Projekt: Wiederverwendung alter Sonnenbatteriemodule (14p8s) 26650er LFP-Zellen

Hallo zusammen,

ich möchte hier mein Projekt zur Weiterverwendung alter aus einer Sonnenbatterie beschreiben. Ich habe freundlicherweise von einem netten PV-Enthusiasten 12 alte Module aus einer Sonnenbatterie bekommen, die jeweils zu zweit seriell zu 48V-Modulen verschaltet waren und dann weiter parallel geschaltet waren. Die Module haben unterschiedliches Alter und Nutzungsdauer, machen aber sonst sowohl optisch wie elektrisch (Zellspannungen, Balancing, Innenwiderstand) einen sehr guten Eindruck. Die 4 ältesten Module sind 10 Jahre alt, die jüngsten 4 sind 5 Jahre im Einsatz gewesen.

Ich beabsichtige 10 Module zu nutzen, um sie unserer Hauptbatterie (16kWh, Nkon Ess Eco) parallel zu schalten und 2 Module möchte ich parallel an unsere kleinere 8S (105Ah, 2,66 kWh) Batterie im Dachstudio hängen. Jeweils mit eigenem BMS (geplant JK-BMS) versteht sich.

Hier ein paar Fotos der Module:

Da die Module deutlich unterschiedliches Alter und Ladezyklen hinter sich haben, habe ich alle akribisch getestet und vermessen:

  1. initiale Spannungen Gesamtmodul und einzelne Zellenblöcke (initiales Balancing)
  2. Innenwiderstand (@1kHz mit YR1035+)
  3. Selbstentladung nach Volladen bis 28V über ca. 100 Std. - Messung der Ruhespannung
  4. Kapazität mit elektr. Last (Easttester ET5410A) bei ca. 4A - Entladung bis 20V
  5. Ruhespannung nach Entladung und Balancing bei 0% SoC

Über den IR und die gemessene Kapazität konnte ich recht eindeutig die 4 ältesten Module identifizieren. Die 4 jüngsten (aus 2021) scheinen die Module 4,5 und 7,8 zu sein: ihr IR liegt zwischen 8,4 und 8,5 mOhm, während alle anderen zwischen 11,6 und 11,8 mOhm liegen.

Die Kapazität bei 4,5, 7 u. 8 liegt bei 950-960 mWh (37,5 Ah) während die anderen zwischen knapp 900 und 935 mWh (35,3 - 36,5 Ah) liegen.

Insgesamt sind die Werte in Anbetracht von vermuteten einigen 1000 Ladezyklen doch noch erstaunlich gut und insbes. der IR ist noch sehr niedrig.

Verbaut sind hier in den Modulen spez. 'Olevin'-Zellen von Murata: Olivine Type Lithium Iron Phosphate Lithium Ion Secondary Battery (FORTELION) | Cylindrical Type Lithium Ion Secondary Batteries | Murata Manufacturing Co., Ltd.

Hier einige Testergebnisse in grafischer Form:

Im oberen Teil dieser Grafik sieht man auch die mögliche Ursache für das Aussteigen des ursprünglich verbauten BMS: Im Modul 7 gibt es eine starke Imbalance von fast 400mV zwischen den Zellenblöcken. Das könnte eine Ursache für das Abschalten des BMS gewesen sein. Nach dem Entladen und Wiederladen war der Unterschied allerdings nicht mehr ganz so krass.

Hier ist der Spannungsverlauf nach dem Laden auf 28V aufgetragen um die Selbstentladung der einzelnen Module zu kontrollieren. Insgesamt bewegen sich alle auf einem gleichmässigen, zu erwartenden Niveau.

Der kleine weiße 8-Pin-Anschluß an der Seite der Module s. Bilder oben) ist leider kein Balancing anschluss, sondern für die Temperaturüberwachung. Je 2 Adern gehen an einen NTC-Thermistor mit 100 kOhm.

Jetzt frage ich mich, wo ich die Balancingkabel am besten anbringe und wie ich sie am sinnvollsten kombiniere für das neue BMS? Die Zellen müssen - wie oben rot markiert - verbunden sein. Vielleicht trenne ich den Kunststoffhalter an diesen Stellen auf, um besser auf den Ni-Streifen löten zu können ohne die Zellen zu erhitzen. Alternativ könnte ich Punktschweißen - habe entsprechendes Gerät da. Was meint ihr?

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Kann jemand mit dem QR-Code auf dem oberen Foto etwas anfangen? Hatte die Hoffnung darüber evtl. auf das Baujahr der Module o.ä. zu kommen, aber ohne Erfolg.

Ist das in 8s14p zamgeschweißt? Sieht aus als wenn die Zellen sich "selbst balancieren" sollten? - Dann wir das ne grosse Sauerei, man müsste für externen BMS erstmal die Paralelverbindungen machen?

