Richtiger Umgang mit Drehmomentschlüssel (für u.a. Split Klima etc.)

Für viele Arbeiten rund um Heizungsanlagen bzw. auch Split Anlagen etc. sind ja Drehmomentschlüssel erforderlich - ebenso wie bei Arbeiten am Kfz, Motorrad, Rad etc. auch.

Nun gibt es diese Drehmomenschlüssel in verschiedensten Ausführungen - die “verbreiteste” Ausführung dürften die sein, die mit einem “Klack” auslösen um anzuzeigen, dass nun das eingestellte Drehmoment erreicht ist. Diese Ausführung kann ein “Überziehen” nicht (eigenständig") verhindern! Sie ist darauf angewiesen, dass der Anwender unmittelbar mit der Krafteinwirkung aufhört, sobald das “Klack” ertönt.

(Es gibt andere Arten, die dann abknicken oder durchrutschen - oder ev. auch nur die Kraft anzeigen (ohne “Knack-Mechanik) die zb. durchrutschenden begrenzen das Drehmoment tatsächlich.

So weit, so gut.

Mir geht es jetzt um den korrekten Umgang mit solchen Drehmomentschlüsseln, die nur “klack” machen, aber nicht begrenzen.

Bekanntlich sollte man diese nach jeder Nutzung entspannen - zurückdrehen, damit die Feder im Inneren nicht ermüdet und somit die Werte verfälscht.

Aber wie sollte man diese Drehmomentschlüssel nun benutzen = wie hält man sie fest, wenn man eine Schraube damit anzieht?

Hier scheiden sich völlig die Geister, die Einen behaupten das eingestellte Drehmoment wird nur dann korrekt erreicht - wenn man sie exakt am Griffstück anfasst. Sonst ist es zu gering oder zu hoch.

Andere wiederrum sagen, es wäre egal wo man die anfasst - so lange man es im Bereich hinterhalb der “Knickmechanik” macht, weil diese ja am Ende dann auslöst bei erreichtem Drehmoment.

Bei den Split ist zb. dieser Drehmomentschlüssel gängig:

Ich besitze diesen selber, die Anleitung gibt leider nichts darüber her. Da wird das überhaupt nicht erwähnt. Es gibt aber auch ein “Anleitungsvideo” von Rothenberger:

Dort wird das Thema auch mit keinem Wort angesprochen, der Schlüssel vom “technischen Referenten” aber ganz offensichtlich deutlich weiter vorne angefasst:

Ich fasse den gewöhnlich hinten am Griff an.

Nun interessiert mich eure Meinung zu diesem sehr kontroversem Thema :wink:

Also wie ist es nun, ist es egal ob man weiter vorne / hinten anfasst oder nicht. Und weshalb?

Ich sehe nicht, warum es einen Unterschied machen sollte, wo man anfasst. Je weiter hinter, desto länger der Hebel und leichter ist es, ein gewisses Drehmoment aufzubringen und die Chance vielleicht größer, daß man es nach dem Knack übertreibt. Aber sonst sehe ich kein Argument, warum es eine Rolle spielen sollte.

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Ich halte mich da mit meiner eigenen Meinung mal zurück, kann aber schon mal so viel sagen: Ich hatte da eine “feste” Meinung dazu - habe das aber gerade vorhin noch mal “ausprobiert” mit meinen 3 Drehmomentschlüsseln die ich hier habe.

Danke für deine Einschätzung, ich bin mal gespannt wieviele Meinungen wir zusammen bekommen und wohin es sich entwickelt :smiley:

Vielleicht könnte man sich ja nen Prüfstand basteln und eine frei drehbar gelagerte Achse mit zwei gegeneinander arbeitenden Drehmomentschlüsseln nach rechts bzw. links drehen und schaun, wer jeweils zuerst knackt bei verstelltem Drehmoment bzw. anderem Angriff. Oder einfach schaun, ob sich bei ner Schraube noch was tut, wenn man erst vorne und dann hinten angreift ...
Bischen "Jugend-Forscht" :wink:

Dazu gehören z.B. alle diejenigen, die Gebrauchsanweisung für diese Schlüssel schreiben.

Da das Physik ist, sind Meinungen wenig zielführend. Argumente und Fakten sind da besser geeignet.

Die Hebelgesetze u.ä. sind jetzt seit Anbeginn der Zeitrechnung unverändert, der Menschheit seit mindestens der Antike auch bekannt, Das Thema Drehmomentschlüssel ist auch schon so alt wie die Dinger selber.

