ja - soviel war mir klar Mindestens mal unschön - oder eben schlimmer.
Habe jetzt die Kiste schon für 10 Module vorbereitet...
Nehme an, dass diese Zellen bei hoher Belastung mal temporär etwas Elektrolyt abgelassen haben und dann die Ventile wieder geschlossen haben. Sonst wäre mehr Elektrolyt zu sehen. Beim Laden und Endladen (mit geringem Strom), waren alle Module unauffällig. Das kann natürlich bei hohem Strom anders aussehen.
Ein Ventil gibt es da nicht weil das Rundzellen sind (außer bei LTO). Und selbst wenn dem so wäre, ist es einmal offen bleibt es auch offen, weil es i.d.R eine Berstscheibe ist. Bei Li-Ionen Zellen hat man auch oft das die Dinger wenn sie alt oder aber misshandelt werden anfangen zu schwitzen, das sieht man dann meinst als Flecken unter dem Schrumpfschlauch. Ich hab sie bisher trotzdem immer weiter genutzt, allerdings nur zu Dampfen. In deinem Fall aber ist es deutliche Korrosion, die gehören dann leider entsorgt.
Interessanterweise ist es immer nur die oberste 'Schicht', das Ni-Band, was korrodiert ist. Die Zelle, oder das Band darunter scheint immer in Ordnung zu sein. Wäre auch möglich, dass von außen Wasser eingedrungen ist (oder Saft o.ä.) - die Zellen lagen wohl schon eine Weile im Keller. Sieht allerdings eher nach Elektrolytkorrosion aus, meine ich.
Werde versuchen die auffälligen Module nochmal einem Härtetest bei höherem Strom zu unterziehen.
Jetzt ist dummerweise gerade auch eines der 'besten' Module betroffen, mit der höchsten Kapazität und dem kleinsten Innenwiderstand. Alle Zellengruppen sind elektrisch völlig unauffällig - vermutlich ist nur eine Zelle betroffen und der Elektrolyt ist innen am Ni-Band entlanggekrochen und hat die anderen Zellen (insges. 6) mitkontaminiert. Lade jetzt mit hohem Strom (30A bei 14 Zellen parallel) - da müßte in der betroffenen Gruppe ja etwas auffallen, falls da 6 St. ausgefallen sind. Wenn es nur eine ist, mißt man vermutlich keinen signifikanten Unterschied, da die Zellen auch mit 3A geladen werden können. Mehr Strom geben meine Geräte aber nicht her...
Habe jetzt 30min. mit 32A geladen, also etwa 2,2A/Zelle. Keine Auffälligkeiten: weder erhöhte Spannung an der betroffenen Zellengruppe noch erhöhte Temperatur einer Zelle. Bleibt alles schön kalt und unauffällig, auch kein Elektrolytaustritt - zumindest nichts festgestellt.
Ich denke bei der beschädigten Zelle hat das CID ausgelöst und sie ist damit aus dem Verbund genommen. Da die Störung vermutlich auch schon längere Zeit (Jahre) her ist, würde ich einen Weiterbetrieb wagen. Muß halt von Zeit zu Zeit immer mal wieder nachschauen, ob etwas auffällig wird - aber das sollte man bei älteren Zellen ohnehin öfter tun.
Wie soll ich das erkennen, sind ja 14 Zellen parallel?
Ich hatte die Module ja auch alle schon einmal vollgeladen und wieder entladen - da war auch nichts auffällig. Die Spannung der Zellengruppen lag zwischen 2,57 und 2,692V eine Std. nach Entladung des Moduls auf 20,0V. Die beschädigte Gruppe lag im oberen Spannungsbereich, zusammen mit 3 anderen. Max. Delta 135mV
m.A. wird die Korrosion weiter gehen. Da mag etwas höhere Luftfeuchte schon reichen.
Auf Bild 3 sehe ich oben links einen Kunstoffzapfen, neben dem sind Ablagerungen (Tröpfchen). Hatte mal ein ähnlichen Akku mit geschraubten Rundzellen (21 parallel). Da war an einer Zelle der Elekrolyt ausgetreten. Anfangs unproblematisch, doch nach ca. einem Jahr zog die Zelle dauerhaft Strom aus den anderen parallel geschalteten. Über kurz oder lang, muss man diese Zellen austauschen. M.A. machst du das lieber jetzt.
Das mit der Korrosion, die man nicht wird ganz aufhalten können, ist schon ein entscheidender Punkt. Auch wenn das CID ausgelöst hat - und die Zelle damit nicht mehr im Verbund steckt und auch die anderen Zellen nicht aussaugen kann - ist die zerbrochene Berstscheibe ein Problem und es können weiter in geringen Mengen korrosive Dämpfe (HF!) austreten oder gar flüssiger Elektrolyt. Aufgrund der hochviskosen Konsistenz dieser Rückstände, gehe ich davon aus, dass das Malheur schon vor Monaten oder Jahren passiert ist. Es riecht auch nichts mehr süßlich nach Elektrolyt. Es sind nur noch die nichtflüchtigen Bestandteile, insbes. das Leitsalz, vermutlich Lithiumhexafluorphosphat, übrig. Dies ist leider stark hygroskopisch und bildet mit Feuchtigkeit sogar Flußsäure (HF) - hochkorrosiv und giftig! Das, was ausgetreten ist, hat sich sicher zersetzt und mit der Umgebung reagiert (Korrosion). Die Frage ist, kann man weitere Korrosion sinnvoll eindämmen - und ist da überhaupt noch etwas zu erwarten - oder hat sich das allermeiste hydrolytisch zersetzt und reagiert?
