Quetschen oder Löten?

...und ich dachte bisher, das sei gar keine Frage.

Trotzdem, lieber mal eigene Versuche und Messungen gemacht. Und ich staune.

Die Versuche habe ich 6mm^2 Litze in einer 6er Ringöse gemacht.

  1. Quetschung mit einer Bastler-Quetschzange ==> Übergangswiderstand: 0.6mOhm

  2. Quetschung mit semiprofessioneller Quetschzange ==> Übergangswiderstand: 0.19mOhm

  3. Lötung mit Sn60Pb39Cu1 ==> Übergangswiderstand: 0.05mOhm

...also sowas ... vor ner Stunde hätte ich noch nen Kasten Bier auf die Quetschungen gewettet...

Hm, und mit nem bleifreien Silberlot könnte die Lötung theoretisch nochmal besser werden.

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Irgendwie bin ich bei diesen plastikummantelten Quetschverbindern immer etwas skeptisch. Da hatte ich einfach schon häufig völlig Fehlpressungen, wo ich das Kabel hinten wieder rausziehen konnte. Ösen, wo man direkt Blech presst mit einer guten Klauke-Zange, hat da deutlich sicherer funktioniert.

Also mechanisch ist auch die Klemmung mit der Bastlerzange unauffällig. Jedenfalls bewegt sich nichts wenn ich mit allem was mein 85kg-Astralkörper so hergibt versuche das Kupfer herauszuziehen. Auch rucken hilft nicht - da bewegt sich dann zwar etwas, aber nicht das Kupfer im Klemmschuh, sondern die gesamte schwerbeladene Werkbank....

Vielen Dank für den Test?.

Genau über das Thema habe ich mich heute erst unterhalten, und meinte das man es mal messen müste wie hoch die Übergangswiderstände im Vergleich sind.

Ich bin ja selbst totaler Anti Crimper?, bei mir kommt immer nur Löten in Frage. Noch dazu wenn mit billigsten China Zangen gecrimpt wird was das Zeug hält.

Und mal ehrlich wer hat oder möchte schon eine professionelle Crimpzange für rund 200€ kaufen? Aber gut meine Lötstation hat auch mehr gekostet... allerdings kann ich damit auch mehr anfangen als nur Kabelschuhe verlöten. Aber diese plastikummantelten Kabelschuhe sind wirklich das schlechteste was man nehmen kann.

Trotzdem bin ich der Meinung das selbst professionell gecrimpt das ganze höhere Übergangswiderstände hat als gelötet ?.

Silberlot ist eigentlich hartlöten, ich denke du meinst mit Silberanteil oder? Lötzinn mit Silber ist auf jeden Fall besser als das normale, die Lötstellen ansich sehen damit schon besser aus... Habe auch sn62pb36ag2 hier, nehme ich aber nur für SMD... ist mir sonst zu teuer.

Hast du eventuell eine 6qmm-Litze in einer entsprechenden Quetschöse? So richtig anständig gemacht?

Wenn ja, könntest du sie mir schicken und ich messe das Teil.... gleicher Messaufbau + dasselbe Messgerät ==> bessere Vergleichbarkeit.

Aber auch wenn du selber misst, wäre ich neugierig.

Stimmt, aus anderen Gründen bin ich heute über das SAC305 mit Silbergehalt gestolpert.

Irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass es einen hohen Silbergehalt hätte, sind aber aber auch nur 3% Silber.

Hallo

Bei dem Lot mit 96% Zinn und 3% Silbergehalt ist das mit der Haltbarkeit so ein Problem.

Die Lotstellen bekommen bei bestimmten Bedingungen Zinnpest, Übergangswiderstände steigen und fallen dann auseinander.

Die Hersteller moderner umweltfreundlicher Elektronik nutzen das um die Lebensdauer zu begrenzen.

Elektronik im medizinischen Bereich darf damit überhaupt nicht gelötet werden.

Bei allem, was Jahrzehnte halten soll, verwende ich weiterhin das bewährte Sn60Pb Lot

mit freundlichen Grüßen

Thomas

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Ja, ich erinnere mich auch einen Fall wo ein Lot mit höherem Silbergehalt zu Problemen mit Ionenwanderung und Dendritenwachstum geführt hat.

So gesehen, sollte ich vielleicht weiterhin bei meinem giftigen Steinzeitlötzin bleiben... Die Messwerte sind schon erfreulich gut. Zusammen mit der

bekannten hohen Zuverlässigkeit und den guten Fluss- und Benetzungseigenschaften. Verführerisch.

Wo Lötstellen mehr Wärme brauchen, wie an solchen Lötösen, nehme ich auch ganz gerne noch das Bleilot. Da schafft es dann auch ein 50 Watt-Lötkolben noch problemlos. Das Bleilot fließt einfach besser, wenn man nicht so viel Leistungsreserven beim Lötkolben hat. Man will ja auch, dass die ganze Litze in Kabelschuh gut mit Lot durchtränkt ist.

