Ja - also quasi noch “zusätzlich” zu einem fassen an der falschen Position. Dieser Effekt wirkt sich offenbar in der Praxis sogar noch sehr viel deutlicher aus, als die Position wo man ihn fasst. In dem weiter ober verlinkten Thema aus “zerspanungsbude” ist das ehr gut erklärt:
Viel "Schlimmer" aber: Wenn man auch im Griffbereich unglücklich greift oder die Kraft aufbringt, schwankt das Ergebnis bereits um ~+-5%, man schlägt einfach gleich mal die Toleranz vom Schlüssel nochmal mit drauf. Wenn man wie ein Honk warum auch immer an der Mitte vom Schlüssel zieht, ist man auch völlig daneben (im mehrfachen Sinne
)
Ich hoffe man sieht auch an der jeweiligen Standardabweichung, dass die Messungen halbwegs reproduzierbar waren (ausser bei der jeweils letzten Reihe).Damit ist gezeigt, egal ob ein 180€ teurer mechanischer oder "senden sie uns eine Anfrage" teurer digitaler Drehmomentschlüssel, beide haben das gleiche Problem, womit hoffentlich auch unabhängig von interner Mechanik gezeigt ist, dass die Mathematik recht hat
Einschränkend ist dazu natürlich festzustellen, dass meine Zieherei nicht einer Messung, wie sie bei einer Kalibrierung stattfinden würde, entspricht. Da wird per Kurbel an einem festen Punkt des Griffes ideal gezogen, ohne dass man aufgrund des wegfallenden Widerstands beim "Knack" sozusagen "durchfällt" und ruckartig der Kraftmessdose nochmal einen mitgibt. Ich denke aber, dass mit dieser Methodik eine alltagsnahe Situation abgebildet wird.
Da wird auch thematisiert, dass ein “menschliches Auslösen” eben nicht 1:1 der Situation auf einem Kalibrierstand entspricht - weil man ggfs. ungewollt noch etwas mehr “nachzieht / drückt”.
Insgesamt war mein Denkfehler der, dass ich mich zu sehr auf den “hinteren Hebel” von Knickpunkt bis Ende Schlüssel konzentriert habe. Der ist nat. starr - deshalb konnte ich hier die Veränderung nicht nachvollziehen weil es für mich gefühlt wie eine starre zb. Ratsche war. Es ist aber wie hier und auch anderswo ausgiebig erklärt wurde so, dass das “Mischergebnis” zählt. Also die Hebelverhältnisse “interagieren” und die Position wo man den Hinteren Teil fasst stellt dann einen variablen Hebel dar - mit dem man somit dann auch das Moment am Abtrieb beeinflusst. Von “fester als eingestellt” (= weil das Knickelement aufgrund zu weiter vorne greifen einen zu kurzen Hebel bekommt - da verbunden dann aber der Gesamthebel die Schraube dennoch festzieht) bis “weniger fest als eingestellt” (= weil der Hebel hinter dem Knickelement länger wird - dieses somit dann im Verhältnis mehr Moment abbekommt und zu früh auslöst).
Vielen Dank für eure Beiträge, insbesonder denen die komplett ohne Überheblichkeit ausgekommen sind ![]()
Ich habe da überhaupt kein Problem einzusehen, dass ich das einfach nicht kapiert hatte - manchmal braucht man eben etwas länger ![]()
Aber das ist eben das schöne an so einem Forum, wenn man solche Sachen diskutieren kann und dann ggfs. viele davon profitieren - weil sie entweder nie darüber nachgedacht hatten, oder ggfs. auch wie ich eben falsch lagen.