Habe die Zellen jetzt viele Wochen im fast leeren Zustand stehen lassen und die Ruhespannung immer wieder mal gemessen: da hat sich absolut nichts getan - im Gegenteil: durch Relaxation ist die Spannung auch nach Wochen immer noch um wenige mV angestiegen und hat sich jetzt auf einem unveränderten Niveau fixiert.
Ersetzen der beschäditen Zellen wäre sicher das beste, aber leider habe ich keine Ersatzzellen und fürchte, dass ein Austausch nicht gut zerstörungsfrei zu bewerkstelligen ist. Wenn die Dinger noch ein paar Jahre funktionieren, bin ich auch zufrieden - aber man wird sie immer mal überwachen müssen...
Ersatzzellen wird man kaufen können. Bei meinen war das nicht ganz einfach, aber wegen der Bauform und der nahezu gleichen Werte, habe ich Ersatz gefunden.
Der Tausch wird bei dir wegen der Schweißbänder gewiss etwas komplizierter. Hatte mal einen E-Bike Akku erneuert, bei dem die Zellen verschweißt waren. Da ich kein Punktschweißgerät habe, nahm ich Bänder aus dem PV Modul Bau, Kupfer verzinnt. Die kann man löten. Das wäre auch hier meine Empfehlung, wenn kein Punktschweißgerät zur Verfügung steht.
ja, dann müßte die Spannung dort aber am Ende auch stärker sinken. Das Gegenteil ist der Fall - war mit die höchste Spannung der Gruppen.
Wäre auch noch möglich, dass von außen irgendwo Elektrolyt aus einem Elko o.ä. auf die Module getropft ist. Halte ich zwar selber für unwahrscheinlich, gerade weil sich die Korrosion auch entlang der Ni-Streifen befindet - aber was soll auch sonst korrodieren, wenn der Rest Kunststoff ist?
Die Module waren ja in einem 'Schaltschrank' zusammen mit BMS und div. Elektronik verbaut - wäre also durchaus möglich.
Möglich ist alles, doch auf Bild 4 und 5 sehe ich eine Zelle mit dunkelbraunem Fleck direkt auf der Zelle (zwischen den Hilumin Bändern). Das passt nicht wirklich zur These, dass das Übel von außen kam und die Bänder entlang lief.
Es ist dein Akku und deine Entscheidung. Anhand der elektrischen Daten spricht einiges dafür, ihn erst mal weiter zu betreiben. Nutze die Zeit um nach Ersatzzellen zu suchen, denn eins scheint mir gewiss: der Tausch wird fällig, unklar ist nur wann.
Das sind deine Worte und meine Empfehlung für ein gesundes Leben lautet: mach es jetzt.
Wenn man HF-Gas einatmet, merkt man es sehr schnell (ähnlich wie Chlor), das ist anders bei Phosgen oder Kohlenmonoxid. Das was entwichen ist, hat sich längst verflüchtigt bzw. reagiert, problematisch ist das, was evtl. noch kommen kann Deswegen mein Test, aber da zeigt sich nichts. Auch nach Volladung und Entladung.
Da verschiedene Module an verschiedenen Stellen betroffen sind, kann man äußere Einflüsse, wie Elektrolyt aus Elko etc., wohl tatsächlich ausschließen.
Tauschen traue ich mich nicht, die Zellen sind vermutlich sehr massiv verschweißt. Hatte das schon einmal an einem alten ebike-Akku versucht, da ist mir ein Loch in den Zellenboden gerissen. Dann riecht es sofort deutlich nach frischem Elektrolyt
Werde die Module mal eine Weile im Probebetrieb unter häufiger Beobachtung laufen lassen und dann sehen wir mal...
Im worst case fliegt mir dann alles um die Ohren ....
Das Hauptproblem ist, dass die Zellen im Betrieb Elektroly "verbrauchen", sie zersetzen es.
Dafür hat man der Zelle genug mitgegeben... für die Zahl 7 Jahre, die jeder kennt .
Damit ist ausgetretenes Elektrolyt direkt verlorene Lebensdauer.
Wenn das CID ausgelöst hat, wäre das ja unproblematisch, da die Zelle ohnehin nicht mehr an den Zyklen teilnimmt. Und wenn der Druck so groß war, dass die Berstscheibe gebrochen ist, dann hat das CID i.d.R. schon vorher ausgelöst.
Wäre aber auch denkbar, das einfach nur eine kleine Undichtigkeit in der Dichtung am Pluspol entstanden ist, dann sollte man aber etwas riechen oder sonstwie erkennen können.
P.S. ist ja LFP - da hoffe ich doch auf mehr als 7 Jahre