Die höhere benötigte Wärmemenge und die schlechten Flusseigenschaften der meisten bleifreien Lote sind fraglos der Grund warum jeder der von Hand lötet auf diesen Lötteig schimpft. Und wenn man dann noch die verlängerten Bruzzl-Dampfzeiten und zusätzlich erhöhte Nutzung von Flussmittel und Lötspitzenaktivator und individuelle Geheimgifte hinzurechnet, bin ich nicht sicher ob das für den Laborbetrieb wirklich besser ist als bleihaltige Lot.

Zurück zur Quetschthematik:

@Win: Hast du mir ein oder zwei anständig in Ringösen gecrimpte 6qmm Litze(n)?

Die Messung einer professionellen Crimpung ist das was in diesem Thread noch fehlt.

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Ich mach die Tage mal was fertig. Ich melde mich.

Ich habe 0,06 .. 0,07 mOhm bei 10mm² gemessen, mit billiger hydraulischer Zange gecrimpt.
Der Kabelschuh selbst hat davon 0,02 .. 0,03 mOhm.
0,07 mOhm bei 10mm² = 40mm kabellänge.

Das klingt doch schon mal besser als meine Crimpergebnisse.

@win:

Danke, ich wollte dir gerade ne Nachricht schicken, aber dich scheint das Nachrichtensystem nicht zu kennen.

Vielleicht klappt es ja umgekehrt? Dann könnte ich dir die Briefadresse schicken, falls du nicht selber messen willst.

@markus7e9 PM ist an dich raus.

Löten ist doch gar nicht zulässig?

Sollte die Lötstelle brechen, gibt's gleich nen Feuer.

Hi MC,

...du meinst wegen der DIN VDE 0100-520?

Hast du die evtl. in aktueller Version rumliegen, mit dem passenden Beiblatt für den Anschluss von Litzen?

Dann lass uns nicht dumm sterben.

Aus meiner Schulzeit erinnere ich mich noch, dass Lötungen im Installationsbereich verpönt waren.

Ein generelles Lötverbot wäre mir neu - aber ich bin kein Spezialist für Installationssicherheit.

Richtig verboten war/ist es eine verzinnte Litze in eine Schraubklemme einzuschrauben.

Aus gutem Grund: Das Lötzinn neigt zum Kaltfluss, d.h. wenn externe Kräfte, wie z.B. die Schraubkraft,

auf das Lötzinn einwirken, weicht es langsam aus. Dementsprechend lässt die Anpresskraft im Konatkbereich nach

und der Kontakt wird zunehmend schlechter, höherohmiger,... wärmer..., blöde Sache...

Zudem erinnere ich mich noch vage, dass von Lötverbindungen bei großen Strömen abgeraten wurde,

ausser man macht es richtig - und für "richtig" war schon etwas mehr zu beachten und zu überprüfen

als nur nen kalten Lötklecks hinzukleben.

@All:

Robuste Infos mit Verweis auf die relevanten Normen/Vorschriften/Regularien wären hochwillkommen.

So auf die Schnelle finde ich hier ein paar Infos:

https://de.sci.ing.elektrotechnik.narkive.com/WEZAevSH/din-vde-vorschrift-zu-adernendhulsen

Besser als nichts , aber keineswegs erschöpfend/vollständig.

Also nochmals die Bitte um robuste weiterführende Infos.

Möchte mir jetzt nicht unbedingt die Norm+Beiblätter+Interpretationsguides+Rechtssprechung der letzten 10 Jahre kaufen muessen.

Ob es tatsächlich verboten ist, weiß ich nicht.

Große kabelquerschnitte zu löten wird auch sehr schwierig jede Litze zu benetzen. Eine gute Quetschverbindung ist auf jeden Fall zu bevorzugen. Da gibt's im Brandfall auch keine Diskussionen. Quetschverbindung sind zulässig.

Nun habe ich die Dilletanten-Crimpungen noch zusätzlich gelötet.

Erstaunlicherweise steckt das Plastik die Hitze ohne erkennbare Verschmorungen weg.

Nachträgliche Lötung wohlgemerkt, andernfalls gibt es ja keine Benetzung der Öse und

zudem würde bei vorheriger Verzinnung das Kaltflusskontaktprobelm zuschlagen.

  1. Quetschung mit einer Bastler-Quetschzange, nachträglich mit Sn60Pb39Cu1 gelötet ==>Übergangswiderstand: 0.05mOhm
  2. Quetschung mit semiprofessioneller Quetschzange, nachträglich mit Sn60Pb39Cu1 gelötet ==> Übergangswiderstand: 0.04mOhm

Daaas sieht doch schon mal sehr vielversprechend aus.

Die Kombination von Quetschung und Lötung bringt zwar gegenüber ausschließlicher Lötung keine nennenswerte Verbesserung

der Übergangswiderstände. Der Vorteil liegt aber darin, dass im Überhitzungsfall die Litze nicht aus dem Öse herausrutscht und unerwünschte

Verbindungen / Kurzschlüsse an anderer Stelle verursacht.