlte aber auch nicht frostig aus. Im Sommer dauerte es, bis die warme Luft von außen das Gemäuer aufgewärmt hatte, dafür wurde es aber weder über Nacht noch zum Herbst hin merklich kühler, bis die Wände wieder augekühlt waren.

@jogobo >>"Erklär mal, wo die 70°C Vorlauftemperatur hingehen, wenn die Heizkörper zu machen."<<

Aber du weißt schon das der Pelletofen sich automatisch runter regelt ?! und im Zweifel sogar aus geht :wink:

>>Wände um 3K runtergekühlt bekommst.<<

Runter kühlen ist absolut kein Problem :wink: .. wenn ich bei Temperaturen unter 10 Grad die Heizung aus mache … fällt die Raum Temperatur innerhalb weniger Stunden unter 20 Grad !

Ist halt so .. sonst würde ich das nicht schreiben! Evt. schaue ich mal irgendwann nach nem Raum Thermometer welches das ganze Minuten genau aufzeichnet .. denke aber dieses Jahr eher nicht mehr :wink:

Im Sommer .. wenn es nicht gerade 30 Grad sind mache ich übrigens auch abends die Klima zum heizen an :wink: Sieht man auf meinem Jahresverbrauch .. mit Klima Kühlen gabs noch gar nicht bisher :wink:

ja, so hat halt jeder eine andere Wohn- und Einbausituation. Und andere Gewohnheiten.
Auch bei uns schalte ich nachts ab.

Hier mal die Situation im 32 qm Wohnzimmer - 70er Jahre Anbau mit 3 Außenwänden, jeweils 2 Wände leicht gedämmt sowie 1 Wand mit neuer 3-fach-Verglasung, aber riesiger Fensterfläche. Nicht unterkellert, Flachdach drüber aber mit Gründach. Beheizt mit Stylish 3,5 kW. Rheinland.

Diagramm von gestern Abend bei sehr hoher Außentemperatur von ca. 9-10 °C.

Der Raum ist also um ca. 3 °C über 10 Stunden ausgekühlt. War aber bereits am Morgen nach 30 Minuten Klima wieder um 1,5 °C aufgeheizt. Da das Außengerät nicht unter 200 Watt moduliert, hätte ich stattdessen 2 kWh über die Nacht verballert. So hat mich das Wiederaufheizten 0,5 kWh gekostet.

Anfang Dezember waren es nachts um die -1 bis 0 °C.
Da hat der Raum über die 10 Stunden 4 °C verloren, die Klima hätte ca. 400 Watt gebraucht, um die Temperatur zu halten. Wären also 4 kWh über Nacht gewesen. Aufheizphase am Morgen hat 2 kWh gekostet, und der Raum brauchte mit einer Stunde länger um auf Temperatur zu kommen. Die Anlage hatte deutlich mehr zu kämpfen, auch wegen Abtauphasen.

Fazit für mich: Bei extremer Witterung könnte ich aus Komfortgründen die Anlage durchlaufen lassen - weniger verbrauchen würde sie aber nicht. Bei milden Temperaturen macht Durchlaufen lassen überhaupt keinen Sinn.

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Ich habe einen Sanyo 3.5KW AC in einer DG-Wohnung mit 120qm Grundfläche im offenen Altbau (keine Türen bis aufs Bad), Jahresmitteltemp. ist 11.1°C. Die heizt mit max. 4kW bei einem COP von 3.6, also bis knapp 15kW brutto-Heizleistung. Die meiste Zeit läuft sie mit 500W Stromverbrauch vor sich hin. Zur Zeit (Ende Dezember, 8-12°C) verbrauche ich rund 12kW Strom pro Tag für die Klimaanlage. Das sind 40-45kW Heizleistung für 2.40-3.60€. Unter 0°C bringt die Klimaanlage so gut wie nichts mehr, ist also untauglich an sehr kalten Tagen.

Ich hätte noch eine Gastherme, die ich zur Zeit nicht benutze, aber die würde 80kWh Gas verbrauchen. Das wäre viel teurer. Woher der riesige Unterschied kommt kann ich mir nicht erklären. Die Gastherme nehmen wir aber zum Duschen und verbrauchen dabei 70l Wasser und 1.5-2kW Gas.

Da ist ein Rechenfehler drin, 0.5 kWh ist viel zu wenig. Das müssten 3-5kWh sein. Hast du keine Kurve des Energieverbrauchs?

@martin3000

0,5 kWh ist der Stromverbrauch, nicht der Wärmeeintrag. Genauso wie die 2 kWh über Nacht der kalkulierte Stromverbrauch bei minimaler Leistungsaufnahme von 200W sind.

Heizwert des verbrauchten Gases ist nicht gleich Wärmeeintrag in die Wohnung. Da spielen Wirkungsgrad der Gastherme, Abgasverluste, Leitungsverluste, usw. mit rein. Kannst ja mal die Heizkörperleistung bei bestimmten Vorlauftemperaturen berechnen und dann ermitteln, wie viel Wärme die Heizkörper in die Räume bringen können.

Das ist aber die Lufttemperatur im Raum und nicht die Temperatur des Mauerwerks. Deine Aussage war, dass sich die Wandtemperatur der Innenwände innerhalb weniger Stunden um 3K reduziert.

Ja, aber ich war's nicht, der gesagt hat, es seien genügend Heizkörper vorhanden, um die Hitze des Pelletofens loszuwerden. Bleibt also Fragen wie z.B.:
Heizt der Pelletofen nur den Warmwassertank?
Wo geht die Strahlungswärme des Pelletofens hin?
Bleibt die Klimaanlage an während der Pelletofen läuft oder schaltet sie ab weil die Raumtemperatur durch den Pelletofen erreicht wird?

Das klingt nach einer sehr interessanten Bausubstanz oder nach sehr individuellen Wärmebedürfnissen :wink:

Egal was von beidem zutrifft vermute ich, dass es nicht viele Wohnungen gibt, auf die sich dieses Nutzungsverhalten übertragen lässt.

@martin3000 ja genau das ist kein Rechenfehler. Es geht um die elektrische Leistungsaufnahme wie Jogobo sagt. Start 7:45, um 8:15 waren es wie gesagt 1,5 °C mehr. An der Kurve kannst Du einen mittlere Leistung von 500 W entnehmen über diese Dauer. Macht 0,5 h * 0,5 kW = 0,25 kWh.

Danach ca. 300 W Leistungsaufnahme für 45 Minuten -> 0,75 h * 0,3 kW = 0,23 kWh.

In Summe also rund 0,5 kWh.

Seit heute früh bis jetzt (17:30h) hat die Klima 2,8 kWh verbraucht. Das kommt also alles hin. :wink:

Der CoP dieser Anlage bei der Außentemperatur von 10 °C liegt bei ca. 7.

Entspricht also 3,5 kWh Wärme für das Aufheizen bzw. 20 kWh Wärme für den gesamten Tag bisher.