Die Zellen hängen an der Längsseite zusammen - zumindest mißt man dort keinen Spannungsunterschied und auch keinen Widerstand. Ich denke also 14p8s - aber sicher bin ich nicht. Muß wohl die Kunststoffhalterung an einer Stelle mal vorsichtig auffräsen...

Vielleicht kennt hier jemand diese Sonnenbatteriemodule und hat die schon mal ganz aufgemacht?

Im Netz finde ich leider nicht viele Informationen zum Aufbau, nur die verschiedenen Typen. Dies sind wohl noch die älteren 1kWh-Module, später gab es etwas größere. Die Einzelmodule hatten kein kompl. BMS nur ein 'Überwachungsboard'. Das BMS saß dann im Batterieschrank, wo die Einzelmodule zu 2s und dann parallel geschaltet wurden.

Hast du ein Bild von dem BMS? Wie war es verdrahtet? Ich fürchte die Vermutung von @tageloehner trifft zu. Das hab ich bei einem E-Bike Akku auch vorgefunden: kein BMS mit Zellüberwachung und dann mehrere Zellen-Reihen, die parallel geschaltet waren. Dann bräuchte es viele BMS parallel oder umlöten der Blöcke.

Ciao

Nein, das BMS war schon demontiert. Die einzelnen 24V-Blöcke hatten kein eigenes BMS, sondern nur ein einfaches 'Überwachungsboad'. Das BMS war im Batterieschrank über die 48V-Blöcke geschaltet, immer 2 24V-Blöcke in Serie. An den Modelen erkennt man neben den seitlichen Hauptanschlüssen noch kleine Lötfahnen, an denen dieses Überwachungsboard angeschlossen war, also nur an den 24V. Die einzelnen Zellenreihen haben keinerlei Anschluß. Wenn die tatsächlich unverbunden sind, dann würde ich wohl einfach Ni-Streifen darüberpunkten und sie so verbinden.

Hat es irgendeinen Vorteil, eine Batterie in 14p - 8s zu verbinden - eher ungewöhnlich, oder?

Ein BMS im Sinne einer Einzelzellen Überwachung hat es dann nicht gegben. Um sie nachzurüsten, wird das neue Verschalten der Zellen nötig werden. Warum das hier und bei meinem Bike Akku gemacht wurde, kann ich nur vermuten: die Verschaltung ist einfacher, da nicht erst alle Zellen einer Spannungeebene parallel geschaltet werden müssen, bevor sie zu 24 V aufgereiht werden. Es werden nur die einzelnen 24 V Stränge an Plus und Minus miteinander verbunden.

Das liesse sich ja eigentlich leicht überprüfen indem ich die einzelnen Zellenspannungen einer Spannungsebene miteinander vergleiche. Da müßten ja sicherlich einige mV Differenzen zu messen sein, wenn sie nicht zusammenhängen?

genau
:+1:

Habe die Zellen mal vermessen: alle Zellen einer Reihe sind auf das mV genau gleich, über mehrere Reihen getestet - in Summe ca. 20 Zellen. Die müssen wohl parallel verbunden sein, sonst wäre das ein extremer Zufall bzw. ein Super-Balancing nach 10 Jahren Nutzung!

Dennoch bleibt die Frage: eher punktschweißen oder auf den Doppelverbindern löten? Punktschweißen birgt immer eine Gefahr des Durchbrennens oder schlechter Verbindungen - beim Löten bleibt nur letzteres und die Gefahr zuviel Hitze in die Zellen zu bringen.

Zum Löten braucht es einen wirklick dicken Lötkolben, dessen massiver Kupferkopf die Wärme schnellstens liefert. Hab einen mit 150W und den hab ich 20 min vorglühen lassen. Entscheidend ist nicht die Watt Zahl, sondern die Masse des Kolbens. Dann nur kurz auf die Löststelle halten (wenige Sekunden müssen reichen). So hab ich 18650 NMC Zellen verlötet, allerdings nicht mit Hilumin, sondern verzinntes Kupferband (aus der PV Produktion) verwendet.

Danke, deff, das weiß ich :slightly_smiling_face:
Habe für solche Zwecke einen 300W Dachdecker-Lötkoblen, damit lassen sich sogar größere Kupferrohre löten! Das Ding wird superheiß, wenn ich es eingesteckt lasse - muß nach spätestens 6 min. den Stecker ziehen, sonst verbrennt mir die Spitze.

Wenn ich auf den Zwischenräumen auf den Hiluminbändern löte, reicht schon eine 60W-Lötstation mit einer Einstellung auf 320 Grad und dicker Spitze. Punktschweißen kann man eher nur direkt auf den Zellen, da man auf freiem Hiluminband nicht den nötigen Anpressdruck erreicht - birgt vermutlich die größere Gefahr.

viel Erfolg beim löten

L.G.

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so mach ich das auch.

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