bei mir sind 20 kWh verteilt auf 5 Bänke aus unterschiedlichen Zeiten im DIY zusammen gekommen. Jede Bank hat ein BMS und ich schau mir alle paar Wochen die Differenzen an. Aufzeichnungen machen weder die Balancer noch ich.
Wenn dort so große Diskrepanzen auftreten, kontrolliere ich die Kontakte und pack einen kleinen aktiven Zusatz Balancer dran (hab nur einen). Der schiebt zwar auch nur 50mA von der Zelle mit der höchsten Spannung zu der mit der geringsten.
Nach ein paar Tagen ist dann alles wieder im Lot. Früher hab ich noch Turbo Ausgleich mit gezieltem Laden einzelner Zellen mittels Labornetzteil gemacht. Ist aber nicht nötig. Der kleine aktive macht das schon, wenn man Geduld hat.
Im Winter fahr ich die Akku´s ganz "flach" also weit unterhalb von 50% der Kapazität, weil die Akkus nur mit 3 kWp PV Modulen geladen werden - nie aus dem Netz. Im Frühjahr geht´s dann wieder hoch in Richtung 90%. Da die SOC Werte der Balancer völlig daneben sind steuere ich den Ladezustand allein über die Spannung. Bei meinen BMS gibt es nur 50mA Balancier Leistung, dafür kann ich Start und Stopp selbst wählen. Derzeit sind es 3,42V für den Balancer Start (nur beim Laden).
Unsere Bedingungen sind zu unterschiedlich ist meine ehrliche Meinung. Von 10 kWh anschlussfertig im Gehäuse für ca 2 T€ konnte ich nur träumen. Ich wäre auch geneigt, das Ding zu öffnen und mal nach zu schauen, ob einer der vielen Einbaufehler, die hier im Forum von anderen Akkus kursieren, vorliegt. Da werden Kontaktflächen von Schrumpfschlauch verringert, die Reihenfolge der Kontakte (erst Busbar, dann Balancerkabel) nicht eingehalten, usw. Wenn man das behoben und mal extern balanciert hat, dann läuft die Kiste. Doch das mag ein Irrtum sein, denn wie uns "unser" Sachverständiger erklärt hat, sieht er Fehleinstellungen, wie den zu späten Balancer Start.
Lange Rede, kurzer Sinn: bei 200mV werde ich aktiv um die Ursache zu beheben. Ich hab aber keinerlei Notwendigkeit die Zellen auf 3,65 V hoch zu jubeln. Bei deinen scheint das ja gerade zu notwendig zu sein, damit überhaupt etwas balanciert wird.
Mal in Kladde: hast du ein regelbares Netzteil, das die Akku Max. Spannung erreicht und bei dem der Strom begrenzt werden kann? Aufladen mit voller Leistung, dann Strom kurz vor Ladeschluss auf 110 mA begrenzen und dann ca. 100 Stunden in diesem Zustand belassen. In dieser Zeit wird wegen der Strombegrenzung keine Zelle in die Überspannung laufen. Den "hohen" nimmt der Balancer die Spannung weg. Alle Zellen sollte zum Schluss nahe an 3,65 V angekommen sein. Wenn dieser Vorgang 100 Std. dauert, dann wurden 11Ah dort nachgeladen, wo sie fehlten. Ist der Zustand der Spannngsgleiche aller Zellen bei 3,65 V schon eher erreicht, dann war es entsprechend weniger.
Ciao