Sammelthread - Erfahrungen zum Heizen mit Klima Splitanlagen

Kurzes Update, die letzten Tage hatten wir hier Recht kalte Temperaturen teilweise bis -14 Grad. Hier kommt die 12k Dimstal an ihre Grenzen. Bei der Raumgröße von ca. 42m2 und der schlechten Dämmung aber auch verständlich. Der Raum ist von 20 Grad auf 18 Grad runtergekühlt und die Anlagen tat sich schwer wieder auf 19 Grad zu kommen. Der Verbrauch ist auch deutlich angestiegen von ca. 10 kWh auf 15 kWh.

Ich bin dennoch überrascht wie gut das bisher geht. Evtl. muss ich noch eine 9k Hantech nachrüsten dann sollte auch bei kälteren Temperatur mehr Puffer da sein.

Ja, wenn möglich, würde ich immer alles auf ECO laufen lassen. Dann wirst du belohnt mit deutlich weniger Stromkosten. Nur wenn du mal in kurzer Zeit viel Power brauchst, dann ausschalten.

Das macht auf jeden Fall Sinn, eine weitere Anlage nachzurüsten, weil dann alle Anlage nicht so am Limit arbeiten. Und damit steigt der COP deutlich.

Bei uns ist es gerade -7 Grad, bin auch erstaunt, wie gut das noch funktioniert. Die Anlage zieht so 400-500 Watt, womit sie noch in einem sehr effizienten Bereich arbeitet. Dabei hält sie das Wohnzimmer 16m² auf 17 Grad. Trotz ungedämmter Fassade. Die 17 Grad sind freiwillig gewählt, mehr brauchen wir nicht.

Vom Raum muss man deutlich mehr wissen als Fläche oder Volumen. Entscheidend ist die Heizlast. Das ist die Heizleistung, die man bei der typischen Minimaltemperatur (Norm-Auslegungstemperatur, z.B. -10°C, je nach Gegend) benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur (z.B. 21 °C) zu erhalten. Früher ausgelegte Gas-, Pellet-, oder Ölheizungen sind deutlich überdimensioniert, d.h. die haben oft mehr als die doppelte Heizleistung, als man als Heizlast benötigt.

Du kannst Deinen Brennstoffverbrauch an einem sehr kalten Tag nehmen und auf 16h oder 24h verteilen. Dann bekommst Du auch eine Heizlast. Z.B. bei mir Verbrauch an einem sehr kalten Tag (weiß ich natürlich nur gesamt für das Haus) sind 15-16 m3 Gas, entsprechend ca. 160 kWh. Wenn ich die in 24h "verheizen" will, benötige ich eine durchgängige Heizleistung von ca. 7 kW. Das wäre also meine Heizlast. Jetzt kann man noch Annahmen treffen zu den Verlusten, die vielleicht bei heißen Heizkörpern und der entsprechenden Wärmeverteilung größer sind als mit einer Luftheizung, also dadurch die Heizlast etwas reduzieren. Oder auch nicht. So bekommst Du eine Heizlast auf Basis des Verbrauchs.

Für einen einzelnen Raum ist es schwieriger. Ich werde meine eingebauten Heizkörper nehmen und die maximal auftretende Vorlauftemperatur. Hierzu gibt es auch Tabellen, was die Heizkörper leisten. Ob sie diese Leistung aber in Deinem Haus erreichen, ist davon abhängig, wie gut die Hydraulik im Heizkreislauf abgeglichen ist. Beispiel auch hier: in meinem Wohnzimmer sind zwei Heizkörper, die erreichen bei 60°C Vorlauftemperatur 2000W + 1000W. Also werde ich mit einer 3.5kW Anlage Split Anlage (nominelle Leistung) planen. Mehr als 60°C habe ich als Vorlauftemperatur - glaube ich - nicht. Glaube deshalb, weil man dazu oft in den Keller laufen müsste, was ich bisher nicht gemacht habe.

