Wenn Energieanlagen netzdienlich arbeiten, bedeutet das, dass ihr Betriebsverhalten die Netzstabilität und Zuverlässigkeit unterstützt und gleichzeitig Überlastungen des Netzes reduziert .
Das sehen die Netzbetreiber für Steckersolaranlagen mit Speicher nicht gegeben, da diese nicht durch den Netzbetreiber regelbar sind.
Das Netz wird ja eher dadurch belastet, dass zuviel Strom da ist. Eher im höhergelegenen Netz und dass das in dieses eingespeist wird. Daher wäre eine Entnahme wünschenswert, was ja auch durch die ganzen runterdrosselungen erreicht wird. Man regelt die privaten PV-Anlagen ab, damit man aus den höheren Netzebenen den Strom REINbringt in die letzte Meile.
Wenn nun aber die Leute genau zu jenen Momenten selber Strom erzeugen oder im Akku haben, weil sie selbst ne Anlage haben und daher auch nicht verbrauchen, ist das nicht netzdienlich.
Du schreibst, Heimspeicher ohne Steuerung würden sofort mit der Einspeisung beginnen, wenn voll. Gibt es solche Speicher denn überhaupt? Also mir ist keiner bekannt. Selbst die billigsten Speicher, wie etwa der Noah von Growatt, hat einen Zeitplan, wo man die Einspeisung steuern kann.
Wenn sie keinen Speicher haben, wird doch zu ungünstigen Zeiten, wo man keine zusätzliche Energie im Netz braucht, bis zu 800 W eingespeist. Das belastet das Netz. Kommt ein Akku hinzu, wird eben oft nicht eingespeist und das entlastet das Netz. Damit ist es netzdienlich.
Eigentlich sollte bei einem Akku gar nichts eingespeist werden. Wenn mein Akku voll ist stoppt der Laderegler und nichts geht in den Akku, der WR zieht nur was gerade gebraucht wird.
Das sehe ich schon als netzdienlich an: in Spitzenerzeugungszeiten wird das Netz nicht durch Einspeisung belastet und und bei hohem Bedarf wird der Bedarf gemindert.
Die ganze BKW ist Netz-undienlich. Das meinte ich damit. Ob da nun ein Akku bei ist oder nicht. Der Akku einzeln wäre nur dann netzdienlich wenn er die Last aus dem Netz nimmt wenn viel da ist. Also zu Sonnenstunden.
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass ein BKW dem Eigentümer nutzt und dass er damit finanziell besser steht und dass das Teil netzneutral aber nicht netzdienlich ist vorausgesetzt das BKW wird mit Nulleinspeisung und Speicher betrieben.
Und mit 2kWp Generatorleistung, 800 W Max Einspeisung und 2,2 kWh Speicher erzeugt der Haushalt damit jährlich 500-1000kWh Eigenstrom und sieht was darüber hinaus noch geht.
Und dieses Modell passt auch wenn das von13 Mio Haushalten kopiert wird.
Und das Modell passt, solange die Stromanbieter Stromtarife anbieten die über das Jahr hinweg einen Einheitspreis ausweisen. Dynamische Tarife sind für PV Besitzer ohne BEV nämlich nachteilig.
Ich sehe das ein wenig anders.
Jedes BKW ist Netz(betreiber-un)dienlich.
Es entlastet den Betreiber (mich) bzgl. des zu bezahlenden Stromverbrauchs.
Umso mehr, wenn ich einen Akku verbaut habe.
Es belastet das Netz nicht zusätzlich, wenn eine Nulleinspeisung vorhanden ist.
Für den Energieversorger verringert es die Einnahme.
Es gibt auch keinen Grund, warum ich mich netzDIENLICH verhalten müsste. Netzneutral - im Sinne von das Netz nicht zusätzlich belastend - ist völlig ausreichend (und von mir auch genau so präferiert).
Und wenn hier daurnd (zu bestimmten Zeiten) von zu viel Energie im Netz gesprochen wird, wieso werden dann von den Energieversorgern immer neue Solarparks gebaut? Wieso werden die nicht zwingend geregelt bzw. abgeschaltet, so wie jede private Dach-PV neuerdings?
Wichtig ist hierbei auch immer zu schauen, welche Lobby hier ihre Interessen vertritt.
Wie gesagt, ich bin absolut pro Netzneutralität - aber solange ich das Netz nicht zusätzlich belaste, soll mir niemand damit kommen, dass ICH dafür zu sorgen habe, dass meine Anlage netzDIENLICH sein muss.
Wer nur einen Akku hat, den er zu Überschusszeiten laden und in den anderen Zeiten enladen kann, der sollte auch einen Anreiz haben, die zu tun.
Wer das mit einem größeren Akku neben seinem BKW auch tun kann / will, umso besser.
Und wenn hier in der Diskussion immer wieder angeführt wird, dass die BKW mit ihren 800W eh fast nichts zur Energiewende beitragen bzw. größere Anlagen sinniger und besser sind, wieso sind sie dann auf der anderen Seite auf einmal das große Übel, wenn es um die Überschusseinspeiung geht (die man eh recht einfach auf eine Nulleinspeisung bringen könnte)?
Die kleinspeicher petition will das anschieben, dass jeder Haushalt einen speicher bekommen kann. Auch wenn überhaupt keine Solarpanel und wechselrichter vorhanden sind.
