So, ich freue mich sehr diesen thread gefunden zu haben, nach dem ich schon lange suchte. Nun schreibe ich hier heute nach ausführlichem Mitlesen im Forum meinen ersten Beitrag und stelle mich kurz vor:
Ich bin Ulf, gehe auf die 60 zu und lebe mit meinem Mann und Labradoodle seit 3 1/2 Jahren zwischen Lübeck und Travemünde in einer DHH von 1960 (Fenster und Gasbrennwerttherme 2019 neu). Es besteht aus 55 qm Erdgeschoss mit offener Wohn-/Ess-/Küchen-Kombination plus kleinem WC, Flur und Treppe nach oben sowie in den Keller. Im OG sind 41 qm verteilt auf 2 Schlafräume, ein mittelkleines Bad und Empore. Dazu gibt es einen (schlecht isolierten) 41 qm Flachdachanbau mit Bad und 2 1/2 Räumen.
Unsere Heizbedarfe pendelten in den letzten Jahren zwischen 15.000 und 20.000 kw/h Erdgas, je nachdem, wieviel wir mit unserem Kaminofen in EG zugeheizt haben.
Da die andere Hälfte unseres DHH erst ab kommendem Frühjahr 2023 wieder dauerhaft bewohnt sein wird, gehen wir nun in den 4. Winter, in dem wir die andere Seite über die gemeinsame Mittelwand miterwärmen.
Bereits vor 5 Jahren sammelte ich erste Erfahrungen mit einer Split-Klima-Heizung in meinem vorigen Haus, einem ca. 300 Jahre alten Lehmkaten im Mecklenburg. Dort kam damals erfolgreich ein Hantech-Truhengerät 3,5 Kw (Scop 4,0) zum Einsatz (vergleichbar Gree Konsole), dass ich damals für um 400,- € bei ebay erstanden hatte. Nach der Installation hatte ich besonders in der Übergangszeit sehr viel Freude an dem Gerät und der Wärmeleistung, habe aber leider keine konkreten Aufzeichnungen mehr.
Inzwischen haben wir auch hier in unserer "neuen" DHH 2 Single-Split-Anlagen installiert: Im EG hängt eine Panasonic UFE35 Truhe (SCOP 4,6) CS-Z35UFEAW / CU-Z35UBEA an der Außenwand im Esszimmer (teuer vom Fachbetrieb für 1300,- € installiert aber günstig in Italien für 1400,-€ erstanden) und versorgt damit momentan bei offenen Türen ebenfalls das OG (ca. 18 Grad) leicht mit (also zusammen 96 qm). Der Timer startet um 7.30 Uhr bei 21,5 Grad (Lüfter: Auto). Dabei geht der Verbrauch nach ca. 15 Minuten Heizung mit ca. 1,1 Kw zügig auf minimal um die 400 Watt zurück. Je kälter es draußen ist, desto geringer ist dabei die Minimal-Leistungsaufnahme (bisher 388 Watt). Sie läuft dabei durch und kommt nicht ins Takten. Im Verlauf des Vormittags bei steigenden Außentemperaturen stellen wir die Pana aus, spätestens wenn sie das erste Mal von selbst ausgeht/anfängt zu takten. Um 17.30 startet der Timer erneut, bei 21,5 Grad und wir stellen die Kima manuell 30 - 60 Minuten bevor wir ins Bett gehen aus. Der Temperaturverlust in der Nacht liegt momentan bei 2-3 K. Höchster Tagesverbrauch war bisher am 29. September 2022 mit 6, 4 Kw, also von morgens bis abends durchgelaufen bei Außentemperaturen von 8 - 11 Grad und Dauerregen.
Sind wir nicht zuhause, läuft auch die Klima-Heizung nicht. Über W-Lan können wir sie jederzeit rechtzeitig (15-20 Minuten vor Rückkehr) von unterwegs aus anmachen.