Beide Ansätze könnte man jetzt gegeneinander plausibilisieren, in dem man den ersten Ansatz (der ist auf Basis des Verbrauchs relativ präzise) und die Summe aller Einzel-Heizlasten für alle Räume vergleicht. Bei mir kommt als Summe der einzelnen Räume auf Basis der Heizkörper deutlich mehr als 7 kW raus, eher 12 kW. Viele Räume sind nämlich bezüglich der Heizkörper überdimensioniert.

Disclaimer: Das sind meine Ideen, für Korrekturen bin ich dankbar.

@schup011 Guter Gedankengang. Ähnlich habe ich es auch betrachtet wobei es scheinbar doch komplexer ist als gedacht.

Meine herangehensweise waren mehrere Überlegungen.

1.) Ermittlung der Heizlast nach durchschnittlichen Werten je nach Baujahr:

Unser EFH ist z.b. von 1987 allerdings wurde es schon teilweise besser gedämmt und es wurden neue Fenster und Türen verbaut. Ich habe also theoretisch einen Wert zwischen 75 und 60 W/m² . Eine ganz genaue Ermittlung nach Dämmung, u-Wert der Fenster usw. ist mir zu kompliziert. Angenommen habe ich 70 W und damit komme ich bei 41,5 qm² auf theoretische 2905 Watt Heizbedarf.

2.) Klimadaten auswerten wie z.b. Norm Aussentemperatur , Jahresstunden kälter als 5°C, Jahresstunden kälter als 0°C ,Jahresstunden kälter als -5°C

von der Seite: Klimadaten

sowie aus Klimatabellen:

Dementsprechend überlegen wie groß die Anlage sein muss. Ich habe mir gesagt, bei ca. 10 Tagen im Jahr, die durchschnittlich kälter als -5° sind, muss die Anlage nicht übermässig viel Heizleistung besitzen um die tiefsten Temperaturen zu überstehen, sondern sollte so groß sein das sie während der Haupteinsatzzeit ( +10 bis 0° ) effizient arbeitet. Umso größer das Außengerät umso schneller taktet die Anlage bei höheren Aussentemperaturen, die statistisch gesehen aber den deutlich größeren Zeitraum der Verwendung ausmachen.

3.) Ermittlung der Heizlast über die verbauten Heizkörper und Vorlauftemperaturen. Das dient aber nur als grober Richtwert da die Heizkörper in der Regel über Jahrzehnte durch Renovierung, Umbau und Sanierung vergrössert werden und die eigentliche reale Heizlast oft eine andere ist. Hier gibt es z.B. Tabellen bei : Heizkörper berechnen | HORNBACH

Je nach Länge, Breite, Tiefe des Heizkörpers erreicht man andere Heizlasten. Entscheidend ist auch die Vorlauftemperatur.

Als Beispiel. Angenommener Heizbedarf sind 70 W / qm². Damit komme ich wie schon erwähnt bei 41,5 qm² auf theoretische 2905 Watt Heizbedarf. Bei 70 Grad Vorlauftemperatur schaffen meine verbauten Heizkörper insgesamt 5200 W Heizbedarf, sind also eigentlich komplett überdimensioniert. Bei 55° Vorlauftemperatur sind es "nur" noch 3240 W. Ich habe dann z.b. meine Heizung auf 55 Grad Vorlauftemperatur manuell runtergedreht und geschaut ob die Heizleistung bei z.B. -5° noch ausreicht um den Raum zu erwärmen. Das war dann meine Bestätigung das z.b. ein 3,5 KW Innengerät ausreichen müsste.

grafik.png

Anregungen zu meinen Gedankengängen und Berechnungen sind erwünscht :slight_smile: /p>

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Genau so kann man das schnell herausfinden. Also den Raum erstmal auf Zieltemperatur heizen, dann Heizkörperventil voll auf und mit der Vorlauftemperatur soweit runter gehen, dass der Raum gerade noch auf Temperatur gehalten wird. Hat man diesen Wert, lässt der sich auch gut für andere Temperaturen umrechnen. Das ist linear zur Temperaturdifferenz Außen zu Innen.