Hier wird’s ganz gut erklärt:

Oliver

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Ich bin da bei JensDecker!
Es ist egal, wo du den Drehmomentschlüssel anfasst, es ändert sich nur die Hebellänge und damit dein Kraftaufwand. Die Auslösung ist durch die Mechanik im Inneren bedingt und die sieht nicht, wo du festhältst :wink:

Wenn man eine Drehmomentschlüssel mit Gabel-Steckeinsätzen wie oben hat, sollte das alles so passen. Ich habe nur verschiedene Drehmomentknarren mit Vierkant, auf die dann z.B entsprechende "Nüsse" aufgesteckt werden. Um an Rohrleitungen o.ä. verschraubungen zu arbeiten gibt es da dann "Hahnenfuß/Krähenfuß-Schlüssel", die auf den Vierkant gesteckt werden. Dabei verändert sich die Hebelarmlänge um das Maß Mitte Vierkant bis Mitte Schlüsselweite -> da sollte man mit einem anderen Drehmomentschlüssel (siehe oben) vorsichtshalber mal nachprüfen, um wieviel sich die Werte ändern.

Da es bei mir in der Nachbarschaft wegen vermeintlich zu lauter LWWP Unstimmigkeiten gab und der Eigner im Zuge des Streits kein Inbetriebnahmeprotokoll vorlegen konnte -> der lästige Klimaschein fehlt :frowning: , habe ich bei mir vom Profi anschleißen lassen. Trotz eifrigem Hinsehen konnte ich weder beim Anschluss der Innengeräte noch beim Außengerät den Gebrauch eine Drehmomentschlüssels erkennen. Zwei Gabelschlüssel, Kraft nach Gefühl und das wars! Dichtheitsprüfung problemlos.

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Ich habe vom Beruf her ständig mit Drehmomentschlüsseln zu tun gehabt (Flugzeugmechaniker)
und der Griff hat schon seinen Grund.
Man fasst ganz klar am Griff an und dreht langsam und gleichmäßig. Egal ob Drehmo mit Knack oder Schleppzeiger.
Wir hatten übrigens auch ein Gerät, mit dem vor jeder Arbeit am Flugzeug der Schlüssel überprüft wurde - wir hatten Drehmomente von 0,xNm bis ein paar hundert Nm.

So wie ich das beim Reifenfuzzy sehe mit Schmackes und Schwung kann ich es auch gleich lassen.
Siehe auch :

torque.pdf (39,8 KB)

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Ok.

Dann haben wir bisher 2x “ist egal”

und 1x “nicht egal” @oliverso :thinking: (Ich kann da nicht direkt eine Antwort rauslesen?)

Es bleibt spannend :+1: :wink:

Also was ist deine Antwort?

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Hm. Ich dachte, es wäre deutlich geworden. Physikalische Gesetzmässigkeiten lassen sich nicht durch eine Abstimmung bestimmen.

Also nochmal: Ja, es spielt eine Rolle, wo man anfasst. Warum das so ist, ist im verlinkten Link erklärt.

Oliver

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Na das ist mal ein statement :rofl:

ich meine, das Thema hatten wir schonmal.

Es hängt entgegen der Intuition davon ab, wo man angreift, weil das Knacken letztlich eine Kraft misst/auslöst, keine Drehmoment. Erst mit dem korrekten Hebellänge ergibt dann das Drehmoment.

Bei den kleinen Hebelverhältnissen und der allg. Ungenauigkeit wird man es aber vermutlich nicht trivial messen können, ob man 3 cm weiter vorne gezogen hat.

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das sollte es doch beantworten.

So ähnlich habe ich das gemacht mit den 3 Schlüsseln. Sas wird sicher keine wissenschaftliche Genauigkeit haben und ich weiß schon jetzt: Das Ergebnis wird nicht jeder akzeptieren. Aber für mich persönlich hat es die Frage beantwortet - ums so gespannter bin ich auf die Meinungen hier.

Ich bin aber nicht mehr bei mir bzw. meiner formulierten Ansicht :wink: Die Erklärung, die sich im Link von Oliver findet, ist für mich stichhaltig, was dazu gelernt!

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nochmal: es gibt keine Meinungen zu Physik:

hier

und die Erklärung von Hazet:

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Wobei da (hab erst den Anfang gelesen) steht:

Gemeint ist natürlich nur, dass man ihn im rot umkreisten Bereich fasst…

Schrauben, die schon angezogen sind, nochmal mit unterschiedlicher Handposition zu testen, ist Unsinn.

Die sollen am Stück angezogen werden, weil sonst das (unbekannte, Schmierung, Material,…) Losbrechmoment zu früh auslöst.

Das stimmt schon, aber bei einer sauberen neuen Mutter auf sauberem neuem Gewinde sollte der Effekt nicht zu sehr ins Gewicht fallen.

So ist es. Die Theorie sollte damit eindeutig geklärt sein.
Aber jetzt kommt die Praxis, und da ist selten was ganz weiß oder schwarz.

Und da sag ich mal, ein paar cm weiter vorne oder hinten angefasst geht im Rauschen der Auslöseschwankungen des ungeeichten 5€-Drehmomentschlüssel vom Grabbeltisch völlig unter. Man sollte halt nicht in der Mitte des Griffs anfassen.

Oliver

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