Im Schlecht isolierten Anbau (Ytong-Konstruktion und Umbau früherer Nutz-Nebengebäude mit Flachdach) werkelt nur bei Bedarf seit April eine Gree Hansol 09 Nordic GWH09TB-S3DBA1D, die ich bereits 2018 in Estland gekauft hatte (850,- € incl. Transport), die aber im alten Haus nicht mehr installiert wurde. Diese hat einen SCOP von 5,1 und hat sich bemüht, im April und Mai den Anbau plus EG und OG Haupthaus zu beheizen (137 qm): Im Ergebnis war der Anbau gut warm, die Schalzimmer im OG Warm genug zum schlafen und das EG hatte so 18-19 Grad. Das Innengerät ist leise aber hörbar, die Pana ist deutlich leiser.. Die Gree kann bis -25 Grad Außentemperatur heizen und geht minimal auf ca. 300 Watt Leistungsaufnahme runter. Hat übrigens auch WLAN.
- Seit dem 11. April heizen wir nicht mehr mit Gas und haben bis zum 30. Mai 2022 mit der Gree zum Heizen 183 Kw/h verbraucht, bei momentan noch 0,305 € pro Kw/h ergibt das rund 56,- €.
- Im September haben wir für rund 14,- € geheizt (Pana 38 kw/h), Gree 8 Kw/h)
-In der ersten Hälfte des Oktober haben wir 57 Kw/H Pana und 12 Kw/H Gree) = 21,- € verbraucht.
Allerdings haben wir auch die Nutzung des Anbaus in der Heizperiode stark eingeschränkt und die Tür geschlossen. Dort pendelt jetzt ohne Heizung die Temperatur zwischen 13 und 16 Grad und wir bemühen uns, dort die Luftfeuchtigkeit unter 65 % zu halten wegen Schimmelgefahr, was nur bedingt mit der Gree machbar ist, da die Entfeuchten-Funktion nur bis 16 Grad arbeitet.
Das Bad im OG heizen wir nur für einige Minuten vor der morgendlichen Nutzung mit einem Uralt- Elektroheizer Planeta Multi-Therm de Luxe Typ 400 (ca. 60er Jahre) mit 900 Watt und verbrauchen dort 200 -450 Watt, je nach Aufenthaltslänge. Dafür würde die Heizung im Keller nur mal kurz husten....
Unser Warmwasser (52 Grad) macht leider noch die Gas-Therme im Keller, allerdings nur zwischen 5.20 und 7.40 Uhr mit einer 4-minütigen Zirkulation um 5.40 und um 7.00 Uhr. Wir benutzen tatsächlich auch viel den Waschlappen
und duschen abends nie. Das Restwarmwasser im Schichtspeicher reicht für den Rest des Tages aus. So kommen wir für WW auf einen durchschnittlichen Tagesverbrauch von ca. 0,2 qm3 Gas (rund 2,2KW) für 2 Personen.
Und die ganze Sparerei machen wir, obwohl wir hier nach wie vor einen Gaspreis von 7ct/Kw/h (incl Steuern...) haben.
Alles in allem bisher ein sehr guter Erfolg, ich habe die letzten 3 1/2 Jahre tatsächlich sämtliche Monatsverbräuche händisch protokolliert und habe daher eine prima Vergleichsbasis, die Einzelheiten erspare ich euch aber hier, da mein erster Beitrag eh verdammt lang geworden ist.
Wir hatten unseren Jahresabschlag bei den Stadtwerken zum September um 20% erhöht, momentan gehe ich aber von einer Rückzahlung zum Ablesezeitpunkt Anfang April 2023 aus, zumal seit Juni auch eine 600 Wp Balkonsolaranlage auf dem Anbau werkelt.... :-).
Ich habe lange nach ausführlichen Praxisberichten über das Heizen mit Klimaanlagen gesucht aber nicht all zu viel dazu gefunden, daher würde ich mich wirklich sehr freuen, an dieser Stelle weitere Berichte finden zu können. Und vielleicht gibt es ja auch Erfahrungsberichte zu einzelnen Balkonsolarmodulen und -wechselrichtern, mein Bosswerk regelt z.B. immer bei 280 Watt ab, der Hoymiles erst bei 296 Watt und die Module sind auch recht unterschiedlich im Verhalten.... Aber das ist eine andere Story,
So long,
Ulf