Oder Aufheizen und dann Heizung aus und mit einem 2kW Heizlüfter schauen, welche Temperatur gehalten wird über mehrere Stunden. Sollten 2KW deutlich zu viel sein, dann einfach auf 1kW reduzieren. Wir haben hier z.B. einen kleinen Heizlüfter, den man zwischen 600 Watt und 1200 Watt schalten kann.

Auch überlegen, ob über die Split-Klima andere Räume mitgeheizt werden müssen.

Nicht die Größe des Außengerätes, sondern die Minimalleistung des Gerätes. Oft haben z.B. 2,5 kW und 3,5 kW Geräte eines Herstellers die gleiche Minimalleistung. Dann kann man im Zweifelsfalls das größere Gerät nehmen, was ja genauso weit runter kommt mit der Leistung.

Da würde ich auch mal mit IR-Thermometer den Heizkörper oben und unten messen, ob das ungefähr hinkommt mit den Tabellen. Und ganz wichtig: Luft muss raus sein, sonst wird er unten nicht warm, dann hat man deutlich geringere Leistung.

Es gibt auch einen Daumenwert für Split Klima: 60-120 Watt/m² an Leistung verbauen. Bei gut gedämmt reichen 60, bei schlecht gedämmt eher 120.

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@sushibomba
Nach meinen jetzigen Erfahrungen Mitte Dez. bei Dauerfrost und -15 Grad hätte ich doch besser ein größeres Gerät nehmen sollen. Oder noch besser 2 Anlagen (wobei das bei mir schwierig von der Montage gewesen wäre)

Im Moment halte ich Tagsüber die Schlafzimmertür geschlossen und heize dort dann gegen Abend mit der Pelletheizung auf. Sonst erreiche ich meine Wohlfühl Temperatur von 22.5 Grad nicht mehr in der Wohnküche.

Nachts habe ich dann wieder alles offen und die Pelletheizung ist aus dann liegen die Temperaturen am Morgen bei knapp 19 Grad in der Wohnküche. Die Klima läuft dabei dann ständig an ihrer Leistungsgrenze. Mit dementsprechendem Luftdurchsatz. Vom Gefühl her liegt der COP dann immer noch zwischen 3 und 4 (vergleichbar mit 2 starken Heizlüftern)

Die Lautstärke im Innenraum ist bei Lüfter stufe 4 in etwa auf dem Level des Pellet Ofens also noch OK. Das Außen Gerät finde ich etwas zu Laut (ich vermute das durch das vereisen die Gummilagerung am Kompressor etwas hart geworden sind .. wird man dann sehen, wenn es wieder komplett auftaut)

Mal schauen wie sich das Experiment weiter entwickelt :wink:

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Nach meinen jetzigen Erfahrungen Mitte Dez. bei Dauerfrost und -15 Grad hätte ich doch besser ein größeres Gerät nehmen sollen. Oder noch besser 2 Anlagen (wobei das bei mir schwierig von der Montage gewesen wäre)[/quote]

Kommt drauf an wo du wohnst - aber wenn -15 Grad die Ausnahme sind (wovon ich mal ausgehe), dann heißt das nicht unbedingt, dass deine Anlage unterdimensioniert ist, zumindest nicht in Punkto Effizienz. Vor allem nicht, wenn noch eine Pelletheizung da ist. Bei -15 Grad ist Heizen mit der Pelletheizung wahrscheinlich sowieso günstiger (außer du hast noch einen sehr günstigen Stromtarif).

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Ich mag es auch bei niedrigen Themperatuen gemütlich auf dem Sofa.. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt.. dann mach ich evtl. noch ein kleines Split Klimagerät ins Schlafzimmer.