Im Prinzip sollte es so laufen, dass der speicher bei netz überproduktion geladen wird, dann wenn es wenig strom aus erneuerbaren Quellen gibt, wird dieser Strom wieder ins Netz eingespeist bzw. Selbst direkt vor ort verbraucht.
Das ganze könnte man recht einfach über internet lösen. Jeder hat ein konto. Da wird die menge des stroms und die entsprechenden aktuellen Strompreise erfasst. Der pool sollte sich weitgehend selbst regulieren. Bzw. Weil es kein/weniger redispatch gibt, kann der pool so bezuschusst werden, mit etwas geringeren Betrag als der redispatch kosten würde. So hätte am ende jeder was davon.
Das müsste man natürlich zu ende denken, das ist jetzt von mir nur ne erste idee, wie sowas laufen könnte.
Jedes bkw mit cloud konto schiebt massiv daten hin und her. Das wäre auf jeden Fall leicht machbar, ne software/platform zu entwickeln, die alle Speicher über internet handelt. Es hat auch jeder wlan und internet dauerhaft am laufen. Die Datenmengen sind auch nicht so gross, die hin und her gehen würden.
Das war mal richtig, hab ich auch gedacht.
Das hat sich aber dadurch geändert, dass die zahl der bkw in die Größenordnung hineinläuft, in der sie zu Spitzenzeiten einige prozent des Verbrauchs, steigend, durch bkw ins netz kommen .
Selbstverständlich ist der anteil der parks größer ( und wird unsinnigerweise durch Süd Anlagen statt ost west auch nicht besser),. Aber das hilft nix.
Wenn einer die tiktok challenge macht, exakt zur gleichen Zeit, auf die Sekunde, Toaster und Haarfön einzuschalten, wird die versorgung nicht in D, sondern in der folge in der ganz eu zusammen brechen.
Aber jeder wird sagen: ICH war das nicht.
Es ist des Bürgers Aufgabe die Netzstabilität sicherzustellen ?
Die Regierung hat das auch nicht als Aufgabe - Energieversogung reguliert die Marktwirtschaft. Das liefert geringe Kosten und Zuverlässigkeit für alle -
Selbst dann bricht das nicht zusammen. Aber auch hier wieder meine Frage: Gibt es irgendwo Lastprofile, die das aufzeigen, wie hoch denn in GW die Last von privaten Haushalten ist und vom Rest? Immerhin verbrauchen die privaten Haushalte nur 25% des Stroms, also 75% nicht.
Wer also mehr in der Hand hat, das zum Zusammenbruch zu bringen sind Unternehmen, wahrscheinlich eine handvoll. Es liegt also weniger daran, wenn Ostern Feiertag ist, dass das Netz zusammenbricht weil private Anlagen was herstellen. Die sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber gleichzeitig sind Unternehmen an diesen Tagen nur Sparflamme, der Strom wird also nicht abgenommen.
Aber der Endkunde mit seiner popeligen PV lässt das Stromnetz zusammenbrechen weil er Toaster und Fön einschaltet.... Genau mein Humor!
Der Akku sorgt doch gerade dafür, dass er bei Sonnenstunden geladen wird und damit eine Einspeisung ins öffentliche Netz verhindert oder verringert. Das entlastet das Netz. Ohne Akku wäre die Situation ungünstiger, weil da alles direkt ins öffentliche Netz ginge, was nicht direkt verbraucht wird.
Dies kann man natürlich auch optimieren, in dem die Akkuladezeiten in diese Spitzenzeiten geschoben werden.
Die PV-Anlage ist nicht netzdienlich weil genau zu jenen Sonnenstunden auch die Anlagen der Anderen laufen. Das bedeutet die PV müsste abgeschaltet werden und gleichzeitig der Akku geladen werden aus dem Netz.
Nein, hat er nicht, aber ein BKW Betreiber mit Akku und auch die ganzen Nulleinspeiser machen nichts, womit die Netzstabilität beeinflusst wird - einzig die Anlagenbetreiber, die (subventioniert) Ihren Überschuss ungeregelt Sonntags mittags im Netz entsorgen - beeinflussen auf der Einspeiseseite die Stabilität.
Die Gleichzeitigkeit (Von Lastsprüngen) als Problematik wird aktuell mit den BEV Ladestationen besprochen... und da genügen die paar prozent BEV, die abends nach hause kommen ( zu verschiedener Zeit) und dann in der Nacht fertig geladen sind (Zu verschiedener Zeit. )
Man findet das problem sogar schon vor 40 Jahren.... Wenn in den 80ern , oder wann das war, die Leuten den Derrick geschhaut haben, hat das Abschalten der Fernseher (300 bis 500 W ) danach dazu geführt, dass das Netz an den Rand der Stabilität gebracht wurde. Das alleine kostete die Regelleistung des damals grösste Pumpspeicherwerkes. Und 3 bis 5 Min später kam eine Verbrauchsspitze - die Pumpen der Wasserwerke musste die grob gleichtzeitige Toilettenspülung bedienen.
Der Traum davon, dass man als einziger nicht Betroffener oder Verursacher sein kann, ist leider eine Fata Morgana.
Also lass deine Anspielung auf Humor ruhig stecken und denke mal in Gesamtzusammenhängen.