Im mom. bezahle ich für Strom 0,30€ kWh für Pellets ca. 0,50€ Kg bei ähnlicher effizenz (COP 3-4) denke ich ist die Splitanlage noch im Vorteil.

Du kannst es jetzt schon ungefähr hochrechnen. Ich hab das gestern mal gemacht.

Als erstes brauchst du deinen Stromverbrauch seit Anfang der Heizsaison. Du rechnest bis Ende Dezember nochmal eine Prognose mit drauf. Bei dir würde ich einfach weiter mit 20kWh pro Tag rechnen.

Jetzt rechnest du

Stromverbrauch /390 * 1000 und kommst auf den Jahreswert für Heizenergie.

Die 390 sind die Heizgradtage Sep-Dezember. Man kann also sagen, dass man 390 von 1000 an Heizenergie in dieser Zeit durchgeheizt hat.

Vereinfacht kann man auch sagen: Stromverbrauch Split-Klima bis Ende Dezember * 2,6 = Jahresstromverbrauch

Oder auch Stromverbrauch im kompletten Dezember * 6,25 = Jahresstromverbrauch. Dürften bei dir so um 2000-2500 kWh sein, wenn man sich nur den Dezember anschaut.

Hallo ich hatte heute bei -8 Grad mal unsere Daikin im Heizmodus an. Das Enteisen der Lamellen geht prima, nur der Ablauf ist total zugefroren. Das läuft duch den Ablaufschlauch nichts mehr ab. Wie ist das bei Euch? Friert das auch zu? Lasst Ihr das so? Geht davon die Anlage kaputt?

@win Und, wie läuft es mit dem Abtauen?

@hugo66 Der Ablaufschlauch muß leider ab.. Ich hatte das gleiche Problem.. ohne Schlauch klappt es problemlos... (bisher) Leider hatte ich es recht spät bemerkt so das sich eine Eisschicht im Gerät entwickelt hat .. die wohl erst beim nächsten Tauwetter vollständig entfernt sein wird.

@win Wenn sich deine Rechnung als richtig erweist dann würde das in etwa in dem Bereich liegen was ich vor Putin mit Pellets an Kosten hatte .. Die Zukunft wird es zeigen :slight_smile:

Das Aussengerät sollte auch recht genau in Wage stehen sonnst könnte es auch Probleme mit dem Kondeswasser bei Frost geben.

@zx6r was ist mit ablaufschlauch isolieren? oder heizen?

@hugo66 Heizen geht bestimmt Irgendwie ... Isolieren bei minus 15 Grad ... eher nicht denke ich ... Ich probiere es erstmal ganz ohne .. und wenn’s nervt einfach ein Schräges Brett drunter damit das Wasser gezielt abfließen kann

Auch bei aktuell -12° hier, läuft immer noch ohne Probleme.

Zimmer im OG, 24 m², ohne Dachboden, Samsung Ar09TXCAAWKNEU (Wind-Free Elite, 2,5 kw) heizt ohne Probleme bei 21°, Stromverbrauch liegt, wie auch schon bei -8°, beständig bei 380 W/h.

Das EG (Wohn, Ess, Küchenbereich) wird noch um eine 2,5 kW Splitklima erweitert (3,5 kW Gerät aktuell installiert), dann sollte das auch ohne Probleme funktionieren.

Eine Hochrechnung zum Stromverbrauch werde ich die Tage dann mal vornehmen um zu sehen wo wir landen.

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Auch bei aktuell -12° hier, läuft immer noch ohne Probleme.

Zimmer im OG, 24 m², ohne Dachboden, Samsung Ar09TXCAAWKNEU (Wind-Free Elite, 2,5 kw) heizt ohne Probleme bei 21°, Stromverbrauch liegt, wie auch schon bei -8°, beständig bei 380 W/h.
[/quote]Das ist bemerkenswert, da bekanntlich jedes Grad delta zwischen Innen- und Außentemperatur den Energieverbrauch um ~10% steigen lässt.

@byteripper Ich kanns nicht ändern, ist so